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Gopalpur ଗୋପାଲପୁର (Orissa) | |
Häuserfront entlang der „Hauptstraße“
Der Leuchtturm von Gopalpur
Kopenhagen? Nein, Gopalpur!
Tempelschmuck
trotz all des Ärgers in Bhubaneshwar habe ich Orissa noch nicht abgeschrieben: Stattdessen sitze ich gerade in Gopalpur (in englischen Texten auch oft als Gopalpur-
Das Dorf besteht nur aus ein paar langen Gassen mit dicht-an-
Kewra-Palme mit Luftwurzeln
Geöffnete Kewra-Blüte
Kewra-Räucherstäbchen
Die Kewra-Palmen bilden ein dichtes Gestrüpp
Männliche Kewra-Blüte
In dieser Halle werden die Blüten gesammelt …
… aber die Kessel bleiben heute kalt.
Bei all seiner Lieblichkeit ist Gopalpur eigentlich keinen längeren Aufenthalt wert — wäre da nicht Kia. Dieser Oriya-Name bezeichnet die sonst in Nordindien eher Kewra oder Kewda genannte und bei uns als Pandanus oder Schraubenpalme bekannte Pflanze, aus deren männlichen Blüten ein exquisites Parfüm und Gewürz gewonnen wird. Es handelt sich um einen palmenähnliche Baum oder Strauch, der entlang der indischen Ostküste riesige Bestände bildet, aber nur hier in der Region kommerziell beerntet wird. Die etwa
Allerdings ist hier in Orissa die kulinarische Verwendung vergleichsweise unbekannt. Obwohl die Süßspeise Ras gulla (in Sirup gekochte Frischkäse-
So gesehen ist es vielleicht kein Zufall, daß ich nach viel Herumfragen schließlich auf einen Angehörigen der Moslem-
Aber die Reihe von kleinen Destillen, stilecht befeuert mit dem Wurzelholz der Kewra-Bäume, wurde heute nicht in Betrieb genommen; da es Nebensaison ist, konzentriert sich die Weiterverarbeitung auf einige größere Betriebe, die gegen Mittag die Ernte des von mir besuchten Dorfes abholen lassen.
Das kulinarische Angebot in Gopalpur ist von zwei gänzlich verschiedenen Arten: Am Strand gibt es mehrere Fast-
Ausgezeichnetes Thali
Chips mit Bittermelone
Das Thali war mit insgesamt fünf Gemüsegerichten plus Dal plus Joghurt geradezu verschwenderisch vielfältig. Neben einem pikanten aber ziemlich standardisierten Gemüsecurry gab es noch ein trockenes Auberginencurry (Bharta) und ein ebenfalls trockenes, ziemlich scharfes Kartoffelgericht, das sich als die Füllung zu den Masala Dosas herausstellte. Zwei typisch bengalische Spezialitäten rundeten das Angebot ab: Chips, also gebratene Kartoffelscheiben, zwischen die sich ein paar Scheiben Bittermelone verlaufen haben, und ein phantastisch fruchtiges Tomatenchutney aus gehackten Tomaten, die mit der Panch-Phoron-
Die Idli (gedämpfte Laibchen aus leicht fermentiertem Reis-Bohnen-Teig) wurden gestern morgen, wie üblich, mit einem natursüßen Kokoschutney und einem scharfen Kichererbsen-Kartoffel-Curry serviert, zusätzlich gab es aber wieder dieselbe fruchtigen Tomatenspeise wie am Tag davor, das war einfach ein Gedicht, und ich habe insgesamt acht Stück zum Frühstück verdrückt; Du wirst Dich wohl erinnern, daß das meinen Frühstücksgewohnheiten überhaupt nicht entspricht, aber da konnte ich einfach nicht aufhören (und es war ja auch schon 11 Uhr).
Ein kleiner Exkurs zum Ende: Bitterkeit ist in Bengalen, und offenbar auch in Orissa, tatsächlich eine in gewissem Maß geschätzte Geschmacksrichtung, wobei vor allem zwei Gemüse in Betracht kommen: Einerseits die Bittermelone (Karela), eine Gurkenart mit rauher längsrippiger Oberfläche (so wie ein Krokodil, das sich als Zucchino tarnen möchte) und großen, knusprigen Samen, die anders als alle ihre Verwandten die für die Gruppe typische Bitterkeit trotz Kultivierung bewahrt hat. Als zweites Bittergemüse dienen einzigartigerweise die Blätter des Neem-Baumes. In jeder größeren Speisenauswahl sollte sich ein bitteres Gericht befinden, das ist nach Meinung der Einheimischen nämlich gut und gesund, auch wenn ich dieser These nicht viel abgewinnen kann, denn mir schmecken Bittermelonen nur nach weitgehender Entbitterung (das erreicht man einfach dadurch, daß man sie ein paar Stunden in Salz und Zitronensaft mariniert).
Und mit diesem Bericht über eines der ungewöhnlichsten aller Gewürze ist meine Reise durch Orissa zu Ende. Nächste Woche fahre ich nach Andhra Pradesh.
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