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Die
geologische Struktur der Insel:
nach CONCEPCION
(1990: 40, umgestaltet)
1. Miozäne Basalte:
Die ältesten aufgeschlossenen Gesteine der Insel sind Basalte (Vulkanit,
dunkle Grundmasse, basisch); sie bilden mit Mächtigkeiten von mindestens
700 m die Halbinseln von Anaga und Teno, sowie das Gebiet um Adeje und
San Lorenzo im SW. Durch Aufschlüsse in zahlreichen Wasserstollen
der Insel wird abgeleitet, dass diese Gesteine praktisch im gesamten Untergrund
anstehen, sie haben jedoch sehr unterschiedliche Alter.
Im unteren Teil
der Serie überwiegen Pyroklastika (ausgeworfenes vulkanisches Material,
dass bereits zu den Sedimenten gezählt wird) und zahlreiche Gänge,
die meist als Fördergänge der Laven des oberen Teils aufgefasst
werden können.
Im oberen Teil
sind vor allem Schildvulkane vorhanden (schildartig, flach, kreisförmig,
Flanken 4-6°). Petrographisch überwiegen in den miozänen
Serien Alkali-Olivin-Basalte, die relativ stark basisch sind. Innerhalb
dieser Serien kommen einzelne mehr saure Intrusivkörper [Subvulkane,
(magmat. Schmelzmasse unter 1km Krustentiefe erstarrt) Gänge, Plutone]
vor, die als Zerfall des Magmas in verschiedene Stoffe aufgefasst werden.
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2. Cañadas Serien:
Über
den miozänen Basalten folgen mächtige Serien von Trachyten (relativ
saurer Vulkanit), Phonolithen (leicht alkalischer Vulkanit) und ähnlichen
Gesteinen. Sie bauen den zentralen Teil von Tenerife mit dem Prä-Teide
Massiv auf. Entsprechend werden Förderzonen vermutet, das später
vom Einbruch der Cañadas-Caldera geprägt wurde.
a) Untere Cañadas
Serie:
Nach Aufschlüssen
in den Barrancos, die die Cañadas nach S entwässern, beträgt
die Mächtigkeit dieser Serie weit über 300 m.
Die Untere Cañadas
Serie bildet etwa die untere Hälfte der Steilwände am südlichen
Rand der Cañadas-Caldera. Sie hebt sich durch dunklere Farben von
den helleren Gesteinen der Oberen Cañadas Serie ab, die im gleichen
Bereich aufgeschlossen ist. Die Gesteine sind Trachybasalte und mafische
(dunkle Minerale) Phonolithe (meist graue oder bräunliche Grundmasse),
die vor allem Lavaströme und Pyroklastika bilden. Die Altersbestimmung
ergab ein Alter von 2 Millionen Jahren und fällt in das Zeitalter
des Pliozäns.
b) Obere Cañadas
Serie:
Die Gesteine der
Oberen Cañadas Serie sind meist phonolithische Lavaströme
mit ausgeprägter säulenartiger Struktur und eingeschalteten
Bimsströmen (Varietät des sauren Rhyolithen, hochporös
oder pyroklastisch, sehr leicht) von über 400m Mächtigkeit.
Gelegentlich sind auch Sedimente in dieser Serie anzutreffen. Darüber
hinaus gibt es eine Vielzahl von Gängen. Petrographisch handelt es
sich neben den Nephelin-Phonolithen (glasige Grundmasse, leicht alkalischer
Vulkanit), auch um Übergänge zum Trachyt.
Die Altersbestimmung
ergibt ein Alter von 600 000 Jahren.
c) Trachytische
und Trachybasaltische Serien:
Geringe trachytische
(sauer, helle, weiße Grundmasse, Fließtextur häufig)
und trachyphonolithische (Übergang vom Trachyt zum Phonolith leicht
basisch, meist graue und bräunliche Grundmasse) bis trachybasaltische
Laven (sauer, meist dunkle Grundmasse) überlagern lokal diskordant
(Gesteinsschichten ungleichmäßig) die oberen Cañadas
- Serien. Fuster (nach ROTHE 1986: 125) fasst diese Serie als eigenständig
zusammen, während Hausen (nach ROTHE 1986: 125) sie zum Pico del
Teide zugeordnet hat. Ihr Alter liegt zwischen 600 000 und 200 000 Jahren.
Ihre Vulkane sind durch kurze mächtige, trachytische Lavaströme
gekennzeichnet, und sie haben eine verhältnismäßig weite
Ausbreitung auf der Insel.
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3. Junge Basalte:
Auf
den relativ sauren Gesteinen der Cañadas-Serien folgen erneut basische
Eruptionen. Die Produkte sind geringmächtige Lavaströme, Pyroklastika
und eine große Anzahl von Schlackenkegeln, die sich über die
ganze Insel verteilen, nur die Gebiete der miozänen Basalte sind
davon nicht betroffen. Innerhalb der Cañadas - Caldera gibt es
auch Gänge, die diesem Vulkanismus zugeordnet werden. Diese Vulkane
sind in den Tiefländern konzentriert, dort wird eine Reaktivierung
der Spalten vermutet. Sie bilden lokal ganze Vulkanfelder und haben die
Fläche meerwärts erweitert (nach KLUG, 1968:3).
Lavaströme
und Vulkankegel dieser Serie zeigen gut erhaltene vulkanische Oberflächenformen,
mit Kratern, Lapilli (Korndurchmesser 64 - 2mm) und Schlackenkegeln. Die
ältesten Gesteine dieser jungbasaltischen Serie im Bereich der Cañadas-Wände
und im Tigaiga-Massiv werden im Zusammenhang mit der frühesten Phase
der Entstehung der Cañadas-Caldera gedeutet.
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4. Die Cañadas -
Caldera:
Dieser
vulkanischen Bauform kommt eine besondere Bedeutung zu, da sie vulkanologisch
mit dem Vesuv vergleichbar ist. Buch (nach ROTHE 1986: 128) verwendete
den Ausdruck "Circus des Pics", diese als domartige Aufwölbung verstandene
Region, wo später dann die Caldera einbrach, als Beweis für
seine Theorie der "Erhebungskrater". Fritsch und Reiss (nach ROTHE 1986:
128) sprechen vom Fußgebirge des Teide und von den Cañadas
Bergen, und meinen geographisch sowohl die Hochebene über 2000 m,
als auch die umgebenden Bereiche, die zum Teil bis 500 m hinaufragen.
Die Cañadas-Caldera hat einen elliptischen Grundriss von etwa 17x
20 km. Der auf weite Strecken ebene Bereich ist von Pyroklastika und Laven
des Pico de Teide und des Pico de Viejo bedeckt, darunter große
Mengen des Obsidian (Gas entweicht mit sehr hohen Druck und bringt in
Suspension gelöstes Material mit, rasche Abkühlung, Obsidian
oder Glas kann entstehen), in denen die Guanchen ihre "Werkzeug - Manufakturen
eingerichtet hatten.
Die Caldera ist
eigentlich eine Doppel-Caldera, von der allerdings nur der südliche
Bereich erhalten ist, im Norden haben wahrscheinlich Denutationen wie
Erdrutsche und ähnliches den Randbereich modifiziert. Es könnte
auch sein, dass der Caldera-Einbruch zur Zeit der Förderung der jungen
Basalte begonnen hat, was daraufhin deutet, dass eventuell jünger
als 200 000 Jahre ist. Möglicherweise stehen die mächtigen Bimsablagerungen
um Granadilla damit in Zusammenhang. Für beide Teile der Caldera
sind radiale Gangsysteme (senkrecht zur Oberfläche orientiert = dikes,
schichtparallel = sills) festgestellt worden.
Auf dem Boden
erheben sich die beiden, mächtigen und rezenten Stratovulkane (Bergkegel
mit konkaven Flanken, oben auf der Spitze ist der Krater, Radialspalten
können abbrechen) des Pico de Teide und des Pico Viejo. Das Innere
der südlichen Umwallung ist durch Steilhänge gekennzeichnet,
die lokal durch Erosion modifiziert wurden und die gute Profile in den
Cañadas-Serien ermöglichen.
In jüngerer
Zeit wird die Entstehung der Cañadas-Caldera wieder verstärkt
in Zusammenhang mit Bergsturzereignissen diskutiert. Argumente dafür
ergaben sich durch aktuelle Beobachtungen am Mount St. Helens, wo solche
Dimensionen veranschaulicht werden, und auch Studien in Wasserstollen,
nach denen offenbar kein Caldera Rand im NW entwickelt scheint. Außerdem
ist die große Menge der pyroklastischen Ablagerungen im Süden
der Insel, die in Zusammenhang mit einer plinianischen Eruption (Gassäule
durch Plinius an der Explosion am Vesuv beobachtet) steht. Dies hat zur
Folge, dass es zu einer schnellen Entleerung der Magmakammer und zum Einbruch
kommt. Inzwischen ist dies jedoch als Folge von vielen kleinen Eruptionen
erkannt worden, deren Produkte voneinander getrennt sind.
Neben den beiden
großen Intracaldera Vulkanen gibt es auch noch kleinere Vulkane,
die durch Flanken Eruptionen der größeren entstanden sind.
(Montana Blanca, Montana Rajada und Los Gemelos)
Petrographisch
handelt es sich wiederum im weiteren Sinne um Trachybasalte bis Phonolithe,
die Schmelzen waren alkalibetont und untersättigt an SiO2.
Viele Gesteine sind glasig erstarrt, lokal bildeten sie zähflüssige
Ströme, die wie Gletscher an den Hängen erstarrten.
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