Begin of page section:
Page sections:

  • Go to contents (Accesskey 1)
  • Go to position marker (Accesskey 2)
  • Go to main navigation (Accesskey 3)
  • Go to sub navigation (Accesskey 4)
  • Go to additional information (Accesskey 5)
  • Go to page settings (user/language) (Accesskey 8)
  • Go to search (Accesskey 9)

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
Page settings:

English en
Deutsch de
Search
Login

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
Search:

Search for details about Uni Graz
Close

End of this page section. Go to overview of page sections


Search

Begin of page section:
Main navigation:

Page navigation:

  • University

    University
    • About the University
    • Organisation
    • Faculties
    • Library
    • Working at University of Graz
    • Campus
    Developing solutions for the world of tomorrow - that is our mission. Our students and our researchers take on the great challenges of society and carry the knowledge out.
  • Research Profile

    Research Profile
    • Our Expertise
    • Research Questions
    • Research Portal
    • Promoting Research
    • Research Transfer
    • Ethics in Research
    • Commission for Scientific Integrity
    Scientific excellence and the courage to break new ground. Research at the University of Graz creates the foundations for making the future worth living.
  • Studies

    Studies
    • Prospective Students
    • Students
    • Welcome Weeks for First Year Students
  • Community

    Community
    • International
    • Location
    • Research and Business
    • Alumni
    The University of Graz is a hub for international research and brings together scientists and business experts. Moreover, it fosters the exchange and cooperation in study and teaching.
Topics
  • Sustainable University
  • Researchers answer
  • Work for us
Close menu

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
You are here:

University of Graz News Im Zentrum

End of this page section. Go to overview of page sections

Wednesday, 03 February 2021

Im Zentrum

Herrengasse in Graz Foto: Suzanne Fromme auf Pixabay

Trotz leerer Straßen. Städte erweisen sich in Krisenzeiten als handlungsfähiger als der Staat, sagt Johanna Rolshoven. Foto: Suzanne Fromme auf Pixabay

Was machen die wiederholten Lockdowns mit den Städten? Kulturanthropologin Johanna Rolshoven skizziert Sackgassen und Auswege.

Kommende Woche wird der Lockdown wieder gelockert. Doch was machen die wochenlangen Schließungen von Geschäften, Museen, Theatern, Restaurants mit den Städten? Kulturanthropologin Johanna Rolshoven nimmt eine Bestandaufnahme vor und sagt, was es braucht, um den Zentren wieder Leben einzuflößen.

Die Grazer Innenstadt wirkt oft wie ausgestorben. Was macht der Lockdown mit den Städten, insbesondere mit den Zentren?
Zum einen wirkt der öffentliche Raum ausgestorben, zum anderen wird er weiterhin vielfältig genutzt: zum Gehen, sich Begegnen und Austauschen, zu Sport und politischen und künstlerischen Manifestationen. Schon jetzt wird deutlich, dass viele Geschäfte, die geschlossen sind, nicht wieder werden öffnen können. Konsum- und auch Kulturangebote werden aussetzen oder ganz ausbleiben. Der oberflächliche Augenschein auf die Stadt informiert uns nur ungenau und unvollständig. Was in den Städten gerade passiert, entzieht sich zu einem großen Teil dem Blick, dem Sprechen und dem politischen und medialen Diskurs.

Wie stehen Sie zur oft gehörten Phrase, dass Veränderung auch Chance bedeutet?
Veränderungen bemerken wir kurz-, mittel- und langfristig. Sie artikulieren sich auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Bereichen: individuell und gesellschaftlich, ökonomisch und sozial. Alle diese Bereiche wirken im Alltagsleben ineinander und machen die Gesellschaft aus. Sie manifestieren sich im gebauten Raum, im öffentlichen Raum des Politischen und im Privaten. Vielleicht ist es aufschlussreicher, sich hier perspektivische Fragen zu stellen anstatt Prognosen zu wagen, und die Pandemie als kritischen und dringenden Auslöser für Veränderungen, das heißt als Chance zu begreifen? Wollen wir nach dem Lockdown das gleiche Leben, die gleiche Politik, die gleiche Wirtschaftsform wiederhaben? Welche Ideen, Initiativen und Best Practises ermöglichen den künftigen Generationen eine gerechtere, nachhaltige, lebenswerte und krisenresistente Lebenswelt, Gesellschaft, Ökonomie, Stadt? Für welche Veränderungen ist es Zeit einzutreten?

Immer mehr Geschäfte verlassen die Innenstadt. Nun kommt hinzu, dass auch weiterhin die Gastronomie geschlossen hat. Es gibt keine Veranstaltungen. TouristInnen fehlen. Rächt es sich, dass Zentren vielfach zu Unterhaltungsvierteln mutiert sind?
Die europäischen Stadtpolitiken, nicht nur in Österreich, haben in den letzten drei Jahrzehnten eine Innenstadt-zentrierte Stadtentwicklungspolitik verfolgt. In vielem ist diese einer Deindustrialisierung geschuldet, die Städte zu Unternehmen hat werden lassen. Städte branden sich als Marke, Bausubstanz wird eher als Kulturerbe denn als Lebensraum für die arbeitende Wohnbevölkerung aufgewertet. Mit prestigeträchtigen Icons werden Architekturen gefördert, die die Stadt als Anziehungsort sowohl für Tourismus als auch als Investitions- und Wirtschaftsstandort markieren. Diese Politiken haben wirtschaftlich positive Effekte gezeitigt, aber sie haben auch dringende soziale Fragen in den Hintergrund rücken lassen sowie an Kohäsion, Solidarität und ökologischer Nachhaltigkeit orientierte Politiken vernachlässigt. Wenn hier nicht rechtzeitig umgedacht wird, werden – wie es sich bereits abzeichnet – soziale Unruhen und politische Kämpfe das Bild der erfolgreichen schönen neuen Stadt trüben und Veränderungen erzwingen müssen.

Beschleunigt die Pandemie die Entwicklung?
Die überhohen Mietpreise in den Stadtzentren, die im Grunde nur HausbesitzerInnen und großen Ladenketten Handel ermöglichen, sind eine Folge des Wirtschaftsliberalismus. Seine Möglichkeiten und Grenzen werden sicherlich in diesen Krisenzeiten überdeutlich und akzentuieren die negativen Effekte des allzu freien Marktes. Doch diese potenten ökonomischen Milieus werden mit Rücklagen, Staats- und Steuerhilfen wieder auf die Beine kommen. Mittel- und langfristig am problematischsten scheinen mir jedoch die negativen Effekte der innenstadtzentrierten Stadtpolitiken in ohnehin benachteiligen Straßenzügen und Quartieren; hier wird aktuell – ökonomisch und sozial – vieles zerstört, das sich so schnell nicht restituieren lassen wird.

Es ist davon auszugehen, dass es sich nicht um eine Graz-spezifische Entwicklung handelt. Wie sieht es in anderen europäischen Städten aus?
Hier müssen Diagnosen sehr differenziert getroffen werden: entsprechend der Stadtgröße, der politischen Staatsform, der historisch-kulturellen Prägung des Sozialen. Europäische Mittelstädte wie Graz vereinen untereinander ähnliche Eigenschaften, und doch hat jede Stadt ihren eigenen Habitus, ihr eigenes Gepräge und – wie gerade im Fall von Graz mit seiner engagierten Bürgerschaft – ihre Eigenwilligkeit. Mein aktuelles Forschungsgebiet sind plurale Stadtgesellschaften mit einer langen Geschichte, wie wir sie etwa in Hafenstädten antreffen. Solche multikulturellen und vom Staat unabhängigeren Gesellschaften, die durch die Art und Weise der historisch geformten Wirtschaftspraktiken weniger konsum- und wohlstandsbasiert funktionieren können, erscheinen hier resilienter, resistenter und auf lange Sicht zukunftsfähiger. Aus diesem Grunde geraten insbesondere Mittelmeerhafenstädte als älteste städtische Siedlungen auf der Welt, die alten Stadtstaaten nämlich, in den um die Zukunft von Stadt und damit Gesellschaft besorgten Blick auf der Suche nach Best Practises einer zukunftsfähigen Stadtregierung.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach gegensteuern? Was braucht es dafür?
Mehr stadtpolitische Arbeit an der Basis! Mit Bezug auf die erste Frage: Das Rathaus könnte statt einer Versammlung der politischen Parteien vierteljährlich zivilgesellschaftliche VertreterInnen aller Alters-, Geschlechts-, Herkunftskultur-  und Einkommensgruppen, aller Quartiersvereine, von Handel und Gewerbe, Kunst und Wissenschaft, Gesundheit und Familie und andere mehr einberufen und in einer soziokratisch moderierten Diskussion aktuelle Problemstellungen, orientiert an den Verfassungsgrundlagen der Gleichstellung, Solidarität und am ökologischen Fußabdruck der Stadt und in einem Prozess der Zukunftsvisionierung entsprechende Parameter einer Stadtraumkulturplanung erarbeiten. Wir brauchen neue demokratische Formen, die die BürgerInnen ansprechen. Wir brauchen eine Umkehr von der seit Ende der 1990er-Jahre zunehmend restriktiven Verbotspolitik, die die Innenstädte entleeren, entkulturalisieren und zivilgesellschaftlich sterilisieren. Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit haben über „Lebendigkeit“, „Vielfalt“ und Alltagsnormalität Oberhand gewonnen.

Gibt es Beispiele einer gelungenen Trendumkehr?
Natürlich gibt es zahlreiche Beispiele weltweit und vielerorts der Gegensteuerung. Auf Quartiersebene gibt es sie in nahezu jeder Stadt, selbstverständlich auch in Graz. Das Kulturjahr 2020, eine herausragende Initiative der Stadt Graz, hat hier eine beeindruckende Fülle an kleinen Projekten mit großer Wirkung sichtbar gemacht. Stadt der Menschenrechte, Offene Stadt, an den Bedürfnissen ihrer EinwohnerInnen orientierte Stadt und andere sind internationale Bewegungen, denen sich viele Städte in der ganzen Welt bereits angeschlossen haben, die hier aktiv gegensteuern. Städte erweisen sich in Krisenzeiten zudem als handlungsfähiger als der Staat, um Krisen jenseits schwerfälliger nationaler Politiken zu steuern und Konflikte zu managen. Eine noch stärkere politische Autonomie wie etwa in Frankreich bis in die kleinsten Gemeinden hinein, Konzepte einer Schutz und Rechte gewährenden StadtbürgerInnenschaft, die Sicherheit eines Grundeinkommens wie in Spanien, Mut zu offenen Formen der Raumentwicklung und Raumgestaltung am Beispiel Berliner Senat oder neue Wege in der Wohnungspolitik etwa in New York.
Wir brauchen alles in allem eine Stadt, die in der Lage ist, politisch-empathisch auf ihre BewohnerInnen zuzugehen…

created by Interview: Andreas Schweiger

Related news

Electrifying: Researchers film the first moments on the way from light to electricity

Physicists at the University of Graz (Austria), in collaboration with colleagues from Marburg University and Forschungszentrum Jülich (Germany), have achieved a scientific breakthrough. For the first time, the generation of electrical energy from light has been filmed and described theoretically. This work is of far-reaching significance, not least for optimising sustainable energy production from photovoltaics. This is because it provides fundamental building blocks for understanding the physical processes that take place, for example, in organic solar cells. The paper was published in the journal Physical Review X, one of the world’s most prestigious physics journals.

University of Graz: Working together to make Styria a sustainable centre of learning

Round table calls for sustainable funding for the 2028–2030 performance agreement period between the five Styrian universities and the federal government.

How can we teach using YouTube and AI? The University of Graz is strengthening media education in schools

A journey through the blood vessels using VR headsets brings biology lessons to life. An interactive quiz brings physics to life. The YouTube video explains the First World War. Whilst mobile phones are increasingly being banned from the classroom, social media platforms, apps and AI are playing an ever-greater role in knowledge transfer at school. But how can teaching with media be made even more effective? What are the challenges in media-based teaching? At the University of Graz, researchers are discussing these issues at a conference being held in Austria for the first time.

Jurassic Sounds: Biologist reconstructs insect songs from 165 million years ago

It was apparently not just the roars of the dinosaurs that made up the soundscape of the animal world during the Jurassic period. Crickets and grasshoppers communicated through a variety of songs and high-pitched sounds, as Thorin Jonsson from the Institute of Biology at the University of Graz discovered together with colleagues from the universities of Lincoln, Bristol (UK), Beijing (China) and Tempe (USA). The findings on what are so far the oldest traces of sound on Earth have just been published in the journal PNAS.

Begin of page section:
Additional information:

University of Graz
Universitaetsplatz 3
8010 Graz
Austria
  • Contact
  • Web Editors
  • Moodle
  • UNIGRAZonline
  • Imprint
  • Data Protection Declaration
  • Accessibility Declaration
Weatherstation
Uni Graz

End of this page section. Go to overview of page sections

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:

End of this page section. Go to overview of page sections