Die Milben oder Acari sind mit ca. 40.000 beschriebenen Arten weltweit die artenreichste Gruppe der Spinnentiere. Die Milbenforschung in Graz hat eine lange Tradition: seit Anfang der 1970er-Jahre werden hier Bodenmilben bearbeitet. Dabei geht es um die Themen Funktionsmorphologie, Systematik und Verwandtschaftsbeziehungen sowie Ökologie und Verbreitung.
Die Chemische Ökologie beschreibt Wechselwirkungen zwischen Organismen durch chemische Substanzen, wie Pheromone für die Kommunikation oder Allomone zur Verteidigung gegen Fressfeinde. Die Suche nach neuen biologisch aktiven Substanzen aus Pflanzen und Tieren, z.B. Antibiotika oder Gifte, ist ein weiterer Schwerpunkt. Wirtschaftliche Relevanz hat die Chemische Ökologie
bei der Anwendung von künstlich hergestellten Duftstoffen in Form von Pheromonfallen gegen Schädlinge wie Lebensmittelmotten oder Borkenkäfer. Am Institut für Zoologie der Universität Graz stehen Untersuchungen zu Wehrsekreten bei Weberknechten und Milben im Mittelpunkt. Dabei werden sowohl die Drüsensysteme, welche die Sekrete herstellen, als auch die chemische Zusammensetzung sowie die biologischen Funktionen der Sekrete erforscht.
Diese Forschungsarbeiten schlagen sich nieder in der Lehrtätigkeit des Instituts, in Publikationen in internationalen wissenschaftlichen Journalen, in der Organisation von Kongressen und Tagungen sowie in der Durchführung von drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten. |