Walter OBERMAYER
Institut für Botanik
Karl-Franzens-Universität Graz
Holteigasse 6
A-8010 Graz, A U S T R I A

walter.obermayer@kfunigraz.ac.at 
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Lehre
Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 1

A) Morphologische Grundbegriffe (siehe Adler S 39 - 106 und Sachregister 1067 - 1112)

Grundorgane einer Pflanze:

  • Wurzel (Summe=Rhizicom)
  • Sproßachse (Summe=Caulom): aus Knoten (Nodi, sing. Nodus) und Zwischenknotenstücken (Internodi)

  •         (Sproßachse im Blütenbereich: Blütenachse=Blütenboden)
  • Blätter (Summe=Phyllom)

  •         Blätter+Sproßachse=Sproß

    Blattstellung: a) schraubig (nur ein Blatt pro Knoten) - b) wirtelig (mehr als ein Blatt pro Knoten; Quirl: mehr als 2 Blätter pro Knoten)

    Blattstellungsregeln:

  •  Äquidistanzregel: Abstand (bzw. Winkel) zwischen zwei Blättern am selben Knoten bleibt gleich
  •  Konstanzregel: Zahl der Blätter an verschiedenen Knoten ist häufig gleich
  •  Alternanzregel: Blätter von zwei übereinanderliegenden Wirteln stehen auf Lücke

  • Blattorgane im Blütenbereich (bzw. im Bereich der Sproßverzweigung):

  • Tragblatt (~Deckblatt): Blatt aus dessen Achsel ein Seitensproß entspringt
  • Vorblatt: ein (bei Einkeimblättrigen) oder zwei (bei Zweikeimblättrigen) oder mehrere Blätter, die am Seitensproß (über dem Tragblatt, aber vor der Blütenregion) stehen
  •  Blütenhüllblätter (Summe=Perianth, Blütenhülle)
  •  Staubblätter (Stamina, sing. Stamen) (Summe=Androeceum)
  •  Fruchtblätter (Karpelle, sing. Karpell) (Summe=Gynoeceum)
  • Blüte: Unverzweigter Kurzsproß mit begrenztem Wachstum, dessen Blattorgane direkt (Staubblätter und Fruchtblätter) oder indirekt (Blütenhüllblätter) im Dienste der geschlechtlichen Fortpflanzung stehen
    zu Blütenhülle:
  •  "einfach" (=Perigon): aus gleichartigen Wirteln oder nur einem Wirtel; Perigonblätter=Tepalen
  •  "doppelt": aus Kelch (Kalyx; Kelchblätter=Sepalen) und Krone (Corolla; Kronblätter= Petalen)

  • zu Androeceum (=Summe der Staubblätter):
        Stamina (Staubblätter) aus Filament=Staubfaden und Anthere=Staubbeutel
            Anthere meist aus 2 Staubbeutelhälften=Theken; jede Theca häufig aus 2 Pollensäcken (Loculamente)

    zu Gynoeceum (=Summe der Fruchtblätter):
        Fruchtblatt=Karpell aus: Fruchtknoten=Ovar und Griffel=Stylus und Narbe=Stigma
            außen: Bauch- und Rückennaht erkennbar
            innen: im Fruchtknoten sitzt auf Bauchnaht die Plazenta mit Samenanlagen
        "Stempel": einzelnes Fruchtblatt oder verwachsene Fruchtblätter (ebenso aus Fruchtknoten, Griffel und Narbe)

    Grad der Verwachsung mit Blütenboden (bzw. Lage des Fruchtknotens zu den übrigen Blütenwirteln)

  •  oberständiges Gynoecem (Fruchtknoten nur mit Basis an Blütenboden angewachsen)

  •         Sonderfall: mittelständiges Gynoeceum (eigentlich oberständig aber mit seitlich hochgezogenem, -!! nicht verwachsenen !!- Blütenboden)
  •  halbunterständiges Gynoeceum (Fruchtknotenwand bis etwa zur Mitte (=bauchigste Stelle) mit Blütenboden verwachsen)
  •  unterständiges Gynoeceum (Fruchtknotenwand zur Gänze mit Blütenboden verwachsen)

  • Blütendiagramm und Blütenformel (siehe handout)

    B) Umgang mit der Stereolupe

    C) Objekte: Leucojum vernum (Frühlingsknotenblume) oder Galanthus nivalis (Schneeglöckchen)

    Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 2

    A) Weitere morphologische Grundbegriffe (siehe Adler S 39 - 106 + Sachregister 1067 - 1112)

    Blütenstände
    Def. Blütenstand=Infloreszenz ist ein verzweigtes Sproßsystem, dessen Verzweigungen mit Blüten abschließen, spätestens nach der Fruchtbildung absterben und niemals vegetativ weiterwachsen.

    1. Racemöse=einfache='traubige' Blütenstände:
    Def.  Von einer Hauptachse verzweigen die untergeordneten (unverzweigten, mit einer Blüte abschließenden) Seitenachsen (=Blütenstiele)

  • Traube: verlängerte Hauptachse mit gestreckten Seitenachsen (Blüte gestielt)
  • Ähre: verlängerte Hauptachse mit gestauchten Seitenachsen (Blüte "sitzend")
  • Kolben: wie Ähre aber mit fleischig verdickter Hauptachse
  • Köpfchen: wie Kolben aber auch Hauptachse gestaucht (Körbchen=Korb: scheibenförmig abgeflachtes Köpfchen)
  • Dolde: extrem gestauchte Hauptachse, gestreckte Seitenachsen (alle Seitenachsen scheinbar von einem Punkt ausgehend)

  • 2. Cymöse Blütenstände:
    Def. Hauptachse schließt mit Blüte ab (wächst nicht mehr weiter); Seitenverzweigungen (entspringen immer in den Achseln der Vorblätter) übergipfeln Hauptachse

  • Dichasium (Verzweigung aus Achseln beider Vorblätter)
  • Monochasien (Verzweigung aus Achsel eines Vorblattes) - Wickel / Schraubel / Sichel / Fächel
  • Zusammengesetzte Blütenstände:
  • Rispe: Hauptachse mit sich immer weiterverzweigenden, untergeordneten (racemösen) Seitenenachsen (Zahl der Seitenzweige nimmt von unten nach oben ab)
  • Doppeldolde/Doppeltraube/Doppelähre: An den Seitenverzweigungen wiederholt sich das ursprüngliche (an der Hauptachse erkennbare) Verzweigungsmuster
  • Thyrsus: (racemöse) Hauptachse mit cymösen Seitenverzweigungen

  • B) Merkmale der Amaryllidáceae=Narzissengewächse (zu Asparagales)

  • auffälliges Perigon (zwei 3er Wirtel)
  • zwei alternierende Staubblattkreise (in 3er Wirteln)
  • 3 verwachsene Fruchtblätter
  • Septalnektarien
  • Früchte: Beeren oder Kapseln
  • Samen mit schwarzer Samenschale
  • unterständiger Fruchtknoten
  • Blütenformel: + PC3+3 A3+3 G(3) oder  + PC(3+3) A3+3 G(3)
  • wichtige heimische Vertreter: Leucojum vernum (Frühlingsknotenblume), Galanthus nivalis (Schneeglöckchen), Narcissus (versch. Narzissen-Arten)
  • Wirtschaftliche Bedeutung: viel Zierpflanzen

  •  

     

    C) Bestimmungsgang (mit Bestimmungsbuch)
    Scilla spec. (Bestimmung bis zur Gattung)

    Merkmale der Hyacynthaceae: wie Amaryllidaceae (aber oberständiges Gynoeceum)
    wichtige heimische Gattungen: Ornithogalum (Milchstern), Scilla (Blaustern), Muscari (Traubenhyazinthe) --> Zierpflanzen

    Blütenformel bei vielen Vetretern der Liliales und Asparagales (beide Ordnungen früher unter "Lilianae" zusammengefaßt):
    + PC 3+3 A 3+3 G(3) [ober- oder unterständig]

    Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 3

    A) Weitere morphologische Grundbegriffe

    Das Blatt
    Gliederung eines typischen Laubblattes:

  • Blattgrund (bei Monokots häufig als Blattscheide ausgebildet)
  • Nebenblätter (Stipeln, Stipulae; können fehlen)
  • Blattstiel (Petiolus)
  • Blattspreite (Lamina; mit Blattadern=Blattnerven [Blattnervatur bei Monikots streifennervig, bei Dicots parallelnervig)

  • Blattgrund+Nebenblätter=Unterblatt  //  Blattstiel+Blattspreite=Oberblatt
    Bereich zwischen Blattbasis und Sproßachse = Blattachsel (mit Achselknospe) --> Sproßverzweigung immer aus einer Blattachsel

    Gliederung der Laubblattspreite:
    a) einfach b) zusammengesetzt

    zu einfach:

  • unzerteilt (ohne tiefere Einschnitte, jedoch gesägt, gezähnt, .... möglich)
  • zerteilt (mit Einschnitten [in die Spreitenhälfte]: gelappt [1/4-1/3], geteilt [1/3-1/2], geteilt [bis 2/3], geschnitten [bis 4/5]

  • zu zusammengesetzt:
    Spreite aus getrennten Teilen [=Blättchen=Fiedern] bestehend (nur Mittelnerv=Rachis verbindet Spreitenteile) --> Fiederblatt

  • paarig gefiedert: ohne Endblättchen(=Endfieder), häufig mit kurzer Spitze oder langer Ranke
  • unpaarig gefiedert: mit Endblättchen(=Endfieder)
  • gefingert: Fiedern entspringen (scheinbar) aus einem Zentrum

  • Blattspreitenrand (wichtige Typen):

  • ganzrandig (ohne jeden Einschnitt)
  • gesägt (mit spitzen Vorsprüngen und spitzen Einschnitten)
  • gezähnt (mit spitzen Vorsprüngen und abgerundeten Einschnitten; wie "heruntergebissen")
  • gekerbt (mit abgerundeten Vorsprüngen und spitzen Einschnitten)
  • buchtig (Vorsprünge und Einschnitte abgerundet)

  • Blattfolge (charakteristische zeitliche Abfolge der Blattentwicklung von der Keimung bis zur Blüte):

  • Keimblätter (bei Monocots [Liliopsida]: eines; bei Dicots [Magnoliopsida+Rosopsida]: zwei; bei Gymnospermen: meist mehr als zwei)
  • Niederblätter (häufig Reduktion der Blattspreite; Blattgrund [bis zu 95%] und Nebenblätter meist deutlich entwickelt; Achtung: auch Knospenschuppen sowie Schuppenblätter bei Rhizom und Zwiebel sind Niederblätter)
  • Laubblätter
  • Hochblätter (im Blütenstandsbereich:Trag=Deckblätter und Vorblätter)
  • Blütenhüllblätter
  • Staubblätter
  • Fruchtblätter

  • Blattstellung (Ergänzung):
    schraubig (1 Blatt/Knoten): Sonderfall: 2-zeilig (übereinanderliegende Blätter sind um jeweils 180° gedreht [es entstehen - von der Spitze hinab zur Wurzel betrachtet - zwei "Zeilen")
    wirtelig (mehr als 1 Blatt/Knoten): Sonderfall: kreuzgegenständig (2 Blätter/Knoten) -  mehr als zwei Blätter/Knoten = quirlig
     

    B) Merkmale der Primuláceae (=Primelgewächse) (am Beispiel Primula acaulis)

  • Kräuter
  • keine Nebenblätter
  • Blüte zwittrig; radiär, 5-zählig
  • Androeceum: häufig monostemon
  • Gynoeceum: meist oberst. Fruchtknoten, coeno-paracarp mit Zentralplazenta (p.p. heterostyl=unterschiedliche Griffellänge)
  • wichtige heimische Vertreter: Primula (Himmelschlüssel), Cyclamen (Alpenveilchen), Lysimachia (Gilbweiderich), Soldanella (Troddelblume), Androsace (Mannsschild)
  • wirtschaftliche Bedeutung: zahlreiche Zierpflanzen; weltweit ca. 800 Arten

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 4

    A) Weitere morphologische Grundbegriffe (siehe auch Adler S 39 - 106 und Sachregister 1067 - 1112)

    Entwicklungskreislauf einer Angiospermenpflanze (vereinfacht):
    Ausgangspunkt der Entwicklung: Blühende Pflanze (diploider Sporophyt) mit a) Androeceum und b) Gynoeceum
    a) Entwicklung im Androeceum:
    in den Pollensäcken entwickeln sich aus Archesporzellen die (diploiden) Pollenmutterzellen -> runden sich ab, isolieren sich -> Meiose: aus einer Pollenmutterzelle entstehen 4 (haploide) Pollenkörner -> werden aus Pollensack entlassen -> gelangen (durch Wind, Tiere, etc.) auf Narben (=Bestäubung) -> Pollenkorn keimt auf Narbe aus und wächst mit Pollenschlauch (durch Griffel) bis zu den Samenanlagen -> dabei (oder noch in  den Pollensäcken) kommt es zur Teilung in eine generative Zelle und in eine vegetative Zelle -> die vegetat. Zelle bildet Pollenschlauchzelle (der Kern liegt in der Spitze des Pollenschlauchs); die (in die Pollenschlauchzelle eingeschlossene) generative Zelle teilt sich in zwei Spermazellen.
    b) Entwicklung im Gynoeceum:
    Aufbau der Samenanlagen (SA): Stiel (Funiculus) = Verbindung der SA mit  Plazenta; Chalaza = Grund der SA (~Endbereich des Leitbündels); Integumente = Hüllschichten (2 oder 1) der SA; Mikropyle = Öffnung in den inneren Teil der SA; Nucellus = innerer Teil der SA
    Entwicklung: im Nucellus entsteht eine (diploide) Embryosackmutterzelle (Megasporenmutterzelle) -> Meiose: aus einer Embryosackmutterzelle entstehen 4 (haploide) Megasporen -> nur eine davon wird zur (vorerst einkernigen) Embryosackzelle -> freie Kernteilungen: 8 Zellkerne entstehen -> 3 befinden sich an der Basis (und umgeben sich mit Zellwand=Antipodenzellen); 3 befinden sich an der Spitze (und umgeben sich mit Zellwand = 2 Synergidenzellen, 1 Eizelle) -> restliche 2 Kerne (=Polkerne) verschmelzen zu (diploidem !) sekundären Embryosackkern.
    c) Bestäubung -> Befruchtung (! doppelte Befruchtung !):
    Bestäubung: Übertragung der Pollenkörner auf die Narbe
    Befruchtung: wird durch Wachstum des Pollenschlauches von Narbe in Richtung Samenanlagen eingeleitet -> Pollenschlauch wächst (meist) bis zur Mikropyle -> Inhalt des Pollenschlauches wird in eine Synergide entleert (diese wird dabei meist zerstört; auch Pollenschlauchkern geht zugrunde)  -> ein Spermakern verschmilzt mit Eikern zur (diploiden) Zygoge -> aus Zygote  wird später der Embryo; zweiter Spermakern verschmilzt mit (bereits diploidem) sekund. Embryosackkern zu (triploidem) Endospermkern -> es entsteht ein triploides sekundäres Endosperm (Nährgewebe).
    d) Samen (zuerst noch im Stempel eingeschlossen) bestehen aus:
    1) Testa (=Samenschale; aus Integumenten entstanden)
    2) Sekundäres Endosperm (=Nährgewebe; wenn sek. Endosperm stark reduziert ist, kann die Keimlingsversorgung auch durch Nucellusgewebe=Perisperm oder durch Speichergewebe-Keimblätter erfolgen; selten (z.B. bei Orchidaceae) fehlt ein Nährgewebe)
    3) Embryo (mit Sproßpol=Plumula und Wurzelpol=Radicula und 1 oder zwei Keimblättern=Kotyeldonen)
    e) Same -> Frucht (siehe auch Teil xxxx)
    Frucht: "Blüte im Zustand der Samenreife" oder "Organe, welche die Samen bis zur Reife umschließen und dann ihrer Ausbreitung dienen"
    Die Samen umhüllende Strukturen können sein: Fruchtknotenwand (Perikarp); Achsengewebe; Perianthanteile; Trag- und Vorblätter
    f) Samen- und Fruchtausbreitung
    selbst; durch Tier (inkl. Mensch); durch Wind; durch Wasser
    g) Keimpflanze - Keimung
    Aufbau der Keimpflanze: Keimwurzel; Hypokotyl (=Sproßabschnitt zw. Wurzel und Knoten der Keimblätter); Kotyledonen (Keimblätter); Epikotyl (=Sproßabschnitt zw. Knoten der Keimblätter und dem der ersten Folgeblätter)
    Keimung (nach Wasseraufnahme) mit einem Keimblatt: Monokots (Liliopsida); mit zwei Keimblättern: Dikots (=Magnoliopsida + Rosopsida); mit (meist) mehreren Keimblättern: Gymnospermen
    epigäische ('oberirdische') Keimung - hypogäische ('unterirdische') Keimung

     B) Merkmale der Boragináceae (=Rauhblattgewächse) (am Beispiel Symphytum tuberosum)

  • meist krautig
  • Blätter wechselständig; einfach; borstig behaart; häufig Lageverschiebungen
  • Blütenstand: Doppelwickel
  • verwachsene Kelch- und Kronblätter
  • Kronblätter häufig mit "Schlundschuppen" (=Einstülpungen in die Kronröhre)
  • Androeceum: haplostemon; Filamente an Kronröhre angewachsen
  • Gynoeceum: oberständig; 2-blättrig, coeno-syncarp; Septen median + falsche Scheidewand (median)
  • Frucht: Klausenfrüchte (=Bruchfrucht; zerfällt in 4 einsamige Klausen [Nüßchen])
  • Blütenformel: + K(5) (C(5) A 5) G(2) [+falsches, medianes Septum]
  • wichtige heimische Vertreter: Echium (Natternkopf), Cerinthe (Wachsblume), Symphytum (Beinwell), Onosma (Lotwurz), Myosotis (Vergißmeinnicht), Pulmonaria (Lungenkraut)
  • wirtschaftliche Bedeutung: Zierpflanze; weltweit ca. 2000 Arten (in ca. 100 Gattungen)

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 5

    A) Test

    B) Einteilungsmöglichkeiten nach Strategien zur Bewältigung ungünstiger Zeiten

    a) Lebensdauer der grünen Laubblätter:

  • Immergrüne (Blätter leben mehrere Jahre)
  • Wintergrüne (Blätter leben etwa ein Jahr [aber über den Winter])
  • Sommergrüne (Blätter leben nur vom Frühling bis zum Herbst)

  • b) Lebensdauer der gesamten Pflanze
    b1) Hapaxanthe (=monokarpische Pflanzen): blühen (und fruchten) nur einmal und sterben danach ab

  • Einjährige(=Annuelle): leben (von Keimung bis Tod) nur eine Vegetationsperiode
  • Zweijährige(=Bienne): leben (von Keimung bis Tod) zwei Jahre; fruchten aber nur im 2. Jahr
  • mehrjährige Hapaxanthe (=Plurienne): leben viele Jahre; fruchten aber nur in ihrem Sterbejahr

  • b2) Pollakanthe (=polykarpische Pflanzen): blühen (und fruchten) mehrmals in ihrem Leben
  • Stauden: krautige pollakanthe Pflanzen (Achtung: auch die Ein- und Zweijährigen sind krautig!)
  • Holzgewächse: verholzte pollakanthe Pflanzen

  • c) Lebensformen (Einteilung hauptsächlich nach Ort der Überdauerungsknospen während ungünstiger Jahreszeiten)
    c1) Phanerophyten: Überdauerungsknospen über (30-)50 cm über dem Boden [über einer möglichen Schneedecke] (Bäume; Sträucher)

  • Immergrüne Phanerophyten (z.B. Fichte, Tanne, Eibe) / Sommergrüne Phanerophyten (z.B. Linde, Erle, Buche, Hasel etc.)

  • c2) Chamaephyten: Überdauerungsknospen meist 5-10 (max. 50 cm) über dem Boden [unter einer möglichen Schneedecke]:
  • Zwergsträucher: alle Teile der Sproßachse sind verholzt und überdauern (Heidelbeere)
  • Teppichsträucher (=Spaliersträucher): an den Boden angepreßte Stäucher (Silberwurz; alpine Weidenarten)
  • Halbsträucher: unverholzte Teile der Sproßachse sterben ab (Sonnenröschen)
  • Polsterpflanzen (verholz oder unverholzt; z.B. Flachpölster, Halbkugelpölster, etc.) (Stengelloses Leimkraut)
  • bodennahe Sukkulente: krautige Pflanzen mit fleischigen (sukkulenten) Laubblättern (Mauerpfeffer)

  • c3) Hemicryptophyten: Überdauernungsknospen "an" der Bodenoberfläche: z.B. Rosettenpflanzen und Schaftpflanzen (Löwenzahn); Kriech-Hemicryptophyten (=bodennahe Ausläuferpflanzen, z.B. Erdbeere); Horstpflanzen (viele Poaceae und Cyperaceae)
    c4) Cryptophyten (=Geophyten): Überdauerungsknospen (meist an Speicherorganen sitzend) unterirdisch
  • Rhizomgeophyten: Rhizom(="Wurzelstock"): unterirdischer (Speicher-)Sproßabschnitt mit schuppenförmigen Blättern und Wurzeln (Buschwindröschen)
  • Zwiebelgeophyten: Zwiebel: gestauchte Sproßachse von meist fleischigen (oder schuppigen) Blättern eingehüllt (Lauch; Schneeglöckchen)
  • Knollengeophyt (Knolle=(meist unterirdisches)Speicherorgan; Sproßknollen [Krokus, Kartoffel] oder Wurzelknollen [Scharbockskraut])
  • Wurzelgeophyt: Sproßknospen sind wurzelbürtig (Acker-Kratzdistel; Acker-Winde)

  • c5) Therophyten: keine Überdauerungsorgane an der Pflanze; nur Same überdauert:
  • Sommer-Annuelle (Keimen im Frühling und sterben im Herbst/Winter wieder ab)
  • [Winterannuelle sind eigentlich Hemicryptophyten: Keimen im Spätsommer/Herbst, überdauern meist als Halbrosetten-Hemicryptophyten, sterben im nächsten Frühling/Sommer/Herbst wieder ab]

  • C) Merkmale der Lamiáceae (am Beispiel Lamium maculatum)

  • 4-kantiger Stengel
  • kreuz-gegenständige Blattstellung
  • ätherische Öle in Drüsenhaaren
  • Blütenstand: Thyrsus (Teilblütenstand: Doppelwickel; zu "Scheinqirlen" zusammengezogen)
  • zygomorphe Blüte
  • verwachsene Kelchblätter
  • verwachsene Kronblätter: 2 zu Oberlippe verwachsen (kann fehlen); 3 zu Unterlippe verwachsen
  • haplostemones Androeceum (medianes Staubblatt immer ausgefallen; meist 2 längere, 2 kürzere Staubblätter)
  • 2-blättriges Gynoeceum (coenocarp-syncarp) mit falschem (medianen) Septum
  • Frucht: Klausenfrucht (zerfällt bei Fruchtreife in 4 einsamige Teilfrüchte (Klausen))
  • Blütenformel: zygomorph K(5) (C(2):(3) A1o :2:2) G(2) [+falsches, medianes Septum]
  • Blütenökologie: Pollenübertragung meist auf den Rücken der Insekten
  • Wirtschaftliche Bedeutung: wegen aromatischen Geruchs (aus Drüsen mit ätherischen Ölen) viele Küchen- und Heilkräuter (Majoran, Basilikum; Rosmarin, Thymian, Minze; Lavendel, Salbei); ca. 3200 Arten weltweit (90 in Österreich)

  • Geimeinsamkeiten mit (nicht nächst verwandten) Boragináceae:

  • 1. Doppelwickel als Blütenstand
  • 2. Klausenfrüchte

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 6

    A) Früchte (=Blüten im Zustand der Samenreife)

    Fruchtaufbau:
  • Fruchtwand (=Perikarp; aus Fruchtknotenwand hervorgegangen): kann gegliedert sein in Exokarp/Mesokarp/Endokarp)
  • reife Samen (auf Plazenta sitzend)
  • Bauchnaht: der Blütenachse zugekehrte Verwachsungsstelle ("Naht") des Fruchtblattes (innen mit aufsitzenden Samenanlagen)
  • Rückennaht: "Naht" gegenüber der Bauchnaht (Mittelnerv des Fruchtblattes)

  • einige wichtige Fruchttypen:

  • Nuß: Perikarp (=Exo- + Meso- + Endokarp) holzig, lederig oder häutig (z.B. Haselnuß; Sammerlnußfrucht bei Erdbeere)
  • Beere: Perikarp saftig, fleischig (z.B. Wein'trauben', Ribisel)
  • Steinfrucht: Exokarp: ledrig, Mesokarp: fleischig, Endokarp: holzig ("steinhart") (z.B. Steinobst; Walnuß)
  • Balg: aus einem Fruchtblatt; öffnet sich bei Samenreife nur an Bauchnaht (z.B. Sammelbalgfrüchte bei Hahnenfußgewächsen=Ranunculáceae)
  • Hülse: aus einem Fruchtblatt; öffnet sich bei Samenreife an Bauch- und Rückennaht (z.B. Erbse,Erdnuß(Fabáceae)
  • Kapsel: aus mehreren verwachsenen Fruchtblättern (=coenokarpes Gynoeceum); öffnet sich bei Samenreife an versch. Stellen (z.B. bei Glockenblumen; Mohn; Springkraut)

  •     [Schote: mehrsamige Kapselfrucht; öffnet sich bei Samenreife in Form von sich ablösenden Klappen] (bei Brassicáceae; Schöllkraut)
  • Klausenfrucht: aus zwei verwachsenen Fruchtblättern entstehen (durch Einziehen eines Medianspetums) 4 Teilfrüchte (=Klausen) (z.B. bei Boragináceae und Lamiáceae)
  • Achaenen: Nußfrucht bei Asteraceae (Samenschale und Fruchtwand sind miteinander verklebt/verwachsen; Gynoeceum unterständig)
  • Karyopsen: Nußfrucht bei Poaceae (Samenschale und Fruchtwand sind miteinander verklebt/verwachsen; Gynoeceum oberständig)

  • C) Merkmale der Rosáceae (an den Beispielen Malus; Prunus; Spiraea)

  • häufig mit Nebenblättern
  • häufig extraflorale Nektarien
  • wechselständige Blätter
  • doppelte Blütenhülle
  • stark modifizierter Blütenboden (--> sehr unterschiedliche Fruchttypen)
  • Androeceum: häufig sekundär polyandrisch (äußerer Wirtel)
  • Gynoeceum: meist chorikarp (ein (bei Prunoideae) bis zahlreiche Fruchtblätter); meist "mittelständiger" Fruchtknoten (=mit seitlich hochgezogener Blütenachse
  • weltweit etwa 100 Gattungen mit ca. 3100 Arten
  • wirtschaftliche Bedeutung: Obstbäume (Apfel+Birne(Apfelfrucht) -- Kirsche+Zwetschge+Marille+Pfirsich=Steinobst (mit Steinfrüchten); -- (Erd'beeren'(Sammelnußfrucht)+Him'beeren'(Sammelsteinfrucht)+Brom'beeren'(Sammelsteinfrucht)="Beerenobst")
  • Blütenformel: + K5 C5 A53+5 G1  (z.B. Prunus) oder + K5 C5 A53oder5+5 G(5)unterständig  (z.B. Malus, Pyrus).

  • Unterfamiliengliederung (vorwiegend nach Fruchttyp + Zahl der Fruchtblätter + Zahl der Samenanlagen)

  • Spiraeoideae: Sammelbalgfrüchte; mittelständiges Gynoeceum (Spiraea=Spierstrauch; Aruncus=Waldgeißbart)
  • Rosoideae: Sammelnuß- oder Sammelsteinfrüchte; mittelständiges Gynoeceum (z.B. "Beerenobst"(siehe oben); Rosa (Früchte=Hagebutten(Sammelnußfrucht
  • Maloideae: ("Kernobst"): Apfelfrüchte; unterständiges Gynoeceum
  • Prunoideae ("Steinobst"): 1 Fruchtblatt; mittelständiges Gynoeceum

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 7

    A) Merkmale der Cyperáceae ("Sauergräser"; am Beispiel Carex)
     

  • Stengel nicht knotig verdickt; 3-kantig --> 3-zeilige Blattstellung
  • meist geschlossene Blattscheiden
  • windblütig --> daher starke Reduktionen im Blütenbereich:
  • Perianth: selten mit  a) Borsten (Schoenoplectus, Scirpus, Eleocharis) oder Haaren (Eriophorum); meist mit b) reduziert (Carex)
  • Morphologische Herleitung der Carex-Blüte:

  • bei Schoenoplectus, Scirpus und Eleocharis noch Zwitterblüten mit 6 Perigonborsten vorhanden (bei Eriophorum diese zu Haarsaum vermehrt)
    bei Kobresia myosuroides (schon mit eingeschlechtige Blüten) noch Tragblatt des Blütenstandes und Tragblatt der weiblich Blüte (diese nur mehr aus Gynoeceum bestehend) und darüber Tragblatt der männlichen Blüte (diese nur mehr aus 3 Staubblättern bestehend) vorhanden.
    bei Carex Blütenstand ist zu einer einzigen Blüte verarmt (weibliche oder männliche "Ährchen"); bei weiblicher Blüte ist Tragblatt der Blüte zu einem Schlauch (=Utrikulus) um den Fruchtknoten (nicht jedoch mit ihm!) verwachsen (durch ein apikales Loch ragen die Narbenäste heraus).
    die zu einer Blüte verarmten Teilblütenstände ("Ährchen") sind wieder zu Ähren zusammengefaßt:
    1) einährige Seggen (monostachysch; Pflanze mit nur einer Ähre): a) 1-häusig (z.B. weibliche Blüten im unteren Teil der Ähre und männliche Blüten oben oder umgekehrt); b) 2-häusig (weibliche und männliche Blüten sind jeweils auf getrennten Pflanzen)
    2) mehrährige Seggen (Pflanze mit mehr als einer Ähre): a) gleichährige Seggen (homostachysch; immer männliche und weibliche Blüten pro Ähre vorhanden); b) verschiedenährige Seggen (heterostachysch; z.B. unten rein weibliche Ähren und oben rein männliche Ähren oder umgekehrt)
  • wirtschaftliche Bedeutung: wichtige "Torfbildner" (z.B. Wollgras); weltweit 3600 Arten (davon allein 1600! Carex-Arten)

  • B) Merkmale der Ranunculáceae (am Beispiel Ranunculus acris)
     

  • meist krautig (außer Waldrebe=Clematis: verholzt): Geophyten (Rhizom; Wurzelknollen; Sproßknollen)
  • Blatter fast immer wechselständig (außer Waldrebe: gegenständig)
  • Hochblätter zeigen oft Übergänge zu Blütenblättern (z.B. Helleborus)
  • Blütenstand: Cymen (bei Ranunculus oben mit deutlichen Dichasien)
  • Blütenhülle: einfach (Perigon: wirtelig od z.T. noch schraubig)
  • Andreoceum: primär polyandrisch (schraubig)
  • äußerster Staubblattwirtel kann zu Nektarblättern umgewandelt sein (immer bei Ranunculus)
  • Gynoeceum: chorikarp, oberständig (1 bis viele freie Fruchtblätter)
  • Früchte: Sammelbalgfrucht; Sammelnußfrucht
  • (wirtschaftliche) Bedeutung: viele giftige Vertreter (Alkaloide; z.B. Aconitum); weltweit ca. 2200 Arten
  • Blütenformel: z.B. +[seltener zygomorph bei Eisenhut, Rittersporn] PK5 NektarblätterC5 A zahlreich G (1-)zahlreich, frei, oberständig

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 8

    A) Merkmale der Apiáceae ("Doldengewächse"; am Beispiel Anthriscus sylvestris)
     

  • meist krautig
  • meist in allen Organen schizogene Sekretgänge mit ätherischen Ölen --> wirtschaftliche Bedeutung
  • Stengel meist in markige (aufgeblasene) Knoten und hohle Internodi gegliedert
  • Blätter: wechselständig, häufig mehrfach gegliedert, mit großen Blattscheiden
  • Blütenstand: (fast immer) Doppeldolden (Tragblätter der Dolde = Hüllblätter; Tragblätter der Döldchen = Hülchenblätter)
  • Außenblüten häufig zygomorph; Innenblüten: radiärsymmetrisch
  • Blüten: 5-zählig
  • Kelch: oft ausgefallen
  • Androeceum: haplostemon; proterandrisch (Staubblätter werden vor den Fruchtblättern reif)
  • Gynoeceum: unterständig (coen0- synkarp); 2 verwachsene Fruchtlätter mit je einer Samenanlage (ursprünglich 2 angelegt);  getrennte Griffel mit "Griffelpolster" (=Nektarium); - Schnabel = nicht samenführender, oberster Teil des Fruchtknotens (liefert bei Bestimmung wichtige Merkmale)
  • Frucht: Spaltfrucht (die w Fruchtblätter trennen sich bei Samenreife wieder voneinander (--> 2 Merikarpien) und werden von einem sehr dünnen Karpophor (=Fruchthalter, der sich oben gabelt) getragen. Auf den Merikarpien befinden sich 5 charakteristische Rippen, zwischen den Rippen liegen die Riefen ("Tälchen"), in denen meist die Ölstriemen (=schizogene Exkretgänge) laufen  (liefern bei Bestimmung wichtige Merkmale).
  • Blütenformel: + [äußere Blüten: | ] Ko [selten K5] C5 A5 G (2) [unterständig]
  • wirtschaftliche Bedeutung: Gewürz- und Heilkräuter, Gemüsepflanzen (z.B. Karotten, Sellerie, Petersilie, Anis, Kümmel, Fenchel, Dill, Liebstöckl); äußerst giftige Vetreter (z.B. Schierling, Wasserschierling); weltweit ca. 300 Gattungen mit ca. 3000 Arten.

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    B) Merkmale der Orchidales ("Orchideen"; am Beispiel Listera ovata)
     

  • Stauden (Geophyten, häufig mit Wurzel- oder Sproßknollen)
  • Blütenstand: Trauben oder Ähren
  • Blütensymmetrie immer zygomorph
  • Perigon: 2-wirtelig; median-hinteres (=oberes) Blatt des inneren Wirtels zu Labellum (Lippe) umgewandelt, wird aber durch Drehung der Blüte (Fruchtknoten oder Blütenstiel) um 180° zur "Unterlippe" (Anflugstelle für Bestäuber),
  • Staubblätter: nur mehr 2 seitliche des inneren Wirtels (bei Frauenschuh) oder das median vordere des äußeren Wirtel (bei den meisten Orchidaceae) fertil. Die Pollenmasse wird als verklebte Masse (=Pollinium bzw. Pollinarium) abgegeben.
  • Gynoeceum: unterständig; coeno-parakarp (aus 3 verwachsenen Fruchtlättern) mit randständiger Plazenta. Zahlreiche winzige Samenanlagen (Samen brauchen schon bei Keimung endodrophe Mykorrhiza.
  • Staubblatt (bzw. 2 Staubblätter) und Griffel und Narben zu einem "Säulchen" (=Gynostemium) verschmolzen
  • Blütenformel: | P3 + 2:1 A2Staminodien :1 + 3o G(3) [unterständig]
  • wirtschaftliche Bedeutung: mit ca. 17500 Arten eine der größten Pflanzenfamilien; zahlreiche Zierpflanzen; Vanilla planifolia (Liane mit Kletterwurzeln) liefert Vanille-"Schoten".

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 9

    A) Test (Pflanzenbestimmen, Blütenformel, Blütendiagramm)

    B) Merkmale der Fabáceae ("Schmetterlingsblütler"; am Beispiel Vicia faba)
     

  • Fiederblätter + Nebenblätter
  • meist traubiger Blütenstand
  • Blüten streng zygomorph ("Schmetterlingsblüte")
  • Kelch meist verwachsen (5-zähnig --> 2-lippig); Kelchblattlücke vor Abstammungsachse
  • Krone: Fahne (ein median hinten liegendes Kronblatt); Flügel (2 transversale Kronblätter; häufig in Schiffchen eingehakt); Schiffchen (zwei median vorne liegende, häufig an der Spitze verwachsene Kronblätter)
  • Androeceum: diplostemon (sehr selten alle Filamente frei; häufig 9 (oder alle 10) Filamente zu einer offenen (oder geschlossenen) Röhre verwachsen
  • Bestäubungsmechanismus durch "Bauchbepinselung" der Insekten
  • Gynoeceum: 1 Fruchtblatt; oberständig --> Frucht: Hülse (öffnet sich an Bauch- und Rückennaht)
  • Blütenformel: | K(5) C3:(2) A (5+4):1 [oder A(5+5) G1
  • wirtschaftliche Bedeutung: weltlweit ca. 400 Gattungen mit etwa 9000 Arten; viele Nutzpflanzen ="Hülsenfrüchtler" (Futterpflanzen für Tiere: Klee, Luzerne, Esparsette, Wicke, Lupine; Eiweißnahrung für den Menschen: Bohne, Erbse, Linse, Sojabohne, Erdnuß); Wurzelsymbiose mit Bakterien ("Knöllchenbakterien") --> Stickstoffbindung (für Bodenverbesserung)

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 10

    A) Merkmale der Campanuláceae ("Glockenblumengewächse"; am Beispiel Campanula latifolia)
     

  • Pflanze mit Milchröhren
  • Doppeltes, 5-gliedriges Perianth
  • Androeceum: Staubbeutel nach innen gekehrt aber nicht miteinander verwachsen; Staubblätter stäuben ab bevor Gynoeceum reif ist (=Proterandrie); Pollenkörner werden auf Sammelhaaren der Griffelaußenfläche abgelagert
  • Gynoeceum: unterständig, coenocarp-syncarp (meist 3 oder 5 Fruchtblätter; selten 2 oder 10), zentralwinkelständige Plazenta
  • Früchte: häufig vielsamige (Poren-)kapsel
  • Blütenformel: + K5 C(5) A5 G(3) [oder 5; selten 2 oder 10; unterständig]
  • (wirtschaftliche) Bedeutung: gering (einige Garten-Zierpflanzen); einige heimische Vertreter (Campanula; Phyteuma=Teufelskralle; Jasione=Sandglöckchen;) Blütenaufbau zeigt viele Gemeinsamkeiten mit dem der --> Asteráceae

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    A) Merkmale der Asteráceae ("Kobblütler"; an den Beispielen Crepis biennis (oder Tragopogon orientalis) bzw. Achillea millefolium oder/und Cirsium spec. div.)
     

  • zahlreiche Blüten zu einem Köpfchen (Körbchen)-Blütenstand vereinigt
  • Hüllblätter des Köpfchens = Involucralblätter
  • Tragblätter der Einzelblüte = Spreublätter (können fehlen oder zu Borsten umgewandelt sein)
  • Kelchblätter zu Pappus (Haare/Borsten/Schuppen) umgewandelt (oder fehlend)
  • Krone: unterer Bereich verwachsen; 2 Blütentypen: a) Zungenblüten (zygomorph; Krone zu 3- oder 5-zipfeliger Zunge ausgezogen); b) Röhrenblüten (radiärsymmetrisch; ähnlich einer kleinen Glockenblume)
  • Andreoceum: Filamente frei (aber an Kronröhre angewachsen); Staubbeutel zu Röhre verwachsen (Pollenkörner werden durch Fegehaare des Griffel bei dessen Streckung [oder bei Filamentverkürzung] aus der Staubblattröhre herausgeschoben und vor der Gynoeceumsreife präsentiert = Proterandrie)
  • Gynoeceum: 2 verwachsen Fruchtlätter (2-Narben!) mit nur einer Samenanlage; unterständig
  • Frucht: Achäne (Nußfrucht bei der Fruchtwand und Samenschale aneinandergepreßt sind [ähnlich der Karyopsen der Gräser; diese aber aus oberständigem ! Fruchtknoten])
  • Unterfamiliengliederung: a) Barnadesioideae (nur in den Anden; mit scheinbar 2-lippigen Blüten); - b) Lactucoideae: nur Zungenblüten (mit 5 Kronzipfeln) oder nur Röhrenblüten; - c) Asteroideae: Zungen- (aber mit  3 Kronzipfeln) und Röhrenblüten
  • Blütenformel: + [oder | ] K5Pappus[oder fehlend] (C(5) A(5))G(2) [unterständig]
  • wirtschaftliche Beudeutung: größte Pflanzenfamilie (ca. 21 000 Arten !); Ölpflanze (Sonnenblume); Gemüse+Salat (Topinambur; Artischocke; "Salat"[=Lactuca sativa]; "Endiviensalat"[=Cichorium endivia]; "Schwarzwurzel"[=Scorzonera hispanica]); Heilfplanzen (Kamille; Arnika; Ringelblume); Insektenschutz (Chrysanthemum); Zierpflanzen ("Astern"; "Chrysanthemen")

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 11

    A) Merkmale der Brassicáceae ("Kreuzblütler"; am Beispiel Sinapis arvensis und Thlaspi arvense)
     

  • meist krautig, mit wechselständigen Blättern (diese nicht selten gefiedert)
  • keine Tragblätter, keine Vorblätter
  • traubige Blütenstände
  • disymmetrische Blüten (mit 4er Wirteln)
  • 4 Kelchblätter, 4 Kronblätter (diese oft mit Nagel [vertikaler Abschnitt] und Platte [horizontaler Abschnitt])
  • Androeceum: diplostemon; 2 mediane Staubblätter des äußeren Wirtels ausgefallen, zwei vorhanden (diese kürzer als die 4 Staubblätter des inneren Wirtels)
  • Gynoeceum: oberständig; coenokarp-synkarp (vermutlich 4 verwachsene Fruchtblätter: 2 bilden die "Klappen", 2 bilden Großteil des "Rahmens"(=Replum); falsche (häutige) Scheidewand (=Hymen; Silberhäutchen) zwischen dem Rahmen eingespannt
  • Frucht: Schote (mehr als 3 mal so lang wie breit) oder Schötchen (weniger als 3 mal so lang wie breit): Kapselfrucht (die Klappen fallen ab; die Samen bleiben am Replum hängen)
  • Blütenformel: +[disymmetrisch] K4 C4 A2o:2 + 4 G(2Replum:2)
  • (wirtschaftliche) Bedeutung: wegen Inhaltsstoffen (Senföl-Glykoside) wichtige Kulturpflanzen ( div. Kohl-Arten [Brassica oleracea], Raps [Brasica napus], Senf [Brassica nigra], weißer Senf [Sinapis alba], Rettich [Raphanus]; Zierpflanzen; weltweit 3000 Arten mit ca. 300 Gattungen

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    C) Merkmale der Juncáceae ("Simsengewächse"; am Beispiel Luzula luzuloides)
     

  • Pflanzen "grasartig" mit schmalen Blättern (3-zeilig) und unauffälligen Blüten
  • Blütenbau entspricht einer typ. "Lilianae"-Blüte (einziger Unterschied: Perigon = kelchartig, häutig; wegen Windblütigkeit !)
  • Perigon: zwei 3er Wirtel; Perigonblätter häutig
  • Androeceum: zwei 3er Wirtel
  • Gynoeceum: coenokarp-parakarp, oberständig, 3 verwachsene Fruchtblätter
  • Früchte: meist Kapseln
  • Blütenformel: + PK 3 + 3 A3 + 3 G(3)
  • Vertreter: Juncus (Simsen); Luzula (Hainsimse)

  • Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 12

    A) Merkmale der Caryophylláceae ("Nelkengewächse"; am Beispiel Lychnis bzw. Stellaria)
     

  • fast immer krautig
  • Blätter: "grasartig", schmal, ganzrandig, gegenständig (meist ohne Nebenblätter, ausgenommen Paronychioideae)
  • Blütenstand: Dichasien (bzw. Cymoide)
  • Kelchblätter: frei bei Aslinoideae und Paronchioideae; verwachsen bei Silenoideae
  • Kroblätter: oft in Nagel und Platte gegliedert (am Übergansbereich bisweilen mit "Ligula"(="Nebenkrone")
  • Androeceum: obdiplostemon
  • Gynoeceum: coeno-paracarp mit Zentralplazenta (5 verwachsene Fruchtblätter --> 3 verw. Fruchtblätter)
  • Frucht: Kapsel (sehr selten Beeren oder Nüsse)
  • Unterfamilien: Alsinoideae (frei Kelchblätter; ohne Nebenblätter; Cerastium=Hornkfraut, Stellaria=Miere); Paronychioidea (frei Kelchblätter; mit Nebenblättern; Spergula; Hernaria); Silenoideae (verwachsene Kelchblätter; ohne Nebenblätter; Lychnis=Lichnelke; Silene=Nelke)
  • wirtschaftliche Bedeutung: Zierpflanzenbau; weltweit 2200 Arten
  • Blütenformel: + K5[oder K(5)] C5 A 5+5 G(3)[oder G(5)]

  • A) Merkmale der Poáceae ("Süßgräser"; am Beispiel Triticale)
     

  • Stengel(=Halm) stielrund, mit markigen, angeschwollenen Nodi und meist hohlen Internodi [diese sehr lang gestreckt]
  • Blattstellung: 2-zeilig
  • Blätter: in schmale Blattspreite und stengelumfassende Blattscheide (diese fast immer offen) gegliedert
  • Blaütenstand: Blüten zu "Ährchen" vereinigt; Blattorgane im Blütenstandsbereich nennt man Spelzen; Tragblatt des Ährchens = Hüllspelze
  • Ärchen zu übergeordnetem Gesamtblütenstand vereinigt: a) Rispengräser (Ährchen rispig oder traubig); b) Ährenrispengräser (seitliche Rispenäste stark gestaucht); c) Ährengräser (Ährchen in Ähren angeordnet)
  • Blüten: meist zwittrig, windblütig [--> Reduktionen]
  • Blütenaufbau: Deckspelze (=Tragblatt der Einzelblüte); Vorspelze (adossiertes Vorblatt der Monokots); Lodiculae (="Schwellkörper; 2 Perigonblätter des inneren Wirtels; schwellen bei Anthese stark an);
  • Andreoceum: 3 (selten 6) Staubblätter (Filamente können sich sehr rasch strecken; bis 1 mm/Minute)
  • Gynoeceum:  (selten 3) verwachsen Fruchtblätter (Fruchtknoten einfächrig; mit einer Samenanlage); federige Narben (Pollenkörner bleiben leichter hängen)
  • Frucht: einsamige Nüßchen (=Karyopsen: Fruchtwand und Samenschale "verwachsen"; stärkehaltiges Endosperm --> wirtschaftliche Beudeutung)
  • Blütenformel: | P3o+1o:2Lodiculae A3+3 G(2:1o)
  • wirtschaftliche Bedeutung:  Getreidegräser (Weizen=Triticum; Gerste=Hordeum; Roggen=Secale; Hafer=Avena; Reis[noch mit A3+3]; Mais); Bambus[noch mit A3+3 und 3 Loduclae]; vorherrschende, aspektbestimmende Pfalnzenfamilie in Steppen, Savannen und Wiesen;  weltweit 12000 Arten (mit 700 Gattungen)

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  • Differentialmerkmale der Getreidegräser:

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    Weizen + Triticale Roggen Gerste Hafer
    Bereifung wenig bereift stark, bläulich bereift wenig bereift wenig bereift
    Blattöhrchen rel. lang, behaart kurz, behaart sehr lang, kahl fehlend
    Gesamtblütenstand Ähre Ähre Ähre mit Ährchendrilling pro Knoten Rispe
    Zahl der Blüten/Ährchen 3-5 2 1 2-3
    Hüllspelzen breit, derb, asymmetrisch gekielt pfriemlich fädig-pfriemlich lang und breit; hüllen ganzens Ährchen ein
    Deckspelzen unbegrannt oder begrannt lang begrannt sehr lang begrannt beide unbegrannt oder eine am Rücken begrannt

    Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 13

    Lehrausgang (wichtige Gehölze in der Umgebung von Graz)

    Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 14

    schriftliche Prüfung

    Morphologie und Bestimmen von Pflanzen - Teil 15

    mündliche Prüfung