Äpfel in Augenhöhe statt Zuckersteuer, Gesundheitsampel auf Lebensmitteln statt ellenlanger Zutatenlisten: das sogenannte Nudging, also sanfte Anstubser, beeinflussen das Konsumverhalten nachweislich effizienter als Verbote oder umfangreiche Informationen. Die Menschen lassen sich in ihren Entscheidungen nämlich nicht ausschließlich von Wissen und Vernunft leiten. „Davon geht die Gesetzgebung aber meistens aus und reguliert folglich zumindest teilweise an den Bedürfnissen der KonsumentInnen vorbei“, erklärt Brigitta Lurger, die sich in einem interdisziplinären Forschungsprojekt mit Verhaltensökonomik und Verbraucherschutz beschäftigt. Zahlreiche Unternehmen setzen Nudging schon gezielt ein, die öffentliche Hand ist interessiert, aber noch zurückhaltend. Eine internationale Konferenz an der Uni Graz beschäftigt sich am 1. und 2. März 2018 ebenfalls mit dem Thema und den Auswirkungen solcher Anreize etwa auf den Finanzmarkt oder aufs Energierecht.
Montag, 26.02.2018