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Universität Graz Neuigkeiten Im Dialog

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Dienstag, 22.08.2017

Im Dialog

Inwieweit tragen Religionen zu Konflikten oder zu Frieden bei? Eine Tagung in Seggauberg ging dieser Frage nach. Fotos: KK.

Inwieweit tragen Religionen zu Konflikten oder zu Frieden bei? Eine Tagung in Seggauberg ging dieser Frage nach. Fotos: KK.

An die 70 WissenschafterInnen referierten auf der Tagung.

An die 70 WissenschafterInnen referierten auf der Tagung.

Tagung untersuchte Religionen auf ihr Potenzial zur Friedens- oder Konfliktstiftung

Im steirischen Seggauberg fand kürzlich eine wissenschaftliche Tagung stand, die die drei großen Buchreligionen Christentum, Judentum und Islam auf ihr Potenzial zu Konflikt- und/oder Friedensstiftung untersuchte. Sie setzte die vor zehn Jahren eingestellte „Österreichische christlich-jüdische Bibelwoche“ fort, die damals als Initiative zur Aufarbeitung der christlichen Schuldgeschichte gegenüber jüdischen Menschen und Einrichtungen in postnationalsozialistischen Ländern und zur Information über das Judentum konzipierte wurde. „In Anbetracht der derzeit in Mitteleuropa wieder steigenden Zahl antisemitischer Aktionen und Straftaten und dem auch in christlichen Gemeinden wieder aufflammenden Antijudaismus, will die Initiative dazu beitragen, expliziten, aber auch latenten Antisemitismus als solchen zu erkennen, zu benennen und zu vermeiden helfen“, erklärt Initiatorin Univ.-Prof. Dr. Irmtraud Fischer. Im Rahmen der Tagung wurde ernsthaft diskutiert, was und wie die drei Religionen zum Frieden und was sie zum Konflikt beitragen und welche Rolle ihre heiligen Schriften dabei spielen.

Alle drei Buchreligionen sind im Vorderen Orient entstanden und berufen sich auf Heilige Schriften, die vor teils weit mehr als tausend Jahren entstanden sind. „Menschen, die im Vorderen Orient außerhalb Israels aufgewachsen sind, haben Antizionismus, Judenfeindschaft und Antijudaismus als Staatsideologie erlebt und häufig auch verinnerlicht“, schildert Fischer. Vielen Flüchtlingen und MigrantInnen in Europa müsse daher bewusstgemacht werden, dass diese Ideologie in postnationalsozialistischen Ländern ein „no-go“ darstelle, so die Wissenschafterin.

An dieser Pilottagung des christlichen Gesprächs mit dem Judentum unter Einbeziehung des Islam referierten an die zwanzig ForscherInnen, aber auch VertreterInnen der Religionen. Sie war für breite Öffentlichkeit offen, wird als Fortbildung für ReligionslehrerInnen und auch als Sommeruniversität für Studierende angerechnet. Da sie aus der Sicht der etwa 70 Teilnehmenden ein voller Erfolg war, soll sie alle zwei Jahre etabliert werden. Die nächste Tagung wird die Rolle des Geschlechts in den drei Religionen auf dem Hintergrund von Gesellschaften westlichen Zuschnitts thematisieren.


Programm unter: https://altes-testament.uni-graz.at/de/veranstaltungen/bibeldialoge

Erstellt von Irmtraud Fischer & Gerhild Leljak

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