Alternsforschung wird oft auf den medizinischen und naturwissenschaftlichen Aspekt reduziert. Wesentlich sind aber auch die Perspektiven und Erkenntnisse aus den Geistes- und Kulturwissenschaften zu diesem Zukunftsthema. Wie gehen wir mit einer immer älter werdenden Gesellschaft um? Was bedeutet es, in Würde zu altern? Das Center for Interdisciplinary Research on Aging and Care (CIRAC) an der Universität Graz ist fest im internationalen Forschungsverbund verankert.Dessen Leiterin, Ulla Kriebernegg, war zuletzt in Washington, um im Kapitol für den Wissenschaftszweig zu werben.
Als Vorstandsmitglied der Gerontological Society of America (GSA) traf sie am 11. März 2026 beim „Capitol Hill Day“ Senator:innen sowie Kongressabgeordnete, um die Bedeutung einer starken bundesweiten Förderung der Alternsforschung zu unterstreichen.
Grazer Forscherin auf internationaler Bühne
Kriebernegg wurde als einziges internationales Mitglied in das Board of Directors der GSA gewählt. Die Fachgesellschaft gilt mit rund 5.500 Mitgliedern als größte und renommierteste Organisation weltweit im Bereich der Alternsforschung. „Der Capitol Hill Day zeigt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in politische Prozesse einzubringen“, sagt Ulla Kriebernegg. „Alternsforschung ist keine regionale Frage – sie betrifft Gesellschaften weltweit.“
In ihrer Funktion vertrat sie die Gesellschaft beim jährlichen Lobbying-Event, bei dem Wissenschaftler:innen direkt mit politischen Entscheidungsträger:innen des US-Kongresses in Austausch treten. Ziel ist es, die Relevanz von Forschung zu gesundem Altern sichtbar zu machen und auf die Notwendigkeit entsprechender Finanzierung hinzuweisen.
Dass mit Ulla Kriebernegg eine österreichische Forscherin in dieser exponierten Rolle die internationale Wissenschaftsgemeinschaft im Zentrum der US-amerikanischen Politik repräsentiert, unterstreicht auch die internationale Sichtbarkeit der Alternsforschung an der Universität Graz.
Das CIRAC der Universität Graz zählt zu den führenden europäischen Zentren für interdisziplinäre Alternsforschung. Es bündelt geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Altern in einer alternden Gesellschaft.