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| Blüten der Reisfeldpflanze |
Der intensive, prickelnde Zitronenduft der Reisfeldpflanze harmoniert besonders gut mit Süßwasserfisch. In Südvietnam und Kambodscha reicht man dieses Kraut gerne grob gehackt zu pikant süß-sauer-scharfen Fischsuppen (canh chua) [canh chua] als Bestandteil der allgegenwärtigen Kräutergarnitur. Canh chua ist im Prinzip eine mildere Version der thailändischen tom yam (die jedoch eher mit Garnelen als mit Fisch zubereitet wird, siehe Kaffernlimette), erhält jedoch durch mitgekochte Ananas einen besonderen Charakter. Eine sehr ähnliche Suppe heißt in Kambodscha Samlor Machu Trey [សម្លម្ជូរត្រី]. Der fruchtig-pikante Charakter dieser Suppe wird durch frische Reisfeldpflanze perfekt unterstrichen.
Solche gehaltvollen Suppen ißt man in Südostasien
gewöhnlich als vollständige Mahlzeit; in Vietnam wird dazu
meist kein Reis, sondern frisches französisches Weißbrot
(baguette) serviert. Oft serviert man die Suppe als
Gemeinschaftsessen
: Man placiert einen großen Topf Suppe
in die Mitte des Tisches, und jeder Esser tunkt mit seinem Brot ein,
ähnlich wie beim Schweizer fondue.
Der Geschmack der Reisfeldpflanze paßt auch sehr gut zu milden vietnamesischen Curries, z.B. Hühnercurry (ca ri ga [ca ri gà]). Wie ihre thailändischen Namensvettern enthalten auch vietnamesische Curries Kokosmilch, sie werden aber mit Zitronengras, etwas frischem Chili und, als französisches Erbe, Currypulver (siehe Curryblätter) wesentlich milder gewürzt. Ihre intensiv gelborange Farbe verdanken sie oft dem Annattoöl. Wenn keine Reisfeldpflanze zur Verfügung steht, kann ein vietnamesischer Curry auch mit zitronen- oder anis-duftenden Basilikumblättern oder einfach Koriandergrün serviert werden.
Vietnamesische Kochbücher lassen die Reisfeldpflanze sehr oft weg, weil
das frische Kraut außerhalb Vietnams nur schwer erhältlich ist.
Die Rezepte enthalten dann meist kommentarlos andere in der Region
beliebte Kräuter (Basilikum,
Vietnamesischer Koriander und gewöhnlicher
Koriander oder Minze).


