Wie un/abhängig ist Europa?
Der russische Angriff auf die Ukraine sowie die deutliche Distanz die der Langzeitverbündete Amerika zu Europa derzeit einnimmt, haben in den letzten Jahren die Nachkriegsordnung erschüttert. Die wirtschaftlichen sowie sicherheitspolitischen Folgen lassen die Frage, wie unabhängig – oder abhängig – Europa heute ist, immer drängender werden. Drei Tage lang widmen sich die diesjährigen Ausseer Gespräche dieser Frage, gehen den Wurzeln der derzeitigen Problematik nach und stellen die Frage nach dem Spezifischen einer europäischen Kultur.
Der Freitag steht im Zeichen von Forschung und Bildung: Der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und ehemalige Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Heinz Faßmann wird mit Robert Höldrich, dem Vizerektor der Kunstuniversität Graz, einen Tandemvortrag halten. Ein Seminar beleuchtet Europas Rolle im globalen Wirtschaftssystem und wird von universitären Fachleuten Alexia Fürnkranz-Prskawetz und Harald Oberhofer von der Wirtschaftsuniversität Wien gestaltet. Ein zweites Seminar geht der Gestaltung und dem Verständnis von Heimat, Natur-, und Umweltschutz im internationalen Kontext nach und wird von André Doehring, Professor für Jazz- und Popularmusikforschung, sowie dem ehem. Hohen Repräsentant der UN für Bosnien und Herzegowina Valentin Inzko gehalten. Ein Ausflug ins Salzbergwerk Altaussee thematisiert die Rettung europäischer Kunstschätze am Ende des 2. Weltkriegs, aber auch die Bedeutung der Salzgewinnung für die Region.
Am Abend und diskutiert Paul Lendvai mit Ulf Bästlein und Irmtraud Fischer und stellt auch sein neuestes Buch „Wer bin ich?“ vor, in dem er sein langes Leben und seine Identität als Österreicher, Ungar, Jude und Europäer beschreibt.