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Universität Graz Neuigkeiten Älter als Ötzi

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Freitag, 26.06.2015

Älter als Ötzi

Peter Rupitsch, Andreas Kellerer-Pirklbauer, Konrad Mariacher, Josef Rieger und Katharina Aichhorn mit der 6000 Jahre alten Zirbe. Foto: Michael Avian.

Peter Rupitsch, Direktor Nationalpark Hohe Tauern Kärnten, Andreas Kellerer-Pirklbauer, Konrad Mariacher, Ranger Nationalpark Hohe Tauern Kärnten, der Finder des Baumes, Josef Rieger, Grossglockner Bergbahnen und Katharina Aichhorn, Forschung & Wissenschaft Nationalpark Hohe Tauern mit der 6000 Jahre alten Zirbe. Foto: Michael Avian.

Die Zirbe ist 1,7 Tonnen schwer, sieben Meter lang und rund 6000 Jahre alt - älter als die Gletschermumie Ötzi. Foto: Andreas Kellerer-Pirklbauer.

Die Zirbe ist 1,7 Tonnen schwer, sieben Meter lang und rund 6000 Jahre alt - älter als die Gletschermumie Ötzi. Foto: Andreas Kellerer-Pirklbauer.

Der Baum wurde mit einem Helikopter geborgen. Foto: Andreas Kellerer-Pirklbauer.

Der Baum wurde mit einem Helikopter geborgen. Foto: Andreas Kellerer-Pirklbauer.

Wissenschafter bergen 6000 Jahre alte Zirbe aus dem Gletschervorfeld der Pasterze

Sie ist 1,7 Tonnen schwer, sieben Meter lang und rund 6000 Jahre alt: Die Zirbe, die Wissenschafter der Uni Graz am Mittwoch, 24. Juni 2015, aus einem Vorfeld der Pasterze geborgen haben, ist älter als die Gletschermumie Ötzi. „Ein solch großer und gut erhaltender Fund aus dem Gletschervorfeld der Pasterze in Kärnten ist bisher einzigartig“, weiß Dr. Andreas Kellerer-Pirklbauer vom Institut für Geographie und Raumforschung der Uni Graz. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Michael Avian war der Forscher bei der Bergung dabei.

Der konservierte Baumstamm war in zwei Teile gebrochen und wurde – unter maßgeblicher Beteiligung des Nationalpark Hohe Tauern, des Österreichischer Alpenvereins und der Großglockner Bergbahnen – mit Hilfe eines Helikopters aus dem Boden gezogen. Seinen erstaunlich guten Zustand erklärt Kellerer-Pirklbauer so: „Zunächst überlagerten feines, organisches Material sowie Sand und Kies den womöglich durch eine Lawine umgestürzten Baum. Das Eis begrub erst danach die mächtige Zirbe.“ Untersuchungen von KollegInnen in Innsbruck zeigen, dass der Baum zumindest 140 Jahre alt war, als er umstürzte, weiß der Forscher: „Er ist ein eindrucksvolles Zeugnis für den stolzen Baumbestand, den es auf einer Höhe von rund 2060 Metern über dem Meeresspiegel 4000 Jahre vor Christus gab.“ Daraus lässt sich aber keinesfalls schlussfolgern, dass es in diesem Gebiet früher wärmer war als heute, erklärt der Wissenschafter: "Wir können daraus lediglich schließen, dass die Pasterze nicht im klimatischen Gleichgewicht ist und deshalb der große Gletscher den klimatischen Bedingungen 'hinterherhinkt'."

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts weichen die Alpengletscher mehr oder weniger stetig zurück. Dabei gibt das „ewige Eis“ bei großen alpinen Talgletscher immer wieder prähistorische Torf- und Holzstücke frei, die Einblicke in Zeiten erlauben, in denen die Gletscher sich noch weiter zurückgezogen hatten als heute. Erstmals wurden derartige Funde 1990 gemacht. Nach einer mehrjährigen Pause begann eine neue Phase interessanter Entdeckungen im Jahr 2006. „Seit damals wurden nahezu jedes Jahr von der rasch schmelzenden Pasterze größere Holzstücke von Längen bis über einen Meter und Torfstücke mit über zehn Zentimetern Durchmesser freigelegt“, so Kellerer-Pirklbauer. Diese lieferten nach erfolgten Untersuchungen aufschlussreiche Hinweise über die Landschafts- und Gletschergeschichte im Bereich der Pasterze in den vergangenen 10.000 Jahren.

Erstellt von Gerhild Kastrun

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