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Curcuma (Curcuma longa L.)

Synonyme

pharmazeutischRhizoma Curcumae
botanischCurcuma domestica Val., Curcuma rotunda
Amharischኢርድ
Ird
Arabischكركم, عقدة صفرا
كُرْكُم
Kurkum, Uqdah safra
ArmenischԹուրմերիգ
Toormerik, Turmerig
Assamesischহালধি, হৰিদ্ৰা
Halodhi, Horidra
AzeriSarıkök
Сарыкөк
Bengaliহলুদ
Halud
BulgarischКуркума
Kurkuma
BurmesischHsanwen, Sanae, Sa nwin, Nanwin
ChinesischYu chin, Yu jin
Chinesisch
(Kantonesisch)
黃薑 [wòhng gèung], 薑黃 [gèung wòhng], 鬱金 [wāt gām]
Wohng geung, Geung wohng, Wat gam
Chinesisch
(Mandarin)
黃薑 [huáng jiāng], 薑黃 [jiāng huáng], 鬱金 [yù jīn], 姜黄 [jiāng huáng], 鬱金香根 [yù jīn xiāng gēn]
Huang jiang, Jiang huang, Yu jin, Yu jin xiang gen
DänischGurkemeje
DeutschKurkuma, Indischer Safran, Gelbwurz
Dhivehiރީނދޫ
Reen'dhoo
Dogriहल्दी, बसार
Haldi, Bsar
EnglischTurmeric, Indian saffron
EsperantoKurkumo
EstnischHarilik kurkuma, Kurkum, Pikk kollajuur, Lõhnav kollajuur
Farsiزردچوبه
Zardchubeh
FinnischKurkuma, Keltajuuri
FranzösischCurcuma, Safran des Indes, Terre-mérite, Souchet des Indes
GalizischCúrcuma
GriechischΚιτρινόριζα, Κούρκουμη, Κουρκουμάς
Kitrinoriza, Kourkoumi, Kourkoumas
Gujaratiહળદર
Haldar
Hebräischכורכום
כּוּרכּוּם
Kurkum
Hindiहल्दी
Haldi
IndonesischKunyit, Kunir; Daun kunyit (Blätter)
IsländischTúrmerik
ItalienischCurcuma
Japanisch鬱金
うこん
ウコン, ターメリック
Ukon, Tamerikku
Jiddischקורקומע
Kurkume
Kannadaಅರಿಸಿನ, ಅರಿಷಿಣ
Arisina, Arishina
Kashmiriلدر
Ladar
KatalanischCúrcuma
KhmerRomiet, Lomiet, Lamiet
Koreanisch강황, 컬쿠마, 심황, 터메릭, 투메릭, 울금, 울금은
Kang-hwang, Keolkuma, Kolkuma, Sim-hwang, Teomerik, Tomerik, Tumerik, Ulgum, Ulgumun
KroatischIndijski šafran, Kurkuma
LaotischKhi min khun, Khmin khün
LettischKurkuma
LitauischCiberžolė, Kurkuma, Dažinė ciberžolė
Maithiliहरैद, हर्दी
Hared, Hardi
Malayalamമഞ്ഞള്‍, മഞ്ഞൾ
Manjal, Manyal
MalaysischKunyit basah
Marathiहळद
Halad
Nepaliहल्दी, हर्दी, बेसार
Haldi, Hardi, Besar
Newari
(Nepalbhasa)
हलु
Halu
NiederländischGeelwortel, Kurkuma, Koenir, Koenjit, Tarmeriek
NorwegischGurkemeie
Oriyaହଳଦୀ, ହଳଦି
Haladi
PahlaviZard-choobag
PashtoZarchoba
PolnischKurkuma, Ostryż długi, Szafran indyjski; Kłącze kurkumy (Curcuma-Wurzelstock)
PortugiesischAçafrão da Índia, Curcuma, Açafrão da terra
Punjabiਹਲਦੀ
Haldi
Punjabiਹਲਦੀ
Haldi
RumänischCurcumă
RussischИмбирь жёлтый, Имбирь желтый, Куркума, Корень куркумы
Imbir zhyoltyj, Imbir zheltyj, Kurkuma, Koren kurkumy
SanskritHaridra, Marmarii, Nisha, Rajani
SchwedischGurkmeja
SerbischЖутњак, Зердечаф, Куркума, Жути ингвер
Žutnjak, Zerdečaf, Kurkuma, Žuti ingver
Sinhalaකහ
Kaha
SlovenischKurkuma
SlowakischKurkuma
SpanischCúrcuma, Azafrán arabe
SwahiliManjano
TagalogDilaw
TajikischЗард чова
Zard chova
Tamilமஞ்சள்
Manjal
Teluguహరిద్ర, పసుపు
Haridra, Pasupu
Thaiขมิ้นชัน, ขมิ้น; ว่านชักมดลูก, ขมิ้นเหลึอง
Kha min chan, Khamin heluong, Kha min; Wanchakmadluk (C. xanthorrhiza)
Tibetischསྒ་སེར་, ཡུང་པ་
Gaser, Sga ser, Yung pa
Tigrinyaህሩድ
Herud
TschechischKurkuma, Indický Šafrán, Žlutý kořen, Žlutý zázvor
TürkischHint safranı, Sarı boya, Zerdeçal, Safran kökü, Zerdali, Zerdeçöp, Zerdecube
UkrainischКуркума
Kurkuma
UngarischKurkuma, Sárga gyömbérgyökér;
Urduہلدی, زرد چوب
Haldi, Zard chub
VietnamesischBột nghệ, Củ nghệ, Nghệ, Uất kim, Khương hoàng
Bot nghe, Cu nghe, Nghe, Uat kim, Khuong hoang
WeißrussischКуркума, Жоўты імбір
Kurkuma, Žouty imbir
Curcuma longa: Getrocknete Gelbwurz (Kurkuma)
Getrockneter Curcuma-Wurzelstock
Verwendeter Pflanzenteil

Wurzel­stock (Rhizom), manchmal fälschlich als Wurzel bezeichnet. Die frischen Blätter dienen in einigen Regionen Indonesiens ebenfalls als Würze, z.B. in Westsumatra.

Pflanzenfamilie

Zingiberaceae (Ingwer­gewächse).

Curcuma longa/domestica: Frisches Curcumarhizom
Frisches Curcumarhizom
Geruch und Geschmack

Frisch riecht der Wurzel­stock aroma­tisch und schmeckt herb, harzig und leicht brennend; getrocknet entwickelt er ein würziges Aroma, das sich bei längerem Lagern aber bald in muffig und erdig verwandelt. Auch die gelbe Farbe ist infolge ihrer Lichtempfindlichkeit nicht besonders lagerungsbeständig.

Inhaltsstoffe

Curcuma enthält ein ätherisches Öl (max. 5%), das hauptsächlich aus Sesquiterpenen besteht, von denen viele arttypisch sind. Am wichtigsten sind Tumeron (max. 30%), ar-Turmeron (25%) und Zingiberen (25%). Konjugierte Diarylheptanoide (1,7-Diaryl-hepta-1,6-dien-3,5-dione, z.B. Curcumin) sind für die gelbe Farbe und wahrscheinlich auch den scharfen Geschmack verantwortlich (3 bis 4%).

Die jawanische Spezies C. xanthorrhiza enthält 6 bis 11% ätherisches Öl, das vom 1-Cyclo-isoprenmyrcen (bis zu 85%) dominiert wird; die Art ist weiters durch das Vorkommen des in C. longa völlig fehlenden Sesquiterpenphenoles Xanthorrhizol (bis zu 20% Anteil am ätherischen Öl) charakterisiert.

Curcuma longa/domestica: Curcumawurzel
Frischer Curcuma-Wurzelstock

kanchanapisek.or.th       © Thai Junior Encyclopedia

Curcuma longa/domestica: Curcumablüte
Curcuma-Blüte

members.nbci.com

Herkunft

Da der Handel bis ins Altertum zurück­reicht, kann das Ursprungs­land der Curcuma nicht mehr sicher ausgemacht werden; wahrscheinlich stammt die Pflanze aus Süd- oder Süd­ostasien. Eine verwandte Art ist C. xanthorrhiza aus Jawa (Indo­nesien), wo sie temu lawak genannt wird; geschmack­lich ist sie gleichwertig zur C. longa, sie wird aber in der Medizin bevorzugt.

Etymologie

In vielen Sprachen bedeutet der Name der Curcuma einfach gelbe Wurzel: Niederländisch geelwortel, deutsch Gelbwurz, arabisch uqdah safra [عقدة صفرا], finnisch keltajuuri [keltainen gelb und juuri Wurzel] oder Neugriechisch kitrinoriza [κιτρινόριζα], wobei kitrinos [κίτρινος] gelb bedeutet, wahrscheinlich abgeleitet von der Zitrone. Dieselbe Bedeutung hat auch der Artname der jawanischen Art C. xanthorrhiza: Altgriechisch xanthe rhiza [ξανθὴ ῥίζα] gelbe Wurzel. Andere Bezeichnungen bestehen aus den Namen verwandter Rhizomgewürze mit dem Beiwort gelb, z.B. chinesisch huang jiang [黃薑] und russisch imbir zhyoltyj [имбирь жёлтый] gelber Ingwer (von zhyoltyj [жёлтый] gelb) oder tschechisch žlutý zázvor gelber Zitwer.

Das englische turmeric geht genauso wie das (obsolete) französische terre-mérite auf lateinisch terra merita verdienstvolle Erde zurück, wahrscheinlich, weil gemahlene Curcuma an mineralische Pigmente erinnert (Ocker).

Der Gattungsname Curcuma vergleicht das Gewürz mit Safran, dem wichtigsten gelben Pflanzenfarbstoff der Antike. Curcuma ist eine lateinische Adaption des arabischen al-kurkum [الكركم], das ursprünglich Safran bedeutete, heute aber nur mehr auf Curcuma angewendet wird. Vergleiche auch das biblisch-hebräische karkom [כרכם] Safran. Von der lateinischen Form curcuma sind die meisten Namen in europäischen Sprachen abgeleitet, z.B. finnisch, serbokroatisch, russisch und niederländisch kurkuma [куркума], rumänisch curcumă und spanisch cúrcuma; in den skandinavischen Sprachen sind die Formen stärker verändert, z.B. dänisch gurkemeje, norwegisch gurkemeie und schwedisch gurkmeja.

Curcuma alismatifolia: Blütenstand von Zierkurkuma
Ziersorte von Curcuma (C. alismatifolia)
Curcuma longa/domestica: Curcumablüte
Curcuma-Blüte

kanchanapisek.or.th       © Thai Junior Encyclopedia

Die oberflächliche Ähnlichkeit zu Safran spiegelt sich in vielen Namen mit der Bedeutung Indischer Safran wider, z.B. Kroatisch indijski šafran, French safran des Indes oder türkisch hint safranı. Vgl. auch Spanisch azafrán arabe arabischer Safran. Auf der anderen Seite wird Safran in Vietnam als nghe tay [nghệ tây] westliche Curcuma bezeichnet; immerhin ist Curcuma in Vietnam heimisch, aber Safran ist dort nur eine exotische Kuriosität.

Das Toponym Indien hat eine lange Geschichte. Es geht im wesentlichen auf das Sanskrit-Wort sindhu [सिंधु] Fluß zurück, das vor allem den Indus-Fluß im Nordwesten Indiens bezeichnet. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Entlehnung aus einer alten dravidischen Sprache und gehört zur dravidischen Wurzel CĪNT Dattelpalme (vgl. modernes Tamil intu [ஈந்து]). War der Indus also ursprünglich der Fluß der Palmen oder der Fluß durch das Palmenland (die heutige Provinz Sindh)?

Als die Griechen im Zuge der Eroberungen von Alexander dem Großen das Indusgebiet kennenlernten, übernahmen sie die persische Form desselben Namens, hindush, zur Bezeichnung von ganz Nordindien als Indike chora [Ἰνδικὴ χώρα] indisches Land, eigentlich Land um den Indus, und später auch als India [Ἰνδία]. Ab der hellenistischen Epoche verbreitete sich dieser geographische Name auch weiter westwärts und erreicht über lateinisch India so gut wie alle europäischen Sprachen. Die analogen Namen in west- und zentralasiatischen Sprachen gehen zumeist direkt auf die persische Form zurück, z.B. kasachisch ündi [үнді], arabisch al-hind [الهند] und natürlich Farsi hindustan [هندوستان] Indien; ebenfalls Farsi hendi [هندی] und Türkisch Hint indisch.

Das Suffix -stan in Hindustan und vielen modernen Staatsnamen ist ebenfalls persischen Ursprungs und mit Sanskrit sthana [स्थान] Heimat, Aufenthaltsort verwandt.

Weil Indien in Europa immer stark mit Gewürzen assoziiert wurde, enthalten die Namen vieler Gewürze ein Element mit der Bedeutung Indien. Neben Indischem Safran für Curcuma sind hier noch viele weitere Namen erwähnenswert, z.B. Indische Nuß, (Kokos, Muskat), Indischer Anis (Sternanis), Indische Dattel (Tamarinde) und Indische Petersilie (Koriander). Im Namen Indische Kresse (Kapuzinerkresse) verweist das Adjektiv allerdings nicht nach Indien sondern nach Lateinamerika.

Ausgewählte Links

Indian Spices: Turmeric (indianetzone.com) Indian Spices: Wild Ginger (indianetzone.com) Ilkas und Ullis Kochecke: Kurkuma Plant Cultures: Turmeric A Pinch of Turmeric (www.apinchof.com) The Epicentre: Turmeric Chinese Herb Database: Turmeric Sorting Curcuma names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Medical Spice Exhibit: Turmeric (via archive.org) (via archive.org) Rain Tree: Turmeric Product Information Turmeric (spizes.com)


Curcuma longa/domestica: Gelbwurzpflanze
Curcumapflanze

www.csdl.tamu.edu

Curcuma longa: Kurkumapflanze mit sichtbarem Wurzelstock
Curcumapflanze mit teilweise freigelegtem Rhizom
Curcuma longa: Kurkuma-Blütenstand
Curcumablüte

Photo: Ben-Erik van Wyk
(Food Plants of the World, Briza Publications)

Curcuma ist ein sehr wichtiges Gewürz in Indien, wo heutzutage fast die gesamte Welternte produziert und auch zu 80% verbraucht wird. Der Gebrauch von Curcuma läßt sich fast 4000 Jahre zurück­verfolgen, bis zur vedischen Kultur Indiens, in der Curcuma nicht nur das wichtigste Gewürz war, sondern auch als heilig galt. Auch heute wird Curcuma in vielen Hindu-Ritualen verwendet, weil die gelbe Farbe die Sonne symboli­siert; diese Verwendung ist im Süden häufiger anzutreffen als im Norden.

Die indische Küche verwendet getrocknete Curcuma für fast jede Art von Speise, sowohl vege­tarische als auch nicht-vege­tarische. Die größten Mengen davon fand ich in gekochten Hülsen­früchten (siehe auch Dill) und Kartoffel­speisen. Außerdem nimmt man sie gerne für Reis­gerichte (pullao [पुलाव]), obwohl gelb­gefärbter Reis in Indien nicht so üblich ist, wie im Westen oft ange­nommen wird. Curcuma ist Bestand­teil aller Curry­pulver (siehe Curry­blätter über diese anglo-indische Gewürz­mischung). Über den Einfluß der Inder gelangte Curcuma auch in die Küche Äthiopiens (siehe dazu langer Pfeffer).

In Südostasien bevorzugt man das Rhizom im frischen Zustand. Besonders in Thailand wird es oft gerieben und Currygerichten hinzugefügt, besonders bei Fischcurries; es ist auch in der gelben Currypaste enthalten (siehe Kokos über die anderen Zutaten zu thailändischen Curries).

Gelber Reis (nasi kuning) ist besonders auf den östlichen Inseln Indonesiens beliebt; er verdankt seine Farbe frischer oder getrockneter Curcuma. Auf Bali, der einzigen hinduistisch gebliebenen Insel Indonesiens (siehe auch indonesisches Lorbeerblatt und kleinen Galgant über balinesische Küche), hat mit Kokosmilch und aromatischen Blättern (indonesisches Lorbeerblatt, Pandanusblätter, Zitronengras) zubereiteter nasi kuning auch kultische Bedeutung; niemand, der die Insel je besucht hat, wird wohl die Scharen von Balinesen vergessen, die zu den Tempeln (z.B. dem Hauptheiligtum in Besakih) strömen und, unter anderem, auch Kegel aus gelbem Reis als Opfer bringen. Auf der benachbarten Insel Jawa wurde der Hinduismus bereits vor Jahrhunderten zugunsten des Islâm aufgegeben, doch hält man nasi kuning immer noch für eine heilige Speise. Außerdem verwenden indonesische Köche gerne getrocknete Curcuma für ihre Eintöpfe und Curries (siehe dazu auch großen Galgant).

In westlichen Küchen wird Curcuma zwar nicht direkt genutzt, aber sie taucht in zahlreichen Gewürzmischungen (z.B. Currypulver, siehe oben) und Saucen auf und wird mitunter verwendet, um Speisesenf leuchtend gelb zu färben (siehe weißer Senf).

Curcuma longa: Gelbwurzpflanze
Curcumapflanzen

Curcuma wird gelegent­lich mit Safran ver­wechselt, da beide Gewürze Speisen intensiv gelb färben, allerdings gibt der Safran eine mehr orange Farbe ab. Da Curcuma keine Spur des faszi­nierenden Safran­aromas aufweist, ist sie allerdings als Ersatz oder Alter­native für Safran völlig un­geeignet! Siehe auch Annatto für eine Zusammen­stellung von färbenden Pflanzen.

Die so­genannte weiße Curcuma ist eine sehr nahe verwandte Pflanze (Zitwer), deren frischen Wurzelstock man weniger als Gewürz braucht, sondern als ein sehr würziges Gemüse verzehrt. Dasselbe kann man auch mit gewöhnlicher gelber Curcuma machen, aber sie färbt die Zähne intensiv gelb.

Die starke Färbekraft der Curkuma erscheint jedem ein Ärgernis, der mit Curkuma verunreinigte Küchengeräte reinigen muß; besonders bei Polypropylen-Schneidbrettern sind Wasser und Bürste oft nicht ausreichend. Es geht aber auch viel einfacher: Da der Farbstoff nicht lichtecht ist, verblaßt er nach nur einer Stunde im direkten Sonnenlicht gänzlich.



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