IR-Spektroskopie
(http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~zanggerk/ir.html)
zur weiteren
Information:
Bücher: M.Hesse, H.Meier und B.Zeeh, Spektroskopische Methoden in der
organischen
Chemie. Georg Thieme Verlag
Stuttgart.
C.N.Banwell, Fundamentals of Molecular Spectroscopy. McGraw-Hill Book Company,
London.
WWW: http://www.dq.fct.unl.pt/qoa/jas/ir.html
(IR Spektroskopie links)
Inhalt:
1) Grundlagen
2) Apparativer Aufbau und Probenvorbereitung
3) Was sieht man im IR Spektrum
4) Zuordnung der Signale
5) Beispiele
1) Grundlagen:
Infrarotes
Licht stellt einen Teil des elektromagnetischen Spektrums jenseits des
sichtbaren Bereichs dar:

Die
Frequenz kann aus der Wellenlänge mit Hilfe von

berechnet werden. In der
IR-Spektroskopie ist heute die Verwendung von Wellenzahlen gebräuchlicher:

Definitionsgemäß wird der
Infrarotbereich in drei Bereiche unterteilt:
Nahes
IR..........(l= 0.78-3.0 mm, n~=12820-3333
cm-1)
Mittleres
IR.......(l= 3.0-30 mm, n~=3333-333
cm-1)
Fernes IR..........(l= 30-300 mm, n~=333-33 cm-1)
Die
Strahlung im mittleren Infrarot entspricht Energien zwischen 4-40 kJ/mol (E=hn) und das entspricht den Übergängen zwischen
Schwingungszuständen wie sie häufig in organischen Molekülen anzutreffen sind.
Für
die Schwingung eines zweiatomigen Moleküls sieht das Energiediagram wie folgt
aus:

Potentialkurve eines anharmonischen
Oszillators
E0...Nullpunktsenergie
r0....Nullpunktsatomabstand
ED...Dissoziationsenergie
2) Apparativer
Aufbau und Probenvorbereitung:

Schematischer Aufbau eines Doppelstrahl-IR Spektrometers.
Lichtquelle:
weißglühender Nernst Stift (Zirkonoxid)
oder
Globar (Siliciumcarbid) bei
1500 K
Monochromator:
Prisma oder Beugungsgitter
Probe:
fest: a)
als Suspension in Nujol (zwischen zwei NaCl Plättchen)
b) als KBr Preßling
flüßig: a) die wasserfreie
Probe wird zwischen zwei NaCl Plättchen
gepreßt
b) ein Tropfen wird auf einen speziellen Kunststofffilm
aufgebracht
gasförmig: a) das Gas wird in einer
etwa 10 cm langen Zelle deren
Enden mit NaCl Platten verschlossen
sind eingefüllt
3) Was sieht man
im IR Spektrum:
Während
einer Molekülschwingung ändert sich das Dipolmoment der Verbindung. Dieses
zeitlich veränderte Dipolmoment tritt mit der elektrischen Komponente des
elektromagnetischen IR Lichtes in Wechselwirkung und absorbiert dieses.
Beispiel H2O:

Alle
diese Schwingungen führen zu einem sich verändernten Dipolmoment und können
daher im IR beobachtet werden.
Molekülschwingungen
führen entweder zu
Veränderungen der Bindungslängen: Streckschwingung
oder
Veränderungen der Bindungswinkel: Deformationsschwingungen
je
komplexer das Molekül desto mehr IR-beobachtbare Schwingungen gibt es:
Beispiel Methylengruppe:

Manche
Phenomäne der Molekülschwingung können mit einem mechanischen Modell einer
Schwingung (Kugeln über Feder verbunden) erklärt werden:
·) Je stärker die Feder (>Bindungsstärke) ist desto schneller die Schwingung
(höhere Frequenz). => n(CºC)>n(C=C)>n(C-C)
·) Je höher die Gewichte der Kugeln (höheres Atomgewicht)
desto niedriger die
Schwingungsfrequenz.
Im
IR-Spektrum wird meist die Wellenzahl
als Abszisse und die Transmission
(% Durchlässigkeit) als Ordinate angegeben.
T=I/I0
für
die Extinktion gilt folgende Beziehung:
E=log(I/I0)
Maximale
Durchlässigkeit (keine Absorption) ist im IR-Spektrum oben. Absorptionen zeigen
sich durch negative Peaks:

IR-Spektrum von i-butanol
4) Zuordnung der
Signale:
Diverse
Bereiche im IR-Spektrum sind charakteristisch für bestimmte Molekülgruppen:

Beispiel Aceton:

Einfluss
der Atommassen:
Chlorofom (CHCl3)
Deuterochloroform (CDCl3)

Einfluss
von H-Brückenbildung in Alkoholen:
verdünntes t-butanol
konzentriertes t-butanol

5) Beispiele:
5.1: Summenformel: C5H10O

Interpretation:
3400-3200 cm-1: kein OH oder NH
3100 cm-1: kein Peak der auf ungesättigte CH hindeutet
2900 cm-1: starker Peak deutet auf gesättigtes CH
2200 cm-1: keine unsymmetrischen Dreifachbindungen
1710 cm-1: starke C=O Absorption
1610 cm-1: keine Absorption die auf C=C Bindungen hindeutet
Auflösung:
5.2: Summenformel: C8H8O

Interpretation:
3400-3200 cm-1: kein OH oder
NH
3100 cm-1: moderater Peak von ungesättigten CH
2900 cm-1: schwacher Peak für gesättigte CH
2200 cm-1: keine unsymmetrischen Dreifachbindungen
1690 cm-1: starke C=O Absorption
1610 cm-1: schwache Absorption die auf C=C Bindungen
hindeutet
Auflösung:

5.3: Summenformel: C7H8O

Interpretation:
3400-3200 cm-1: starker Peak
deutet auf OH hin
3100 cm-1: schwacher peak deutet auf ungesättigte CH
2900 cm-1: schwacher peak deutet auf gesättigte CH
2200 cm-1: keine unsymmetrische Dreifachbindung
1720 cm-1: keine C=O Gruppe
Auflösung:

5.4:
Summenformel: C8H7N

Interpretation:
3400-3200 cm-1: kein OH oder
NH
3100 cm-1: starker Peak deutet auf ungesättigtes CH
2900 cm-1: moderater Peak deutet auf gesättigte CH
2250 cm-1: starke Absorption für unsymmetrische
Dreifachbindung
1720 cm-1: keine C=O Gruppe
Auflösung:

5.5: Summenformel: C7H6O

Interpretation:
3400-3200 cm-1: kein OH oder
NH
3100 cm-1: moderater Peak deutet auf ungesättigtes CH
2900 cm-1: keine Peak der auf gesättigtes CH deutet
2750-2600 cm-1: moderate Peaks deuten auf aldehydisches CH
2250 cm-1: keine unsymmetrische Dreifachbindung
1700 cm-1: starke C=O Absorption
1450-1600 cm-1: moderate Absorption typisch fuer aromatische
C=C
Auflösung:

5.6:
Summenformel: C3H7NO

Interpretation:
3400-3200 cm-1: starker Peak
von OH oder NH
3100 cm-1: kleiner Peak für mögliches ungesättigtes CH
2900 cm-1: kleiner Peak für mögliches gesättigtes CH
2200 cm-1: keine unsymmetrischen Dreifachbindungen
1650 cm-1: starke C=O Absorption
1550 cm-1: moderate Absorption typisch für "N-H
bending"
Auflösung:

5.7: Summenformel: C4H8O2

Interpretation:
3400-3200 cm-1: kein OH oder
NH
3100 cm-1: kein Peak der auf ungesättigtes CH deutet
2900 cm-1: kleiner Peak deutet auf gesättigte CH
2200 cm-1: keine unsymmetrischen Dreifachbindungen
1760 cm-1: starke C=O Absorption
1600 cm-1: kein Peak der auf C=C deutet
1250 cm-1: starker, breiter Peak deutet auf C-O
Auflösung:

5.8: Summenformel: C7H5OCl

Interpretation:
3400-3200 cm-1: kein OH oder
NH
3100 cm-1: scharfer Peak deutet auf ungesättigtes CH
2900 cm-1: kein peak der auf gesättigte CHs deutet
2200 cm-1: keine unsymmetrischen Dreifachbindungen
1780 cm-1: starke C=O Bande
1450-1600 cm-1: scharfe Peaks deuten auf aromatische C=C
Auflösung:

5.9:
Summenformel: C6H6S

Interpretation:
3400-3200 cm-1: kein OH oder
NH
3100 cm-1: scharfer Peak deutet auf ungesättigte CH
2900 cm-1: kein Peak der auf gesättigte CHs deutet
2550 cm-1: starker peak deutet auf S-H Gruppe
2200 cm-1: keine unsymmetrischen Dreifachbindungen
1710 cm-1: keine Carbonyl Absorption
1450-1600 cm-1: scharfe Peaks deuten auf aromatische C=C
Auflösung:

5.10: Summenformel: C4H6

Interpretation:
3400-3200 cm-1: kein OH oder
NH
3100 cm-1: starker peak deutet auf ungesättigtes CH
2900 cm-1: kein Peak der auf gesättigte CHs deutet
2200 cm-1: keine unsymmetrsichen Dreifachbindungen
1710 cm-1: keine C=O Absorption
1590 cm-1: starker Peak deutet auf C=C
Auflösung:
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