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Universität Graz Neuigkeiten Applaus für den Sprachwächter

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Dienstag, 29.11.2016

Applaus für den Sprachwächter

Lorbeeren für den Sprachwächter Österreichs: Rudolf Muhr wurde am 28. November 2016 von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer mit dem Josef-Krainer-Heimatpreis ausgezeichnet. Foto: Fischer ©Foto Fischer

Lorbeeren für den Sprachwächter Österreichs: Rudolf Muhr wurde am 28. November 2016 von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer mit dem Josef-Krainer-Heimatpreis ausgezeichnet. Foto: Fischer

Josef Krainer-Heimatpreis für Uni Graz-Forscher Rudolf Muhr

Die Linguistik ist sein Fachgebiet, das Österreichische Deutsch sein „Herzensprojekt“: Der Grazer Germanist und Sprachwissenschafter Prof. i. R. Dr. Rudolf Muhr wurde am 28. November 2016 feierlich von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer im Weißen Saal mit dem Josef Krainer-Heimatpreis ausgezeichnet. Muhr, der als Uni Graz-Forscher internationale Anerkennung genießt und seit mittlerweile 17 Jahren das österreichische „Wort“ und „Unwort“ des Jahres kürt, erhielt die Auszeichnung für seinen Beitrag zur Förderung der österreichischen Identität. Verliehen wird der Preis vom Land Steiermark und dem Verein Josef Krainer-Steirisches Gedenkwerk.


Der gebürtige Burgenländer Rudolf Muhr wurde 1950 geboren. Zunächst besuchte er die HBLA für alpenländische Landwirtschaft in Raumberg, Obersteiermark; 1971 begann er an der Karl-Franzens-Universität Graz Deutsch und Englisch Lehramt zu studieren, trat dann eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik an. Bereits Anfang der 1980er-Jahre gründete er an der Uni Graz die Arbeitsgruppe „Deutsch als Fremdsprache“ und war Initiator der „Sommerkurse Deutsch als Fremdsprache für Stipendiaten aus der Dritten Welt“. Letzteres war auch ausschlaggebend für sein Interesse am Österreichischen Deutsch als plurizentrische Sprache und einer eigenen Forschungsstelle, die er leitete. Der Linguist Muhr tritt dafür ein, das Österreichische Deutsch nicht als einen „Dialekt“ des Norddeutschen anzusehen, sondern als eigene hierzulande aufrechte und gültige Norm zu betrachten. Er führte in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Forschungsprojekte zu plurizentrischen Sprachen im In- und Ausland durch. Er entwickelte eine österreichische Aussprachedatenbank, veröffentlichte mehrere zweisprachige Schulwörterbücher und rief die Internet-Lernplattform „Wörterwelt“ für Kinder aus Zuwanderfamilien ins Leben. Auch die Publikationsreihe „Österreichisches Deutsch – Sprache der Gegenwart“ und die „Gesellschaft für Österreichisches Deutsch“ wurden von ihm gegründet, zudem ist er laufend Organisator großer internationaler Sprachkonferenzen. 2015 veröffentlichte er ein Buch zu den „Herzenswörtern der Österreicher“.

Gegen Ende jeden Kalenderjahres tritt Rudolf Muhr besonders in das Licht der Öffentlichkeit: Seit mittlerweile 17 Jahren kürt er als Vorsitzender einer namhaften Jury das „Wort“, „Unwort“, „Spruch“, „Unspruch“ und mittlerweile auch das „Jugendwort“ des Jahres. Dazu sammelt er auf seiner Webseite www.oewort.at jene Wörter, die während des Jahres besonders im Vordergrund standen und in den Medien präsent waren. Bei der Wahl sind alle ÖsterreicherInnen aufgerufen, mitzumachen. Siegerwörter in der Vergangenheit waren unter anderem „Rettungsgasse“, „fränkschämen“, „situationselastisch“ und „Willkommenskultur“. Die Wahl solle die Leute zum Nachdenken bringen, was in der Gesellschaft passiert, und nebenbei werde das Bewusstsein für die eigene und politische Sprache geschärft, betont der Linguist immer wieder. Heuer wird das Ergebnis der Wahl am 5. Dezember 2016 über die Austrian Presse Agentur der Öffentlichkeit präsentiert.

Erstellt von Konstantinos Tzivanopoulos

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