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Rezenter
Vulkanismus:
Der rezente Vulkanismus
und dessen Produkte, die Vulkanite werden nach ihren Chemismus in eine
rezente saure Serie und eine rezente basische Serie eingeteilt.
Zu den rezenten
sauren Serien gehören die bereits erwähnten Vulkanbauten der
Cañadas-Caldera mit dem Pico Viejo und dem Pico Teide und auch
noch die schwarzen Lavaströme des "Piton", die zum Teil aus Obsidian
bestehen. Sie bilden die wesentlichen Vulkanite, Laven und Bimssteine,
innerhalb der Caldera-Umwallung. Bimsströme sind jedoch in größerem
Umfang auch über deren südlichen Rand hinausgelangt.
Die jüngsten
Vulkanite sind basaltisch, mit einer Vormacht an Trachybasalten. Über
Ausbrüche gibt es einige Augenzeugen Berichte. So ist im Tagebuch
von Columbus 1492 ein großes Feuer auf Tenerife verzeichnet, aber
auch viele andere Autoren erwähnen in ihren Büchern historische
Eruptionen. Eine Häufung von Ausbrüchen liegt am Beginn des
18. Jahrhunderts vor, in dieser Zeit entstanden kurz nacheinander die
Vulkane von Siete Fuentes, Fasnia, Güimar und Garachico. Die Eruption
von Garachico, datiert 1706, geschah oberhalb des Ortes und seine Laven
haben den seinerzeit besten Hafen der Insel völlig verschüttet.
Auf 1798 wird eine Flankeneruption des Pico Viejo, die Chahorra, datiert.
Deren Produkte sind Lapilli-Kegeln (64 - 2 mm Korndurchmesser) und Aa
Laven (Erstarrungsform: Blocklaven), darin kommen lokale Abdrücke
von Baumstämmen vor. Der jüngste Ausbruch stammt von 1909 am
Chinyero. Am Gipfel des Pico Teide herrscht heute noch Fumarolen Tätigkeit
(heiße Exhalation 85°C aus der Zusammensetzung der vulkanischen
Gase). Über die postvulkane Tätigkeit geben vor allem Untersuchungen
in den Wasserstollen Auskunft, wie sie jetzt vorliegen. Dabei zeigt sich
ein deutlicher Zusammenhang zwischen den Wärmeanomalien, chemischer
Besonderheiten der Wässer und rezenten Eruptionszentren, wobei auch
Bruchlinien als Transportwege wahrscheinlich sind.
Die Wassertemperaturen
können bis zu 45° erreichen, die chemischen Besonderheiten zeigen
sich in hohen Konzentrationen von SiO2, B, NH4 und andere in den Wässern
sowie in gelegentlich beobachteten hohen Konzentrationen von Chlorid-,
und Sulfationen, die auch zur Abscheidung von Gips führen. Die hohe
Kohlendioxid-Konzentration bedingt auch eine sehr hohe Hydrogencarbonat
Bildung, was dann in Folge zu Carbonatabscheidungen führt, die die
Kanäle in den Wasserstollen in nur wenigen Monaten verschließen
können.
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