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Termin: 27.05.2026, 16:30-18:00 Uhr: “Inszenierungen von Weiblichkeit am Beispiel steirischer Künstlerinnen”, Ao.Univ.-Prof.i.R. Dr.phil. Karin M. Schmidlechner, Universität Graz
Inhalt der Präsentation wird zunächst ein kurzer Überblick über die Entwicklung der Frauen- und Geschlechterforschung, v. a. in Österreich und die Darstellung der Geschichte von Frauen am Theater sein, wobei darauf hinzuweisen ist, dass erste größere wissenschaftliche Studien zur weiblichen Präsenz in der Theatergeschichte überhaupt erst Ende der 1980er Jahre erschienen sind.
Den Fragen, welche Möglichkeiten Frauen als Schauspielerinnen, aber auch in anderen Funktionen, an steirischen Theatern im 19.Jh. bis zur Gegenwart hatten, sowie, mit welchen Einschränkungen sie konfrontiert waren, widmen sich die anschließenden Erläuterungen. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass Theater als Spiegel der Gesellschaft wirken und die Situation von Frauen an Theatern ihrer Lage in den jeweiligen Gesellschaften entspricht. Diese Annahme wird in den weiteren Ausführungen differenziert und analysiert.
Die Vorlesung wirft einen facettenreichen Blick auf das Phänomen theatraler (Re-)Präsentation im steirisch-innerösterreichischen Geschichtsraum über zwei Jahrtausende. Reale Theatergebäude – das antike Amphitheater in Flavia Solva ebenso wie das italienische Opernhaus am Tummelplatz oder das 1776 (!) eröffnete Schauspielhaus – sollen dabei ebenso vorgestellt werden wie bemerkenswerte Aufführungen (etwa ‚Orfeo ed Euridice‘ des Hofkapellmeisters Johann Josef Fux) oder konkrete Bühnenstars (wie Johann Nestroy, der vor 200 Jahren seine Karriere als Komiker in Graz begann). Der Theaterbegriff soll aber nicht nur gegenständlich, sondern auch metaphorisch-systemisch erfahrbar werden: als Chiffre für berühmte Sammelunternehmen (wie das ‚Theatrum orbis terrarum‘) oder auch als Umschreibung für ‚theatrale‘ Inszenierung in verschiedenen Feldern. Dementsprechend werden auch kartographische Repräsentationen der Steiermark, Gerichts- und Sportspektakel oder Inszenierungen von Glaubensritualen, politischer Macht und Weiblichkeit u.a.m. ihren Platz finden.