Wolfgang SCHÜHLY (Graz): Pharmakognosie der Magnoliaceae
Die Magnoliaceae, eine disjunkt in Asien und Amerika vorkommende, alte Angiospermengruppe, zeichnet sich durch das Vorkommen diverser Sekundärstoff-klassen aus. Zu diesen gehören Ätherische Öle, Benzoisochinolinalkaloide, Sesquiter¬penlaktone und insbesondere die zu den Phenylpropanen gehörenden Lignane, die in der Magnoliaceae in großer Mannigfaltigkeit auftreten. Einige Vertreter werden in der Naturheilkunde Asiens genutzt, obwohl sich größtenteils die Indikationen für die Verwendung von Magnolien in der Alten als auch in der Neuen Welt decken.
Im Vortrag werden die Biologie, geographische Disjunktion und Besonderheiten der Ökologie der Magnoliaceae und einiger ihrer markanten Vertreter vorgestellt. Studien auf dem Gebiet umfassen die Detoxifizierung des Sesquiterpenlaktons Parthenolid durch Papilio glaucus Raupen, sowie die Auffindung neuer chemischer Strukturen aus diversen Arten. Im Zuge der Untersuchung der Lignanstoffmuster zahlreicher Magnolien zusammen mit eingehenden biologischen und pharmakologischen Tests wurden für gewisse Vertreter der Biphenyllignane vielfältige biologische Wirkungen aufgedeckt. Der Vortrag soll einen Einblick geben in die Wirkstoffsuche aus Pflanzen und die Faszination der pharmakologischen Targetfindung.