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University of Graz News Akademische Start-ups

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Thursday, 07 July 2016

Akademische Start-ups

WKO Steiermark-Präsident Josef Herk, Direktor Karl-Heinz Dernoscheg (l.) und Alfred Gutschelhofer (r.), Leiter des Instituts für Unternehmensführung und Entrepreneurship an der Uni Graz, wollen akademische Gründungen in der Steiermark stärken. ©Foto Fischer
©Foto Fischer

WKO Steiermark-Präsident Josef Herk, Direktor Karl-Heinz Dernoscheg (l.) und Alfred Gutschelhofer (r.), Leiter des Instituts für Unternehmensführung und Entrepreneurship an der Uni Graz, wollen akademische Gründungen in der Steiermark stärken, unter anderem mit dem ersten Gründungsbüro der WKO direkt an einer Universität. Foto: Fischer

Kooperation der WKO Steiermark mit Uni Graz: Gründungsbüro stärkt universitäre Spin-offs

Gründungen im akademischen Umfeld stärken – dieses Ziel hat sich die WKO Steiermark gesetzt. Denn akademische Start-ups schaffen im Durchschnitt doppelt so viele Arbeitsplätze wie andere Firmengründungen. Um sie weiter zu forcieren, hat die FH Campus 02 nun eine qualitative Erhebung zu Erfolgsfaktoren und Förderbedürfnissen durchgeführt. Ergebnis daraus: Es braucht eine Optimierung des Förderwesens, abgabenrechtliche Erleichterungen sowie eine Stärkung des Netzwerkes und weniger Bürokratie. Das neue Start-up-Paket der Bundesregierung sei da bereits „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, betonen WKO Steiermark Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg. „Zusätzlich werden auch wir unsere Angebote ausbauen.“ Unter anderem mit dem österreichweit ersten Gründungsbüro der WKO an einer Universität. Dieses wird in Kooperation mit dem Institut für Unternehmensführung und Entrepreneurship der Uni Graz unter der Leitung von Professor Alfred Gutschelhofer ins Leben gerufen.

Start-ups sind politisch in aller Munde. Doch wie hat sich die steirische Szene tatsächlich entwickelt? Antworten darauf gibt eine neue Untersuchung der WKO. Unter die Lupe genommen wurden dabei zum einen die Entwicklung universitärer Spin-offs und zum anderen der Akademikeranteil unter den Gründern allgemein. Darüber hinaus hat die Fachhochschule Campus 02 eine qualitative Erhebung unter 60 steirischen Start-ups durchgeführt. „Wir wollen diesen Bereich stärken, da hier überproportional viele Arbeitsplätze geschaffen werden“, betont WKO Steiermark Präsident Josef Herk. Genauer gesagt sind es fünf Jobs innerhalb von fünf Jahren, damit stellen Start-ups im akademischen Umfeld doppelt so viele Mitarbeiter ein, wie es bei Firmengründungen im Durchschnitt der Fall ist. Mehr als 1.000 Start-ups wurden allein in den vergangenen 15 Jahren in der Steiermark gegründet. Sie haben für einen direkten Wertschöpfungseffekt in der Höhe von 400 Millionen Euro gesorgt.

Besonders hervorzuheben sind hier als Inkubatoren der Science Park Graz, das Zentrum für angewandte Technologien in Leoben und das ebenfalls in Graz beheimatete Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin. „Auffallend dabei ist die ausgeprägte Wachstums- und Risikobereitschaft, aber auch die starke internationale Ausprägung“, betont WKO Steiermark Direktor Karl-Heinz Dernoscheg. Die Exportquote beträgt hier nämlich bereits in der Gründungsphase 39 Prozent.
Neben diesen hochtechnologischen Start-ups gibt es aber auch darüber hinaus eine breite Vielfalt an Gründungen mit akademischem Hintergrund. Rund zehn Prozent der jährlich rund 4.000 Gründerinnen und Gründer in der Steiermark haben einen akademischen Titel. Statistische Ausreißer sind in diesem Zusammenhang der IT-Bereich und die Kreativwirtschaft mit jeweils 30 Prozent Akademikeranteil. „Dieses Potential gilt es auszubauen“, sind sich Herk und Dernoscheg einig. Vor diesem Hintergrund hat die Fachhochschule Campus 02 die entscheidenden Erfolgsfaktoren von Start-ups unter die Lupe genommen. Im Rahmen einer qualitativen Erhebung wurden 60 Tiefeninterviews mit akademischen Gründern aus der Steiermark geführt – unter anderem mit folgenden Ergebnissen:

  • Entscheidend für den Erfolg eines Start-ups ist nicht nur die Geschäftsidee, sondern vor allem auch die Person dahinter. Personenbezogene und unternehmensbezogene Erfolgsfaktoren werden von den Gründern mit jeweils 34 Prozent als die beiden wichtigsten Erfolgsfaktoren genannt, weiters auch Glück (17 Prozent) und umfeldbezogene Rahmenbedingungen (15 Prozent).
  • Seitens der akademischen Gründer werden vor allem eine Optimierung des Förderwesens (25 Prozent), abgabenrechtliche Erleichterungen (24 Prozent) sowie eine Förderung des unternehmerischen Denkens und ein Ausbau des Netzwerkes (je 14 Prozent) wie auch eine Reduktion der Bürokratie (12 Prozent) gewünscht.


Die WKO Steiermark will Start-ups im akademischen Umfeld nun weiter stärken. Ein eigenes Maßnahmenpaket sieht nicht nur die Intensivierung der Kooperation mit den Hochschulen vor, sondern auch den Ausbau spezieller Beratungsdienstleistungen in der Gründungsphase (von der Unterstützung bei der Gewerbeanmeldung über diverse Förderungsmöglichkeiten bis hin zu Patentsprechtagen etc.) und den Ausbau von Coachingangeboten in der Nachgründungsphase. Damit gemeint sind vor allem Unterstützungsleistungen beim Gang auf internationale Märkte, arbeits- und sozialrechtliche Beratungen usw.

Österreichweit erstes Gründerbüro der WKO direkt an einer Universität
Ab Herbst soll darüber hinaus noch ein weiteres Projekt zur Stärkung akademischer Gründungen starten. In Kooperation mit dem Institut für Unternehmensführung und Entrepreneurship der Uni Graz wird der „Gründungsstandpunkt“, das österreichweit erste Gründerbüro der WKO direkt an einer Universität eröffnet. „Wir stellen dafür einen eigenen Lehrauftrag zur Verfügung. Ziel ist eine Stärkung des Start-up-Gedankens unter den Studierenden und eine entsprechende Bewusstseinsbildung. Selbständigkeit soll verstärkt als Karriereweg in Betracht gezogen werden, dafür ist die WKO der beste Partner“, betont Institutsleiter Alfred Gutschelhofer, der bereits im Jahr 2000 die österreichweit erste – damals von Christoph Leitl initiierte – Stiftungsprofessur für Unternehmensgründungen inne hatte. Im neuen „Gründungstandpunkt“ sollen darum regelmäßig Beratungen und Coachings spezielle für Studierende von den Expertinnen und Experten der WKO Steiermark angeboten werden.


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