Begin of page section:
Page sections:

  • Go to contents (Accesskey 1)
  • Go to position marker (Accesskey 2)
  • Go to main navigation (Accesskey 3)
  • Go to sub navigation (Accesskey 4)
  • Go to additional information (Accesskey 5)
  • Go to page settings (user/language) (Accesskey 8)
  • Go to search (Accesskey 9)

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
Page settings:

English en
Deutsch de
Search
Login

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
Search:

Search for details about Uni Graz
Close

End of this page section. Go to overview of page sections


Search

Begin of page section:
Main navigation:

Page navigation:

  • University

    University
    • About the University
    • Organisation
    • Faculties
    • Library
    • Working at University of Graz
    • Campus
    Developing solutions for the world of tomorrow - that is our mission. Our students and our researchers take on the great challenges of society and carry the knowledge out.
  • Research Profile

    Research Profile
    • Our Expertise
    • Research Questions
    • Research Portal
    • Promoting Research
    • Research Transfer
    • Ethics in Research
    • Commission for Scientific Integrity
    Scientific excellence and the courage to break new ground. Research at the University of Graz creates the foundations for making the future worth living.
  • Studies

    Studies
    • Prospective Students
    • Students
  • Community

    Community
    • International
    • Location
    • Research and Business
    • Alumni
    The University of Graz is a hub for international research and brings together scientists and business experts. Moreover, it fosters the exchange and cooperation in study and teaching.
  • Spotlight
Topics
  • Sustainable University
  • Researchers answer
  • Work for us
Close menu

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:
You are here:

University of Graz News Artenfrage

End of this page section. Go to overview of page sections

Tuesday, 23 July 2019

Artenfrage

Was ist der Mensch? Wie im 18. und 19. Jahrhundert darüber wissenschaftlich diskutiert wurde, erforscht Sophie Bitter-Smirnow in ihrer Dissertation. Unterstützung erhält sie durch ein Marietta-Blau-Stipendium des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Foto: Uni Graz/Leljak.

Was ist der Mensch? Wie im 18. und 19. Jahrhundert darüber wissenschaftlich diskutiert wurde, erforscht Sophie Bitter-Smirnow in ihrer Dissertation. Unterstützung erhält sie durch ein Marietta-Blau-Stipendium des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Foto: Uni Graz/Leljak.

Sophie Bitter-Smirnow erforscht wissenschaftliche Diskurse des 18./19. Jahrhunderts zum Ursprung des Menschen

Im 18. und 19. Jahrhundert sorgte die Frage nach dem Ursprung des Menschen für heiße Debatten innerhalb der wissenschaftlichen community, vornehmlich in Zentraleuropa und Nordamerika. Zwei Strömungen vertraten unterschiedliche Sichtweisen: „Die Anhänger der so genannten Monogenese glaubten an einen gemeinsamen Ausgangspunkt für alle Menschen. Vertreter der Polygenese dagegen waren überzeugt, dass es von Anfang an unterschiedliche ‚Arten‘ von Menschen gegeben haben muss. Nur so konnten sie sich das Abweichen mancher Menschen von der so genannten ‚Norm‘ erklären“, fasst Sophie Bitter-Smirnow vom Zentrum für Wissenschaftsgeschichte der Universität Graz zusammen.
Wie die beide Parteien für ihre Standpunkte argumentierten und wie sie versuchten, ihre jeweiligen Positionen wissenschaftlich zu untermauern, untersucht Bitter-Smirnow derzeit in ihrer Dissertation. Für deren Fertigstellung erhält die junge Forscherin nun Unterstützung des österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) in Form eines Marietta-Blau-Stipendiums.

Ein wichtiges Konzept für Bitter-Smirnows Arbeit ist jenes der Hybridität, also einer Mischform von zwei vorher getrennten Systemen. Der österreichische Botaniker Anton Kerner von Marilaun (1831–1898) hatte erkannt, dass es in der Natur durch Vermischungen immer wieder zur Entstehung neuer Arten kommt. „Dadurch war die lange vorherrschende Sichtweise, dass allein der Mensch durch sein willentliches Eingreifen etwas Neues erschaffen kann, widerlegt worden“, erzählt Bitter-Smirnow. Die Frage, was eine „Art“ eigentlich ist, hatte seit dem 18. Jahrhundert aber nicht nur Pflanzenwissenschafter beschäftigt, sondern ganze Generationen von Forschern und Philosophen, die diese Frage auf den Menschen bezogen stellten. „Man wollte herausfinden, woher kulturelle Unterschiede stammen und warum manche Menschen ganz anders aussahen als das, was damals als ‚Standard‘ aufgefasst wurde – also der weiße, mitteleuropäische Mann“, schildert Bitter-Smirnow. „Dabei wurden elementare Fragen zum Ursprung des Menschen aufgeworfen und diskutiert, zu seinem Wesen und seiner Stellung in der Natur“, so die Historikerin.  

Was ist der Mensch also? Gab es ursprünglich einen „Prototypen“ oder mehrere? Erklärungsversuche für die eine oder andere Sichtweise gab es im Lauf der Zeit viele. Ein Schema, auf das sich viele große Denker der Aufklärung, darunter Immanuel Kant (1724-1804), beriefen, hatte der französische Naturforscher Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon (1707-1788), Mitte des 18. Jahrhunderts entworfen. Sein „Artkonzept“ konzentrierte sich allein auf die gelungene Fortpflanzung als Kriterium: Können zwei Individuen fruchtbare Nachkommen zeugen, gehören sie zur selben Art. Ein hieb- und stichfestes Argument für die Monogese, möchte man meinen. Doch auch hier fanden die Anhänger der Polygenese Grund zum Zweifel: „Man lehnte das Konzept als falsch ab und behauptete, dass Kinder, die durch Vermischung entstehen, steril oder kränklich seien oder dass es ab der zweiten Generation zu einer Ausdünnung käme“, erklärt Bitter-Smirnow. In den USA war das Argument von „unharmonischen Kreuzungen“ bis in die 1920er-Jahre verbreitet und einer von vielen Gründen, warum die Eheschließung zwischen schwarzen und weißen Menschen lange bekämpft wurde.  

Bemerkenswert ist, dass die Diskussion zwischen Monogenisten und Polygenisten sich trotz einschneidender historischer Ereignisse über so lange Zeit hielt: Darwins Evolutionstheorie erblickte 1859 das Licht der Welt, die Sklaverei war in Großbritannien 1833 abgeschafft worden – und dennoch ging die Debatte weiter. Erst als die Genetik Anfang des 20. Jahrhunderts zum unumstößlichen wissenschaftlichen Standard wurde, verlor die Streitfrage allmählich an Bedeutung. „Das Thema Ungleichheit ist aber natürlich nach wie vor aktuell, wenn auch heute in einem anderen Kontext“, so Bitter-Smirnow. Mit Hilfe des Marietta-Blau-Stipendiums wird die Doktorandin die kommenden sechs Monate am Centre for the Study of Life Sciences der University of Exeter, Großbritannien, verbringen und sich dort auf das Abschließen ihrer Dissertation konzentrieren.

 

created by Gerhild Leljak

Related news

Studying at the University of Graz: How to enrol

Ready for a new chapter in your life with the start of your studies at the University of Graz in the winter semester 2026/27? Here you will find information on deadlines, admission procedures, registration, and everything else you need to successfully start your studies in the fall.

Interpreting data: Why studies sometimes get it wrong

Hilmar Brohmer and Ziva Korda from the Institute of Psychology, together with 500 international colleagues, have re-evaluated a hundred scientific publications and have often come to different conclusions.

Crystal-clear: AI method revolutionises solar observation

The Sun makes life on Earth possible. However, its magnetic fields can also cause massive disruption. This makes it all the more important to gain a better understanding of the processes taking place on our nearest star. A research team from the University of Graz and the High Altitude Observatory in Boulder (USA) has succeeded in doing just that. The astrophysicists have developed an AI-supported method that makes even the smallest structures on the Sun visible. The scientists are convinced that this will bring about a lasting change in solar observation and that the new method can be used for the planned European Solar Telescope.

Long Night of Research: How many languages are there in the world?

From a linguistic perspective, there are worlds of difference between Bern, Berlin and Vienna. A dialect impersonator will demonstrate live just how varied German can sound. How many languages are there in the world? What are their distinctive features? Which of these are spoken in Austria? These and other questions will be answered during the Long Night of Research at the University of Graz: on Friday, 24 April 2025, from 5 pm to 11 pm, in the University Library. Visitors can immerse themselves in the diversity of languages without travelling far by taking part in a quiz at the station.

Begin of page section:
Additional information:

University of Graz
Universitaetsplatz 3
8010 Graz
Austria
  • Contact
  • Web Editors
  • Moodle
  • UNIGRAZonline
  • Imprint
  • Data Protection Declaration
  • Accessibility Declaration
Weatherstation
Uni Graz

End of this page section. Go to overview of page sections

End of this page section. Go to overview of page sections

Begin of page section:

End of this page section. Go to overview of page sections