Vortragsreihe „Kindheit, Gewalt & Krieg“
wird noch bekannt gegeben
Dritter Termin der Vortragsreihe: Kindheit, Gewalt & Krieg. Kinder als Akteur:innen von Krieg und Frieden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Zum Vortrag:
In Kontrast zu zwei Weltkriegen erscheint die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Europa als eine Ära des Friedens. Wirklich fern war der Krieg jedoch nie. Nicht nur prägten die unmittelbaren Kriegsfolgen Kindheit nach 1945, bipolare Weltordnung und „Kalter Krieg“ lieferten das Hintergrundrauschen zum Aufwachsen mehrerer Generationen. Das Szenario eines erneuten – mutmaßlich nuklear geführten – Krieges fand Einzug in kindliche Alltags- und Lebenswelten und beeinflusste gesellschaftliche Debatten über Kindheit und Zukunft. Der Vortrag skizziert, wie Atomkrieg und nukleare Bedrohung in Kinder- und Jugendmedien imaginiert und zensiert wurden, wie Kindheit als politische Ressource fungierte und dabei Kindern – etwa im Kontext der Friedensbewegung – selbst Akteursstatus zukam.
Joachim Brenner
Historisches Seminar, Universität Heidelberg
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Die Vortragsreihe widmet sich in diesem Semester aktuellen Forschungen zu Kindern als Akteur:innen von Krieg und Frieden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen die Handlungsräume, die sich junge Menschen abhängig von geopolitischen, sozialen, kulturellen und situativen Kontexten erschließen konnten. Einige dokumentierten ihre Erfahrungen und ermöglichten so einen unmittelbaren Einblick in die Realität von Krieg und Gewalt. Ziel der Vortragsreihe ist es, aufzuzeigen, dass der Blick auf Kinder neue und erkenntnisreiche Perspektiven auf zentrale historische und gesellschaftspolitische Fragestellungen eröffnet.
Die Vortragsreihe „Kindheit, Gewalt und Krieg“ wird seit Oktober 2025 von Wiebke Hiemesch (Universität Hildesheim und ZeitZentrum Zivilcourage) und Lukas Schretter (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung) organisiert. Sie findet online statt und richtet sich an Forschende, Studierende sowie eine interessierte Öffentlichkeit. Die Idee entstand in der Arbeitsgruppe „Kindheit, Gewalt und Krieg“ im Rahmen des Arbeitskreises „Kindheitsgeschichte“, organisiert von Lena Jur, Friederike Kind-Kovács, Julia Reus, Susanne Quitmann und Martina Winkler, im November 2024.
Weitere Termine:
- Freitag, 29. Januar 2027: Vortrag „Kriegskinder in der internationalen Entwicklungspolitik“ (Jonas Klein)
- Freitag, 12. Februar 2027: Vortrag „Museum of Survivors: Gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen junger Menschen von Krieg und Flucht sichtbar machen“ (Irena Klissenbauer / Daniele Karasz)