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Universität Graz Neuigkeiten Zeit und Ziele

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Donnerstag, 16.12.2021

Zeit und Ziele

Katja Kalkschmied hat den aktuellen Durchgang des Karriereprogramms für Wissenschafterinnen absolviert - und erzählt, was es ihr gebracht hat. Foto: CC0 by Ringfoto Baptist.

Katja Kalkschmied hat den aktuellen Durchgang des Karriereprogramms für Wissenschafterinnen absolviert - und erzählt, was es ihr gebracht hat. Foto: CC0 by Ringfoto Baptist.

Katja Kalkschmied, Ökonomin und Absolventin, über die wichtigsten Vorteile des Karriereprogramms für Wissenschafterinnen

Frauen auf ihre wissenschaftliche Karriere vorbereiten, sie dabei bestmöglich zu unterstützen sowie eine Plattform zur Vernetzung zu schaffen: Das sind die Ziele des Karriereprogramms für Wissenschafterinnen, das die vier Grazer Universitäten gemeinsam anbieten. Gerade ist der 19. Durchgang zu Ende gegangen. Katja Kalkschmied, Entwicklungsökonomin und eine von aktuell 16 Absolventinnen, erzählt, was das Weiterbildungsangebot ihr gebracht hat und was sie sich für ihre nächste berufliche Station an der Universität Bochum mitnimmt. 

Das Karriereprogramm dauert ein Jahr, richtet sich an Dissertantinnen, weibliche PostDocs sowie Wissenschafterinnen in beruflichen Auszeiten. Sie haben vor einem Jahr promoviert und dann mit dem Programm begonnen. Was hat Ihnen am besten daran gefallen?

Katja Kalkschmied: Für mich war es wichtig, nach dem Ende der anstrengenden Dissertationsphase Raum zu haben, um mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Wo will ich mich hin entwickeln? Welche Barrieren gilt es zu überwinden? Kann ich sie lösen und wie löse ich sie auf? Fragen wie diese hatten viele Teilnehmerinnen, und es war schön, diese in der Gruppe bzw. mit den Trainerinnen zu diskutieren. Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar. 

Wem würden Sie das Karriereprogramm empfehlen?

Katja Kalkschmied: Das Angebot ist sicher hilfreich für alle Wissenschafterinnen, die sich in einer bestimmten Karrierephase Unterstützung und Solidarität wünschen. Da ist es aus meiner Sicht nicht so wichtig, ob frau mitten in der Dissertation steckt, PostDoc ist oder an der Habilitation arbeitet. 

Sie werden Anfang Februar als PostDoc an der Uni Bochum beginnen. Was nehmen Sie sich vom Karriereprogramm mit?

Katja Kalkschmied: Wir haben sehr hilfreiche Strategien zur Karriere- und Zeitplanung vermittelt bekommen. Die zentrale Frage für uns alle ist die: Wie kann ich die Arbeit gut in mein Leben integrieren – und nicht umgekehrt? Eine wissenschaftliche Laufbahn fordert viel ein, ist oft mit Stress, Druck, Rückschlägen und Abstrichen verbunden, vor allem für Frauen. Da ist es wichtig, früh zu verstehen, welche strukturellen und individuellen Herausforderungen entlang der wissenschaftlichen Laufbahn liegen und ob und wie frau damit umgehen kann bzw. will. Auf individueller Ebene braucht das eine sehr gute Zeitplanung. Dazu gehört, die richtigen Ziele, also kurz-, mittel- und langfristige, zu setzen. Und zu überlegen, warum sie erreicht wurden - oder auch nicht. Es braucht auch regelmäßige Pausen und Erholung. Ich versuche, mit diesen Überlegungen an die Arbeit in Bochum heranzugehen. 
 
Gemeinsam mit Katja Kalkschmied haben 15 jungen Wissenschafterinnen den aktuellen Durchgang des Karriereprogramms erfolgreich durchlaufen: 

•    Beatrice Brugger
•    Nayarí Castillo-Rutz
•    Nicole Golob-Schwarzl
•    Sonja Hartl
•    Waltraud Indrist
•    Katja Kalkschmied
•    Isabella Managó
•    Karoline Marko
•    Lisa Obermayer
•    Birgit Pernthaler
•    Sarah Posch
•    Anna-Laurence Schachner-Nedherer
•    Cinzia Soresina
•    Vanessa Steinkogler
•    Emina Talakic
•    Christiane Wermke
•    Antonija Wieser

 

Hohe Zufriedenheit unter den Absolventinnen
Von den bislang 304 Absolventinnen des Karriereprogramms arbeiten heute einige selbst als Trainerinnen oder Mentorinnen. Im Zentrum stehen die Entwicklung von beruflichen Prioritäten, strategische Herangehensweisen in der Karriereplanung, Skills für den beruflichen Alltag in der Wissenschaft sowie Einblicke in die (informellen) Strukturen von Universitäten und natürlich Vernetzung.  Die Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung verweist in ihrer aktuellsten Erhebung auf eine hohe Zustimmungsrate unter den Absolventinnen: 97,6 % würden das Programm weiterempfehlen, 90 % würden es wieder absolvieren und 76 % stimmen zu, dass die Absolvierung eine nachhaltige Wirkung auf ihre Karriere hatte. Auch nehmen die Absolventinnen die rein weibliche Besetzung des Programms als wichtig und positiv wahr.

Auszeichnung für Wissenschaftszweige
Bei der Abschlussveranstaltung diese Woche standen aber nicht nur die 16 jungen Forscherinnen im Mittelpunkt, sondern auch jene Wissenschaftszweige, die gemäß des Anreizsystems für Frauenförderung der Universität Graz ausgezeichnet wurden. Sie alle haben sich hinsichtlich hervorragender Nachwuchsförderung sowie sehr guter Einstiegs- und Aufstiegschancen im Sinne von Gleichstellung hervorgetan. Renate Dworczak, Sonderbeauftragte der Universitätsleitung für Gleichstellung hinsichtlich Gender und Diversität, vergab die Auszeichnungen an die VertreterInnen der folgenden Wissenschaftszweige:

•    Sport- und Bewegungswissenschaften, vertreten durch Mireille van Poppel
•    Bildungs- und Erziehungswissenschaft, vertreten durch Annette Sprung
•    Bildungsforschung und PädagogInnenbildung, vertreten durch Agnieszka Czejkowska
•    Physik, vertreten durch Ulrich Foelsche
•    Philosophie, vertreten durch Sonja Rinofner und Ursula Renz
•    Geschichte, vertreten durch Christian Heuer


Diskussion zu „Gute Praxis in der Nachwuchsförderung“
Die Abschlussveranstaltung des Karriereprogramms eröffnete Joachim Reidl, Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung. Danach diskutierte ein Panel unter der Moderation von Andrea Widmann (Beratungsnetzwerk für Bildung und Wissenschaft) zum Thema „Gute Praxis in der Nachwuchsförderung“. Diese umfasst die Begleitung und strategische Beratung von jungen WissenschafterInnen in ihrer beruflichen Entwicklung innerhalb des universitären Umfelds, aber auch darüber hinaus. Wie man ForscherInnen in der Ausbildung ihrer wissenschaftlichen Identität unterstützen und ihre Sichtbarkeit stärken kann, während es gleichzeitig nicht genug attraktive Stellen im Wissenschaftsbetrieb gibt, darüber diskutierten:

•    Johanna Stadlbauer, Leiterin des Postdoc-Büros 
•    Florian Bieber, Leiter des Zentrums für Südosteuropastudien
•    Federica Caforio, Postdoc am Institut für Mathematik
 

>> Weitere Informationen

16 junge Wissenschafterinnen haben das einjährige Karriereprogramm Anfang dieser Woche abgeschlossen. Foto: CC0.
16 junge Wissenschafterinnen haben das einjährige Karriereprogramm Anfang dieser Woche abgeschlossen. Foto: CC0.
Erstellt von Gerhild Leljak

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