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Kreuzkümmel (Cuminum cyminum L.)

Synonyme

pharmazeutischFructus Cumini
AlbanischQimnoni, Qimron
AltgriechischΚύμινον
Kyminon
Amharischከሙን
Kemun
Arabischكمون
كَمُّون
Kamoun, Kamun
ArmenischՔիմոն
Kimon
Assamesischজিৰা
Jira
AzeriZirə, Cirə
Зирә, Ҹирә
BaskischKomino
Bengaliজিরা
Jira
Bulgarisch Кимион, Кимион римски, Кимион италиански
Kimion, Kimion italianski, Kimion rimski
BurmesischZiya
Chinesisch
(Kantonesisch)
小茴香 [síu wùih hēung]
Siu wuih heung
Chinesisch
(Mandarin)
枯茗 [kū míng], 小茴香 [xiǎo huí xiāng], 孜然 [zī ràn]
Kuming, Xiao hui xiang, Zi ran
DänischSpidskommen, Kloeftsvoeb
DeutschWeißer Kreuzkümmel, Römischer Kümmel, Mutterkümmel
Dhivehiދިރި
Dhiri
Dogriजीरा
Jira
EnglischCumin, Green cumin, White cumin
EsperantoKumino
EstnischVürtsköömen, Juustuköömen
Farsiزیره سبز, زیره
Zireh, Zireh sabz
FinnischJuustokumina, Roomankumina, Maitokumina, Maustekumina; fälschlich Kumina
FranzösischCumin, Cumin blanc, Cumin du Maroc, Faux anis
GalizischComino
Georgischკვლიავი, ძირა
Dzira, K’vliavi, Kvliavi
GriechischΚύμινο
Kimino
Gujaratiજીરું, સફેદ જીરું
Jiru, Saphed jiru
Hebräischכמון
כַּמּוֹן
Kamon, Kammon, Kamoon
Hindiजीरा, सफेद जीरा
Jira, Jeera, Saphed jira
IndonesischJinten, Jinten putih
IsländischOstakúmen, Kummin
ItalienischCumino, Cumino bianco
Japanischクミン, ウマゼリ
Kumin, Umazeri
Jiddischקמיניק
Kminik
Kannadaಜೀರಿಗೆ
Jirige
KasachischЗире, Зере
Zïre, Zere
Kashmiriزیرہ
Zireh
KatalanischComí castellà
KhmerMa chin
Koreanisch커민, 쿠민
Keomin, Komin, Kumin
KroatischKumin
LaotischThien khaw
LateinischCuminum
LitauischKuminai, Kmynas, Kmyninis kuminas
Maithiliजिर
Jir
Malayalamജീരകം, നല്ലജീരകം
Jeeragam, Jirakam, Nallajiakam
MalaysischJintan, Jintan putih, Jintan puteh
Marathiजिरे
Jire
Nepaliजीरा
Jira
Newari
(Nepalbhasa)
जी, जिम्ल
Ji, Jimla
NiederländischKomijn, Djinten
NorwegischSpisskummen
Oriyaଜୀରା
Jira
PashtoZeera, Zira
PolnischKmin rzymski
PortugiesischCominho
Punjabiਜੀਰਾ
Jira
RumänischChimion amar, Chimion turcesc
RussischКмин, Кмин тминовый, Кумин, Кюммель, Римский тмин, Зира, Индийский тмин
Kmin, Kmin tminovyj, Kumin, Kyummel, Rimskij tmin, Zira, Kmin tminovyj, Indijskij tmin
SanskritJiira, Jiiraka, Jiirana, Sugandhan, Udgaarshodan
SchwedischSpiskummin, Romersk kummin, Vit kummin
SerbischКумин
Kumin
Sinhalaදුරු, සූදුරු
Duru, Suduru
SlovenischKumina, Orientalske kumina, Zamorska kumina
SlowakischDžíra, Rasca rímska
SpanischComino, Comino blanco
SwahiliJamda, Jira, Kisibiti
TajikischЗиру
Ziru
Tamilஜீரகம், சீரகம்
Jiragam
Teluguజీలకర, జీలకర్ర
Jilakara, Jilakarra
Thaiเทียนขาว, ยี่หร่า
Thian-khao, Yee raa
Tibetischཟི་ར་དཀར་པོ་
Zira kar-po
TschechischŘímský kmín, Šabrej kmínovitý, Šabrej kmínovitý
TürkischKimyon, Acem kimyonu, Kemnon
UngarischKuminmag, Egyiptomi kömény, Római kömény
Urduزیرہ
Zira
UzbekischZira
Зира
VietnamesischThì là ai cập
Thi la ai cap
WeißrussischІндыйскі кмен, Рымскі кмен
Indyjski kmen, Rymski kmen
Cuminum cyminum: Kreuzkümmelsamen
Kreuzkümmelfrüchte
Verwendeter Pflanzenteil

Getrocknete Früchte (gewöhnlich als Kreuzkümmelsamen bezeichnet).

Pflanzenfamilie

Apiaceae (Dolden­blüten­gewächse).

Geruch und Geschmack

Stark aromatisch; das Aroma ist charakteristisch und ändert sich beim Braten oder Rösten.

Inhaltsstoffe

Die Früchte enthalten etwa 2.5 bis 4% ätherisches Öl, das vom Cuminal (p-Isopropyl-benzaldehyd, 25 bis 35%) dominiert wird. Weiters wurden Perillaaldehyd, Cuminol, α- und β-Pinen (21%), Dipenten, p-Cymen und β-Phellandren gefunden.

In gerösteten Kreuzkümmelfrüchten wurde eine große Anzahl an Pyrazinderivaten als Aromastoffe identifiziert; neben Pyrazin und seinen Alkylderivaten (vor allem 2,5- und 2,6-Dimethylpyrazin) scheinen 2-Alkoxy-3-alkylpyrazine die Hauptfraktion auszumachen (2-Ethoxy-3-isopropylpyrazin, 2-Methoxy-3-sec-butylpyrazin, 2-Methoxy-3-methylpyrazin). Auch eine Schwefelverbindung, 2-Methylthio-3-isopropylpyrazin, wurde identifiziert. Diese Maillard-Produkte werden auch beim Rösten von Bockshornklee und Koriander gebildet. (Nahrung, 24, 645, 1980)

Cuminum cyminum: Kreuzkümmelblüten
Kreuzkümmel (Blütendolden)

www.dekooktips.com

Herkunft

Westasien, wo er seit biblischen Zeiten kultiviert wird (siehe dazu Granat­apfel). Die Haupt­produktions­gebiete sind heute Indien, Iran, Indonesien, China und der südliche Mittelmeer­raum.

Etymologie

Das englische cumin wie auch der etwas ungebräuchliche deutsche Name Kumin leiten sich von lateinisch cuminum bzw. griechisch kyminon [κύμινον] (mykenisch kuminon [𐀓𐀖𐀜]) Kreuzkümmel her. Die weitere Spur führt zu semitischen Sprachen: Aramäisch kamuna [ܟܡܘܢܐ], Althebräisch kammon [כמן], Ägyptisch kamnini und Akkadisch kamûnu. In modernen semitischen Sprachen finden wir immer noch sehr ähnliche Formen, z.B. arabisch al-kamoun [الكمون], hebräisch kamon [כמון] und amharisch kemun [ከሙን]. Möglicherweise handelt es sich letztlich um eine Entlehnung aus dem Sumerischen, wo das Gewürz gamun [𒂵𒁵, 𒁷𒌁, 𒌁] hieß. Siehe auch Zwiebel für die antike Küche Babylons.

Auch in manchen europäischen Sprachen findet man Namen für Kreuzkümmel aus dieser Verwandtschaft, z.B. portugiesisch cominho, litauisch kuminai, baskisch komino, griechisch kimino [κύμινο] und armenisch kimon [քիմոն]; vgl. auch Chinesisch ku-ming [枯茗]. In vielen Sprachen, darunter auch im Deutschen, gibt es jedoch sehr ähnliche Namen für ein anderes Gewürz, nämlich den Kümmel. Das kann zu ganz beträchtlicher Verwirrung führen: Zum Beispiel heißt der Kreuzkümmel im Russischen kmin [кмин], und Kümmel ist tmin [тмин]; auf Ukrainisch bedeutet kmyn [кмин] aber Kümmel. In der ebenfalls verwandten bulgarischen Sprache wiederum lauten die Namen für Kreuzkümmel kimion [кимион] und Kümmel kim [ким]!

In den deutschsprachigen Ländern hat die Verwechslung zwischen Kümmel und Kreuzkümmel schon fast Tradition. Entsprechend leitet sich auch der deutsche Name des Kreuzkümmels vom Kümmel ab und bezieht sich auf die gekreuzte Blattstellung.

Cuminum cyminum: Kreuzkümmelpflanze
Verwelkender Kreuzkümmel

Photo: Ben-Erik van Wyk
(Food Plants of the World, Briza Publications)

In den meisten Ländern Nord- und Osteuropas hat der Kreuzkümmel traditionell keine Bedeutung und wird als fremdes Gewürz angesehen, das im Gegensatz zum bekannten Kümmel steht (Welscher Kümmel). Er wird manchmal nicht scharf vom Kümmel unterschieden (was zu üblen Ver­wechslungen in beide Richtungen führen kann) und oft als orientalische Abart von Kümmel bezeichnet, z.B. Türkischer Kümmel (rumänisch chimion turcesc), östlicher Kümmel (slovenisch orientalske kumin) oder Ägyptischer Kümmel (ungarisch egyiptomi kömény). Umgekehrt wird in den Ländern, in denen der Kreuzkümmel viel und der Kümmel wenig bekannt ist, letzterer oft mit Termen wie Deutscher Kreuzkümmel benannt.

In der italienischen Küche hat Kreuzkümmel keine besondere Bedeutung; trotzdem heißt er in vielen (nord)europäischen Sprachen Römischer Kümmel, z.B. russisch rimskij tmin [римский тмин], Tschechisch římský kmín, oder finnisch roomankumina. Diese Namen mit Bezug auf Rom verweisen auf die Zeit des Karolingerreiches, als Kreuzkümmel in Klostergärten als Heilkraut angepflanzt wurde und dabei als südliche oder italienische Spielart des Kümmels aufgefaßt wurde. Siehe dazu auch Liebstöckel.

Im Sanskrit erscheinen viele Namen für Kreuzkümmel von einer Verbalwurzel jri [जॄ] mit der Bedeutung altern, verbrauchen abgeleitet, z.B. jarana [जारण], jirana [जिरण] und jirna [जीर्ण]. Die Wurzel jri kann aber auch verdauen bedeuten, was sich leicht auf die magenstärkende Wirkung von Kreuzkümmel beziehen läßt. Verwandte Namen findet man heute in einem riesigen Gebiet vom Kaukasus über Zentralasien bis Südostasien: Georgisch dzira [ძირა], Aserbaidschanisch cirə, kasachisch zere [зере] Farsi zireh [زیره], Urdu zirah [زیرہ], Hindi jira [जीरा], Gujarati jiru [જીરુ], Punjabi jira [ਜੀਰਾ], Bengali jira [জিরা], Telugu jilakarra [జీలకర్ర], Tamil jiragam [சீரகம்], Dhivehi dhiri [ދިރި], burmesisch ziya, Thai yeera [ยี่หร่า] und sogar chinesisch ziran [孜然] (vermittelt durch uighurisch zire).

Sanskrit sugandha [सुगंध] Kreuzkümmel wird auch für eine Anzahl anderer Aromatika benutzt (Zibet, Lotus, Majoran, Limette, Zitwer); es bedeutet wörtlich wohlriechend und spiegelt damit die hohe Wertschätzung wider, die die alten Inder diesem Gewürz entgegenbrachten. Ein anderer, häufigerer Name des Kreuzkümmels in Sanskrit ist ajaji [अजाजी].

In der chinesischen Kräutermedizin wird Kreuzkümmel zumeist als xiao hui xiang [小茴香] kleiner Fenchel bezeichnet. Dieser Name ist gewissermaßen das Gegenstück zu vielen Namen des Fenchels mit der Bedeutung süßer Kreuzkümmel in den Sprachen Süd- und Südostasiens.

Hinweis zur Aussprache des englischen cumin: Das spricht man im wesentlichen gleich wie come in! aus, aber die Betonung liegt auf der ersten Silbe.

Ausgewählte Links

Indian Spices: Cumin (indianetzone.com) Ilkas und Ullis Kochecke: Kreuzkümmel A Pinch of Cumin (www.apinchof.com) The Epicentre: Cumin Medical Spice Exhibit: Cumin (via archive.org) (via archive.org) Desirable Herb and Spice Varieties: Cumin Pflanzen des Capitulare de Villis: Kreuzkümmel (biozac.de) Sorting Cuminum names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Recipe: Garam Masala [गरम मसाला] (www.ochef.com) Recipe: Garam Masala [गरम मसाला] (groups.google.com) Recipe: Garam Masala [गरम मसाला] (groups.google.com) Recipe: Mughlai Garam Masala (webindia123.com via archive.org) Rezept von goccus.com: Garam masala [गरम मसाला, گرم مسالحہ, گرم مصالحہ] Rezept von goccus.com: Sambar-Pulver [சாம்பார் பொடி] Recipe: Sambar Podi [சாம்பார் பொடி] (recipesource.com) Recipe: Sambar [சாம்பார்] (groups.google.com) Recipe: Sambar [சாம்பார்] (groups.google.com)


Cuminum cyminum: Bluehender Kreuzkuemmel
Blühender Kreuzkümmel

www.botanikus.de

Kreuzkümmel ist weltweit ein extrem beliebtes Gewürz, besonders in Lateinamerika, Nordafrika und in fast ganz Asien, nur in Europa kennt man ihn weniger, obwohl er bei den alten Römern recht beliebt war (siehe auch Silphion). Heute verwendet man Kreuzkümmel in Europa nur noch in Holland und Frankreich als Käsegewürz (siehe auch Schabziegerklee über Käse und Käsegewürze).

Kreuzkümmel ist das Charaktergewürz der indischen Küche, besonders im Südteil. Die Früchte werden ungemahlen verwendet und häufig vor der Verwendung in Öl (oft zusammen mit Zwiebel) gebraten oder auch trocken geröstet. Hülsenfrüchte aromatisiert man gerne mit in Butterfett gebratenem Kreuzkümmel (tadka [तड़का], siehe auch Ajowan). Weiters bildet Kreuzkümmel einen wesentlichen Bestandteil von Currypulver (siehe Curryblätter) und der bengalischen Mischung panch phoron (siehe Nigella). Auch für die Zubereitung der nordindischen tandoori-Gerichte [तंदूरी] (siehe Mango) ist er essentiell. Der Geruch von geröstetem Kreuzkümmel, typischerweise in Kombination mit Koriander, ist der wohl charakteristischste Eindruck der srilankanischen oder südindischen Küche!

Eine andere wichtige Gewürzmischung aus Indien, die Kreuzkümmel enthält, ist das nordindische garam masala [गरम मसाला, گرم مسالحہ oder گرم مصالحہ] was wörtlich heiße Gewürzmischung bedeutet; mit heiß ist eine erwärmende Wirkung der Gewürze auf den Körper gemeint. Garam masala kann fast jedes indische Gewürz enthalten, aber normalerweise bilden gerösteter Kreuzkümmel, gerösteter Koriander, schwarzer Pfeffer und indische Lorbeerblätter das geschmackliche Rückgrat dieser Mischung und kleinere Mengen aromatischer Gewürze (Zimt, Gewürznelken, Cardamomsamen und Muskat) ergeben einen süßlichen, aromatischen Geschmack. In Kerala (Südindien) enthält die Mischung auch Sternanis, und einige Versionen (z.B. in Maharashtra) enthalten auch Chilies. Alle Zutaten werden zusammen gemahlen. In der kaiserlichen nordindischen Kochkunst (auch mogulisch genannt) wird der Anteil süßer Gewürze in dieser Mischung (die man dann auch muglai garam masala nennt) nochmals stark erhöht und manchmal auch ohne Kreuzkümmel zubereitet. Diese Gewürzmischung wird manchmal zum Kochen verwendet, aber häufiger vor dem Servieren über die fertigen Gerichte gestreut.

In Südindien gibt es eine sehr beliebte Mischung namens sambar podi [சாம்பார் பொடி], mit der dünne Linsen- und Gemüsecurries (saambaar [சாம்பார்]) gewürzt werden. Diese Curries ißt man traditionellerweise mit einem omelettenartigen Brot aus Reismehl (dosai [தோசை]) oder, besonders zum Frühstück, mit idli [இட்லி], gedämpften Klößen aus fermentiertem Reis- und Bohnenteig. Grundbestandteil des sambar podi sind Linsen oder kleine Bohnen (urad dal [उड़द दाल]), die trocken geröstet werden, bis sie den rohen Geruch verlieren. Diese mischt man mit anderen gerösteten Gewürzen (zumeist Kreuzkümmel, Koriander und Bockshornklee) sowie schwarzem Pfeffer; mögliche weitere Zutaten sind geröstete schwarze Senfsamen, getrocknete und zuweilen geröstete Chilies oder Asant. Dieses Pulver fügt man dann, zusammen mit Curryblättern, kochenden Linsen- oder Gemüsegerichten hinzu.

Die Verwendung gerösteter Hülsenfrüchte als Geschmacksträger ist typisch südindisch. Für ein weiteres Beispiel einer südindischen Gewürzmischung (bese bele), siehe Kokos. Gewürzmischungen ähnlich dem sambar podi sind auch unter den Nachfahren südindischer Emigranten in Malaysia und Singapore in Gebrauch.

Schwarzer Kreuzkümmel ist die Frucht einer nahe verwandten Pflanze, die wild im Iran und in der nordindischen Region Kashmir vorkommt. Man zieht ihn dem gewöhnlichen (weißen) Kreuzkümmel besonders für mogulische Fleisch-Schmorgerichte (kormas) vor.

Über die Verwendung von Kreuzkümmel in dem indischen Joghurtgetränk lassi, siehe Rose.

Kreuzkümmel ist auch in West- und Zentralasien (dem Nahen und Mittleren Osten) sehr beliebt; Gewürzmischungen aus dieser Region, die Kreuzkümmel enthalten, sind die yemenitische Würzpaste zhoug (siehe Koriander), das saudiarabische baharat (siehe Paprika) und das georgische svanuri marili (siehe Knoblauch).

In der arabischen Küche wird Kreuzkümmel sehr häufig verwendet. Er ist ein typisches Gewürz für die Fleischeintöpfe (tagine oder tajine [طاجن]) des arabisch beeinflußten Afrika nördlich der Sahara. Kreuzkümmel würzt viele arabische Spezialitäten wie hummus [حمص], eine Kichererbsenpaste mit Olivenöl und Sesammus, oder falafil (auch felafel oder falafel [فلافل]). Bei letzteren handelt es sich um Bällchen aus einer Hülsenfruchtmasse (Kichererbsen, oft mit einem Zusatz von Saubohnen), die mit Knoblauch und Kreuzkümmel gewürzt sind und die frittiert als Snack gegessen werden. Die sudanesische Version tamiyah [طعميه] hat reine Saubohnen zur Grundlage und schmeckt daher etwas derber, eben angenehm rustikal.

In Südost- und Ostasien ist Kreuzkümmel weniger bekannt, wird aber trotzdem zu einigen Rezepten gebraucht; sehr wichtig ist er lediglich in der burmesischen Küche (siehe Zwiebel über burmesische Curries). In der thailändischen (siehe Kokos über thailändische Curries) und indonesischen Küche spielt er eine geringere Rolle. Kreuzkümmel spielt eine große Rolle in der Küche der Uighuren (chinesische Provinz Xinjiang [新疆]), die aber historisch gesehen nicht zu den chinesischen Küchen zählt. Nach uighurischer Art über Holzkohle gegrilltes Fleisch ist aber mittlerweile als yang rou chuan [羊肉串] in ganz China erhältlich und beliebt; es wird vor dem Grillen mit Kreuzkümmel und grob gemahlenen Chilies gewürzt. Im eigentlichen China verwendet man Kreuzkümmel nur gelegentlich, z.B. in ziran niurou [孜然牛肉] aus der Provinz Hunan [湖南]: Dünnen Scheiben von Rindfleisch werden mit Kreuzkümmel, Chili und Knoblauch im Wok gebraten und mit grünen Zwiebeln und Sesamöl serviert.

In der mittel- und südamerikanischen Kochkunst spielt Kreuzkümmel eine sehr wichtige Rolle (er kommt auch in mexicanischen Gewürzmischungen vor, siehe Oregano).



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