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Universität Graz Neuigkeiten Ein Glücksfall

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Donnerstag, 10.06.2021

Ein Glücksfall

Der Fliegenpilz reichert extrem hohe Mengen des Metalls Vanadium an. Foto: Uni Graz/Bräuer

Der Fliegenpilz reichert extrem hohe Mengen des Metalls Vanadium an. Foto: Uni Graz/Bräuer

ForscherInnen der Uni Graz durchleuchten chemische Verbindung im Fliegenpilz

Fliegenpilze besitzen Gift, bringen Glück und verfügen über eine mystische Aura. Was tatsächlich in ihnen steckt, weiß Simone Bräuer. Die Chemikerin hat in einem Forschungsprojekt an der Universität Graz einen Weg gefunden, um den Stoff Amavadin exakt zu bestimmen. Warum die chemische Verbindung im Pilz hoch konzentriert vorhanden ist und welche Rolle sie spielt, kann nun einfach untersucht werden.

Es befinden sich längst nicht nur bekannte Gifte unter der roten Kappe mit den weißen Tupfen: Auch extrem hohe Mengen des Metalls Vanadium werden von Fliegenpilzen angereichert, nämlich bis zu tausendmal mehr als von anderen Pilzen. Ebenso ungewöhnlich ist, dass das Vanadium in Form der chemischen Verbindung Amavadin vorliegt, welche bislang nur in Fliegenpilzen nachgewiesen wurde. Das wird sich nun ändern. Denn bislang fehlte eine Methode, um die Verteilung und Konzentration von Amavadin genau zu analysieren.
Diese Lücke haben Simone Bräuer und Walter Gössler in ihrer Arbeit am Institut für Chemie der Universität Graz geschlossen. Sie haben gemeinsam mit den Nachwuchswissenschaftern Martin Walenta und Lorenz Steiner ein neues Verfahren entwickelt. „Wir haben die Stoffe aus den Pilzen mit Wasser herausgelöst, dann die enthaltenen Verbindungen durch ihre unterschiedlichen physikalisch-chemischen Eigenschaften voneinander getrennt und anschließend Amavadin aufgrund der Masse der enthaltenen Vanadiumatome gezielt bestimmt“, erklärt Bräuer die komplexe Methode. Die Ergebnisse wurden kürzlich im renommierten Fachmagazin „Journal of Analytical Atomic Spectrometry“ publiziert.

Simone Bräuer – sie forscht derzeit dank eines Erwin-Schrödinger-Stipendiums als PostDoc an der Universität Gent in Belgien – erwartet sich nun weitere Auf- und Rückschlüsse: „Denn solche hohen Konzentrationen und ungewöhnlichen Verbindungen kommen wohl kaum zufällig zustande.“
Mit der neuen Analyse-Methode stehen nun Möglichkeiten offen, das Vorkommen von Amavadin in anderen Lebewesen und Pilzen zu untersuchen. Und eventuell das Rätsel zu lösen, welche Funktion die Verbindung überhaupt hat. Denn das ist bis heute ungeklärt.

>> Publikation

Erstellt von Andreas Schweiger

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