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Universität Graz Neuigkeiten Konzert-Flügel

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Donnerstag, 06.05.2021

Konzert-Flügel

 Laubheuschrecken „singen“ oft im für Menschen nicht hörbaren Ultraschallbereich wie die Fledermäuse. Foto: Nature-Pix - Pixabay

Laubheuschrecken „singen“ oft im für Menschen nicht hörbaren Ultraschallbereich wie die Fledermäuse. Foto: Nature-Pix - Pixabay

Tierischer Song-Contest: Uni-Graz-ForscherInnen wissen, warum Grillen und Heuschrecken unterschiedlich singen

Die Wiese wird zur Gesangsbühne, wenn Grillen zirpen. Doch auch die Laubheuschrecken, die häufigsten Vertreterinnen der Heuschrecken in Österreich, „singen“ – fürs menschliche Gehör aufgrund der hohen Frequenzen aber oft kaum wahrnehmbar. Warum die miteinander eng verwandten Insekten in unterschiedlichen Tonlagen „musizieren“, hat ein ZoologInnen-Team mit Beteiligung der Universität Graz nun geklärt: Um sich im „Liebeswerben“ abzuheben, werden im tierischen Konzert die Grillen zu Tenören, Laubheuschrecken zu Sopranisten.

SängerInnen und MusikerInnen fliegen oft die Herzen zu. In der Tierwelt ist es nicht viel anders. Auch die Männchen der Grillen und Laubheuschrecken machen „Musik“, um Weibchen zu beeindrucken. Nicht mit der Stimme, sondern mit den Flügeln. Obwohl die beiden zur selben Insektenordnung gehören, bewerkstelligen sie das akustische Werben auf ganz unterschiedliche Weise, in unterschiedlicher Tonlage, wie ForscherInnen an der Universitäten Graz (A), Lincoln und Bristol (beide Großbritannien) bestätigen.

„Grillen benutzen zwei symmetrische Flügel als Lautsprecher, um ihre Gesänge zu erzeugen.  Die Laubheuschrecken hingegen haben im Zuge der Evolution ungleiche Flügel entwickelt, wovon nur einer als Lautsprecher dient“, schildert Thorin Jonsson, Wissenschafter am Institut für Biologie der Universität Graz. „Sie konnten damit im Konzertreigen der musizierenden Insekten die freie Nische der höheren Tonlagen besetzen, um Partnerinnen anzulocken. Sie singen sogar oft im für Menschen nicht hörbaren Ultraschallbereich wie die Fledermäuse“, beschreibt Jonsson.

Die meisten Grillenarten hingegen beschränken sich auf relativ tiefe Gesänge, so Jonsson, Inhaber einer Marie Skłodowska-Curie Fellowship der Europäischen Union. Dieses Zirpen entsteht durch das Aneinanderreiben der beiden symmetrischen Flügel, die sie allerdings leicht asynchron bewegen. „Die kurze zeitliche Verschiebung der Vibrationen zwischen linkem und rechtem Flügel“, erklärt der Zoologe, „würde bei höheren Frequenzen grundsätzlich die Lautstärke reduzieren. Diese verändert sich aber kaum, da die Frequenz des Gesangs relativ niedrig ist.“ Die Laubheuschrecke umgeht dieses Problem mit ihrem ungleichen Flügelbau, der höhere Frequenzen ermöglicht und akustische Überlagerung von Gesängen verhindert. Damit werden, wie das internationale Forschungsteam im Fachjournal „Frontiers in Ecology and Evolution” festgestellt hat, die Grillen zu Tenören und die Laubheuschrecken zu Sopranisten.

>> Zur Publikation
 

 

 

Links: „Singende“ Grille, rechts: Heuschreckenflügel
Links: „singende“ Grille, rechts: Heuschreckenflügel
Erstellt von Andreas Schweiger

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