Die Karl-Franzens-Universität Graz verfügt über ein hohes Maß an Expertise zur Ausbildung pädagogischer Berufe. Der Ausbau dieser Kompetenzen und eine qualitativ hochwertige PädagogInnenbildung bilden einen Schwerpunkt der Uni Graz in den kommenden Jahren.
Doktoratsstudium für LehramtsabsolventInnen
Ein wichtiger Bestandteil der Initiative: der Ausbau der Doktoratsausbildung. Die LehrerInnenbildung soll nämlich auch nach dem Studium im Bereich der Fachdidaktik weitergehen, um sich hochkarätig fortzubilden und die wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. „Wir wollen für LehrerInnen Anreize schaffen, sich wissenschaftlich zu betätigen und forschungsbasiert weiterzubilden. Gleichzeitig soll damit die PädagogInnenbildung optimiert werden“, begründet Ao.Univ.-Prof. Dr. Martin Polaschek, Vizerektor für Studium und Lehre.
Darüber hinaus zieht sich die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses als roter Faden durch das Zukunftskonzept der Uni Graz für 2013–2018. Rektorin Univ.-Prof. Dr. Christa Neuper: „Die Verbesserung der Doktoratsausbildung, etwa durch die Einrichtung weiterer Kollegs und Professuren vor allem im Bereich der Forschungsschwerpunkte, wird die Universität Graz international sichtbarer und für NachwuchswissenschafterInnen attraktiver machen.“
Ein neues Doktoratsstudium Fachdidaktik soll LehramtsabsolventInnen motivieren, sich auf Basis ihrer Praxiserfahrung sowohl wissenschaftlich mit Lernprozessen auseinanderzusetzen als auch sich weiterzubilden. Der Start des Studiums ist im Herbst 2013 geplant. Das Angebot wird in Verbindung mit der kürzlich gegründeten überfakultären Doktoratsschule Fachdidaktik entwickelt. Diese führt DissertantInnen aller Disziplinen, die zu diesem Thema arbeiten, zusammen.
Zwei zusätzlich geplante Doktoratsprogramme – „Lehr- und Lernforschung“ sowie „Empirische Bildungsforschung“ – schaffen Angebote zu ganz konkreten Themen im Bereich der PädagogInnenbildung. „Mit einem weiterführenden Habilitationsforum wollen wir die Fachdidaktik stärker als spezifischen Forschungsbereich etablieren“, betont Polaschek.
Habilitationsforum für wissenschaftlichen Nachwuchs
Die gesellschaftlichen Herausforderungen für die LehrerInnenausbildung mit wissenschaftlichem Hintergrund werden immer größer, habilitierte FachdidaktikerInnen hingegen sind rar gesät. Die Karl-Franzens-Universität will diese Lücke schließen und mit einem Forum Anreize zur Habilitation schaffen. Die Uni Graz soll mit dieser Plattform zum Zentrum fachdidaktischer NachwuchsforscherInnen im deutschsprachigen Raum werden.
Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen
Die Kooperation mit den beiden steirischen Pädagogischen Hochschulen (PH Steiermark und Kirchliche PH Graz) im Bereich der gemeinsamen Lehramtsausbildung wird weiter vertieft, dabei handelt es sich um ein österreichweites Vorzeigeprojekt. Die Initiative gemeinsamer Hörsaal wird neben Physik, Biologie, Geografie und Wirtschaftskunde, Geschichte sowie Religion auf weitere Unterrichtsfächer ausgedehnt.
Auch das junge Projekt Science Room von Uni Graz und PH Steiermark – das ist ein interaktiver, multimedialer Lehr- und Experimentierraum für Studierende der naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer – soll auf zusätzliche Fächer erweitert werden.
Elementarpädagogik
Die Elementarpädagogik bildet im Bereich der Forschung eine wichtige Säule. Mit Univ.-Prof. Dr. Cornelia Wustmann und Univ.-Prof. Dr. Agnieszka Czejkowska verfügt die Uni Graz über international anerkannte Expertinnen, die das Thema PädagogInnenbildung ganzheitlich zu betrachten.
Fakten zum Lehramtsstudium an der Uni Graz
- 19 kombinationspflichtige Lehramtsstudien sowie die Diplomstudien Katholische Religionspädagogik und Wirtschaftspädagogik
- insgesamt mehr als 3.600 Lehramtsstudierende (Frauenanteil: 60 Prozent) im Wintersemester 2011/12, das sind 12 Prozent aller Studierenden an der Uni Graz
- 272 AbsolventInnen im Studienjahr 2010/2011, davon 71 Prozent Frauen
„Wir wollen für LehrerInnen Anreize schaffen, sich wissenschaftlich zu betätigen und forschungsbasiert weiterzubilden." Vizerektor Martin Polaschek.