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Asant (Ferula assa-foetida L.)

Synonyme

botanischFerula asafoetida
Arabischحلتيت
حَلْتِيت, حِلْتِيت
Haltit, Hiltit
Assamesischহিং
Hing
Bengaliহিং
Hing
BulgarischАсафетида
Asafetida
BurmesischSheingho
Chinesisch
(Kantonesisch)
阿魏 [a ngaih]
A ngaih
Chinesisch
(Mandarin)
阿魏 [a wèi]
A wei
DänischDyvelsdræk
DeutschStinkasant, Teufelsdreck, Asafötida,
Dhivehiހުނގު
Hun'gu
EnglischAsafetida, Stinking gum, Devil’s dung, Asafoetida
EstnischAsaföötida, Haisev vaiguputk, Juudavaik
Farsiآنغوزه, انغوزه, انگوژه, انگژد, انقوزه
Anghuzeh, Anguzeh, Angujeh, Angozad, Angojad, Rechina fena?
FinnischPirunpihka, Hajupihka, Pirunpaska
FranzösischAsa-fœtida, Asa-fétida, Férule persique, Merde du diable, Ase fètide
GriechischΑζα
Aza
Gujaratiહિંગ
Hing
Hebräischחלתית
Haltit, Chaltit
Hindiहींग
Hing
IsländischDjöflatað, Asafoetida
ItalienischAssafétida
Japanischアギ, アサフェティダ, ヒン
Agi, Asafetida, Hin
Jiddischשמוכטיקער געװירצלינג
Smukhtiger gevirtsling
Kannadaಇಂಗು
Ingu
Koreanisch아사포에티다, 아위
Asapoetida, Awi
KroatischAsafetida
LaotischMa ha hing
LateinischLaser Parthicum
LettischDrīveldriķis, Velna sūds
LitauischAzafetida, Kvapioji ferula
Maithiliहिङ्ग
Hing
Malayalamകായം, പെരുങ്കായം
Kayam, Perungayam
Marathiहिंग
Hing
Nepaliहिङ्ग, हींग
Hing
Newari
(Nepalbhasa)
हिं
Hing
NiederländischAsafoetida, Godenvoedsel, Duivelsdrek
NorwegischDyvels drekk
Oriyaହେଙ୍ଗୁ
Hengu
PashtoKama i anguza, Hing
PolnischAsafetyda, Zapaliczka cuchnąca
PortugiesischAssafétida, Esterco-do-diabo
Punjabiਹਿੰਰਾ, ਹਿੰਗ
Hingra, Hinga
RussischАсафетида
Asafetida
SanskritHingu, Raamathan
SchwedischDyvelsträck
SerbischАсафетида
Asafetida
Sinhalaපෙරුම්කායම්
Perunkayan
SlowakischFerula, Ferula čertová
SpanischAsafétida
SwahiliMvuje
Tamilபெருங்காயம்
Perungayam
TeluguInguva
Thaiมหาหิงค์
Mahahingath
Tibetischཤིང་ཀུན་
Shing-kun
TürkischŞeytantersi, Şeytan boku, Şetan bökösu
TschechischČertovo lejno, Asa smrdutá, Ločidlo
UngarischÖrdöggyökér
Urduہینگ
Hing, Anjadana
VietnamesischA nguỳ
A ngui
Ferula assa-foetida: Blühende Stinkasantpflanze
Blühende Asantpflanze
Ferula asafoetida/assa-foetida: Asantharz
Asant-Harz
Ferula assa-foetida: Compounded asafetida
Stinkasant in Pulverform
Verwendeter Pflanzenteil

Der Milchsaft (durch Anritzen der Wurzel erhalten), der nach dem Trocknen als braune, harzartige Masse vorliegt. In den Handel gelangt entweder das reine Harz oder dessen gemahlene Form, die zur Verhinderung von Klumpenbildung mit mehr als 50% Zusätzen (Reismehl, Gummi arabicum) gestreckt ist (compounded asafetida).

Pflanzenfamilie

Apiaceae (Dolden­blüten­gewächse).

Geruch und Geschmack

Sehr starker Geruch, eher abstoßend und entfernt an (nicht ganz frischen) Knoblauch erinnernd.

Inhaltsstoffe

Getrockneter Asant besteht größtenteils aus einem Harz (25 bis 60% der Gesamtmasse; davon 60% Ester der Ferulasäure) und ziemlich komplex zusammengesetzten Kohlehydraten (25 bis 30%). Das ätherische Öl (10%) enthält eine Vielfalt von Schwefelverbindungen, hauptsächlich (R)-2-Butyl-1-propenyl-disulfid (50%), 1-(1-Methylthiopropyl)-1-propenyl-disulfid und 2-Butyl-3-methylthioallyl-disulfid. Außerdem wurden Polysulfide (Di-2-butyl-trisulfid, 2-Butyl-methyl-trisulfid und sogar Di-2-butyl-tetrasulfid) gefunden. (Phytochemistry, 23, 899, 1984)

Ferula asafoetida/assa-foetida: Junge Asantpflanze
Junge Asantpflanze
Ferula assa-foetida/asafoetida: Blühende Stinkasantpflanze
Blühende Asantpflanze
Ferula assa-foetida: Blühende Asantpflanze
Blühende Asantpflanze

Das ätherische Öl enthält auch Terpen­komponenten (α-Pinen, Phellandren) und Hendecan­sulfonyl-essigsäure. Ether von Sesqui­terpenen mit Coumarinen (Farnesiferole) wurden auch identifiziert.

Herkunft

Etliche Arten der Gattung Ferula wachsen wild vom östlichen Mittelmeergebiet bis nach Zentralasien. Als Lieferant des Gewürzes ist F. assa-foetida am bedeutendsten, auch wenn man manchmal von anderen Arten liest (F. persica, F. alliacea, F. foetida und F. narthex), die als minderwertig gelten. Alle diese Arten stammen aus Zentralasien (Iran bis Afghanistan) und werden meines Wissens nach auch nirgendwo anders angebaut.

Galbanum ist der getrocknete Milchsaft einer verwandten Pflanze (Ferula galbaniflua), die ebenfalls in Zentralasien (Iran) heimisch ist. Es weist einen aromatischen Geruch auf und wird vor allem für Räucherwaren verwendet. Siehe Felsenkirsche für eine Erklärung des Namens Galbanum.

Etymologie

Der lateinische Name ferula bedeutet Trägerin; eine verwandte Pflanze (F. vulgaris), einheimisch im Mittelmeergebiet, wird in der griechischen Mythologie als die Pflanze erwähnt, in deren hohlen Stengel Prometheus das gestohlene Sonnenfeuer zur Erde trug. Es wurde vorgeschlagen, daß steinzeitliche Nomadenvölker tatsächlich Feuer in den hohlen Stengeln zwischen ihren Lagerplätzen transportiert haben könnten. Dasselbe lateinische Wort liegt auch dem Gattungsnamen der Mango zugrunde.

Ferula assa-foetida: Stinkasant-Dolde Close-up
Nahaufname Asantblüten
Ferula assa-foetida: Stinkasant-Dolde
Blüten von Asant
Ferula asafoetida/assa-foetida: Blühende Asantpflanze
Blühender Asant

www.ibiblio.org/herbmed       © Henriette Kress

Der botanische Artname assa-foetida besteht aus zwei Teilen aus verschiedenen Sprachen: Assa ist die latinisierte Form des persischen aza [آزا] Harz, Mastix, und das lateinische foetidus heißt häßlich, stinkend.

Der Name von Asant in modernem Farsi, angozad [انگژد] oder anguze [انگوژه] enthält ang [انگ] Gummi; Saft und zad [ژد] Harz. Der erste Bestandteil ang findet sich auch in vielen indischen Namen von Asant, z.B. Hindi hing [हींग] oder Dhivehi hungu [ހުނގު], aber ich weiß nicht über den Ursprung; das zweite Element ist überraschender­weise mit Bitumen und Kitt verwandt und kommt von der indoeuropäischen Wurzel GʷET Harz, vgl. Sanskrit jatu [जतु] Bitumen, Gummi.

Schwedisch dyvelsträck, französisch merde du diable, tschechisch čertovo lejno, türkisch şeytan tersi Dung des Teufels und auch das deutsche Teufelsdreck zeugen alle von der eher geringen Begeisterung, auf die das Aroma dieses eigenwilligen Gewürzes außerhalb der Gebiete seiner traditionellen Verwendung stößt. Lettisch drīveldriķis ist als veralteter pharmazeutischer Fachterminus wahrscheinlich eine nordgermanische Entlehnung und Vorbild für die Lehnübersetzung velna sūds Teufelsmist. Vgl. auch ungarisch ördöggyökér Teufelswurzel und finnisch pirunpihka Teufelsgummi.

Ausgewählte Links

Indian Spices: Asafetida (indianetzone.com) Hold the Onions: Cooking with Devil’s Dung (National Geographic Blog) Ilkas und Ullis Kochecke: Teufelsdreck The Epicentre: Asafoetida INDU-Versand Una sostanza favolosa: Assa Fetida (gianniferretti.it) From Silphium to Asafoetida: A Tale of Two Ancient Spices Recipe: Lentil Dhal [दाल] (recipesource.com) Recipe: Sundal Varieties (Indian Legume Recipes) (www.chennaionline.com)


Ferula asafoetida/assa-foetida: Stinkasant-Blüten
Asant-Blüten

www.ibiblio.org/herbmed       © Henriette Kress

Der entsetzliche Geruch des frischen Asants rechtfertigt in der Tat den Namen Teufelsdreck; als mir zuerst jemand von der Verwendung dieses unsäglichen Stoffes (den ich zuvor wohl kannte) in der indischen Küche erzählte, hatte ich den Verdacht, auf den Arm genommen zu werden. Trotzdem ist es wahr, und heute gehört Asant zu meinen Lieblingsgewürzen.

Vor mehr als zwei Jahrtausenden war Asant in Europa bereits in Verwendung: Die Legende erzählt, daß er von den Soldaten Alexanders des Großen auf ihrem Marsch durch Zentralasien gesehen wurde. Nach den Eroberungen Alexanders entwickelten sich Handelsbeziehungen, die östliche Güter in den Mittelmeerraum brachten; Asant konnte sich, wie auch der schwarze Pfeffer auf dem neuen Markt rasch durchsetzen. In der griechischen und römischen Küche wurde er viel gebraucht, oft als Ersatz für das teure nordafrikanische Gewürz Silphion; nachdem letzteres ausgestorben war, erlebte Asant einen weiteren Popularitätsschub. Er wurde bis ins frühe Mittelalter viel verwendet (z.B. für gegrilltes Hammelfleisch in Frankreich), aber später fiel er irgendwie in Ungnade: Nach dem 16.ten Jahrhundert wird er in europäischen Kochbüchern nicht mehr erwähnt.

Ferula asafoetida/assa-foetida: Stinkasantpflanze
Sterile Asantpflanze (Frühjahrsaustrieb)
Ferula assa-foetida: Junge Asantdolde (vor der Blüte)
Junge Asantdolde
Ferula assa-foetida: Blühender Stinkasantpflanze
Blühende Asantpflanze
Ferula assa-foetida: Stinkasantdolde
Blütenstand
Ferula assa-foetida: Stinkasantdolde
Asantdolde

In Zentralasien und Indien hat Asant seinen Platz als wichtiges Gewürz und Heilmittel jedoch bewahrt. Er wird gelegentlich in der persischen und afghanischen Küche verwendet, aber das eigentliche Beliebtheits­zentrum liegt in Indien. In einigen Teilen des Landes (vor allem Bengalen; siehe auch Nigella über Besonder­heiten der bengali­schen Küche) essen die Brahmanen weder Zwiebel noch Knoblauch, sondern verwenden meist stattdessen Asant. Auch in anderen nordindischen Küchen wird Asant selten zusammen mit Zwiebeln oder Knoblauch kombiniert, auch wenn die letzteren von keinem Speisetabu betroffen sind.

Im dravidischen Süden Indiens ist Asant noch beliebter. Die tamilische (südindische) Mischung sambar podi (siehe Kreuzkümmel) enthält ihn häufig. Trotz verschiedener Ausnahmen gilt Asant in Indien als ein Gewürz für Gemüse; nun ist aber im Süden der Vegetarismus verbreiteter als im Norden, und vielleicht erklärt das, warum Asant in Südindien mehr gebraucht wird als im Norden, der doch seinem Ursprungsland näher liegt.

Asant ist ein gutes Beispiel für die Berührung von kulinarischer und medizinischer Verwendung eines Gewürzes. Besonders in Südindien ist er fast kanonisch zum Würzen von Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen, Linsen), die man in Indien oft kollektiv mit dem Hindi-Namen dal [दाल] bezeichnet. Sie zählen zu den Eckpfeilern der indischen Ernährung, da sie nicht nur eine billige Proteinquelle darstellen, sondern auch eine, die den Vegetariern offensteht; außerdem sind sie getrocknet gut haltbar. Da alle Hülsenfrüchte aber auch unverdauliche Oligosaccharide enthalten, braucht man für sie Gewürze mit ausgeprägt verdauungsfördernder und blähungstreibender (carminativer) Wirkung. Asant, Knoblauch und Kreuzkümmel werden in Indien häufig eingesetzt, um dal schmackhafter und leichter verdaulich zu machen. In anderen Ländern würzt man Hülsenfrüchte mit anderen Gewürzen mit ähnlichen Eigenschaften, z.B. Bohnenkraut in Westeuropa und Jesuitentee in México.

Die Verwendung des Pulvers und des reinen Harzes unterscheidet sich etwas voneinander. Das Harz ist sehr geschmacksintensiv und muß daher mit Vorsicht verwendet werden; außerdem muß es unbedingt kurz in heißem Öl angebraten werden (siehe dazu auch Ajowan), und zwar aus zwei Gründen: Erstens löst es sich in heißem Fett und verteilt sich somit besser in der Speise, und zweitens verändert die hohe Temperatur den Geschmack und macht ihn erst angenehm. Das Pulver dagegen ist weniger intensiv und kann auch ohne Anbraten eingesetzt werden, allerdings erhält man nach dem Anbraten einen lieblicheren Geschmack. Das Pulver verliert überdies seinen Geschmack nach einigen Jahren, während das Harz absolut unvergänglich zu sein scheint.

Wer gerne experimentiert und eine interessante Alternative zu Knoblauch und Zwiebel sucht, dem sei der Asant empfohlen. Für europäische Gerichte muß Asant jedoch sehr vorsichtig dosiert werden; bereits die alten Römer bewahrten Pinienkerne in ihren Asanttöpfen auf und würzten die Speisen dann durch Zugabe einiger weniger Kerne. Eine andere Möglichkeit ist die Herstellung eines Asantöles, das man den Speisen tropfenweise zusetzt. Bei sorgfältiger Dosierung gibt Asant Pilz- und Gemüsegerichten, aber auch gebratenem oder gegrilltem Fleisch eine besondere Note.



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