Flora und Vegetation von Tasmanien: Menschliche Besiedelungsgeschichte

Einleitung

Geographie

Menschliche Besiedelungsgeschichte  

Das Klima 

Biogeographie unter besonderer Berücksichtigung der Gattung Nothofagus   

Schlüssel für die Samenpflanzen-Familien Tasmaniens

Schlüssel für die Samenpflanzen- 
Gattungen Tasmaniens 

Schlüssel für die Farngattungen Tasmaniens

Schlüssel für die Myrtaceae-Arten (inkl. Eucalyptus) Tasmaniens 

Die Vegetation 

kühltemperierte Regenwälder

Eucalyptuswälder 

Vegetation der alpinen Stufe

Die Flechtenflora 

Forstwirtschaft 

Vegetationsbilder

Literatur

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Die menschliche Besiedelungsgeschichte Tasmaniens

von Markus Möslinger* 

Übersicht 
1 Ursprung und Ausbreitung der Aborigines 
 1.1 Der Ursprung der Aborigines 
 1.2 Die Einwanderung der Vorfahren der Aborigines in den Großraum Australien  
 1.3 Kontakte mit asiatischen und pazifischen Völkern  
2 Die Tasmanier  
 2.1 Die Sonderstellung der Tasmanier  
 2.2 Die auf Tasmanien nachgewiesenen kulturellen Phasen  
 2.3 Die Lebensweise der Tasmanier 
 2.3.1 Soziale und politische Organisation  
 2.3.2 Saisonale Wanderungen und die Beziehungen zu anderen Stämmen  
 2.3.3 Das Erscheinungsbild des tasmanischen Menschen 
 2.3.4 Behausungen 
 2.3.5 Werkzeuge 
 2.3.6 Nahrung 
 2.3.7 Krankheit, Tod und Religion 
 2.3.8 Sprache 
 2.3.9 Kunst und Musik  
3 Die britische Kolonialisierung und die Ausrottung der Tasmanier
Abbildungsverzeichnis
References


1 Ursprung und Ausbreitung der Aborigines

Die ältesten Nachweise für eine menschliche Besiedelung Australiens einschließlich der vorgelagerten Inseln wurden in New South Wales gefunden (THORNE, 1981: 1751) und stammen aus einer Zeit vor 26.000 bis 31.000 Jahren, sind möglicherweise aber auch schon 35.000 bis 37.000 Jahre alt. Einer vorsichtigen Schätzung zufolge (TINDALE, 1981c: 1763) kann man von etwa 60.000 Jahren menschlicher Siedlungstätigkeit in Australien sprechen. Dieser lange Besiedelungszeitraum spiegelt sich in einer Abfolge von fünf Kulturen (TINDALE, 1981c: 1774 ff.) und einer Vielfalt an Werkzeugen und Ausrüstungsgegenständen wider. 

1.1 Der Ursprung der Aborigines 

Tasmanien und Australien bildeten den Großteil der letzten 200.000 Jahre eine Einheit und blieben bis vor etwa 12.000 Jahren durch eine Landbrücke verbunden, da der Meeresspiegel wesentlich tiefer lag als heute. Nur vor etwa 120.000 Jahren erreichte er kurzzeitig annähernd die heutige Küstenlinie. Aus diesem Grund kann auch die Besiedelung Tasmaniens nicht losgelöst von der Besiedelung Australiens betrachtet werden. In der Zeit bis vor etwa 40.000 Jahren überragte während der Wisconsin-Eiszeit (entspricht der letzten Würm-Vereisung im Alpenraum) auch im Schelf zwischen Westindonesien, Neuguinea und Australien viel mehr Land als heute die Meeresoberfläche. Dieser Umstand ermöglichte überhaupt erst eine Besiedelung Australiens, da die von den südostasiatischen Inseln stammenden Vorfahren der Aborigines diese Inseln als Zwischenstationen auf ihrem Weg nach Australien benutzen konnten. 
Über diesen südostasiatischen Ursprung der Aborigines sind sich heute nahezu alle Autoren einig, nicht zuletzt weil durch genetische Untersuchungen bestätigt wurde (KIRK, 1981: 1811), daß die Aborigines den Bewohnern Neuguineas und deren melanesischen Verwandten am nächsten stehen. 

1.2 Die Einwanderung der Vorfahren der Aborigines in den Großraum Australien 

Zur Einwanderung der Vorfahren der Aborigines nach Australien gibt es zwei große Theorien: die eine nach Abbie (THORNE, 1981: 1756) besagt, daß es nur eine Einwanderungswelle gab und alle Unterschiede zwischen den Aborigines auf Adaptation an verschiedene Lebensräume und zufällige genetische Prozesse zurückzuführen sind. Von dieser Theorie werden außerdem die Tasmanier ausgeschlossen, da sie eher melanesischen Ursprungs sein sollen. Dies wird durch Ergebnisse von Schädeluntersuchungen durch Howells (THORNE, 1981: 1756) gestützt, wonach die Tasmanier den Melanesiern näher stehen als den Australiern. Die relativ neuen Erkenntnisse über die frühere Höhe des Meeresspiegels und somit die Einheit der beiden Landteile, sowie die Einheitlichkeit von Populationen im heutigen südöstlichen Australien und auf Tasmanien, lassen diese Theorie aber zweifelhaft erscheinen. 
Die zweite Theorie besagt, daß die Einwanderung in mehreren Wellen erfolgt sein muß, da die vorhandene Variation innerhalb der Aborigines nicht durch Adaptationen und genetische Veränderungen erklärt werden kann. Über die Zahl der Einwanderungswellen herrscht noch Unklarheit. Birdsell (THORNE, 1981: 1756) nimmt in seinem detaillierten Modell drei Wellen von Einwanderern zu verschiedenen Zeiten an, die später zur heutigen Bevölkerung verschmolzen sind. Er geht von einem ursprünglichen negroiden Element aus. Daß dieses jedoch nicht nachweisbar ist und in näherer Vergangenheit im Norden Australiens (Kimberley) eindeutig eine Vermischung mit nicht-australischen Völkern (Indonesiern) stattfand, die zu einer größeren Variabilität der kontinentalen Bevölkerung geführt hat (THORNE, 1981: 1753), hat zu einem Verwerfen dieser Theorie geführt. 
Morphologische Elemente in prähistorischen Skeletten, die nicht in die Variationsbreite der heutigen Aborigines fallen, haben Thorne (1981: 1756 f.) zu dem Schluß gebracht, daß es in der Vergangenheit zwei unterschiedliche Populationen gegeben hat, die auf verschiedene Weise zur heutigen Population verschmolzen sind. Diese könnten auch in Australien als Folge einer einzigen Wanderung aus einer ökologischen oder geographischen Isolation heraus entstanden sein, wenn eine solche Population eine große Variabilität gehabt hätte oder schon vor 100.000 Jahren eingewandert wäre. 
Der große Haupteinwanderungsweg verlief nach Tindale (TINDALE, 1981c: 1763) während der letzten Eiszeit (Wisconsin) über das heutige Neuguinea, die Cape York-Halbinsel und anschließend in einem Flußkorridor bis ins Darling-Becken (bzw. ein Seitenast in die Great Sandy Desert). Von dort aus südwärts konnte Tasmanien, damals eine Halbinsel, erreicht und auch die Great Victoria Desert besiedelt werden (Abb. 1). Dieser Weg ist deshalb der wahrscheinlichste, da es in dem von Flüssen durchzogenen Gebiet nicht nur weites Grasland mit Wasser und Wild gab, sondern in den größeren Flüssen auch Fisch und Muscheln, die das Nahrungsangebot des Landes ergänzten. Die Ausbreitung der Aborigines erfolgte sehr schnell, und es muß damals eine wahre Flut neuer Waffen, Werkzeuge und Ideen entstanden und wieder verschwunden sein, die eine Anpassung an die neuen Lebensräume überhaupt erst ermöglichten. Victoria wurde von den ersten Aborigines schon mindestens vor 30.000 Jahren erreicht (CLARK, 1986: 8), nach den Funden auf Tasmanien wohl aber schon vor über 35.000 Jahren (RYAN, 1996: XXI). 
 
Abb. 1: Die möglichen Eintrittspforten für die Besiedelung Australiens. Aus TINDALE, 1981c. 

1.3 Kontakte mit asiatischen und pazifischen Völkern 

Wenn es auch zu keiner weiteren großen Einwanderung gekommen sein sollte, so hat es doch immer wieder Kontakte mit verschiedenen asiatischen Völkern gegeben (TINDALE, 1981c: 1785 ff.). In den letzten Jahrhunderten waren es vor allem malaiische Fischer und Trepangsammler, welche die Zeit zwischen dem Ende des NW-Monsuns und dem beginnenden Ende des SE-Passats an der Australischen Nordküste verbrachten. Sie benötigten Seeleute für ihre Schiffe und nahmen Aborigines auch als Halbsklaven mit nach Makasar, eine Stadt auf der Insel Celebes im heutigen Indonesien. Noch heute gibt es eine Kolonie von Nachfahren solcher Aborigines auf Celebes. Dies ist der bisher einzige bekannte Fall, das Aborigines in ihr asiatisches Ursprungsgebiet zurückgekehrt wären. Weder verließen sie Australien aus eigener Kraft, noch hinterließen sie in irgendeiner anderen Kultur wesentliche Spuren. 
Australien wurde viel früher schon von den Polynesiern besucht, und das wahrscheinlich nicht nur einmal. Sie entdeckten nahezu alle pazifischen Inseln und erreichten auf ihren Reisen sogar Madagaskar, wo sie auch siedelten. Aus diesem Grund ist es unwahrscheinlich, daß sie Australien, die größte Insel von allen, nicht erreichten. Trotzdem hatten sie hier keinen permanenten Einfluß. Werkzeuge von malaiischem und polynesischem Typ konnten praktisch nur an der Süd- und Ostküste des Kontinents und selten im Landesinneren an den Ufern großer Flüsse gefunden werden. Einer der wenigen Beweise für einen Kontakt mit Aborigines ist das sogenannte "witwit"-Spiel, das von der Südküste Australiens bekannt ist. Dasselbe Spiel wird auch von hochrangigen Polynesiern auf mehreren Pazifikinseln gespielt. 
Die Aborigines müssen also als Verschmelzungsprodukt verschiedener großer oder kleiner Gruppen asiatischer Völker betrachtet werden, die aus einem Gebiet mit stärkerem Entwicklungsdruck und äußerem Zwang zur Veränderung in den vergangenen Jahrtausenden nach Australien kamen (TINDALE, 1981c: 1785). Hier aber wurden sie in Nischen gedrängt, in denen ein schwächerer Wettbewerb den Druck zur Veränderung abschwächte, jedoch nicht ganz ausschaltete. Jedenfalls existieren in den abgelegeneren Teilen Australiens, wie in den Regenwäldern Queenslands, der Western Desert oder isoliert auf Tasmanien, Menschen, die den Typus eines ursprünglichen Asiaten verkörpern, wie er auch in ähnlich extremen Nischen in Malaysia oder auf den Philippinen vorkommt. 
Die Möglichkeit, daß Australien nicht nur im Zuge einer einzigen Wanderung besiedelt wurde, damals mit einem einachen Boot oder Floß, rückt durch neuere Erkenntnisse immer mehr in den Bereich des Wahrscheinlichen. In den letzten Jahren sind mehrmals Indonesier in kleinen Booten, von unerwartet auftretenden Nordwinden getrieben, an der Nordküste Australiens gelandet. Einige solcher Begebenheiten, wobei Aborigines im Gulf of Carpentaria auf Flößen von einer Insel zur anderen abgetrieben wurden und ihnen eine Rückkehr auch über eine Distanz von nur etwa 30 km nicht mehr möglich war, zeigen, daß mit größter Wahrscheinlichkeit mehrmals kleinere Gruppen von Menschen aus dem asiatischen Raum nach Australien eingewandert sind. Wenn man zudem bedenkt, daß in der letzten Eiszeit viel mehr Inseln, Riffe und Sandbänke über die Meeresoberfläche ragten, also ein Sichtkontakt von einem Landstück zum anderen möglich war, so kann man annehmen, daß dies nicht nur zufällig geschah. 
Ein weiteres Zeichen für asiatische Einflüsse ist das weit verbreitete Kauen berauschender Substanzen, wobei die getrockneten Blätter von Duboisia hopwoodii (Solanaceae, enthält Nornikotin) oder einer der wild vorkommenden nikotinhaltigen Tabakarten, besonders Nicotiana excelsior (Solanaceae), mit Haaren oder Pflanzenfasern gekaut werden, welche die Aufgabe haben, die Kaumasse zusammenzuhalten. Diese Gewohnheit scheint ein Ausläufer des alten Brauchs des Betelnußkauens in Südostasien zu sein und wurde wahrscheinlich erst nach der Hauptbesiedelungswelle nach Australien gebracht, da sie nicht weit in das östliche Drittel Australiens reicht, also auch in Tasmanien fehlt. Zusammen mit der Verbreitung einer bestimmten Steinbearbeitungstechnik zur Herstellung von Werkzeugen in der Kulturphase des Pirrian deutet dies auf Nordwestaustralien als Ort der Einführung hin (TINDALE, 1981c: 1786 f.). 

2 Die Tasmanier 

Die bisher bekannten ältesten Nachweise menschlicher Siedlungsspuren auf dem heutigen Tasmanien wurden 1981 von Jones und anderen durch Ausgrabungen in der Kutikina- und der Deena Reena-Höhle in Südwesttasmanien erbracht. Die Funde in den Ablagerungen der Höhlen lieferten den unumstößlichen Beweis dafür, daß Tasmanien schon vor mindestens 35.000 Jahren besiedelt wurde, also schon lange vor der Abtrennung Tasmaniens vom Festland. Damit waren die Tasmanier während des Pleistozäns das am weitesten südlich lebende Volk der Erde überhaupt (RYAN, 1996: XXI). Andere Funde stammen von der Beginners Luck-Höhle im Florentine Valley im südlichen Zentraltasmanien und sind über 20.000 Jahre alt (CLARK, 1986: 10). Auf Hunter Island (etwa 65 km nördlich von Tasmanien) wurden in der Cave Bay-Höhle (CLARK, 1986: 10) 22.800 Jahre alte Siedlungsspuren gefunden (TINDALE, 1981a: 1747 f.). Dieses Gebiet zählte damals zum vergrößerten Eiszeit-Tasmanien und die Höhle wurde von Aborigines besucht, da der Süden Tasmaniens damals, in einer extremen Kältephase der Wisconsin-Eiszeit, für eine Besiedelung zu kalt war. 
Als vor etwa 12.000 Jahren die Wisconsin-Eiszeit mit dem Beginn der Wärmezeit des Flandrian zu Ende ging, hob sich der Meeresspiegel und Tasmanien wurde durch die Entstehung der etwa 200 km breiten Bass Strait vom australischen Kontinent abgeschnitten. Mit Tasmanien wurde auch eine Population von etwa 2.000 (BRYDEN, 1974: 418) bis 4.000 (Haydon & Jones 1993) oder 5.000 (Flannery 1994: 263) Ureinwohnern, deren Einwanderungsweg heute an seiner tiefsten Stelle knapp 70 m unter dem Meeresspiegel liegt, von den anderen Aborigines abgetrennt. Neueren Erkenntnissen zufolge lag die Bevölkerungszahl aber auch um mehrere tausend höher als die von Jones angenommenen 3.000 bis 4.000, ein Autor spricht sogar von zehntausenden (RYAN, 1996: XXI f.). 

2.1 Die Sonderstellung der Tasmanier 

Über die Entstehung der Unterschiede zwischen den Bewohnern Tasmaniens und des australischen Festlandes und ihre Ursachen gibt es zwei unterschiedliche Auffassungen. Der ersten zufolge hatte die Abspaltung von den übrigen Populationen für die tasmanischen Aborigines schwerwiegende Folgen, denn offenbar war die separierte Gruppe zu klein, um sich weiterentwickeln zu können. Flannery (1994: 263 ff.) gibt an, daß die von ihm angenommene Populationsgröße von etwa 5.000 zehnmal so groß ist, wie die zum Überleben nötige Mindestgröße, doch aufgrund neuer archäologischer Befunde für die Erhaltung einer komplexen Kultur nicht ausgereicht haben dürfte. Zudem war eine Kontaktaufnahme mit den Bewohnern des Festlandes nicht möglich, da hierzu die Mittel fehlten. Mit den damals bekannten Schilfbooten (Flannery 1994: 265) oder Rindenbooten (BRYDEN, 1974: 426, Haydon & Jones 1993) ohne Ruder konnte man sich höchstens einige Kilometer vom Land entfernen, ehe das Boot sank (Abb. 2). 
Es gab also 250 Generationen lang kaum technische Neuerungen und technisches Wissen ging stetig verloren. Von Grabungen weiß man (Flannery 1994: 265 f.), daß bis vor 7.000 Jahren und auch später noch Fisch gegessen und nadel- und ahlenähnliche Werkzeuge aus Knochen verwendet wurden. Vor etwa 3.500 Jahren waren diese dann plötzlich verschwunden, und zugleich mit ihnen auch die mantelähnlichen Kleidungsstücke aus Fell, die mit Hilfe dieser Werkzeuge von den Tasmaniern wahrscheinlich gefertigt worden waren (Flannery 1994: 266). Zu der Zeit, als die ersten Europäer die Insel zu erkunden begannen, aßen die Tasmanier im Gegensatz zu den Australiern keinen Fisch mehr, sie hatten keine Hunde, verwendeten weder Bumerangs, Knochennadeln, Speerschleudern und Steinäxte, noch trugen sie Kleidung und waren wahrscheinlich auch nicht dazu in der Lage, Feuer zu machen. All das zählt zum kulturellen Verlust während 12.000 Jahren der Isolation (Flannery 1994: 266) oder konnte aufgrund der Isolation nicht mehr von anderen Aborigines übernommen werden. 
In der Vergangenheit wurden verschiedene Erklärungen für die Vereinfachung der materiellen Kultur der Tasmanier gesucht. So hätten die Tasmanier zum Beispiel damit aufgehört, Fisch zu essen, da dieser zu wenig Fett enthält, eine fettreiche Ernährung im kühlen Tasmanien aber lebensnotwendig sei. Diese Therorie erscheint nicht glaubwürdig, da die Tasmanier tausende von Jahren mit einer Ernährung, die etwa 10 Prozent Fisch enthielt, überlebt hatten und außerdem die Aborigines im vergleichbar kühlen Süden Victorias sich bis ins 19. Jahrhundert von Fisch ernährten. Das Fehlen von Speerschleudern wurde damit erklärt, daß deren Besitz unter den Gegebenheiten auf Tasmanien keinen Vorteil geboten hätte. Tasmanien hat jedoch wie Victoria, wo sie immer noch verwendet werden, eine Vielfalt an Landschaften und die offeneren Gebiete sind hervorragend zur Jagd mit der Speerschleuder geeignet. Auch die fehlende Kleidung könnte ähnlich zu erklären versucht werden, obwohl die den Tasmaniern nahe verwandten Bewohner Victorias noch heute Kleidungsstücke aus gegerbten Tierhäuten verwenden, während die Aborigines der Wüsten im Landesinneren auch bei niedrigen Temperaturen niemals Kleidung tragen, aber während der Nacht Dingos als eine Art wärmende Decke benutzen (TINDALE, 1981b: 1868). 
Die naheliegendste Erklärung für die Vereinfachung der Kultur innerhalb dieser Argumentationslinie dürfte aber in der Isolation Tasmaniens und der geringen Populationsgröße liegen (Flannery 1994: 267ff.). Eine große Gruppe kann sich eher technisch weiterentwickeln als eine kleine, und wenn diese vollständig isoliert ist, kann sie von neuen Ideen nicht erreicht werden. Zudem können Fähigkeiten und Kenntnisse einfach durch den frühen Tod ihrer Träger verloren gehen. Da die Tasmanier in kleinen, zerstreuten Gruppen lebten, in denen eine bestimmte Fähigkeit vielleicht von ein oder zwei Personen beherrscht wurde, ist es ein Leichtes, daß in einem Zeitraum von 12.000 Jahren immer wieder solche Personen starben, bevor sie ihre Fähigkeiten weitergeben hatten können. Dies könnte die Fähigkeiten der Herstellung von Knochenadeln und Kleidung, Ausrüstung zum Feuermachen und gestielten Werkzeugen eingeschlossen haben. Ob die Tasmanier tatsächlich kein Feuer machen konnten oder dies nur dann taten, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gab, ist nach Clark (CLARK, 1986: 20) noch nicht eindeutig geklärt. 
Wenn eine Population klein genug ist, kann das dazu führen, daß riskante Aktivitäten, die nur eine große Population in ihrem Fortbestand nicht gefährden würden, aufgegeben werden. Der Verlust von Fisch auf dem Speisezettel der Tasmanier könnte ein Beispiel dafür sein. Das Essen von Fisch kann riskant sein, da gelegentlich von Dinoflagellaten (eine Gruppe meist einzelliger, begeißelter Algen, die zum Meeresplankton zählen) verursachte Algenblüten ("red tide") auftreten, die zu Massenvergiftungen führen können (vgl. HALLEGRAEFF, MCCAUSLAND & BROWN, 1995. In einer kleinen Population besteht dann verstärkt die Möglichkeit, daß alle Vertreter einer Altersgruppe oder eines Geschlechts sterben und die ganze Gruppe untergeht. Dies könnte auch erklären, warum die Tasmanier mit Furcht reagierten und die Flucht ergriffen, wenn ihnen Mitglieder europäischer Expeditionen (Cook und Peron im 18. und 19. Jahrhundert) Fisch anboten (Flannery 1994: 265). Um weitere solcher Katastrophen zu verhindern, kann sich eine konservative Lebensweise entwickelt haben, die das Überleben der Population auf Kosten einer wertvollen Nahrungsquelle sichert. Der Verlust von Knochennadeln zur gleichen Zeit deutet darauf hin, daß beide Ereignisse zusammenhängen könnten, also die Hersteller von Knochennadeln während einer Massenvergiftung umkamen und daher ihre Fähigkeiten nicht mehr rechtzeitig weitergeben konnten. 
All diese Verluste waren demnach offenbar der Preis, den die Tasmanier für ihre kleine Populationsgröße und die Isolation unter dem Druck der Natur zu bezahlen hatten, der aber nichts im Vergleich zu ihrer Ausrottung durch die Briten im 18. Jahrhundert ist, obwohl diese durch dieselben Umstände erst möglich war. 
Eine andere Erklärung für das Aufgeben von Fisch als Nahrungsquelle liefert Clark (CLARK, 1986: 19 f.), wonach der Meeresspiegel vor etwa 4.000 Jahren gestiegen ist und sich dadurch das Angebot an Abalonen und Langusten verbessert hat. Das könnte die Aborigines dazu veranlaßt haben, auf diese Nahrung umzusteigen, weil sie mit weniger Aufwand in größerer Menge zu beschaffen war, erklärt aber nicht, warum die Eingeborenen mit Furcht reagierten, wenn ihnen Fisch angeboten wurde. Dieser Erklärungsversuch leitet schon zur zweiten, moderneren Ansicht dieser Problematik über: 
Die bis hierher erläuterte Anschauung begründet sich auf den Funden der 60er und 70er Jahre dieses Jahrhunderts, aufgrund derer man angenommen hatte, daß die materielle Kultur der Tasmanier stark eingeschränkt bzw. zur Zeit der Inbesitznahme Tasmaniens durch die Europäer am Beginn des 19. Jahrhunderts schon im Niedergang begriffen war (RYAN, 1996: XX f. und 9). Eine andere Sichtweise, basierend auf neueren Ausgrabungen, beginnt sich erst jetzt durchzusetzen. Demnach kam es beginnend mit der Isolation zu einer besseren Anpassung an die veränderten Umweltbedingungen, die Kultur war also zur Zeit der Europäischen Invasion im Aufstreben begriffen. Die Erfindung von Booten und die damit verbundene Möglichkeit der Robbenjagd werden als Hinweis auf ein Verbessern der "Ausbeutung" der Natur durch die Aborigines angesehen (RYAN, 1996: 9). Durch die Änderung der Umweltbedingungen und eine durch die geringe Populationsgröße beschleunigte genetische Veränderung entstand schließlich eine sich von der des Festlands unterscheidende Kultur. Dies spiegelt sich in der physischen Erscheinung der Tasmanier (wolliges Haar, rotbraune Hautfarbe) und in ihrer Lebensweise wider. Neuere Ausgrabungen weisen darauf hin, daß trotz des Verschwindens von Fisch vom Speisezettel der Tasmanier die Vielfalt der Nahrungsmittel zugenommen hat. Sie wurde ergänzt durch den Konsum von Schalentieren (Muscheln und Schnecken) und Langusten, die an den Meeresküsten saisonal unabhängig zur Verfügung standen, aber auch durch "muttonbirds" und Robben, die ebenfalls dort zu bestimmten Jahreszeiten bejagt werden konnten. Gleichzeitig wurde im Hinterland die Jagd auf Säugetiere wie Känguruhs und Wallabies gesteigert, womit es auch zu einer leichten Weiterentwicklung der Steinwerkzeuge kam. Durch die gute Versorgung mit Nahrung konnte überhaupt erst eine hemisessile Lebensweise in Dörfern entstehen (RYAN, 1996: XXI und 9 f.). 
Einer der wenigen von den Tasmaniern selbst und völlig neu entwickelten Gegenstände ist ein vor etwa 4.000 Jahren entstandenes Kanu, das aus Schilfbündeln (Flannery 1994: 265) oder Bündeln trockener Baumrinde (BRYDEN, 1974: 426, Haydon & Jones 1993) zusammengesetzt wurde (Abb. 2). Clark (CLARK, 1986: 34) führt im Gegensatz zu den anderen Autoren beide Baumaterialen an und beschreibt Konstruktion und Gebrauch: jedes Boot, das etwa 3 m lang, 90 cm breit und 65 cm hoch war, bestand aus drei Bündeln Rinde oder Schilf, die jedes für sich und zuletzt alle drei gemeinsam mit Schilf oder Gras zusammengebunden wurden. Die beiden Enden ragten weit aus dem Wasser, sodaß an einem Ende in einem Lehmbett Feuer mitgeführt werden konnte. Angetrieben wurde das Kanu entweder mit Hilfe einer Stange, die zum Staken oder als Ruder benutzt wurde, oder von einem schwimmenden Menschen. Die in den Bündeln festgehaltenen Luftblasen gaben genug Auftrieb zum Transport von 7 Personen. In einem solchen Fahrzeug konnte man sich einige Kilometer von der Küste entfernen, ehe es sank, sodaß mit seiner Hilfe einige der küstennahen Inseln besucht und besiedelt weden konnten (Flannery 1994: 267). 
 
Abb. 2: Modelle von Rindenbooten, hergestellt von einem Eingeborenen auf Flinders Island zwischen 1843 und 1847. Aus Clark 1986. 
 
Obwohl also die Tasmanier nur etwa 2 Duzend verschiedene Gegenstände besaßen (Flannery 1994: 265) und 22 Bezeichnungen für Werkzeuge kannten, die Festlandbewohner hingegen 120 (Haydon & Jones 1993), ist ihre Kultur keinesfalls als primitiv anzusehen wie das im 18. und 19. Jahrhundert getan wurde. Die Tasmanier waren vielmehr ein hochspezialisierter Zweig der australischen Aborigines, der sich unter extremen Bedingungen differenziert hatte. 
Ein Teil der Unterschiede zu den Aborigines am Festland geht jedoch nicht auf den Verlust von Fähigkeiten zurück, sondern auf den Umstand, daß die isolierten Tasmanier einen Teil der Kulturphasen der australischen Aborigines nicht mehr mitmachen konnten. So konnten die Tasmanier keine Speer- und Pfeilspitzen besitzen, außer sie hätten diese selbst entwickelt, da die Kulturphasen des Pirrian und Mudukian, in denen solche Waffen und die dazu notwendige Technik feiner Gesteinsbearbeitung erstmals entstanden, Tasmanien nicht mehr erreichten. Auch das Fehlen von Dingos geht auf die Separation Tasmaniens zurück. Diese wurden nach Tindale (TINDALE, 1981c: 1765) vom Menschen erst vor 7.000-8.000 Jahren, also kurz vor der Zeit nach Australien gebracht, als im Postglazial der Meeresspiegel zu steigen begann, Australien von Neu Guinea abgeschnitten wurde und Tasmanien bereits eine Insel war. Nach Clark (CLARK, 1986: 9) kam der Wildhund überhaupt erst während er letzten 5.000 oder 6.000 Jahre nach Australien, er konnte Tasmanien also nicht mehr erreichen. Ähnlich verhält es sich mit dem Fehlen von Bumerangs und Speerschleudern: die ältesten bekannten Bumerangs sind etwa 10.000 Jahre alt, sie dürften also überhaupt erst nach der Abtrennung Tasmaniens erfunden worden sein (CLARK, 1986: 9). 
 
Abb. 3: Einige Fundpunkte von Werkzeugen der Kulturphase des Kartan in Australien und Tasmanien. Aus Tindale 1981b. 

2.2 Die auf Tasmanien nachgewiesenen kulturellen Phasen 

Die älteste und ursprünglichste Kulturphase in Australien ist das Kartan, das seine Wurzeln nach Tindale (TINDALE, 1981c: 1774 f.) zweifellos in Südostasien hatte. Wahrscheinlich wurde diese Kultur in einer späten Kältephase der frühen Wisconsin-Eiszeit, als Australien und Neuguinea durch ein Tiefland verbunden waren, von den ersten Einwanderern nach Australien mitgebracht. Ein Hinweis darauf ist auch der Fund von den in Australien weit verbreiteten "Bogan picks" in Neuguinea (Flannery 1994: 261). Die frühesten Anzeichen in Südaustralien stammen aus einer Zeit vor etwa 40.000 Jahren. Die Kultur ist über ganz Australien einschließlich Tasmanien verbreitet, wobei Steinwerkzeuge an über 100 Lokalitäten gefunden werden konnten (Abb. 3). 
 
Abb. 4: A: aus einem Kiesel hergestelltes Steinwerkzeug aus dem Kartan von Tasmanien. B: "Bogan-pick" aus Nordwestaustralien. C: diskoidales Feuersteinmesser aus dem Tartangan von Südaustralien; die strichlierte Linie deutet einen dort üblicherweise vorhandenen Griff aus Harz an. D: heute noch verwendetes "tasmanoides" Beschneidungsmesser des Pandjima-Stammes mit Triodia-Harzgriff, aus Westaustralien. Alle aus TINDALE, 1981c 
 
Es handelt sich bei diesen Funden um Hackmesser, die aus großen Kieselsteinen hergestellt wurden (Abb. 4a). Einige weiter entwickelte weisen auch Vertiefungen zur Befestigung eines Stiels auf, sodaß sie ähnlich einer Hacke benutzt werden konnten. Sie werden oft zusammen mit großen, pickelähnlichen Steinen, sogenannten "Bogan picks" (Abb. 4b) gefunden, die ebenfalls gelegentlich Gruben zur Befestigung eines Stiels aufweisen. Die Stiele an den Werkzeugen gingen in Tasmanien während der Isolation verloren. Solche Werkzeuge könnten zum Töten von in Fallgruben gefangenen Diprodons, Protemnodons und anderen großen Tieren des Pleistozäns, die heute ausgestorben sind, benutzt worden sein (TINDALE, 1981c: 1770 f.). Des weiteren wurden Glättsteine und Rindenschaber, die wahrscheinlich bei der Fertigung von Speeren verwendet wurden, und gut geformte Wurfsteine gefunden. 
Vor etwa 32.000 Jahren war die Phase des Kartan im westlichen New South Wales wahrscheinlich schon vorbei (TINDALE, 1981c: 1775), während sie im heutigen Tasmanien länger gedauert haben dürfte (Abb. 5). Bis etwa 1981 (TINDALE, 1981a: 1748) wurden durch Grabungen nirgends auf Tasmanien die Schichten des Kartan erreicht, obwohl an oberflächlichen Stätten die charakteristischen Werkzeuge weit verbreitet sind und in einem langen Zeitraum des Spätpleistozän in Gebrauch gewesen sein müssen. 
 
 
Abb. 5: Verallgemeinertes Zeit- und Kulturphasendiagramm für Australien: Kartan (A), Tartangan (B), Pirrian (C), Mudukian (D) und Murundian (E). Verändert nach TINDALE, 1981c. 
 
Auf das Kartan folgt die Phase des Tartangan. Erste Nachweise der Werkzeuge, die in dieser Kultur vorherrschten, stammen aus etwa 32.750 Jahren vor der heutigen Zeit. Es handelt sich dabei um diskoidale Steinmesser aus Feuerstein, die wahrscheinlich einen Harzgriff hatten (Abb. 4c) und noch heute von einigen Stämmen in Westaustralien beim Beschneidungsritus der Männer verwendet werden (Abb. 4d). Dieses Messer ist dem dominanten Werkzeug in postpleistozänen tasmanischen Fundstätten so ähnlich, daß auch für australische Funde der Begriff "tasmanoid" verwendet wird. Die ältesten Schichten des Tartangan aus dem östlichen New South Wales stammen aus einer Zeit vor etwa 11.600 Jahren, Tindale (TINDALE, 1981c) nimmt aber an, daß diese Kultur dort schon einige tausend Jahre länger verbreitet gewesen sein muß. 
Die nachfolgende Kultur des Pirrian mit ihren kleinen Pfeil- und Speerspitzen, sowie Steinmessern, hat ihren Ursprung wahrscheinlich im Nordwesten Australiens, wohin sie von Malaien gebracht worden sein könnte, da sie auch auf der Insel Celebes vorkommt (TINDALE, 1981c: 1780, 1784, 1787). Sie hat den östlichen Teil Australiens nie erreicht, zumindest gibt es keine Hinweise darauf. In Victoria jedenfalls wurde das Tartangan vor etwa 8.000 Jahren durch die mikrolithische Kultur des Mudukian abgelöst. Beide Phasen erreichten also Tasmanien nie, die eine Kultur, weil sie sich nicht weit genug nach Osten ausbreitete, die andere, weil Tasmanien zum Zeitpunkt ihres Entstehens auf dem australischen Kontinent bereits eine Insel war (Abb. 5). 

2.3 Die Lebensweise der Tasmanier 

2.3.1 Soziale und politische Organisation 

Das soziale Gebilde der Tasmanier bestand aus 3 Einheiten: der Herdgemeinschaft oder Großfamilie, der Horde und dem Stamm als übergeordneter Einheit (Ryan 1996: 12 f.). Den Grundbaustein bildete die Herdgemeinschaft. Sie bestand aus etwa 2 bis 11 Personen, die zusammen an einem Feuer lebten, bzw. an der Westküste gemeinsam eine Hütte bewohnten. Ihren Kern bildete eine Familie aus Vater, Mutter und Kindern, wozu noch Verwandte, Freunde und andere nahestehende Personen kamen. Die Ehen waren ausnahmslos monogam und wurden von gleichaltrigen Männern und Frauen meist in den Jahren vor dem Erreichen des 20. Lebensjahres geschlossen. Eine Hochzeitszeremonie war dabei offenbar nicht üblich. Bei der Wahl des Partners hatten die Eltern das Recht mitzubestimmen und im Fall einer falschen Wahl konnten sie auch Strafen aussprechen. Es wird auch berichtet, daß Frauen schon im Kindesalter mit einem Mann verlobt wurden (BRYDEN, 1974: 427). Wenn einer der Partner starb, wurde bald wieder geheiratet, wobei der neue Lebensgefährte die Verantwortung für die Kinder aus der früheren Ehe mit übernahm. Obwohl es auch "Scheidungen" gab, waren Untreue, Eifersucht, Neid und Frauenraub die häufigsten Ursachen für oft tödliche Kämpfe. 
Die Horde als nächsthöhere Einheit kann als eine Gruppe von Menschen definiert werden, die sich selbst mit einem bestimmten Namen bezeichnete und anderen unter diesem oder anderen Namen bekannt war. Sie war außerdem eine Migrationseinheit, denn innerhalb eines Stammes wanderten die Horden geschlossen, aber oft unabhängig voneinander zu verschiedenen Zeiten und gelegentlich auch auf verschiedenen Routen. Sie bewegten sich dabei jahreszeitlich bedingt auf der Suche nach Nahrung und anderen notwendigen Dingen nicht nur innerhalb des eigenen Stammesgebietes. Diese nomadische Lebensweise mit relativ langen seßhaften Phasen haben die Tasmanier mit den Aborigines der australischen Südküste, mit denen sie auch am nächsten verwandt sind, gemeinsam (TINDALE, 1981b: 1878 ff.). Wie die Herdgruppe lebte die Horde in Exogamie, das heißt, bei einer Heirat stammte ein Partner stets aus einer anderen Horde. Diese Praxis ist auch unter den australischen Aborigines üblich (TINDALE, 1981b: 1861). Üblicherweise zog die Frau zur ihrem Mann, gelegentlich trat aber auch der umgekehrte Fall ein. Frauen wurden generell wie in anderen einfachen Kulturen behandelt. Sie standen im Rang weit unter den Männern und erhielten oft nur Essensreste. 
Jede Horde wurde von einem Mann angeführt, der aus ihrem Territorium stammte, meist älter als die anderen und als guter Jäger und Krieger bekannt war. Er hatte jedoch nicht die Macht und das Ansehen, das ein Europäer gleichen Ranges gehabt hätte. Die Großfamilie des Anführers und andere Großfamilen bildeten den Kern jeder Horde. Das Land im Besitz einer Horde war meist von natürlichen Gegebenheiten wie Flüssen oder Lagunen eingegrenzt. Am Meer betrug der Anteil an der Küste etwa 25 bis 30 km, abhängig vom Nahrungsreichtum aber auch mehr oder weniger. Die Nahrungssuche blieb nicht auf das eigene Gebiet beschränkt, sondern wurde mit oder ohne Erlaubnis auch auf die Nachbarterritorien ausgedehnt. Wo Küsten und Gebiete im Landesinneren kombiniert waren, besaß eine Gruppe einen etwa 500 bis 750 km2 großen Landstrich. 
 
Abb. 6: Die Territorien der 9 Stämme der Tasmanier: Nordwest- (A), Nord- (B), Big River- (C), Nordinland- (D), Nordost- (E), Ben Lomond- (F), Oyster Bay- (G), Südost- (H) und Südweststamm (I), unbesiedeltes Gebiet (J). Jede Horde wird durch einen Kreis symbolisiert. In Anlehnung an RYAN, 1996. 
 
Die Art der Nahrungsmittel bestimmte Größe und Anzahl der Gruppen. Einige kamen zu bestimmten Zeiten zugleich an Plätze wie die Nordwestküste, um Robben und "muttonbirds" zu jagen, zum Mt. Housetop oder Mt. Vandyke, um Ocker zu gewinnen, zur Moulting Lagoon, um Schwanen- und Enteneier zu sammeln oder in das Gebiet um die heutigen Ortschaften Campbell Town und Ross zur Känguruhjagd. Keine Horde beanspruchte die alleinige Nutzung der Resourcen ihres Gebietes. Durch dieses Öffnen der Gruppe für einen Teil des Jahres konnten Beziehungen zu den anderen Gruppen entstehen (RYAN, 1996: 13 f.). 
Vor der Invasion durch die Europäer gab es mindestens 50 Horden in Tasmanien, von denen bisher 48 lokalisiert werden konnten (Abb. 6). Jones (RYAN, 1996: 14) schätzt, daß es aber ursprünglich 70 bis 85 gewesen sind. Wenn außerdem, wie er annimmt, die Durchschnittsgruppe aus etwa 40 bis 50 Leuten bestand, so kommt man auf eine Gesamtbevölkerung von 3.000 bis 4.000 Aborigines. 
Jede Horde gehörte einer weiter gefaßten politischen Einheit an, dem Stamm, in dem alle Horden in benachbarten Gebieten lebten, dieselbe Sprache oder denselben Dialekt sprachen, die gleiche Kultur teilten und üblicherweise untereinander heirateten. Diese Einteilung in Stämme mit etwa gleich großen Horden, aber einer strengen territorialen Abgrenzung und seiner Auffassung nach ohne eine politische Organisation, gibt es nach Tindale (TINDALE, 1981b: 1856 ff.) auch auf dem australischen Festland und dürfte daher allen Aborigines gemeinsam sein, wahrscheinlich als Folge der natürlichen Gegebenheiten des Landes. 
Das Territorium eines Stammes bestand aus den Gebieten aller Horden, die ihm angehörten, deshalb wurden Bewegungen außerhalb und die Bewegung von fremden Horden innerhalb sorgfältig abgewogen und erst dann gebilligt. Diese Wanderungen waren üblicherweise zu beiderseitigem Nutzen der beteiligten Gruppen, wobei Übertretungen zu Krieg führen konnten. Das Stammesgebiet war entweder durch geographische Gegebenheiten streng begrenzt oder es gab eine breite Übergangszone zwischen den Territorien befreundeter Stämme. 
Das Tasmanien der Aborigines bestand aus 9 Stämmen (Abb. 6), von denen jeder 6 bis 15 Horden umfaßte und insgesamt 250 bis 700 Menschen zählte. Das ergab eine Bevölkerungsdichte von einem Menschen auf 13 bis 23 km², nur in den reichen Küstenregionen konnte sie auf einen pro km² ansteigen (RYAN, 1996: 14). Die Stämme teilten sich in 3 Gruppen auf: eine östliche und nördliche, zu der Oyster Bay-, Nordost- und Nordstamm gehörten, die Binnengruppe, die aus Big River-, Nordinland- und Ben Lomond-Stamm bestand, und die Gruppe der Küstenstämme, zu der Nordwest, Südwest- und Südoststamm zählten. Alle Gruppen besaßen Anteile an der Küste und am Hinterland in verschiedenem Ausmaß und hatten zusätzlich durch Vereinbarungen Zugang zu den Territorien der anderen. Nur der gebirgige Teil im Westen der Insel blieb unbesiedelt, er wurde lediglich bei den Wanderungen durchquert. Eine detailliertere Übersicht über die Stammesgruppen, Stämme, Horden und ihre Territorien gibt Ryan (RYAN, 1996: 16). 

2.3.2 Saisonale Wanderungen und die Beziehungen zu anderen Stämmen 

In der Zeit vor den Europäern gab es keinen Stamm oder keine Gruppe von Horden, die ständig im Landesinneren lebte, aber es gab solche, die sich das ganze Jahr über an der Küste aufhalten und ernähren konnten. Zur Darstellung der vielfältigen Beziehungen, die zwischen den Stämmen, oft auch nur einzelnen Horden, bis über die Territorien anderer Stämme oder sogar Stammesgruppen hinweg durch die Wanderungen bestanden, sollen Nord-, Big River- und Nordweststamm als Beispiele herausgegriffen werden (ihre Lage zu einander ist aus Abb. 6 zu ersehen): 
Im Gebiet des Nordstammes lebten nach Ryan (RYAN, 1996: 21 ff.) vier Horden, die mit den Ebenen des Hinterlandes gute Gebiete zur Jagd auf Wallabie, Emu, Wombat und Possum besaßen, die durch Feuer freigehalten wurden. Während des Winters waren diese Jagdgründe allerdings wegen der Kälte und des Schnees nicht besiedelt. Im Frühling trafen die Aborigines an der Küste zusammen, um die Eier von Wasservögeln und Schalentiere zu sammeln. Der Sommer wurde zur Wanderung an die Küsten des Gebietes des Nordweststammes benutzt, wobei Cape Grim und Robbins Island erreicht wurden. Dort konnten Robben gejagt und Muscheln gesammelt werden. Da sich auf dem Gebiet des Nordstammes mit Mt. Vandyke, Mt. Housetop und St. Valentines Peak die drei wichtigsten Ockervorkommen der Insel befinden, konnte den Angehörigen des Nordweststammes neben der Erlaubnis zur Jagd in den Ebenen auch der Zugang zu den Ockerminen als Gegenleistung angeboten werden. Teilweise in Verbindung mit den Ockervorkommen gab es ein durch Feuer offengehaltenes Wegenetz, das den Wanderungen und damit auch der Kommunikation diente. Freundschaftliche Beziehungen bestanden auch zum Big River-Stamm, der den Zugang zu den Hochebenen in seinem Besitz gestattete, nach Osten hin erfolgten jedoch keine Wanderungen, wahrscheindlich wegen einer Verfeindung mit dem Nordinlandstamm, obwohl diesen Leuten der Zugang zu den Ockervorkommen erlaubt war. Die Wanderungsrouten des Nordstammes sind aus Abb. 7a zu ersehen. 
Im Territorium des Big River-Stammes konnten bisher fünf Horden lokalisiert werden. Es besteht großteils aus Hochebenen, die über 600 m Höhe liegen, und ist reich an Flüssen und Seen mit vielen Vögeln als Nahrungslieferanten, wodurch das Fehlen eines Küstenanteils ausgeglichen werden konnte. Eine Besiedlung erfolgte bis in eine Höhe von etwa 1.200 m (RYAN, 1996: 26 f). Über die saisonalen Wanderungen innerhalb des Gebietes ist kaum etwas bekannt, nur soviel, das es an den Ufern der Seen und Flüsse größere Konzentrationen von Aborigines gab. 
Große Anziehungskraft auf dem Gebiet des Big River-Stammes besaß neben großen Jagdgebieten das Vorkommen von Eucalyptus gunnii, der möglicherweise eine berauschende Wirkung hat und auf das Zentralplateau beschränkt ist. Aus diesem Grund kamen Leute des Nord- und Nordweststammes ins Gebiet, um mit Muscheln und Halsbändern zu handeln (RYAN, 1996: 20). Im Osten gab es freundschaftliche Beziehungen zum Oyster Bay-Stamm, die den gemeinsamen Nahrungserwerb in beiden Territorien einschlossen. Die Aborigines des Big River-Stammes hatten auch Zugang zu den Ebenen und Ockerminen im Gebiet des Norstammes, wo sie sich mit den dortigen Bewohnern trafen. Einige Gruppen drangen sogar bis Cape Grim vor, wodurch der Stamm als einziger Zugang zur Ost- und Westküste hatte. Durch seine zentrale Lage bestanden außerdem viele Kontakte zu anderen Stämmen. Die Beziehungen zum Nordinlandstamm waren meist feindlicher Natur, nur einige Gruppen durften in die Hochländer kommen. Zum Südweststamm gab es keine Kontakte und der Ben Lomond-Stamm kam zusammen mit dem Nord-Inlandstamm in feindlicher Absicht in das Gebiet des Big River-Stammes (RYAN, 1996: 33). Zu den Wanderungen des Big River-Stammes siehe Abb. 7b. 
Eine Feindschaft konnte generell nur durch ein Ereignis gebrochen werden, wenn nämlich einer Gruppe das Feuer ausgegangen war und sie sich bittend an eine Nachbarhorde wandte. Denn in einem solchen Fall gab es ein universelles Gesetz, daß zur Weitergabe des Feuers zwang. Danach konnte ohne weiteres ein Angriff erfolgen. Dies gilt aber nur dann, wenn man annimmt, daß die Tasmanier selbst kein Feuer erzeugen konnten und einen brennenden Feuerstab (Abb. 8) stets in der Horde mitführen mußten (Flannery 1994: 264). 
Das Territorium des Nordweststammes (RYAN, 1996: 33 ff.) bestand hauptsächlich aus einem schmalen Küstenstreifen, an den nur im Nordwesten auch Hinterland anschloß. Es gab mindestens acht Horden, die sich bei ihren saisonalen Wanderungen der Küste entlang bewegten. Im Frühling kam es zu Zusammenkünften an Flußmündungen nahe der Lagunen, wo Schwäne und Enten ihre Eier legten, und im Sommer wurde auf der Inselgruppe um Hunter Island Jagd auf "muttonbirds" gemacht. Früh- und Hochsommer wurden außerdem zur Robbenjagd an der Westküste genutzt. Die Beziehungen zum Südweststamm waren gut und so konnten Wanderungen von Nord nach Süd und umgekehrt in das jeweils anderen Gebiet erfolgen, wobei weite Strecken zurückgelegt wurden (Abb. 7c). Die Ockerminen auf dem Gebiet des Nordstammes wurden oft auch unter Begleitung von Angehörigen dieses Stammes besucht, wobei man im Gegenzug Gastgeber auf Robbins Island war, wo Muttonbird (ein Vogel der Meeresküste) und Robben gejagt und Muschel- und Schneckenschalen gesammelt werden konnten. 
 
Abb. 7: Saisonale Wanderungen des Nordstammes (A), des Big River-Stammes (B) und des Nordweststammes (C). Ringe: Hauptaufenthaltsorte der Horden, Punkte: Ockervorkommen. Alle in Anlehnung an Ryan 1996. 

2.3.3 Das Erscheinungsbild des tasmanischen Menschen 

Nach Bryden (BRYDEN, 1974: 419), der verschiedene Quellen zusammenfaßt, hatten die Aborigines eine dunkle Hautfarbe, die nach alten Beobachtungen von Kupferfarben bis Schwarz variierte. Ihre Körpergröße bewegte sich zwischen 1,60 und 1,95 m und sie waren von eher schlanker Statur. Ihr Haar war allen Berichten zu Folge eher lockig und einige der Männer trugen wollige Bärte. Ob das Haar auch wollig war, ist zweifelhaft. Die Nasen waren flach und breit, mit großen Nasenlöchern, der Mund breit, mit dicken Lippen (Abb. 8 und 10) und großen, kräftigen, geradewüchsigen Zähnen. Studien an verschiedenen Portraits haben gezeigt, daß es innerhalb der Tasmanier Variationen gab, die Bewohner des Südens und Westens feinere Züge aufwiesen als die des Nordens. Möglicherweise sind diese Unterschiede genetischen Ursprungs. 
 
Abb. 8: "Mannalargenna". Portrait eines Tasmaniers mit lehm- oder ockerbehandeltem Haar und Feuerstab, von Thomas Bock, 1832-33. Aus CLARK, 1986. 
 
Da die Tasmanier kaum Kleidung trugen (BRYDEN, 1974: 422, CLARK, 1986: 14), rieben sie ihre Haut mit Schlamm und dem Fett von Beuteltieren oder Robben ein. Vor allem Männer trugen Narben als Hautzeichnungen, die Ausdauer oder Rang anzeigen sollten. Diese Narben an Schultern, Armen, Oberschenkeln und auf der Brust wurden ihnen beim Erreichen der Pubertät mit einem scharfen Werkzeug zugefügt und offen gelassen, sodaß Fett, Ocker, Lehm oder Holzkohle hineingerieben werden konnte, um eine auffallende Narbe zu erzeugen (Abb. 8 und 9). Nach Clark (CLARK, 1986) hätten diese Narben, die sich auch an Rücken, Bauch und Gesäß befanden, Abzeichen der Zugehörigkeit zu verschiedenen Clans oder Stämmen sein können. Diese Ansicht, allerdings beschränkt auf die Frauen, vertritt auch Ryan (RYAN, 1996: 12). Sie waren außerdem den Symbolen der Felsritzzeichnungen sehr ähnlich. 
 
Abb. 9: links: Tasmanischer Mann mit Narbenzeichnungen. rechts: Tasmanische Frau mit Kind. Beide aus CLARK, 1986. 
 
Auch die Haartracht unterschied sich offenbar von Stamm zu Stamm, aber auch zwischen Männern und Frauen. Sie wich jeweils in Haarlänge, teilweiser Rasur des Kopfes und der Verwendung von Fett und Ocker ab. Viele Männer bedeckten ihr Kopfhaar jedenfalls mit Fett, in Verbindung mit Lehm, Kalk oder Ocker (Abb. 8 und 10). Nach Ryan (RYAN, 1996: 11) wurden dabei einzelne Locken zu dickeren Strängen zusammengedreht, die dann allseits vom Kopf herabhingen. Im Gegensatz dazu schoren die Frauen ihre Köpfe kahl oder ließen höchstens einen Kranz aus kurzem Haar übrig, möglicherweise als Zeichen der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stamm (Abb. 9 und 10). Die Bärte der Männer konnten dieser Quelle zufolge ungehindert wachsen, wurden von Zeit zu Zeit gestutzt oder überhaupt abrasiert. Steinsplitter und geschärfte Muscheln wurden zum Schneiden der Haare und Rasieren der Köpfe benutzt (RYAN, 1996: 12). 
 
Abb. 10: Portraits von vier tasmanischen Aborigines. Aus BRYDEN, 1974. 
 
Besonders Ocker spielte im Leben aller Stämme der Tasmanier eine große Rolle. Es wurde zuerst erhitzt, dann zu einem feinen Pulver zerrieben und schließlich mit Fett vermischt, um es zur Bemalung von Kopf, Gesicht und Körper verwenden zu können. In einigen Gegenden wurden auch die Haare damit geschmückt. Ocker hatte einen Stellenwert, wie ihn heute Kosmetika erreicht haben und war aus diesem Grund begehrtes Handelsgut, so begehrt, daß die Aborigines ersatzweise den Rost von altem Eisen abkratzten, als sie durch die Siedlungen der Europäer von den Ockerminen abgeschnitten waren (CLARK, 1986: 17). Ocker dürfte jedoch für Frauen und Männer eine unterschiedliche spirituelle Bedeutung gehabt haben (RYAN, 1996: XXI). 
Von beiden Geschlechtern wurden offenbar als Amulette Kieferknochen und Teile der Oberschenkelknochen von toten Verwandten oder Freunden um den Hals getragen. Ebenfalls von beiden als Schmuckstücke wurden Federn, Blumen und Tierzähne getragen, von den Frauen außerdem Halsketten aus aufgefädelten kleinen Muschelschalen, die vorher geräuchert und poliert wurden, um die äußere Schicht zu entfernen (BRYDEN, 1974: 422). Clark (CLARK, 1986: 14) schreibt weiters, daß die Tasmanier Halsbänder aus mit Ocker überzogenen Känguruhsehnen und Streifen von Tierfellen trugen. 

2.3.4 Behausungen 

Die Art der Behausungen, welche die Tasmanier errichteten, hing wesentlich von den klimatischen Gegebenheiten ab (CLARK, 1986: 25). So erbauten die Bewohner des Westens und des Gebietes um die Großen Seen kuppelartige Hütten (Abb. 11c), um sich vor kalten Winden und Regen zu schützen. Dazu wurden beide Enden biegsamer Äste in den Boden gesteckt und das dadurch entstandene Gitter mit Gras oder Rinde abgedeckt. Das Innere dieser Hütten, die bis zu 15 Personen beherbergen konnten, war mit den Federn verschiedener Vogelarten ausgekleidet. Von den frühen Entdeckern wurden Dörfer aus 7 bis 8 solcher Hütten gefunden, die das ganze Jahr über bewohnt waren. 
 
Abb. 11: Verschiedene Typen von Behausungen: A: einfacher Windschutz. B: halbkuppelförmige Hütte. C: kuppelförmige Hütte. Alle aus CLARK, 1986. 
 
Bedingt durch das mildere Klima konnten sich die Stämme des Nordostens und Ostens auf den Bau von einer Art Windschutz beschränken. Eine solche Konstruktion bestand aus in den Boden gesteckten Ästen, die mit Streifen von Baumrinde verwoben wurden (Abb. 11a). Sie war üblicherweise so groß dimensioniert, daß sie einer Familie Schutz bot, konnte aber bis zu 11 m lang sein, um 30 bis 40 Personen zu schützen. 
Hütten in der Form einer Halbkuppel, die aus Borke und biegsamen Ästen hergestellt wurden, sind von Bruny Island bekannt (Abb. 11b). Ein Gemälde von John Glover zeigt noch einen weiteren Typ einer Hütte mit First, deren Unterkonstruktion offenbar aus steifen Ästen bestand und mit Baumrindenstreifen gedeckt wurde (Abb. 12). 
Für die nomadischen Stämme waren auch hohle Bäume, Höhlen und überhängende Felsen als Unterstände von Bedeutung (BRYDEN, 1974: 423). Den besten Schutz davon boten wohl Höhlen, die es von der Küste bis ins Landesinnere gibt. Viele von ihnen hatten nur einen schmalen Eingang und konnten während des Winters mit Hilfe eines Holzkohlenfeuers leicht beheizt werden. 
 
Abb. 12: Lager tasmanischer Aborigines mit Rindenhütten bei Mills Plains. Gemälde von John Glover, 1836. Aus CLARK, 1986. 
 

2.3.5 Werkzeuge 

Die Tasmanier stellten Werkzeuge und Behälter aus Holz, Knochen, Stein, Seetang, Borke, Gras und Sehnen her. Viele wurden erst am Ort der Verwendung hergestellt und nach dem Gebrauch weggeworfen. Dies erlaubte es, weiterzuwandern, ohne am nächsten Lagerplatz nicht benötigte Besitztümer mittragen zu müssen. 
Steinwerkzeuge wurden zumeist aus Splittern hergestellt, die zuvor mit Hilfe eines Steines von einem Felsstück abgeschlagen worden waren. Andere waren einfache runde Steine, die ohne eine Veränderung benutzt oder von denen Splitter abgeschlagen wurden, um eine schneidende Kante zu erzeugen (CLARK, 1986: 22). Sie konnten aber auch stärker bearbeitet sein (Abb. 4a). Alle diese Werkzeuge waren einfach, aber wirkungsvoll. Ihre Verwendung reichte vom Schlagen, Schaben und Schneiden bis zum Reiben, sie wurden beim Häuten von Tieren, der Bearbeitung von Fellen und Häuten, der Beschaffung von Nahrung, beim Öffnen von Schalentieren und nicht zuletzt bei der Herstellung von Holzwerkzeugen benutzt. Dabei wurden einige zum Entrinden, andere, schärfere zum Schnitzen und Formen, feinere zum Polieren und scharfe, spitze zum Bohren von Löchern gebraucht. Nach Bryden (BRYDEN, 1974: 426) bestanden sie meist aus Basalt und Quarzit, aber auch Feuerstein, Granit, Dolerit, Sandstein und andere Gesteine waren geeignet. Steinwerkzeuge mit Stielen sind nur von Ausgrabungen bekannt, ebenso Knochenwerkzeuge, die (nach Bryden) in Spatelform zum Auslösen von Muscheln und Krustentieren, geschärft zum Sammeln von Honig und zugespitzt als Nadeln benutzt wurden. 
Die Tasmanier besaßen nach Bryden (BRYDEN, 1974: 425f.) keine Bumerangs und Schilde, aber sie hatten Keulen, Knüppel, Speere, Wurfstöcke und Grabstöcke, die mit Hilfe von Steinwerkzeugen hergestellt wurden. Clark (CLARK, 1986: 23) erwähnt Speere und Knüppel aus dem Holz von Leptospermum oder Melaleuca. Die Speere hatten eine Länge von 2,4 bis 5,4 m, waren etwa 1 bis 2 cm dick und verjüngten sich von der Spitze ausgehend. Um sie biegsam zu machen und den Schaft gerade zu richten, wurden sie durchs Feuer gezogen und der Schaft anschließend mit Holzkohle und Fett eingerieben. Eine hohe Treffergenauigkeit und tödliche Wirkung bis auf eine Entfernung von 60 bis 70 m zeichnete diese Waffe aus. Andere Quellen sprechen sogar von einer Reichweite bis zu 100 m (Haydon & Jones 1993). Die Knüppel waren kräftige, 60 cm lange und 2 bis 3 cm dicke Stöcke mit einem stumpfen und einem als Griff aufgerauhtem Ende. Sie wurden entweder geworfen oder in der Hand gehalten, um damit zuzuschlagen. Beide, sowohl Speer als auch Knüppel, kamen sowohl bei der Jagd als auch beim Kampf zum Einsatz. Harz und Holz von Acacia mearnsii wurden von den Aborigines Victorias zur Herstellung von Speeren verwendet, daß Holz außerdem noch für Keulen, Bumerangs und Schilde (Elliott & Jones 1982: 81). Ob dies auch auf die Tasmanier zutrifft (bezogen auf Speere und Keulen, Bumerangs und Schilde gab es hier ja nicht), ist unbekannt, wäre aber möglich, da A. mearnsii auch in Tasmanien vorkommt. 
 
Abb. 13: Behälter zum Tragen von Wasser aus einem Blatt von Nereocystis luetkeana ("bull kelp"). Aus Clark 1986. 
 
Von den Frauen wurde außerdem ein kurzer, an einem Ende abgeflachter Stock verwendet, um Schalentiere von den Felsen zu lösen, und ein längerer, um Wurzeln und Knollen auszugraben. 
Zur Aufbewahrung und zum Transport von Nahrung und persönlichen Besitztümern wurden Taschen aus Gräsern und Borke verwendet (BRYDEN, 1974: 426). Clark (CLARK, 1986: 23) führt als Material zum Flechten von Körben Juncus-Halme an, die neben anderen Pflanzenfasern verwendet wurden. Sie wurden über einem schwachen Feuer biegsam gemacht, zu Fäden gedreht und schließlich derart verwoben, daß kugelfömige Körbe entstanden, wie sie auch von den Aborigine-Frauen in Victoria hergestellt werden. Die Körbe wurden zum Transport von Gegenständen des persönlichen Gebrauchs benutzt, aber auch zum Sammeln von Nahrung. Beim Tauchen nach Muscheln wurden sie um den Hals befestigt. 
Als Trinkgefäße wurden Beutel aus einem Tangblatt benutzt (Haydon & Jones 1993). Ähnliche Behälter aus einem Blatt des "bull kelp" (Nereocystis luetkeana, ein Seetang, Phaeophyceae), die von jeweils zwei an Rande durchgestochenen Stöcken in Form gehalten wurden und mit Hilfe einer Schnur aus Pflanzenfasern getragen werden konnten (Abb. 13), sind ebenfalls bekannt (CLARK, 1986: 23). 

2.3.6 Nahrung 

Die Tasmanier nahmen tierische Nahrung sowohl aus dem Meer, als auch vom Land zu sich. Im wesentlichen stammte sie von Beuteltieren und andere Säugern, Vögeln, Reptilien, Krustentieren und Muscheln. Fisch wurde zuletzt nicht mehr gegessen, Knochen konnten aber bei Ausgrabungen gefunden werden und zeigen, daß bis vor 3.500 Jahren 31 Fischarten gegessen worden waren (Flannery 1994: 266). Die Bedeutung als Nahrungsquelle, welche die Schalentiere dadurch erlangten, kann aus den mächtigen Ablagerungen von Muschelschalen auf Abfallplätzen der Aborigines an den Küsten ersehen werden (Abb. 14). 
 
Abb. 14: Von Muschelschalen dominierte Abfallhalde der Aborigines an der Hazards Beach, Freycinet National Park, Tasmanien. Foto: M. Möslinger. 
 
Die Mehrheit der gegessenen Pflanzen stammte aus den Feuchten und Trockenen Hartlaubwäldern und den Küstengebieten, die alpinen Gebiete und Regenwälder boten hingegen nur eine beschränkte Menge an pflanzlicher Nahrung. Die Nutzbarkeit vieler Pflanzen war auf bestimmte Jahreszeiten beschränkt, viele kamen auch nur in bestimmten Gebieten oder in geringer Zahl vor (CLARK, 1986: 19). Generell spielten sie in Tasmanien als Nahrung eine weniger wichtige Rolle als Tiere. Eine Übersicht über die tierischen und pflanzlichen Nahrungsmittelquellen bietet Tabelle 1. Nach Haydon & Jones (1993) wurde auch eine Art Mate getrunken. 
Sowohl im Landesinneren, als auch an der Küste hatten Känguruhs und verwandte Tiere, gefolgt von Pflanzen, als Nahrung die größte Bedeutung. Robben und Schalentiere bildeten einen wichtigen Bestandteil der Ernährung der Küstenbewohner. Aufgrund von Literaturangaben wird angenommen, daß die Tasmanier weniger pflanzliche Nahrung zu sich nahmen als sie Australier, möglicherweise, weil es auf Tasmanien weniger geeignete Pflanzen gibt (BRYDEN, 1974: 425). 
Zwar wurde überall in Tasmanien die gleiche Nahrung gegessen, doch gab es Unterschiede bedingt durch das Wanderungsverhalten der Aborigines: so dürften sie im Osten viele verschiedene Plätze für kurze Zeit und wegen einer bestimmten Nahrungsquelle aufgesucht haben, woraus sich erklärt, warum Abfallplätze an der Ostküste fast nur Krustentiere und weiter im Landesinneren nur wenig außer den Überresten von Wallabies und Possums enthalten. Im Gegensatz dazu dürften sich die Bewohner des Westens länger an einem Ort aufgehalten haben, denn ihre Abfallhalden enthalten Überreste der verschiedensten Tiere, von Eiern und auch von Pflanzen. 
 
  
 
verwendeter Teil Tier-/Pflanzengruppe Trivialname wissenschaftlicher Name
Fleisch Beuteltiere 

 

Forester Kangaroo 
Bennett´s Wallaby 
Rufous Wallaby 
Native Cat 
Brush-Tailed Possum 
Ringtail Possum 
Kangaroo Rat 
Little Marsupial Mouse 
Dusky Marsupial Mouse 
Common Wombat
Macropus giganteus 
Macropus rufogriseus 
Thylogale billardierii 
Dasyurus viverrimus 
Trichosurus vulpecula 
Pseudocheirus peregrinus 
Potorous apicalis 
Antechinus minimus  
A. swainsonii 
Vombatus ursinus
  Kloakentiere Echidna Tachyglossus aculeatus
  placentale Säuger Australian Fur Seal 
Leopard Seal
Arctocephalus doriferus 
Hydrurga leptonyx
  Vögel der Felsküste Tasmanian Muttonbird 
Little Penguin
Puffinus tenuirostris 
Eudyptula minor
  Vögel der Lagunen Black Swan 
Australian Pelecan 

Enten

Cygnus atratus 
Pelecanus conspicillatus 

Fam. Anatidae

  Landvögel Emu 
Krähen/Raben 
Tauben
Dromaius novaehollandiae 
Corvus sp. 
Fam. Columbidae
  Reptilien Eidechsen  
  Meereskrebse Langusten 
Krabben 
Hummer
 
  Süßwasserkrebse Languste  
  Meeresbewohnende Mollusken (Weichtiere) Mussel 
Scallop 
Abalone 
Oyster 
sowie Wellhornschnecken und andere Meeresschnecken
Brachiodontes rostratus 
Pecten fumata 
Notohaliotis ruber 
Ostrea sp.
Eier verschiedene Vögel Black Swan 
Tasmanian Muttonbird 
Enten 
Möwen 
Pinguine
Cygnus atratus 
Puffinus tenuirostris 
Fam. Anatidae 
Fam. Laridae 
Fam. Spheniscidae
Früchte Blütenpflanzen Kangaroo Apple Solanum laciniatum
Wurzeln Blütenpflanzen Liliengewächse 
Orchideen
Fam. Liliaceae 
Fam. Orchidaceae
  Farne Bracken Fern Pteridium esculentum
Fruchtkörper Ständerpilze Field Mushroom 
ein Porling
Agaricus campestris 
Polyporus mylittae
Harz der Rinde Blütenpflanzen Black Wattle Acacia mearnsii
verschiedene Teile Blütenpflanzen Native Pig Face 
Grass Tree
Carpobrotus rossii 
Xanthorrhoea australis
  Farne Manfern 
Rough Tree Fern
Dicksonia antarctica 
Cyathea australis
  Braunalgen ein Seetang 
ein Seetang 
Giant Fucoid
Cystophora porulosa 
C. paniculata 
Durvillea potatorum
 
Tab. 1: Die traditionellen Nahrungsmittel der tasmanischen Aborigines. In Anlehnung an CLARK, 1986. Bei der Angabe in Clark, daß das Harz der Rinde der Meeresalge Durvillea potatorum verwendet wurde, dürfte es sich wohl um einen Irrtum handeln. Gleiches gilt für den lateinischen Namen Acacia "millissima", der richtig A. mollissima lautet. Der momentan gültige Name für diese Art ist allerdings A. mearnsii. Die Früchte von Solanum laciniatum waren nach Roth eines der wichtigsten pflanzlichen Nahrungsmittel der tasmanischen Aborigines und wurden nur in absolut reifem Zustand verzehrt (Peterson 1979: 186). 
 
Das Sammeln von Nahrung war offenbar zwischen den Geschlechtern gut aufgeteilt (BRYDEN, 1974: 425). Die Männer jagten Vögel, Robben und Beuteltiere, die Frauen sammelten Reptilien, Muscheln, Wurzeln und Früchte, nach Clark (CLARK, 1986: 19) jagten sie aber auch kleine Tiere wie Possums und Ratten. Die Jagd auf Beuteltiere und Vögel erfolgte mit Speer und Wurfstock unter Verwendung des Wissens über das Verhalten der Tiere. Grabstöcke wurden zum Ausgraben von Wurzeln benutzt und diese wie Muscheln, Früchte und ähnliches in Binsenkörben transportiert. 
Die Tasmanier waren darauf bedacht, die Reserven des Landes nicht über Gebühr auszubeuten. Sie verließen ihre Lagerplätze schon bevor sie alles Eßbare des Gebietes gesammelt oder erlegt hatten und sicherten dadurch ein Nachwachsen von Vorräten für den nächsten Besuch dieses Ortes. Diejenigen Gruppen, die Land besaßen, auf dem bestimmte Nahrung zu einer bestimmten Jahreszeit reichlich vorhanden war, ließen nur eine beschränkte Anzahl von Menschen in dieses Gebiet, damit sich der Bestand bis zum nächsten Jahr erholen konnte. Feuer wurde nicht nur eingesetzt, um die Vegetation für die Wanderungen leichter begehbar zu machen, sondern auch, um das Wachstum von Nahrungspflanzen zu fördern. 
Nahrungsvorräte wurden keine angelegt, denn jede Gruppe wußte genau, wo es zu welcher Jahreszeit bestimmte Nahrungsmittel gab. Die Natur fungierte also als eine Art großes "Lagerhaus" (RYAN, 19966: 14). 

2.3.7 Krankheit, Tod und Religion

Über die Behandlung von Kranken mit Medizin ist nur wenig bekannt. Jedenfalls waren Einschnitte in den Körper, Aderlaß und das Auflegen von gekauten Blättern auf die Schnitte üblich. Nasse, enge Bandagen mit Blättern und Meeresalgen wurden zur Linderung von Schmerz und zur Stillung von Blutungen verwendet. Offenbar hatten die Aborigines kein Interesse an den Kranken und Schwachen (BRYDEN, 1974: 428), denn wenn ein Eingeborener so krank wurde, daß er den anderen nicht mehr folgen konnte, ließ man ihn mit Nahrung und Blättern von Mesembryanthemum equilaterale, das als Abführmittel benutzt wurde, zurück, bis er starb oder den anderen wieder folgen konnte. 
Wie Bryden (BRYDEN, 1974: 429 ff.) zusammenfaßt, ist es nicht eindeutig geklärt, ob die Tasmanier an eine Gottheit glaubten. Einige Autoren konnten keine Nachweise dafür finden, andere wiederum meinten, daß sie an zwei Geister glaubten, einen guten für den Tag und einen bösen für die Nacht. Nach Ryan (RYAN, 1996: 10) wurde der gute Geist mit "Noiheener" oder "Parledee", der böse mit "Wrageowrapper" bezeichnet. Diese und andere Geister wurden mit der Schöpfung, dem Feuer, Flüssen, Bäumen und dem Tod in Verbindung gebracht. Außerdem soll der Geist der Sonne das Männliche und der Geist des Mondes das Weibliche verkörpert haben. Andere Autoren meinten, die Tasmanier hätten an Geister geglaubt, die sich tagsüber versteckt halten und in der Nacht mit der Kraft zu verletzen und zu zerstören erscheinen. Die Theorie, wonach die Tasmanier die Sonne fürchteten, und daß sie glaubten, der Mond wache über die Geburt von Kindern, ist durch nichts bewiesen. Die Aborigines tanzten bei Mondlicht (Abb. 15), aber das erscheint verständlich, da sie angeblich die Dunkelheit fürchteten. 
Einige Autoren meinten auch, sie hätten einen Vielgottglauben gehabt und an die unsterbliche Seele des Menschen geglaubt. In ihren Legenden hätte es angeblich boshafte Geister und Kobolde gegeben, die in Höhlen, im dichten Wald in den Bergen und anderswo lebten. Nach Ryan (RYAN, 1996: 19) wurden bei Schlechtwetter und Hochwasser Feuer entzündet, um die Götter zu besänftigen, außerdem sollte das Tragen von Amuletten aus den Knochen von Toten Schaden und Krankheit abwehren. In allen Berichten fehlen aber Götzen, nur Steine wurden manchmal zu Kreisen zusammengelegt und sollten abwesende Freunde repräsentieren. Solche Steine wurden als heilig betrachtet. 
 
Abb. 15: Im Mondlicht tanzende Aborigines. Gemälde von John Glover. Aus BRYDEN, 1974. 
 
Der Tod war für die Aborigines offenbar nichts Endgültiges (RYAN, 1996: 11), denn sie glaubten an einen Schutzgeist oder eine "Seele", die in ihrer linken Brusthälfte lebte und sie beim Tod verließ, um anderswo zu leben. Das Auferlegen von Tabus im Zusammenhang mit dem Tod war üblich (BRYDEN, 1974: 428), so wurden Begräbnisstätten gemieden, die Toten nicht beim Namen genannt, sondern stattdessen (zumindest von den Aborigines der Inseln in der Bass Strait) Umschreibungen benutzt, (RYAN, 1996: 11) und nach einem Todesfall bestimmte Speisen nicht gegessen. 
Auch über die Arten der Bestattung gibt es einige Berichte. So gab es Grabstätten aus Holzstangen und Rinde, die eine vierseitige Pyramide bildeten (Abb. 16). Darin lag der Körper bedeckt mit Asche und Schichten von Gras in einer seichten Grube (BRYDEN, 1974: 429). Nach Clark (CLARK, 1986: 28) sollen sich im Gegensatz dazu in solchen Gräbern Knochen und Asche der Toten befunden haben. Bei einem anderen Verfahren wurde der Körper senkrecht in einen hohlen Baum gestellt und nach einer Zeit samt dem Baum verbrannt, nachdem der Kopf des Toten entfernt worden war. Der Kopf wurde zusammen mit anderen in einen Erdhaufen gelegt, der von Vegetation bedeckt war. Von der Verbrennung von Toten auf Scheiterhäufen wird ebenfalls berichtet. 
 
Abb. 16: Pyramidenförmige Grabstätte der Tasmanier. A: Zeichnungen auf Borkenstücken aus dem Inneren einer Grabstätte. B: Außenansicht. C: Geöffnetes Grabmal, darin verbrannte und zerbrochene Knochen, die mit Borke umwickelt und mit Steinen beschwert wurden. Alle aus Clark 1986. 

2.3.8 Sprache 

Die Gemeinsamkeit der Horden eines Stammes liegt vor allem in der Sprache. Daraus folgt, daß es in Tasmanien entsprechend der Zahl der Stämme auch 9 Sprachen gegeben haben dürfte, wenngleich nur die Existenz von 5 bekannt ist (Haydon & Jones 1993). Die Sprachen der Tasmanier hatten laut Roth (BRYDEN, 1974: 426 f.) mit denen der australischen Aborigines nichts gemein, nach Clark (CLARK, 1986: 36) waren sie jedoch typisch australisch. Neueren Einschätzungen zufolge (RYAN, 1996: 11) gab es auf Tasmanien zwei Sprachen: eine nordtasmanische und eine südtasmanische. Beide zeigen auf allgemeiner Ebene vage Ähnlichkeiten mit den australischen Sprachen, aber sie enthalten einige nichtaustralische Elemente. 
Heute überleben die tasmanischen Sprachen nur mehr in Form von Wortlisten, Ortsnamen (Tab. 2) und einigen Aufnahmen von Liedern, sie konnten aber nicht näher erforscht werden, bevor sie mit den Tasmaniern ausstarben. 
 
Kaoota - Abenddämmerung Neika - Hügel
Koonya - Schwan Nubeena - Languste
Lenah - eine Känguruhart Parattah - Frost oder Hagel
Liapootah - kleiner Fluß oder Bach Pelverata - Ohr
Lutana - Mond Pengana - Falke
Magra - Tag Poatina - Höhle
Maydena - Schatten Redpa - Stechmücke
Miena - Lagune, Tümpel Taroona - Chitonschnecke
Moonah - Eukalyptus Temma - Hütte
Murdunna - Stern Tunnack - Kälte
Tab. 2: Auswahl tasmanischer Ortsnamen, die allerdings von Europäern vergeben wurden. Aus CLARK, 1986 

2.3.9 Kunst und Musik 

Die Tasmanier waren, verglichen mit den australischen Aborigines als Künstler relativ unproduktiv (BRYDEN, 1974: 431). Die Ursache dafür kann aber nicht das Fehlen von Farbe sein, denn Ocker war bekannt und wurde zur Körperbemalung benutzt. Die Härte des Gesteins in den bewohnten Höhlen könnte eine Ursache sein. Trotzdem sind einige Felszeichnungen und Petroglyphen (in den Fels gehauene Symbole) bekannt (Abb. 17). Schablonenzeichnungen von Händen und Ockerklumpen in der Kutikina-Höhle weisen auf eine 11.000 Jahre alte Tradition von Malerei hin (RYAN, 1996: XXI). 
Die Motive sind meist Kreise, was aber dargestellt werden sollte, ist unbekannt. Möglicherweise stehen sie in Beziehung zur tasmanischen Mythologie, vielleicht erzählen sie von Vorfahren oder auch Schöpfungsmythen, wie das bei ähnlichen Darstellungen auf dem australischen Festland der Fall ist. Einige Felsen zeigen Emufüße und Pfeile, letztere sollen mit alten Phallusriten zusammenhängen. Frühe Beobachter erwähnen auch Holzzeichnungen und -schnitzereien (Abb. 16a), für die aber direkte Nachweise fehlen. Nach Clark (CLARK, 1986: 29) wurden Zeichnungen auch auf Borkenstreifen in den Grabstätten gefunden. Eine Auswahl von Motiven aus der Kunst tasmanischer Aborigines zeigt Abb. 18. 
 
Abb. 17: Petroglyphen vom Mount Cameron, Tasmanien. Aus BRYDEN, 1974. 
 
Die Schablonenzeichnungen menschlicher Hände wurden erst in den 80er Jahren dieses Jahrhunderts in einer Höhle entdeckt (CLARK, 1986: 32). Sie entstanden durch das Übersprühen von an die Felswände gehaltenen Händen mit einem Gemisch aus Ocker und Wasser. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man angenommen, daß diese auf dem Festland weit verbreitete Tradition in Tasmanien unbekannt war. 
 
Abb. 18: Einige Motive aus der Kunst der Tasmanier. Verändert nach CLARK, 1986. 
 
Wie auch bei den Aborigines des Festlandes machte Musik zusammen mit verschiedenen Zeremonien einen wesentlichen Teil des Lebens der Tasmanier aus (BRYDEN, 1974: 431 f.). Gesang war insbesondere üblich, wenn sie abends um die Feuer saßen oder im Mondlicht tanzten (Abb. 15), aber auch während der Arbeit. Die Musik war monoton, sich wiederholend, traurig und kaum wohlklingend. Manche Autoren beschrieben einige der Melodien als durchaus ausdrucksvoll, obwohl sie monoton waren, andere bezeichneten den Gesang als weit entfernt von unmusikalisch. 
Die beiden einzigen Aufnahmen von Liedern werden von der Royal Society of Tasmania aufbewahrt und sind auch untersucht worden, mit dem Ergebnis, daß sie zwei verschiedenen Arten von Gesang angehören. Die eine entspricht einer Triole, die andere, weiter entwickelte, entspricht dem gebundenen Stil des Legato, wobei die einzelnen Phrasen über und unter einem tonalen Zentrum schwingen. Der tasmanische Gesangsstil steht überraschenderweise dem des Gebietes um Neu Guinea näher als dem des restlichen Australien (CLARK, 1986: 36). Eine Begleitung des Gesanges durch Trommeln auf einem eingerollten Känguruhfell oder das Zusammenschlagen zweier Stöcke wurde auch auf dem australischen Festland beobachtet. Die Lieder und dazugehörigen Tänze handelten wie in Europa auch von wichtigen Personen und Ereignissen, Liebe, Krieg, den Schönheiten der Natur, der Schöpfung und später auch von den Weißen und ihrer fremden Kultur. 

3 Die britische Kolonialisierung und die Ausrottung der Tasmanier 

Mit der Inbesitznahme Tasmaniens durch die Briten im Jahr 1802 begann der schnellste und gründlichste Völkermord der Geschichte. Er wurde durch Ignoranz, Intoleranz und Großmachtgehabe der Briten gegenüber einem kleinen, einfachen Volk getragen, das auf seiner Insel gefangen war und moderner Technik, einem nahezu unbegrenzten Einwandererpotential und aus Europa eingeschleppten Krankheiten nichts entgegenzusetzen hatte. Durch die Chronik der Auslöschung der Tasmanier zieht sich ein roter Faden von Gewalttaten und Mißverständnissen. Die folgende Schilderung der Ereignisse richtet sich, wenn nicht anders zitiert, nach Haydon & Jones (1993) 
1803 wurde die erste britische Siedlung in Reston Cove von Soldaten und deportierten Strafgefangenen gegründet. 1804 kam es dort zur ersten Begegnung mit Aborigines, die sich auf der Jagd nach Känguruhs befanden. Sie wurden, da sie sich in großer Zahl wie bei einem Einkesselungsmanöver bewegten, für Angreifer gehalten und mit Kanonen beschossen. Etwa 50-60 von ihnen mußten dabei ihr Leben lassen. 
 
Abb. 19: A: Das britische Siedlungsgebiet (schraffiert) und die Verbreitung von Horden der Aborigines (Punkte) um 1830. B: Wie A, jedoch um 1835. Alle nach Haydon & Jones 1993. 
 
Tasmanien war bis 1816 eine Insel der Ausgestoßenen, eine abgeriegelte Stafkolonie, die vom Abschaum der britischen Armee bewacht wurde. In dieser Zeit wurden die Einheimischen von entflohenen oder bewaffnet ins Land entlassenen Sträflingen, sowie von Robbenjägern willkürlich erschossen, erschlagen, kastriert, verletzt, entführt und vergewaltigt, Kindern wurden bei lebendigem Leib die Köpfe abgerissen. Kaum ein Europäer wurde für solche Schandtaten zur Rechenschaft gezogen. Die ursprüngliche Zahl der Aborigines von 4.000-5.000 wurde auf etwa die Hälfte reduziert. 
1816 wurden die ersten Schafe nach Australien gebracht, und später, allein in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts rund 1 Million. Die Weidegründe, die für sie geschaffen werden mußten, und die damit verbundene Aufschließung des Landes beeinträchtigte die Wanderungen der Ureinwohner vom Landesinneren zur Küste und schnitt sie die Hälfte des Jahres von ihren Jagdgründen ab. Im Jahr 1820 begannen die Angriffe der Aborigines auf die weit verstreuten, einzeln in ihren Hütten lebenden Schafhirten. Es entstand ein Guerillakrieg, der "Black War" von 1824-1831 (REYNOLDS, 1995 1995), in dessen erstem Jahr 13 Hirten getötet wurden. Die Aborigines beobachteten zunächst von oben aus den Wäldern die Hirten und griffen diese an, wenn sie unbewaffnet waren. Damals standen die Chancen noch etwa gleich, da die Steinschloßflinten der Siedler unzuverlässig und umständlich in der Handhabung waren, ein Speer aber auf 100 m Entfernung sein Ziel zuverlässig traf. Zusätzlich kam den Aborigines auch ihre Anpassungsfähigkeit zugute (REYNOLDS, 1995: 38 ff.): Sie verwendeten erbeutete Flinten, mit denen sie ausgezeichnet umgehen konnten, und die von den Europäern mitgebrachten Hunde, die sie innerhalb kürzester Zeit in ihr Leben integriert und zu Jagdhunden (auch auf Menschen) erzogen hatten. Da einige Aborigines auch auf Farmen gelebt hatten, kannten sie den Tagesablauf der Siedler gut und konnten einen geeigneten Zeitpunkt für einen Überfall ausnutzen. Wegen der zunehmenden Zahl der Zwischenfälle wurde veranlaßt, daß zur Abschreckung für jeden getöteten Europäer vier Eingeborene getötet werden sollten. Dies sollte fatal für die Aborigines sein, denn sie konnten ihre Verluste nicht ersetzen, wogegen für jeden Europäer ein mehrfaches nachrückte. Letzteres war nach Ryan (RYAN, 1996: XXVII, bezugnehmend auf Reynolds 1995) auch der Grund dafür, daß die Aborigines den Guerillakrieg nicht gewannen. So blieben im Jahr 1825 nur noch etwa 1.200 Eingeborene übrig. Zwar war in London eine Verordnung erlassen worden, die 1824 wirksam wurde, wonach die Aborigines gut behandelt werden sollten, doch wurde sie von Gouverneur Arthur nur halbherzig ausgeführt und stieß bei den Siedlern auf Unverständnis, wodurch das Morden ungehindert weiterging. 
In den 1820er Jahren kamen etwa 20.000 Menschen aus Großbritannien nach Tasmanien, unter ihnen auch 6.000 freie Siedler, zum Teil Adelige, die Land erhielten und Kultur und Moral nach Tasmanien bringen sollten. Die Situation verschärfte sich dadurch jedoch noch weiter, denn diese Leute legten das Bibelwort "bevölkert die Erde und macht sie euch untertan" auf ihre Weise aus und meinten, die Aborigines sollten vertilgt werden, da sie die Erde weder bevölkerten, noch sich untertan machten. Nun wurden auch präparierte Hütten und Falleisen zur Jagd auf Schwarze verwendet. 
Um 1830 lebten im besiedelten Gebiet nur mehr rund 100 Aborigines (Abb. 19a), die Siedler rechneten jedoch mit der zehnfachen Zahl und litten wegen der Angriffe aus dem Hinterhalt teilweise schon an Verfolgungswahn. 1831 stießen aus diesem Grund 2.000 bewaffnete Siedler in einer Zangenbewegung vor, um Eingeborene festzunehmen. Diese als "Black Line" (REYNOLDS, 1995) bekannte Aktion schlug fehl, denn es konnten nur ein alter Mann und ein Junge festgenommen werden. 
Zu etwa derselben Zeit betrieb der Laienprediger George Augustus Robinson auf Bruny Island, südlich von Hobart, eine Lebensmittelstation für die Aborigines. Er wollte sie zu Christen machen, doch nach nur 9 Monaten waren fast alle Bewohner des Dorfes an Lungenentzündung gestorben. Mit den Übriggebliebenen begann er vom Südosten Tasmaniens aus eine Expedition rund um die Insel, um die Aborigines zu missionieren. Er verließ dabei das britische Siedlungsgebiet und wurde in seinen Aktivitäten vom Gouverneur unterstützt. Mit Hilfe seiner Aborigines gelang es ihm, Kontakt zu weiteren Horden aufzunehmen, und einige weitere schlossen sich der Gruppe an. 
Zu dieser Zeit gab es insgesamt nur mehr etwa 300 Tasmanier, unter ihnen nur wenige Kinder. Im gesamten Nordwesten kamen auf 72 Männer nur noch 6 Frauen, der Rest war schon früher von Robbenjägern entführt worden. Robinson sammelte während 7 Expeditionen innerhalb von 5 Jahren alle Aborigines um sich. Sie sollten auf eine Insel deportiert werden. 
30 Jahre nach Beginn der britischen Siedlertätigkeit waren alle Spuren von Ureinwohnern im Siedlungsgebiet getilgt, nur im Westen Tasmaniens waren noch einige Siedlungen übrig (Abb. 19b). Sie hatten überdauern können, da das Gebiet durch die Berge gut abgegrenzt ist und es daher nur zu wenigen Konflikten mit den Siedlern gekommen war. Die Siedler wollten diese Horden trotzdem ausgesiedelt wissen und beauftragten damit wieder Robinson. Dieser sammelte auch die letzten Aborigines, zum Teil auch mit Gewalt. Sie wurden in die Strafkolonie Macquarie Harbour nach Westtasmanien gebracht, die für sie zu einem Todeslager werden sollte. In der Gefangenschaft wurden sie von britischen Sträflingen gequält, sodaß viele von ihnen Selbstmord begingen oder andere ermordeten, nur um noch 2 Wochen in Ruhe im Gefängnis von Hobart auf die eigene Hinrichtung warten zu können. Eine Epidemie von Grippe, Lungenentzündung und Schnupfen überlebten schließlich nur 2 Eingeborene. 
Insgesamt waren jetzt (1836) nur mehr 240 Aborigines übrig, die in eine von der Regierung errichtete Missionsstation auf Flinders Island deportiert wurden. Robinson konnte dem Gouverneur jetzt melden, daß alle Aborigines aus Tasmanien entfernt wären. Auf Flinders Island wurden die Eingeborenen einem Zivilisierungsprogramm unterzogen: sie lernten Lesen, Schreiben und Rechnen, den Umgang mit Geld, Feld- und Gartenarbeit, Fischen, mußten Kleidung tragen, Männer wurden ermuntert, ihre Haare zu schneiden und die Eingeborenennamen wurden in englische geändert. Die Zivilisation führte jedoch auch zu Depressionen, an denen viele zugrunde gingen. Zahlreiche Tote wurden nach 1839 exhumiert und an Wissenschaftler verkauft. 
1847 wurden die restlichen 47 Aborigines aus Kostengründen nach Oyster Cove südlich von Hobart gebracht, eine ungesunde Gegend, die deshalb von Siedlern verlassen worden war. 1858 waren nur noch 15 übrig, die Haupttodesursachen waren Alkoholismus und Grippe. Schließlich überlebten nur 3 Tasmanier und ein Wettlauf der Wissenschaft um die Körper begann. 1869 starb der letzte Mann und das Lager wurde geschlossen. Truganini, die letzte reinblütige Tasmanierin, lebte bei einer Familie in Hobart, wo sie am 8. 5. 1876 verstarb. Auf ihren Wunsch hin sollte ihr Körper unberührt bleiben und wurde deshalb heimlich beerdigt. Sie wurde jedoch 2 Jahre später exhumiert und das Skelett bis 1947 im Museum der Royal Society in Hobart ausgestellt. Erst 1974 wurde es im Rahmen eines Staatsbegräbnisses eingeäschert und in der Nähe von Bruny Island, wo Truganini geboren war, ins Meer gestreut. 
Heute leben noch etwa 4.000 Nachfahren der Aborigines auf Tasmanien und den Inseln in der Bass Strait (CLARK, 1986: 51). Auch wenn sie keine vollblütigen Aborigines mehr sind, haben sie dennoch eine enge Beziehung zu ihrem Land und ihrer Kultur und führen vor allem auf den Inseln zum Teil noch das Leben ihrer Vorfahren. Nachdem es schon im 19. Jahrhundert die Forderung nach neuen Landrechten und damit der Entschädigung für den früheren Landbesitz gegeben hatte, entstand in den 70er Jahren dieses Jahrhunderts eine moderne Landrechtsbewegung, die heute offiziell durch das "Tasmanian Aboriginal Centre" vertreten wird. Sie erhebt Anspruch auf geheiligte Stätten mit Felszeichnungen, historische Stätten während der Tasmanischen Kriege und die Inseln um Tasmanien, auf denen die "Muttonbird"-Jagd zum Teil in ungebrochener Tradition betrieben wird. Bis heute wurde jedoch keine der Forderungen erfüllt. Eine kritische und detaillierte Chronik der Ereignisse betreffend die tasmanischen Aborigines seit der Inbesitznahme der Insel durch die Europäer liefern Reynolds 1995 und Ryan 1996. 
 
 
Literatur: 
 
Bryden, W. (1974): Aborigines. In: Williams, W. D. (ed.): Biogeography and ecology in Tasmania. The Hague. 
 
Clark, J. (1986): The Aboriginal people of Tasmania. 2. Aufl., Hobart. 
 
Elliott, W. R. & Jones, D. L. (1982): Encyclopedia of Australian plants suitable for cultivation. Vol. 2. Melbourne. 
 
Flannery, T. F. (1994): The future eaters. Chatswood. 
 
Haydon, T. & Jones, R. (1993): Die letzten Tasmanier. 2-teilige Filmdokumentation der Artis Film, Australien. Deutsche Fassung: Südwestfunk, Baden-Baden. 
 
Peterson, N. (1979): Aboriginal uses of Australian Solanaceae. In: Hawkes, J. G., Lester, R. W. & Skelding, A. D. (Hrsg.): The biology and taxonomy of the Solanaceae. Linnean Society Symposium Series 7. London. 
 
Reynolds, H. (1995): Fate of a free people. A radical re-examination of the Tasmanian wars. Ringwood. 
 
Ryan, L. (1996): The Aboriginal Tasmanians. 2. Aufl., St Leonards. 
Thorne, A. G. (1981): The arrival and adaption of Australian Aborigines. In: Keast, A. (Hrsg.): Ecological biogeography of Australia. Monographiae Biologicae 41. The Hague, Boston, London. 
Tindale, N. B. (1981a): The Aborigines: an introduction. In: Keast, A. (Hrsg.): Ecological Biogeography of Australia. Monographiae Biologicae 41. The Hague, Boston, London. 
Tindale, N. B. (1981b): Prehistory of the Aborigines: some interesting considerations. In: Keast, A. (Hrsg.): Ecological Biogeography of Australia. Monographiae Biologicae 41. The Hague, Boston, London. 
Tindale, N. B. (1981c): Desert Aborigines and the southern coastal peoples: some comparisons. In: Keast, A. (Hrsg.): Ecological Biogeography of Australia. Monographiae Biologicae 41. The Hague, Boston, London. 
 

Abbildungsverzeichnis

 
1: Tindale 1981b (leicht verändert) 
2: Clark 1986: 34 u. (Copyright offenbar beim Tasmanischen Museum, da keine Quellenangabe) 
3: Tindale 1981b 
4: Tindale 1981b 
5: Tindale 1981b (selbst völlig neu gezeichnet) 
6: Ryan 1996 (verändert) 
7: Ryan 1996 (verändert) 
8: Clark 1986: 46 (C Tasmanisches Museum) 
9: Clark 1986: 12 beide (C offenbar beim Tasmanischen Museum, da keine Quellenangabe) 
10: Bryden 1974: 421 (C Tasmanisches Museum) 
11: Clark 1986: 26 l.o., l.m., l.u. (C offenbar beim Tasmanischen Museum, "an artist’s impression") 
12: Clark 1986: 27 (C Tasmanisches Museum) 
13: Clark 1986: 23 (C offenbar beim Tasmanischen Museum, da keine Quellenangabe) 
14: eigenes Foto 
15: Bryden 1974: 430 (C Tasmanisches Museum) 
16: Clark 1986: 29 r.u. (C offenbar beim Tasmanischen Museum, da keine Quellenangabe) 
17: Bryden 1974: 429 (C Tasmanisches Museum; 2.Mögl: Clark 1986: 33, C National Park & Wildlife Service) 
18: Clark 1986 (selbst völlig neu gezeichnet) 
19: Haydon & Jones 1993 (selbst völlig neu gezeichnet) 
 

References

BRYDEN, W. 1974: Aborigines. Chapter 15. In: WILLIAMS, W. D. ed: Biogeography and ecology in Tasmania. Monographiae Biologicae 25. 417-433.- 
CLARK, J. 1986: The Aboriginal People of Tasmania. 56 pp. - 
HALLEGRAEFF, G. M., MCCAUSLAND, M. A. & BROWN, R. K. 1995. Early warning of toxic dinoflagellate blooms of Gymnodinium catenatum in southern Tasmanian waters. Journal of Plankton Research 17: 1163-1176.- 
KIRK, R. L. 1981: Physiological, demographic and genetic adaptation of Australian Aboriginals. In: KEAST, A. (ed.): Ecological Biogeography of Australia. I. Monographiae Biologicae. 1801-1816.- 
REYNOLDS, H. 1995: Fate of a free people. 257 pp. - 
RYAN, L. 1996: The aboriginal Tasmanians. 380 pp. - 
THORNE, A. G. 1981: The arrival and adaptation of Australian aborigines. In: KEAST, A. (ed.): 1750-1760.- 
TINDALE, N. B. 1981a: The aborigines: an introduction. In: KEAST, A. (ed.): Ecological Biogeography of Australia. I. Monographiae Biologicae. 1745-1748.- 
TINDALE, N. B. 1981b: Desert aborigines and the southern coastal peoples: some comparisons. In: KEAST, A. (ed.): 1855-1884.- 
TINDALE, N. B. 1981c: Prehistory of the Aborigines: Some interesting considerations. Chapter 63. In: KEAST, A. (ed.): Ecological Biogeography of Australia. I. Monographiae Biologicae. 1763-1796.-

last updates: July 1999  

* cite this page as:  Möslinger, M. 1999 onwards: Die menschliche Besiedelungsgeschichte Tasmaniens. In: Magnes, M. & Mayrhofer, H. (eds.) 1999 onwards: Flora und Vegetation von Tasmanien. Eine Einführung in das Exkursionsgebiet des Instituts für Botanik der Universität Graz im November 1996.