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Universität Graz Neuigkeiten Intelligenz-Zelle

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Dienstag, 28.07.2015

Intelligenz-Zelle

Das Netzwerk eines Schleimpilzes: Der Einzeller breitet guerilla-artig Arme aus, um die nächste Futterquelle zu finden. Foto: Uni Graz/Grube

Das Netzwerk eines Schleimpilzes: Der Einzeller breitet guerilla-artig Arme aus, um die nächste Futterquelle zu finden. Foto: Uni Graz/Grube

Ein simpler Pilz könnte als Bio-Computer eingesetzt werden: Er findet rasch und selbstorganisiert die besten Routen zu seinen Nahrungsquellen.

Was sind ideale Transportwege in Krisenregionen? Wie optimieren sich Gefäße in einem Tumor? Um die besten Routen innerhalb eines Netzwerks zu berechnen, arbeiten OptimiererInnen mit komplexen Computermodellen. PflanzenwissenschafterInnen nutzen nun einen völlig neuen Zugang: Sie überlassen diese Arbeit einem Schleimpilz, der zu den gewünschten Punkten wächst.
Der Volksmund kennt ihn bei uns als Hexenbutter, und er tritt als gelber Schleimfleck aus den Böden unserer Wälder. Insgesamt gibt es rund 800 Schleimpilzarten, nur wenige davon wurden bis jetzt kultiviert. ForscherInnen um Martin Grube haben am Institut für Pflanzenwissenschaften eigens ein Biophysik-Labor eingerichtet, in dem die Nahrungs- und Suchstrategien dieser netzwerkenden Organismen erforscht werden. „Das Faszinierende an diesem Lebewesen ist, dass es selbstorganisiert und dezentral seine Ressourcen – sprich Nahrungsquellen – erfasst und dabei ein Netzwerk an Verästelungen aufbaut, das wir kaum besser berechnen könnten“, erklärt Grube. Britisch-japanische ForscherInnen haben das bereits mit einem Experiment gezeigt: Sie verteilten Haferflocken auf einer Unterlage analog zu den Bahnhöfen im Ballungsraum von Tokio. Die Wege, die der Schleimpilz zu diesen Futterquellen fand, waren praktisch deckungsgleich mit dem Schienennetz der japanischen Metropole.
Da die Pilze vor allem im Dunkeln wachsen, kann man durch Beleuchtung ihre Richtung beeinflussen. „Helle Orte vermeiden sie gänzlich, zu pulsierendem Licht wachsen sie langsamer. So lassen sich beispielsweise Landschaften simulieren“, schildert der Pflanzenwissenschafter. Er sieht es als realistisch an, dass diese Organismen tatsächlich Computern Arbeit abnehmen können. Die Forschungen sind in den Schwerpunkt Modelle und Simulation eingebunden.

Erstellt von Dagmar Eklaude

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