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Universität Graz Neuigkeiten Von der Neutralität zur NATO: Wie Finnland seine Weichen stellte

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Dienstag, 09.12.2025

Von der Neutralität zur NATO: Wie Finnland seine Weichen stellte

REWI im Gespräch (v. l.): Johannes Steiner vom Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft, Völkerrecht-Professorin Erika de Wet, Botschafterin Nina Vaskunlahti, Rektor Peter Riedler, Europarecht-Experte Paul Gragl und REWI-Studiendekan Klaus Poier. Foto: Uni Graz/Schweiger ©Uni Graz/Schweiger

REWI im Gespräch (v. l.): Johannes Steiner vom Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft, Völkerrecht-Professorin Erika de Wet, Botschafterin Nina Vaskunlahti, Rektor Peter Riedler, Europarecht-Experte Paul Gragl und REWI-Studiendekan Klaus Poier. Foto: Uni Graz/Schweiger

Finnland hat mit mehr als 1300 Kilometern die längste europäische Grenze mit Russland. Spätestens seit der Invasion in die Ukraine hat sich der Nachbar zu einer Bedrohung entwickelt, und der einst neutrale skandinavische Staat wurde 2023 NATO-Mitglied. Wie sich dieser Weg gestaltete, schilderte die finnische Botschafterin in Österreich, Nina Vaskunlahti, am 4. Dezember 2025 an der Uni Graz.

„Ich gebe meine Perspektive als Praktikerin wieder“, berichtete die erfahrene Diplomatin. Nina Vaskunlahti, heute Botschafterin Finnlands in Österreich und Ständige Vertreterin Finnlands bei den internationalen Organisationen in Wien, gab im Rahmen von „REWI im Gespräch“ profunde Einblicke in den weltpolitischen Wandel. Jahrzehntelang war Finnland ein neutraler Staat, nach dem Zweiten Weltkrieg bestand sogar eine enge Partnerschaft mit der Sowjetunion. Mit deren Zerfall rückte das skandinavische Land enger an Europa. Seit 1995 ist Finnland Teil der EU, seit 2023 NATO-Mitglied. „Davor gab es aber bereits Kooperationen und ein dichtes Netzwerk“, hob die Botschafterin den Unterschied zu Österreich hervor. 
Innerhalb von 14 Monaten konnte der Prozess der Mitgliedschaft im westlichen Militärbündnis abgewickelt werden. Wohl auch angesichts des Bedrohungsszenarios, das sich mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 massiv erhöht hatte. „Es ist wichtig, der Realität ins Auge zu blicken und nicht die Welt zu sehen, wie man sie gerne hätte“, befürwortete Nina Vaskunlahti die Entscheidung.

Den Ausführungen folgten zahlreiche Studierende und Rechtswissenschaftler:innen, darunter Erika de Wet, Leiterin des Instituts für Völkerrecht und Internationale Beziehungen. Sie führte zu Beginn der Veranstaltung in das Thema ein. Rektor Peter Riedler begrüßte die Gäste sowie die Gelegenheit des Austausches – terminlich passend zum Nationalfeiertag Finnlands am 6. Dezember. 

Erstellt von Andreas Schweiger

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