Systematische
Einteilung der Farnpflanzen auf Teneriffa (Bresinsky in Sitte et al. 1998)
Familie: Adiantaceae (Frauenhaargewächse) Familie: Sinopteridaceae (Schuppenfarngewächse) Familie: Davalliaceae Familie: Gymnogrammaceae (Nacktfarngewächse)
Familie: Thelypteridaceae (Lappenfarngewächse) Familie: Aspleniaceae (Streifenfarngewächse) Familie: Athyriaceae (Frauenfarngewächse)
Die Vertreter dieser Familie zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Wedel jeweils aus einem grünen, assimilierenden Teil und einem gelblichen, fertilen Teil bestehen. Der sporangientragende Teil wächst senkrecht nach oben, während der assimilierende Teil vom gemeinsamen Stiel abzuzweigen scheint. Der Stamm, auf dem sich pro Jahr meist nur ein einziger Wedel entwickelt, verläuft unterirdisch (Rhizom). Das Prothallium ist bei Ophioglossaceae stark reduziert, chlorophyllfrei und nur einige Millimeter groß. Es bildet knöllchenartige Strukturen, die nur in Symbiose mit Mykorrhizapilzen lebensfähig sind und oft jahrelang unterirdisch existieren können, bevor es zur Befruchtung kommt, und der Sporophyt auswächst. Ophioglossum lusitanicum (portugiesische Natternzunge): Hier ist der assimilierende Teil der einzeln stehenden Blätter netzaderig und zungenförmig, der sporangientragende Teil hat eine zylindrische Form und trägt zwei Reihen von eingesenkten, verwachsenen Sporangien. Nach BENL & SVENTENIUS (1970: 430-431) ist der Farn heute auf Teneriffa kaum noch zu finden, obwohl er noch 1968 in großer Zahl gesehen wurde. Sein eher sporadisches Auftreten beschränkt sich nach BENL (1967: 76) auf grasbewachsene Stellen verschiedener Höhenlagen. Vertreter der Dicksoniaceae treten heute vorwiegend als große Baumfarne auf. Sie können bis zu 20m hohe Schopfbäume bilden und finden ihre größte Verbreitung in den Bergwäldern der Tropen und Subtropen. Der Stamm der Baumfarne ist in den meisten Fällen etwa armdick, holzig und unverzweigt. An seinem oberen Ende trägt er bis zu 3m lange, mehrfach gefiederte Wedel, die in einer Rosette schraubig angeordnet sind. Da hier kein sekundäres Dickenwachstum auftritt, sorgen in der Rinde verlaufende Blattspurstränge, Sklerenchymplatten und speziell bei den Baumfarnen ein dicker Mantel von sprossbürtigen Wurzeln für die Versteifung und Festigung des Stammes. Sporophylle und Trophophylle unterscheiden sich hier kaum voneinander. Culcita macrocarpa (Kissenfarn) Nach HOHENESTER & WELß (1993: 37) besitzt Culcita macrocarpa ein mehrfach gebogenes Rhizom, das wie auch die Basis der Wedelstiele mit goldbraunen – fuchsroten Haaren bedeckt ist. Obwohl er zu den Baumfarnen gehört, ist der Kissenfarn stammlos. Nach Schönfelder & Schönfelder (1997: 56) sind seine ledrig glänzenden bis zu 2m langen Wedel 4-5fach gefiedert und besitzen eingeschnittene gesägte Endabschnitte. Die Sori sind randständig, weisen eine muschelartige Form auf und sind von einem zweiklappigen Indusium bedeckt. Nach BENL & SVENTENIUS (1970: 434-435) kommt dieser atlantische Endemit zwar auf mehreren Azoren-Inseln vor, ist auf den Kanaren aber nur auf Teneriffa zu finden. Obwohl es auch hier nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, wann auch die letzten Exemplare durch Straßenbau und Zerstörung des Waldunterwuchses verschwunden sind. Diese kleinen, ausdauernden Farne sind gekennzeichnet durch ihre zarten, dünnen Wedel, die meistens eine einzellschichtige Lamina und keine Spaltöffnungen besitzen und einem kriechenden oder aufrechten Rhizom entspringen. Die fast sitzenden Sporangien sind zu Sori zusammengefasst, die hier am Blattrand auf einer verlängerten Blattader (=Receptaculum) stehen und von einem becherförmigen oder zweiklappigen Schleier geschützt werden. Die heute vorkommenden 650 Arten leben vorwiegend in den feuchten Tropen- und Subtropenwäldern, wo sie meist epiphytisch auf Baumstämmen oder epilithisch an vermoosten Felswänden gedeihen. Hymenphyllum tunbrigense (Englischer Hautfarn) Nach Schönfelder & Schönfelder (1997: 56) handelt es sich hierbei um einen kleinen, zarten, moosähnlichen Farn, dessen dünnhäutige, durchscheinende, leicht blaugrüne Wedelspreite länglich-eiförmig und 2-3mal so lange ist wie der Stiel. Die Sori findet man hier einzeln, als kugelförmige Gebilde am Ende der Battnerven auf der Wedeloberseite. Die ausdauernde Pflanze entspringt einem fadenförmigen, bewurzelten, an Felswänden oder Bäumen kriechenden Rhizom. Nach DOSTAL (1984: 122) dienen die spärlichen, zähen Würzelchen mehr der Befestigung als der Wasseraufnahme, da diese durch die Blätter besorgt wird. Der seltene und gefährdete Hymenophyllum
tunbrigense kommt vereinzelt auch in Westeuropa und verstreut auf
der ganzen Welt vor. Auf Teneriffa findet man ihn am Fuß von Bäumen
und an schattig-feuchten Felsen im Lorbeerwald, immer auf der dem Nordost-Passat
zugewandten Seite. Trichomanes speciosum (Prächtiger Haarfarn) Nach HOHENESTER & WELß (1993: 37) ist das Rhizom des Haarfarnes schwärzlich behaart und der Stiel schmal geflügelt. Auch dieser Vertreter der Hautfarne besitzt zarte, durchscheinende, dunkelgrüne Wedel, die eiförmig und 3-4fach gefiedert sind. Am Ende der stumpfen, länglich-eiförmigen Endfiedern sitzen die zylinderförmigen Sori mit haarfeinen Anhängseln. Auch hier werden auf Teneriffa schattige und feuchte Standorte im Lorbeerwald bevorzugt, wie etwa nach BENL (1967: 86-87) einige tiefschattige Schluchten und Rinnen des wolkenfeuchten, nordseitigen Anaga-Gebirges. Tüpfelfarne sind sehr verschieden große, meist epiphytisch oder auf Felsen wachsende Pflanzen. Man findet sie auch direkt am Boden, was aber seltener vorkommt. Polypodiaceae sind sehr ausdauernde Pflanzen mit fiederteiligen oder einfach gefiederten Wedeln. Das kriechende Rhizom ist von gitterartigen Spreuschuppen bedeckt. Die runden bis länglichen Sori liegen auf einer Ader oder am Treffpunkt mehrerer Adern und werden von keinem Schleier bedeckt. Abb.: Polypodium macaronesium Polopodium australe Nach BENL (1967: 99) wächst der vor allem in der Größe seiner Wedel variierende, südatlantisch-mediterrane Farn gern gesellig in Höhen von 100-1200m an sonnigen oder halbschattigen Mauern und Terrassenböschungen, wo er oft in richtigen Massen auftritt. Allerdings kann dieser Tüpfelfarn auch epiphytisch auf bemoosten Baumstämmen gedeihen. Seine Fiedern, die flach gekerbt oder breit gezähnt sind, werden in solch einer Umgebung größer und bleiben meist steril. Außerdem bleibt Polopodium australe in Regionen mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit (aber nur dort) auch im Hochsommer belaubt. In der Familie der Pteridaceae finden sich ausdauernde Farne mit kriechenden oder auch fast aufrechten Rhizomen mit Spreuschuppen. Die Wedel sind ein- bis mehrfach gefiedert mit freien oder netzförmig verbundenen Adern und randständigen, länglichen Sori auf der Wedelunterseite, die vom zurückgeschlagenen Blattrand bedeckt werden. Pteris vittata Nach HOHENESTER & WELß (1993: 36) besitzt Pteris vittata lineal-lanzettliche Fiedern, die an der Basis schwach herzförmig ausgebildet und stark verkleinert sind. Die randständigen Sori liegen unter dem zurückgeschlagenen Blattrand. Dieser Saumfarn mit seiner einfach gefiederten Spreite und den schmalen, verlängerten Endfiedern, galt auf Teneriffa schon als ausgestorben, es existieren jedoch noch einige wenige Exemplare im Anaga-Gebirge, und hier bevorzugt an nassen, hellen Orten im Lorbeerwald. Adiantaceae Nach DOSTAL (1984: 115) sind Frauenhaargewächse ebenfalls ausdauernde Stauden, deren spreuschuppiges Rhizom unterirdisch verläuft. Der Blattstiel ist dunkel gefärbt und glänzend, die Blattspreite meist geteilt. Die Vertreter der Adiantaceae besitzen als sehr ursprüngliches Merkmal fächerig geaderte Blätter mit umgestülptem Blattrand, der als Schutz für die randständigen, schleierlosen Sori dient. Adiantum capillus-veneris (Frauenhaarfarn) Der schwach aromatische Frauenfarn besitzt hellgrün gefärbte Blattspreiten, die im Umriss etwa eiförmig und 2-4fach gefiedert sind. Der dünne, bis zu 20cm lange Blattstiel ist glänzend schwarz gefärbt und trägt am Grund Spreuschuppen. Die Randläppchen, unter denen die Sori zu finden sind, haben eine fast quadratische Form. Nach BENL (1967: 99) kommen als Wuchsplätze für Adiantum capillus-veneris vor allem Höhlen der Lavafelswände über der Sprühzone nördlicher Steilküsten, das Quellgebiet einiger Barrancos (barranco = Schlucht), kleine Gräben periodischer Rinnsale, sowie Sickerstellen und Ritzen an zementierten Wasserleitungen und –speichern in Frage. Adiantum reniforme (Talerfarn) Der Talerfarn ist gekennzeichnet durch seine charakteristischen ledrigen, nierenförmigen Blattspreiten mit ca. 25cm langen Blattstielen und dreifach gegabelten Nerven. Die halbmondförmigen Sori sitzen unter dem umgeschlagenen, gekerbten Blattrand. Man findet diesen Farn auch auf kargen Lavaböden, er wächst aber bevorzugt bei hoher Luftfeuchtigkeit und ist daher in schattigen Felsspalten am unteren Rand der Nebelzone am ehesten zu finden. Die Kümmerform des Talerfarn ist
wesentlich kleiner mit kürzerem Blattstiel. Die Blattnerven sind
meist nur zweifach gegabelt. Sinopteridaceae Im Gegensatz zu den meisten anderen Farnarten, die ihren Wasserhaushalt selbst regulieren, ist diese Familie eine der wenigen poikilohydren Farne, die ihren Wassergehalt an die Luftfeuchtigkeit der Umgebung angleichen. Sie haben sich an trockene Standorte angepasst und besitzen die Fähigkeit nach mehreren Monaten völliger Trockenheit, Wasser in ihre ausdauernden Blätter aufzunehmen und wieder von Neuem zu gedeihen. Zum Schutz vor Austrocknung besitzen die Xerophyten unter den Farnpflanzen Wachsbeläge, Spreuschuppen und Haare oder es kommt zu Sukkulenz im Spross oder in den Blättern. Sinopteridaceae besitzen ein dicht mit Spreuschuppen besetztes, kriechendes oder auch aufsteigendes Rhizom, aus dem die gleichgestalteten Blätter (Trophosporophylle) auswachsen. Der braune oder schwarze Blattstiel trägt meist 1-3fach gefiederte Blätter. Die Sori sitzen auf einzelnen Blattadern und sind nicht von Schleiern, dafür oft von einem umgeschlagenen Blattrand bedeckt. Cheilanthes catanensis (Wolliger Pelzfarn) Der Wollfarn besitzt ca. 30cm lange, gerade, lanzettliche Wedel, die er im Winter der feuchtigkeitsbringenden Himmelsrichtung zuwendet und im Sommer einwärtsrollt. Zusätzlich sind die Blätter durch einen dichten Spreuschuppenbesatz gegen die Sonne geschützt. Die Wedelstiele sind gelblich-braun, die Spreuschuppen erst weiß bis gelblich, später rostrot. Dieser Trockenfarn benötigt wie alle anderen Trockenfarne viel Licht und tritt daher besonders in sonnigen Felsspalten und Mauerfugen in warmen, tieferen Höhenstufen auf. Cheilanthes pulchella (Zierlicher Schuppenfarn) Nach Schönfelder & Schönfelder (1997: 58) besitzt der Schuppenfarn violette Wedelstiele, mit purpur-violetten Schuppen am Grund. Die Spreiten sind dreieckig und doppelt gefiedert mit verlängerten Endabschnitten. Die Sori sind zum Teil von umgebogenen Blatträndern verdeckt. Nach BENL (1967: 77) bevorzugt dieser
auf einige Kanareninseln und Madeira beschränkte Endemit warme, regelmäßiger
Sonnenbestrahlung ausgesetzte Substrate. Auf Teneriffa tritt der Farn
in Küstennähe, auf Lavafeldern und besonders große Exemplare
im Halbschatten ausgelichteter Kiefernwälder auf. Cheilanthes marantae (Marantas Pelzfarn) ssp. subcordata Die derbledrigen, doppelt gefiederten Wedel mit umgerollten Rändern werden von dunkelbraunen Stielen getragen. Besonders ist hier die auffallende Färbung; die Blätter sind oben dunkelgrün, unten sand- später zimtfarben, zuletzt rotbraun oder ganz vom Anfang an mit einem kupferroten Spreuschuppenbesatz belegt, unter dem sich auch die Sori verbergen. Dieser makaronesische Endemit ist einer
der wenigen noch häufig auftretenden Farne auf Teneriffa, auf südlichen
Fels- und Schutthängen tritt er sogar in Massen auf. Nach BENL (1967:
79) hat dieser ausgesprochene Xerophyt sein Hauptverbreitungsgebiet –
offensichtlich als Folge der Abholzungen und der allmählichen Austrocknung
der Höhen – inzwischen in die oberen Hangpartien der Sukkulentenregion
hinaufverlagert, wo er stärker verwitterten Untergrund lehmigen Charakters
liebt. Davalliaceae Auch hierbei handelt es sich um Xerophyten, die teilweise auch als Epiphyten auf Bäumen oder Felsen auftreten. Charakteristisch ist das dicke, teilweise auch oberirdisch kriechende Rhizom. Vor dem Sommer sterben die Wedel ab und treiben erst im Herbst, einige Zeit vor Beginn der Regenzeit wieder aus. Davallia canariensis (Kanaren-Davallia) Aus dem etwa fingerdicken Rhizom, das von braunen Schuppen bedeckt ist, wachsen einzelne, entfernt voneinander stehende, bis 50cm lange Wedel, die wie oben erwähnt zu Beginn des Sommers, wenn die Sporen reif sind, abgeworfen werden. Auf der Unterseite nahe am Rand der 3-4fach gefiederten Blättern sitzen die Sori, die in schüsselartige Schleier eingebettet sind. Nach BENL (1967:85) war Davallia
canariensis früher ein Epiphyt der Lorbeerwälder, heute
ist dieser Farn allerdings zum Bewohner kahler Steinwände wasserloser,
zeitweise sonnendurchglühter Barrancos und großer Felsbrocken
in Gebirgen geworden. Gymnogrammaceae Bei den Gymnogrammaceae handelt es sich nach DOSTAL (1984: 112) um ausdauernde oder einjährige Kräuter, deren Rhizom von einfachen dunklen Haaren oder Spreuschuppen bedeckt ist. Die Blätter können in dieser Familie, sowohl einfach, als auch gelappt oder gefiedert, behaart, beschuppt oder mit einer wachsartigen Substanz bedeckt sein. Die länglichen bis linealen Sori sind schleierlos und auch nicht von einem eingerollten Blattrand überdeckt. Anogramma leptophylla Bei Anogramma leptophylla handelt es sich um eine ein- bis zweijährige, schnellwüchsige Pflanze mit zierlichen Wedeln, die auf Teneriffa an schattigen Plätzen in humusgefüllten Fugen alter Mauern und auf Lavastrom-Böden zu finden ist. Sie erreicht eine Höhe von ca. 25cm und besitzt ein recht kurzes leicht spreuschuppiges Rhizom. Tropho- und Sporophylle unterscheiden sich kaum voneinander, in beiden Fällen ist die Blattspreite sehr dünnhäutig. Die Sporophylle tragen am Rande die länglichen Sori. Das Prothallium von Anogramma leptophylla ist relativ langlebig; es überdauert den trockenen Sommer in Form von Knöllchen und erst in der nächsten Regenzeit wächst der Sporophyt aus, dessen Blätter nach der Reife der Sporen wieder vertrocknen. Hypolepidaceae (Dennstaedtiaceae) In dieser Familie treten mehr oder weniger lang gestielte, 2-4fach gefiederte Wedel auf, die aus langen, kriechenden und verzweigten Rhizomen entspringen. Die Sori sind vom umgerollten Blattrand und von Indusien bedeckt. Bei der Reife der Sporen klappt der Blattrand zurück. Pteridium aquilinum (Adlerfarn) Die nur sommergrünen Wedel von Pteridium aquilinum werden bis zu 2m lang und entspringen an den Seitenästen eines sehr weitreichenden, verzweigten Rhizoms, wobei pro Seitenverzweigung jedes Jahr nur ein einziges Blatt ausgebildet wird. Die Blattspreiten sind im Umriss dreieckig und 3-4fach gefiedert, wobei fruchtbare und unfruchtbare Wedel kaum voneinander zu unterscheiden sind. Die runden Sporangien liegen ohne Indusien auf der Unterseite der Fiederchen letzter Ordnung in einer zusammenhängenden Linie längs des umgeschlagenen Randes. An der Ansatzstelle der primären Fiedern besitzt Pteridium aquilinum extraflorale Nektarien, die eine zuckerhaltige Flüssigkeit absondern. Die Leitbündel des unteren Blattstieles zeigen im Querschnitt eine Figur, die als Doppeladler beschrieben werden könnte, daher der Name Adlerfarn. Der Adlerfarn benötigt wenig Schatten
und verträgt auch starke Belichtung gut, kommt bevorzugt auf kalkarmen
Untergrund in der Sonne oder im Halbschatten vor. Auf Teneriffa tritt
er nach BENL (1967: 84-85) im Küstengebiet und auf terrassierten
Hängen auf, wobei er an besonnten Plätzen der nebelfeuchten
Anaga-Kordillere die maximale Größe seiner Wedel (4m) erreicht,
während er an weniger idealen Standorten nur wenige Dezimeter hoch
wird. Hierbei hat man es mit ausdauernden Vertretern zu tun, die mittelgroße bis recht stattliche Exemplare ausbilden. Das Rhizom kann entweder kriechend oder dick und kurz aufsteigend bis ganz aufrecht sein und trägt dunkelbraune Spreuschuppen. Die Blattspreite ist 1-4fach gefiedert, manchmal auch nur gelappt oder selten sogar noch einfacher gestaltet. Die Sori stehen in einiger Entfernung zum Blattrand und können Indusien besitzen oder nicht. Dryopteris dilatata Dryopteris dilatata bildet wie alle Vertreter der Gattung Dryopteris (z.B.: Dryopteris aitoniana, Dryopteris oligodonta) ausdauernde Stauden mit kurzem, senkrechtem oder aufsteigendem Rhizom, der mit weichen, oft bewimperten Spreuschuppen bedeckt ist. Die Spreiten der dichtgedrängten Blätter sind 1-4fach gefiedert; die Sporophylle tragen runde, rückenständige Sori mit nierenförmigen Indusien. Dryopteris dilatata kommt nach BENL (1967: 96-97) auch heute noch in der feuchten Nebelzone des östlichen Vorgebirges relativ häufig vor. Dryopteris oligodonta Dieser kanarische Endemit ist ein ausgesprochener Schattenfarn und fällt durch die hellgrüne Farbe seiner relativ großen Blätter und die bläuliche Aderung seiner stumpfen Segmente auf. Nach GIBBY et al. (1977: 256) ist Dryopteris oligodonta nicht nur der größte Farn, sondern auch die am häufigsten vorkommende Spezies von Dryopteris auf den Kanarischen Inseln. Unter idealen Bedingungen, in den Lorbeerwäldern, erreicht er Höhen von über einem Meter. Sein Hauptvorkommen erstreckt sich über die Kondensationszone des Passat-Luvs, wo er sowohl gesellig als auch isoliert auftreten kann. Polystichum setiferum Auch hier hat man es nach FRASER-JENKINS & REICHSTEIN (1984: 169) mit relativ großen Landfarnen mit kurz kriechenden, aufsteigenden oder aufrechten Rhizomen zu tun. Dieses Rhizom trägt ein Büschel kurzgestielter, 1-3fach gefiederter Blätter. Die rückenständigen, runden Sori sind von ebenfalls runden Indusien bedeckt. Nach BENL (1967: 95-96) wächst dieser Farn nur noch stellenweise üppig und in reicher Fülle im Schatten der immergrünen Wälder Teneriffas. Sein Standort beschränkt sich auf den Höhenkamm und die nordwärts gelegenen Hänge der Anaga-Kordillere, wo er auf humosen Substrat vorkommt. Thelypteridaceae Die ausdauernden Landfarne dieser Familie besitzen ein spreuschuppiges, langes kriechendes oder kurz aufsteigendes Rhizom aus dem die meist gleichgestalteten Blätter entspringen. Diese Blätter können 1-4fach gefiedert aber auch in selteneren Fällen dreizählig geteilt oder einfach sein. Die runden oder länglichen Sori sitzen auf der Blattunterseite auf den Rücken der Blattendnerven und sind meist von einem einfachen, kleinen, nierenförmigen Indusien bedeckt. Cyclosurus dentatus Nach HOHENESTER & WELß (1993: 40) besitzt Cyclosurus dentatus kammförmige, fiederspaltige Blattspreiten, deren ganzrandige Fiederenden sich abrupt verjüngen. Die Fiedern sind zudem noch am Rand gewellt und feinborstig behaart. Cyclosurus dentatus besitzt keine Spreuschuppen und sehr kleine Sori (1mm). Dieser tropische und subtropische Farn kommt auf Teneriffa nur mehr äußerst selten vor. Aspleniaceae Diese Familie ist auf Teneriffa mit mehreren kleinen bis mittelgroßen Arten mit kurzem Rhizom vertreten. Die Blattspreite kann ungeteilt, gelappt, handförmig geteilt oder ein- bis mehrfach gefiedert sein. Die Sori findet man hier an der Blattunterseite, seitlich an den Endadern der Fiedern. Abb.: Asplenium onopteris Abb.: Ceterach officinarum Asplenium hemionitis (Efeufarn) Diese Art weist eine besondere Vielfalt an verschiedenen Blattspreitenformen auf; sie werden 8-15cm lang und können herz-, spieß- oder handförmig ausgebildet sein. Im handförmigen Zustand ist die Blattspreite 3-5lappig, wobei der mittlere Lappen stets am längsten ist. Die jungen Wedel sind zart und hellgrün, später werden sie dunkelgrün und ledrig mit rotbraunen Stielen, sie bleiben das ganze Jahr hindurch erhalten und werden nicht abgeworfen. Die streifenförmigen Sori sind entlang der Blattnerven schräg zur Mittelrippe angeordnet. Der teilweise epiphytisch lebende Farn mit geringen Lichtansprüchen bevorzugt für seine Verbreitung den Lorbeerwald in der Wolkenzone, wächst aber auch in Mauerfugen. Asplenium trichomanes (Milzfarn) Dem Aussehen nach handelt es sich hier um kleine bis mittelgroße Farne mit kurzem, mehr oder weniger verzweigtem Rhizom, dessen Spitzen Spreuschuppen tragen. Die Blätter stehen entweder einzeln oder in dichten Büscheln. Der Blattstiel ist rotbraun gefärbt und trägt ein gefiedertes Blatt mit rückenständigen Sori. Dieser Farn kommt nach BENL (1967: 88-89) auf Teneriffa häufiger vor, als bisher vermutet wurde, so fand man ihn z.B. im humusreichen Erdreich von nord-exponierten Hängen, im subalpinen Kiefernwald und an verschiedenen anderen Stellen. Ceterach aureum (Gold-Milzfarn) Dieser Xerophyt ist ein makaronesischer Endemit und besitzt längliche, ledrig dicke Wedel, die aus halbkreisförmigen Abschnitten beiderseits der Blattachse bestehen. Diese Abschnitte sind gegeneinander versetzt angeordnet und tragen auf der Unterseite goldbraune Spreuschuppen, die am Blattrand wimperartig hervorragen. Die länglichen, dünnen Sori sind unter den Spreuschuppen versteckt. Auch der Gold-Milzfarn kommt hauptsächlich in Felsspalten und auf sonstigem felsigen Substrat im Bereich des Lorbeerwaldes vor. Er ist bereits stark gefährdet, da er für Heilzwecke genutzt und gesammelt wird. Athyriaceae Bei dieser Familie handelt es sich um Stauden, deren Blätter 1-3fach gefiedert sind. Die länglichen Sori liegen auf der Blattunterseite an Blattadern und sind meistens mit Indusien bedeckt. Athyrium filix-femina (Gemeiner Frauenfarn) Die nicht sehr zahlreichen, dünnen hellgrünen Wedel von Athyrium filix-femina stehen in Rosetten am aufrechten, verzweigten Rhizom und besitzen einen kurzen Blattstiel mit Spreuschuppen. Die zierliche Blattspreite ist 2-3fach gefiedert und mit einzelligen Haaren versehen, die besonders jungen Blättern ein mehliges Aussehen verleihen. Sporo- und Trophophylle sind nicht zu unterscheiden, die Sporangien sind zu länglichen bis hufeisenförmigen Sori zusammengefasst, die in zwei Reihen entlang des Hauptnerves liegen. Der Frauenfarn lebt als Hemikryptophyt und bevorzugt als Standort schattige, feuchte Wälder; auf Teneriffa ist er in den letzten Jahren jedoch eine absolute Rarität geworden. Diplazium caudatum (Schatten-Frauenfarn) Dieser Schattenfarn weist dunkelgrüne, 3fach gefiederte Wedel auf, die einen schwärzlichen, kahlen Stiel besitzen und in zwei Reihen aus einem kriechenden Rhizom entspringen. Die Fiedern und Fiederchen sind mehr oder weniger lang geschwänzt und deren Endabschnitte stumpf gezähnt. Die Sori sind länglich und schmal und stehen wechselständig neben den Nerven. Diplazium caudatum tritt entweder einzeln oder gesellig auf, er verlangt allerdings feuchte und sehr schattige Standorte in den Lorbeerwäldern, wo er im besten Fall eine Wedellänge von ca. 2m erreicht. Cystopteris diaphana (Zarter Blasenfarn) Der Blasenfarn ist - wie sein Name schon sagt - eine sehr zarte Pflanze, die oft herabhängend wächst. Die ganzjährig grünen Wedel sind durchscheinend und 2-3fach gefiedert mit breiten, eiförmigen Fiederchen. Die Wedelstiele sind an ihrem unteren Abschnitt mit Spreuschuppen bedeckt. Die Sori sitzen auf der Blattunterseite auf den Blattnerven und sind von uneinheitlich bedrüsten Indusien überdeckt. Dieser Blasenfarn hat einen äußerst hohen Feuchtigkeitsbedarf, da die notwendige Bodenfeuchtigkeit auf Teneriffa allerdings oft fehlt, kommt Cystopteris diaphana wenn überhaupt, nur als kleine Kümmerform vor. Diese findet man auf immerfeuchten schattigen Felsen, an Brunnen, Wasserleitungen usw. Rippenfarngewächse besitzen ein kriechendes oder aufrechtes, die tropischen Formen auch bisweilen kurz baumförmiges Rhizom mit Spreuschuppen. Die Sori haben immer einen langen, schmalen Schleier, der seitlich anheftet und sich bei der Sporenreife an der Mittelrippe öffnet. Sporophylle und Trophophylle können sowohl gleich als auch verschieden gestaltet sein. Sie sind jedoch meist einfach fiederteilig bis gefiedert. Blechnum spicant Blechnum spicant besitzt ein aufsteigendes Rhizom, an dem die einfach fiederteiligen Blätter in einer dichten Rosette angeordnet sind. Die sterilen Laubblätter besitzen einen dunkelbraunen Blattstiel und eine glänzend grüne Spreite. Die Sporophylle ragen aufrecht aus der Mitte der von den Trophophyllen gebildeten Rosette und sind meist wesentlich länger als diese. Blechnum spicant bevorzugt humusreichen Boden und schattige aber nicht zu feuchte Standorte und kommt auf Teneriffa nur in der Wolkenzone des Anaga-Gebirges vor. Woodwardia radicans (Wurzelnder Kettenfarn) Dieser Vertreter der Rippenfarngewächse ist gekennzeichnet durch seine sehr großen, ledrigen Wedel, an deren Spitze bei älteren Exemplaren oft vegetative Brutknospen entstehen können. Der Blattstiel ist nur am Grunde beschuppt und etwa halb so lang wie die 2fach gefiederte Spreite. Die geschwänzten Fiedern können bis zu 30cm lang werden. Die länglichen Sori stehen in zwei Reihen auf beiden Seiten der Mittelrippe. Woodwardia radicans wächst
an feuchten Standorten, ist aber nicht auf ständigen Schatten angewiesen,
sondern kann auch gelegentliche Sonnenbestrahlung ertragen, weswegen man
ihn an feuchten, aber eben nicht zu schattigen Plätzen in den Lorbeerwäldern
Teneriffas finden kann. |