UNE SOMME HUMAINE: LESUNG UND GESPRÄCH MIT MAKENZY ORCEL
In den Gedichten und facettenreichen Romanen Makenzy Orcels (*1983 in Port-au-Prince, Haiti) spiegeln sich die wichtigsten Merkmale der haitianischen Literatur wider: der Rückgriff auf alte Traditionen, auf Stimmen aus dem Jenseits und auf die Mythologien des Alltags, die Auseinandersetzung mit persönlichen Traumata, der Hang zur Poesie und zur oralen Literatur, die permanente Neuschreibung der Geschichte Haitis und der Erinnerungen an die Gewalt, die unermüdliche Suche nach Sinn, Wahrheit und Schönheit in der Welt sowie die Kreolisierung der französischen Sprache.
Mit den Romanen L‘Ombre animal (2016) und Une somme humaine (2022) begann der haitianische Schriftsteller eine Trilogie
der Toten, deren letzter Teil noch aussteht. Im Rahmen der Matinée sprechen Studierende der Grazer Romanistik mit dem Autor über seine Romanreihe, und darüber, was es bedeutet, von Haiti aus die Welt zu schreiben und zu beobachten, selbst wenn man nicht in Haiti lebt.