Aktuelle Studien gehen davon aus, dass rund 700.000 Menschen in Österreich einen Bedarf und auch die Bereitschaft für eine psychotherapeutische Behandlung haben. Doch nur knapp 200.000 Menschen konnten im Jahr 2022 mit voll- oder teilfinanzierten Plätzen versorgt werden. Ein Grund: In Österreich gibt es rund 10.000 aktive Psychotherapeut:innen, von denen rund ein Drittel bereits über 65 Jahre alt ist. Aktuelle Studien zeigen daher, dass die psychotherapeutische Versorgung in Österreich nicht bedarfsgerecht ist.
Abhilfe schaffen soll die Modernisierung der Qualifikation. Bisher wurde diese ausschließlich von privaten Vereinen organisiert. Ab 2026 übernehmen nun die Universitäten einen Teil der Ausbildung. In Graz wird das Masterstudium Psychotherapie in Kooperation zwischen der Universität Graz und der Medizinischen Universität Graz angeboten – mit wissenschaftlicher Tiefe und Praxisnähe.
Die Registrierung für das Aufnahmeverfahren für die Premiere des Masterstudiums Psychotherapie startet am 2. März und ist bis 7. April möglich. Im Rahmen der Anmeldung müssen die Kandidatinnen und Kandidaten ein Online Self Assesment absolvieren und den Kostenbeitrag von 110 Euro einzahlen. Der Aufnahmetest wird am 6. Juli 2026 in Graz stattfinden.
Voraussetzungen
Psychotherapie ist interdisziplinär und genau das spiegelt sich in den Zugangsvoraussetzungen wider. Zugelassen für das Masterstudium sind daher Personen, die einschlägige Bachelorstudien oder einschlägige Ausbildungen auf Bachelor-Niveau absolviert haben. Die allgemeine Universitätsreife (Matura) ist ebenfalls eine Voraussetzung für die Zulassung.
Die Details zu den verschiedenen Vorbildungen finden Sie hier: Voraussetzungen
Hotspot für Psychotherapie
Mit der Einführung des Masterstudiums wird Graz zu einem Hotspot für Psychotherapie. Denn von den österreichweit 500 Plätzen für das Masterstudium Psychotherapie werden mehr als ein Viertel (konkret: 140) in der steirischen Hauptstadt angeboten. Die beiden Universitäten konzentrieren sich bei der Ausbildung auf ihre jeweiligen Stärken.
An der Medizinischen Universität Graz tauschen Studierende in die medizinischen Grundlagen ein und bekommen im klinischen Setting Einblick in die praktische Arbeit. Auch die Spezialisierung auf Psychoanalyse und psychodynamische Ansätze erfolgt hier. An der Universität Graz lernen die angehenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten die psychologischen Aspekte des Berufs kennen und können sich auf humanistische, systemische oder verhaltenstherapeutische Ansätze spezialisieren. Am neu gegründeten Zentrum für Psychotherapie können sie praktische Erfahrung bei der psychotherapeutischen Behandlung sammeln.
„Die erstmalige akademische Verankerung des Psychotherapie-Studiums in Österreich ist ein wichtiger Schritt für Qualität und Versorgung. Durch die enge Kooperation von Universität Graz und Med Uni Graz und die Anbindung an die Lehrkrankenhäuser der Med Uni Graz können wir langjährige Expertise einbringen und sicherstellen, dass Theorie und Praxis von Beginn an eng verzahnt sind“, so Erwin Petek, Vizerektor für Studium und Lehre an der Med Uni Graz.
Cathrine Walter-Laager, Vizerektorin für Studium und Lehre an der Universität Graz ergänzt: „Mit dem gemeinsamen Masterstudium Psychotherapie von Universität Graz und Medizinischer Universität Graz machen wir Graz zur Hochburg der Psychotherapie-Ausbildung in Österreich. Durch die Bündelung der Kernkompetenzen der Universität Graz einerseits und der Medizinischen Universität andererseits erhalten die Studierenden eine Ausbildung auf Top-Niveau und tragen einen wesentlichen Beitrag zur psychosozialen Versorgung in Österreich bei.“
Nach dem Masterstudium folgt ein dritter Ausbildungsabschnitt in clusterspezifischen Verfahren bei spezialisierten Ausbildungseinrichtungen.
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