EinleitungGeographieMenschliche BesiedelungsgeschichteDas KlimaBiogeographie unter besonderer Berücksichtigung der Gattung NothofagusSchlüssel für die Samenpflanzen-Gattungen TasmaniensSchlüssel für die Samenpflanzen-Gattungen Tasmaniens Schlüssel für die Farngattungen TasmaniensDie Vegetationkühltemperierte RegenwälderEucalyptuswälderVegetation der alpinen StufeDie FlechtenfloraForstwirtschaftVegetationsbilderLiteraturLinksfor any comments or corrections please contact Martin Magnes Adresse: Karl-Franzens Universität Institut für
Botanik, Holteigasse 6
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Forstwirtschaft in Tasmanien*von Martin MagnesEinleitung und GeschichteHolznutzungHolzartenBewirtschaftung und NaturschutzReferencesEinleitung und Geschichte Das heutige Tasmanien ist zu mehr als 50% bewaldet (3.906.100 ha von 6.400.000 ha Gesamtfläche, BROWN & HICKEY, 1990: 87) Die forstwirtschaftliche Nutzung tasmanischer Wälder geht zurück bis auf den Beginn des 19. Jahrhunderts, der Besiedelung durch die Briten und die "Nutzung" Tasmaniens als Gefängnisinsel (vgl. BLAKESLY, 1986: 107, JACKMAN, 1974: 69). Unter härtesten Arbeitsbedingungen mußten Sträflinge, die von Hobart (Hauptstadt Tasmaniens) nach Macquarie Harbour, an der Westküste der Insel, gebracht wurden, aus dem für diese Zwecke besonders gut geeigneten Lagarostrobus franklinii (Huon Pine, Podocarpaceae, vlg. GIBSON, 1988: 127) Boote fertigen (vgl. auch CARRON, 1985: 59, hier auch weitere Literatur zu diesem Thema). Die Nutzholzgewinnung spielte zu Beginn der Besiedelung Tasmaniens lange Zeit die größte wirtschaftliche Rolle (CARRON, 1985: 59), ist aber auch heute noch von zentralem Interesse (vgl. ANONYMUS, 1993). Wurde zu Beginn hauptsächlich im Bereich des Derwent-Ästuars (bei Hobart) geschlägert, dehnte man später das Nutzungsgebiet immer weiter aus, weil das Holz von Lagarostrobus stark gefragt war, am Mainland gab es ja keine so reichen Quellen für langschaftiges Gymnospermenholz. Nachdem im Südosten fast alle leichter erreichbaren Waldstandorte kahlgeschlagen waren, verlagerte sich die Holznutzung in den Norden der Insel, so entstanden hier einige Sägemühlen um die Zeit von 1850, welche den großen Holzbedarf der zu dieser Zeit entstandenen Goldminen in Victoria deckten. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts beschäftigte aber auch eine reich entwickelte Sägeindustrie auf der Tasman Peninsula (Halbinsel E von Hobart), beliefert über ein Netz von Pferde-Eisenbahnen, über 200 Menschen. Bis in die dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts stand einzig die
möglichst nachhaltige Möglichkeit der Holznutzung im Vordergrund,
erst ab dieser Zeit begann man mit einem geregelten "Forest-Management",
welches in der ersten Zeit hauptsächlich auf die Eindämmung der
häufigen Buschfeuer aber auch auf Durchforstungsmaßnahmen in
Jungwäldern und Maßnahmen zur Wiederbewaldung kahlgeschlagener
Gebiete abzielte. Die Verhinderung und Eindämmung der Buschfeuer ist
aber auch heute noch ein wichtiges Anliegen, die furchtbaren Waldbrände
von 1967, die allein in der Umgebung von Hobart 20 Menschenleben gekostet
haben und 1000e Menschen unterstandslos gemacht haben, sind vielen Tasmaniern
noch in schrecklicher Erinnerung (vgl. JACKMAN, 1974: 73). Für alle
kommerziell genutzten Waldflächen über 50 ha muß ein "Fire-Management-Plan"
ausgearbeitet werden, der unter anderem die Notwendigkeit von "Fuel Reduction
Burning", d. h. das Abbrennen von Bestandesabfall ohne Beschädigung
der stehenden Bäume ausweisen soll. Diese Maßnahme wird besonders
im "Dry Sclerophyll Forest" (vgl. Kapitel Vegetation
und Eucalyptuswälder), also in Eucalyptus-Beständen
in den trockeneren Gebieten im Osten der
Insel empfohlen, um die Intensität und die Ausbreitung der immer
wieder auftretenden Buschfeuer zu verringern, diese Feuer werden als "low
intensity fire" (vgl. SHEA et al. 1981: 444) bezeichnet.
In Tasmanien (SOMERVILLE, 1981:9) existieren drei Zentren der Forstnutzung:
Neben der Erzeugung von Schnittholz (sawwood) spielen die Herstellung von Schleifholz (pulpwood) für die Papiererzeugung in Tasmanien (seit 1935 in Burnie, NW Tasmanien, vgl. JACKMAN, 1974: 70), aber seit etwa 1960 mit zunehmender Bedeutung für die japanische Papierindustrie eine große Rolle, z. B. wurden im Jahre 1980 allein 2,5 Mio Tonnen Holzschnitzel nach Japan exportiert (vgl. SOMERVILLE, 1981: 9). Die enormen Produktionssteigerungen in der sogenannten "woodchip-export-industry" bei gleichzeitig stagnierender bzw. sogar rückläufiger Sägeholzproduktion und Schleifholzproduktion für die heimische Papierindustrie hat zu teils heftiger Kritik im Land Anlaß gegeben (vgl. CARRON, 1985: 83, hier auch weitere Literatur) und zur Diskussion der künftigen Forstpolitik Tasmaniens geführt. Im Zentrum der Kritik standen die langjährig abgeschlossenen Verträge der Regierung mit Unternehmen der "woodchip-export-industries" über Nutzungsrechte von Staatswäldern, wie z. B. der "Pulpwood Products Industry Act" vom Dezember 1968, welcher der "Tasmanian Pulp and Forest Holding Ltd." das Nutzungsrecht über 300.000 ha an der Ostküste Tasmaniens zur Holzschnitzel-Erzeugung und - Export einräumte. Holzarten
Reference List ANONYMUS 1993: Forest Practices Code January 1993. 98 pp. ANONYMUS 1995: Focus on Forests: 18. Forest Types in Tasmania. 2 pp. BLAKESLY, A. 1986: State forest resources of the peninsula and their management - past, present and future. In: SMITH, S. J. (ed).: Tasman Peninsula. Is history enough? past, present and future use of the resources of Tasman Peninsula. 107-108.- BROWN, M. & HICKEY, J. 1990. Tasmanian Forest - Genes or Wildnerness? Search 21: 86-87.- CARRON, L. T. 1985: A history of forestry in Australia. 335 pp. GIBSON, N. 1988: A description of the Huon Pine (Lagarostrobus franklinii (Hook. f.) C. J. Quinn) forests of the Prince of Wales and King Billy Ranges. Papers and Proceedings of the Royal Society of Tasmania 122 (2): 127-133.- JACKMAN, S. W. 1974: Tasmania. 200 pp. SHEA, S. R., PEET, G. B. & CHENEY, N. P. 1981: The role of fire
in forest management. Chapter 19. In: GILL, A. M., GROVES, R. H.
& NOBLE, I. R. (eds.): Fire and the Australian biota. 443-470.-
SOMERVILLE, J. 1981: Tasmanian timber trees. 71 pp.
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| * cite this page as: Magnes, M. 1999 onwards: Die Forstwirtschaft Tasmaniens.
In: Magnes, M. & Mayrhofer, H. (eds.) 1999 onwards: Flora und Vegetation
von Tasmanien. Eine Einführung in das Exkursionsgebiet des Instituts
für Botanik der Universität Graz im November 1996.
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