Was unter unseren Füßen kreucht und fleucht, spielt eine zentrale Rolle für die Landwirtschaft, das Ökosystem und das Klima. Der Boden beherbergt mehr als die Hälfte der weltweiten Biodiversität, dennoch sind viele der Tierchen – die sogenannten dunklen Taxa – noch kaum erforscht. Dazu zählen beispielsweise Milben und Wenigfüßer, die oft deutlich kleiner als ein Millimeter sind. „Unsere Untersuchungsmöglichkeiten dafür waren bislang stark eingeschränkt“, erläutert Sylvia Schäffer vom Institut für Biologie der Universität Graz. Gemeinsam mit Stephan Koblmüller und ihrem Team hat sie ein Procedere entwickelt, mit der Forscher:innen in wenigen Analyseschritten DNA-Proben gewinnen können. Die Körper der empfindlichen Organismen bleiben dabei für weitere Untersuchungen erhalten.
„Unsere Methode ist ein Meilenstein für das Bodenmonitoring, von dem wiederum viele Bereiche profitieren werden“, schildert Schäffer. Die Grazer Biolog:innen konnten mit ihrer neuen Vorgehensweise für viele bisher unbekannte Arten bereits umfassende DNA-Daten gewinnen, die in einer internationalen Referenzdatenbank verfügbar sind. Anhand dieser genetischen Informationen und der äußeren Form der Tiere können diese nun eindeutig identifiziert und auch neue Arten präzise beschrieben werden. Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift Geoderma veröffentlicht.