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Imphal ইম্ফাল/ꯏꯝꯐꯥꯜ (Manipur) | |
Eingangstor zum Kangla-Palast
Das mythische Tier Kangla-Sha am Palastgelände
Das Denkmal Shahid Minar ehrt von den Briten getötete Märtyrer und wurde von derselben Regierung errichtet, die zeitgenössische Freiheitskämpfer militärisch bekämpfte
jetzt bin ich im „Juwelenland“ Manipur, genauer in dessen Hauptstadt Imphal. Wegen der geringeren Höhe von ca.
Die Sprache der Meitei heißt Meitei-
… humorvolle Marktfrauen, …
… und essen kann man auch.
Am Frauenmarkt Ima Keithel gibt es Kräuter, …
Die wesentliche Sehenswürdigkeit ist jedoch der Markt. Imphal hat mehrere Märkte, eigentlich ganze Marktviertel. Der größte davon ist der Kwairamband Nupi Keithel, in dessen Zentrum als Ansammlung von überdachten Ständen der große „Müttermarkt“ Ima Keithel thront; wie der Name bereits aussagt, gehen hier ausschließlich Frauen dem Gewerbe nach. Man findet dort neben Textilien und anderem Zeug vor allem Lebensmitttel aller Art: Frisches Gemüse, hausgemachte eingelegte Bambussprossen, Betelnüsse, die größte Auswahl von fermentiertem Fisch, die mir je begegnet ist, und natürlich auch den „Königschili“, den es hier sogar in einer schokoladebraunen Variante gibt. Vor allem aber bietet der Markt eine ganz unindische Auswahl an frischen Kräutern, die mich an ähnliche Erlebnisse in Georgien und Vietnam erinnert.
Die indischen Küchen nutzen frische Kräuter recht wenig, und getrocknete eigentlich gar nicht. Korianderkraut ist zwar weitverbreitet, und regional gibt es auch einmal Minze, aber damit hat sich das Thema eigentlich bereits erledigt. Nicht so in Imphal: Selbst jetzt, im Winter, kann man die exotischsten Kräuter beschnuppern und sich von den stets gutgelaunten Marktfrauen für die Neugierde auslachen lassen: Dill kannte ich zwar schon aus Karnataka, aber chinesischen Schnittknoblauch, Kresse und ein ziemlich italienisch duftendes Basilikum habe ich in Indien noch nie gesehen, und dazu fand ich sogar zwei weitere Kräuter, die mir zuvor nur im Zusammenhang mit Südostasien begegnet waren: Langer Koriander und sogar vietnamesischer Koriander. Selbst das eigenwillig riechende Chamäleonblatt war vertreten, allerdings gab es jahreszeitlich bedingt kaum Blätter, sondern nur den dünnen, zu einem wirren Nest verknoteten Wurzelstock.
Wurzelstock und herzförmiges Blatt der Chamäleonpflanze (Tu-ning-kok); rechts oben Blatt von Vietnamesischem Koriander (Phakpai)
Schokoladebraune Variante vom „Königschili“ (Umorok bzw. Naga Jolokia)
Ein paar Bemerkungen zu den beiden exotischen Korianderarten: Vietnamesischer Koriander ist eine Knöterichart mit herbem Korianderaroma und in Südostasien heimisch. Richtig viel verwendet wird er eigentlich nur in Vietnam und Singapore. Etwas anders steht es um den Langen Koriander, der zwar aus der Karibik stammt, den ich aber schon einige Male in Indien gesehen habe: Wildwachsend in Sri Lanka und als Heilpflanze kultiviert in Kerala, dazu einmal in einem Hausgarten in Nepal; gegessen wurde er offenbar nur im letzteren Fall. Auch in Nagaland habe ich die Pflanze einige Male gesehen, aber nun finde ich sie zum ersten Mal auf dem Markt; gegessen habe ich sie unter anderem als Pakoran, also in Besan-Teig getaucht und frittiert.
Innerhalb Indiens gilt die Manipuri-
Diese Art von fermentiertem Fisch (Ngari) braucht man für Iromba
Getrocknete Fische
Viel mehr noch als die Khasi- oder Naga-
Manipuri Thali: Links gebratene Kartoffeln, unten Iromba, rechts sehr flüssiger Fischcurry
Kangsoi und Ooty
Und so findet man dann neben in indischer Tradition aromatisierten Fischcurries oder frittierten Fischscheiben, die auch gut nach Westbengalen (oder, im letzteren Fall, nach Hamburg) gepaßt hätten, die ganz speziellen Signaturgerichte Manipurs: Zum Beispiel Iromba, ein Gemüsecurry von der geschmacklichen Intensität einer Würzsauce. Es besteht aus Erbsen, Kartoffeln oder anderen Knollen, etwas Bambus und hochfermentierten Fischen (Ngari), die schon fast spontan zu einer Paste zerfallen. Als geschmackliches Gegengewicht dienen eine Art Dal namens Uti oder Ooty mit erdigem Geschmack (es wird angeblich mit Soda gekocht) und Kangsoi, das sind einfach mit ein paar winzigen Trockenfischen und Salz in Wasser gekochte Senfkohlblätter. Diese manipurische Form von Thali wird etwas verstörenderweise fast immer kalt serviert.
Koukha mit Senf und Langem Koriander
Singju mit Lotuswurzel
Auch bei den Snacks am Straßenrand hat Imphal viel Lokalkolorit zu bieten. Am besten schmeckte mir Singju, das ist rohes Gemüse mit intensiver Würzung durch ein Pulver aus gerösteten Sesamsamen, geröstetem Besan-
Ein anderer, sehr empfehlenswerter Snack ist Koukha Bora, gebratene Pfeilkrautknollen. Das Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) ist eine Wasserpflanze und bildet kleine, stärkereiche Knollen, die sehr den Krokus-
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