Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen. Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus – und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer „stabilen Alleinruhelage“.
Eva Menasse, geboren in Wien, lebt seit über 25 Jahren in Berlin. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. Heinrich-Böll-Preis, Österreichischer Buchpreis, Bruno-Kreisky-Preis. Zuletzt (bei Kiepenheuer & Witsch): "Dunkelblum" (2021), "Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne. Essay" (2023), "Alleinruhelage" (2026).