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Termin: 10.06.2026, 16:30-18:00 Uhr: “Gebautes Theater. Themen-Architektur und deren Erhaltung am Beispiel der Grazer Oper”, Ao.Univ.-Prof. Dr.phil. Margit Stadlober, Universität Graz
Am 19. April 1898 wurde unter der Leitung des Grazer Architekten Ludwig Muhry des Stadtbauamtes mit dem Bau des Grazer Stadttheaters (ursprünglich Spielstätte) für Sprech- und Musiktheater, heute Opernhaus, begonnen. Nach nur 20 Monaten Bauzeit erfolgte unter erheblichen Schwierigkeiten, die mit der Platzwahl an einem Gelenkpunkt zwischen Altstadt und Neustadt und hohem Termindruck verbunden waren, die Fertigstellung.
Mit dem Grazer Stadttheater gelang seinen Architekten Ferdinand Fellner & Hermann Gottlieb Helmer ein in seiner Außenwirkung monumentaler und dominanter Bau. Als das Spezialgebiet des führenden Architekten-Büros Fellner & Helmer galt die Theaterarchitektur. Zwischen 1870 und 1914 wurden von ihnen in Mittel- und Osteuropa insgesamt 47 Theaterneubauten errichtet. Aufgelockert wurde die strenge Gliederung durch reichen plastischen Schmuck des heute kaum mehr bekannten Bildhauers Ernst Hegenbarth. Die Rekonstruktion des Portikus der Schau-Fassade komplettiert den originalen Gesamteindruck. Diese Einheit der Ring-VO stellt die Architektur der Grazer Oper aus kunstwissenschaftlicher und soziokultureller Sicht als Themenarchitektur des späten Historismus mit Anspielungen auf den in Graz geborenen großen Barock-Baumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach vor und untersucht ihre Bedeutung als Gesamtkunstwerk im Sinne von Richard Wagners Schrift „Das Kunstwerk der Zukunft“.
Die Vorlesung wirf einen facettenreichen Blick auf das Phänomen theatraler (Re-)Präsentation im steirisch-innerösterreichischen Geschichtsraum über zwei Jahrtausende. Reale Theatergebäude – das antike Amphitheater in Flavia Solva ebenso wie das italienische Opernhaus am Tummelplatz oder das 1776 (!) eröffnete Schauspielhaus – sollen dabei ebenso vorgestellt werden wie bemerkenswerte Aufführungen (etwa ‚Orfeo ed Euridice‘ des Hofkapellmeisters Johann Josef Fux) oder konkrete Bühnenstars (wie Johann Nestroy, der vor 200 Jahren seine Karriere als Komiker in Graz begann). Der Theaterbegriff soll aber nicht nur gegenständlich, sondern auch metaphorisch-systemisch erfahrbar werden: als Chiffre für berühmte Sammelunternehmen (wie das ‚Theatrum orbis terrarum‘) oder auch als Umschreibung für ‚theatrale‘ Inszenierung in verschiedenen Feldern. Dementsprechend werden auch kartographische Repräsentationen der Steiermark, Gerichts- und Sportspektakel oder Inszenierungen von Glaubensritualen, politischer Macht und Weiblichkeit u.a.m. ihren Platz finden.