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| Süßholz-Pflanze in Blüte (G. glabra) |
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| Blütenstand (G. glabra) |
Die starke und leicht dominierende Süße dieser Pflanze scheint weder zu süßen noch zu würzigen Speisen zu passen. Allerdings habe ich überrascht festgestellt, daß kleine Mengen Süßholz das chinesische Fünf-Gewürze-Pulver wesentlich verbessern (diese sehr empfehlenswerte Anregung stammt von Norman); siehe Sternanis für die anderen Bestandteile dieser Mischung. Süßholz wird in China auch zum Würzen von master sauce verwendet (siehe chinesischer Zimt).
In Nordeuropa, vor allem Norddeutschland (Lakritz) und Skandinavien (salmiakki in Finnland) bereitet man aus Süßholz süße Bonbons zu, die nur aus dem eingekochten Pflanzensaft und eventuell zusätzlichen Geschmacksmitteln bestehen, z.B. Zitrone oder traditionellerweise Salmiak (Ammoniumchlorid); Zucker ist üblicherweise nicht enthalten. In jüngerer Zeit ist Lakritz wegen angeblich blutdruckerhöhender Wirkung ins Gerede gekommen; tatsächlich wirkt Glycyrrhizin hypertensiv, aber es ist unklar, ob der Verzehr einiger Lakritzbonbons merkliche Wirkung entfaltet.
Der Geschmack etlicher anderer Gewürze wird oft als süß
beschrieben. Diese Bezeichnung muß sich nicht wirklich auf einen
süßen Geruch beziehen, sondern wird oft als ein Synonym für
aromatisch
verwendet, etwa bei Nelken und Zimt. Andere Gewürze jedoch riechen und schmecken
wirklich etwas süß: In diese Kategorie fallen unter anderen Anis, Fenchel und Sternanis, die untereinander recht ähnlich sind
(siehe dazu Süßdolde). Weitere typisch
süße
Gewürze sind Vanille
und Tonkabohnen; einzigartig durch sein
süß-scharfes Aroma ist der lange
Pfeffer. Wacholderbeeren und rosa Pfeffer schließlich schmecken durch ihren
Zuckergehalt tatsächlich süß; allerdings ist diese
Süße für ihre Verwendung kaum von Bedeutung.


