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Annatto (Bixa orellana L.)

Synonyme

Arabischآتشيوت
Atshyut
Bengaliলট্কা
Latka
BulgarischАчиоте
Achiote
Chinesisch
(Kantonesisch)
胭脂樹 [yīn jī syuh]
Yin ju syuh
Chinesisch
(Mandarin)
胭脂樹 [yān zhī shù]
Yan zhi shu
DeutschOrleanstrauch
EnglischAchiote, Annatto, Lipstick tree
EstnischVärvibiksa, Annatopõõsa
FinnischAnnatto, Annattopuu, Orleaani
FranzösischRocou, Roucou, Achiote, Rocouyer
Gujaratiસિંદૂરી
Sinduri?
Hebräischעץ הליפסטיק
Etz ha-lipstik
Hindiलटकन, सिंदूरी
Latkan, Sinduri
IndonesischKesumba
ItalienischAnnatto, Anotto
Japanischベニノキ
Beninoki
Jiddischאָרלעאַן
Orlean
KhmerCham-puu, Chraluek
Koreanisch아치오테, 아나토
Achiote, Anato
LaotischSa ti, Dok kham, Kham, Satii, Somz phuu
LitauischDažinė urlija
Malayalamകുരങ്ങുമഞ്ഞള്‍, കുരങ്ങുമഞ്ഞൾ, അനാട്ടോ
Kurangumannyal, Anatto
MalaysischJarak belanda
Marathiसेंदरी
Sendri
Nepaliसिनंदुरे
Sindure
NiederländischAnatto, Rocou, Annotto, Achiote, Orleaan
Oriyaକୁଙ୍କୁମ
Kukuma, Kunkuma
PolnischArnota
PortugiesischAnato, Açafroa-do-Brasil, Urucú, Urucum
RussischАннато, Бикса, Помадное дерево
Annato, Biksa, Pomadnoe derevo
SerbischОрлеан-дрво
Orlean-drvo
SlowakischAnatto
SpanischAchiote, Achote, Annatto; Onoto (Venezuela)
TagalogAchuete, Achwete, Atsuete, Echuete
Tamilசப்பிரா, கொங்காரம்
Sappira, Kongaram
Thaiคำแสด, สะตี, คำไท
Kam tai, Kam saed, Sati
TürkischArnatto
TschechischAnnata
UngarischBjoul, Ruku, Orleánfa
VietnamesischHột điều màu, Điều nhuộm
Hot dieu mau, Dieu nhuom
Bixa orellana: Annattokapseln
Annattofrüchte

wikipedia.org

Bixa orellana: Annatto-Samen
Annatto-Samen
Verwendeter Pflanzenteil

Die dunkel­roten Samen (ca. 3 mm Durch­messer). Eine gute Abbildung sowohl der Samen als auch der Früchte findet man bei Ortiz.

Pflanzenfamilie

Bixaceae (eine Familie mit nur zwei Mitgliedern in Südamerika).

Geruch und Geschmack

Annatto hat einen schwachen, blumigen Geruch.

Inhaltsstoffe

Für den leicht blütenartigen Geruch wird ein tricyclischer Sesquiterpen-Kohlenwasserstoff, Ishwaran, verantwortlich gemacht.

Bixa orellana: Orleansblüte
Annattoblüte

wikipedia.org

Die Samen verdanken ihre rote Farbe einigen Apo­carotin­oiden in der Samen­epidermis, von denen Bixin (9′Z-6,6′-Diapo­caroten-6,6′-diat) am be­deutend­sten ist. Einige weitere Carotinoide und Apo­carotinoide wurden identifiziert, z.B. Norbixin. Der Gesamtgehalt an Farbstoffen kann stark schwanken; typische Werte liegen zwischen 2 und 5%, aber auch 7% wurden bereits berichtet. (Phytochemistry, 41, 1201, 1996)

Herkunft

Südamerika; Brasilien ist der Hauptproduzent und Hauptexporteur. Heute wird Annatto auch auf den Philippinen angebaut, wo es von den Spaniern eingeführt wurde.

Etymologie

Der Artname orellana erinnert an Francisco de Orellana, einen spanischen Eroberer des 16. Jahrhunderts.

Bixa orellana: Annatto-Strauch
Annatto-Strauch mit Fruchtkapseln
Bixa orellana: Orleansstrauch steril
Sterile Annatopflanze

Orellana hatte an der Seite von Francisco Pizarro die Inka unterworfen und war 1541 an der ge­scheiterten Expedition des Gonzalo Pizarro beteiligt, bei der 2000 Spanier, von falschen Gerüchten über Gold und Zimtbäume angelockt, in den peruanisch-brasiliani­schen Dschungel vordrangen und größtenteils zugrunde gingen. Orellana verließ die Expedition rechtzeitig und fuhr ostwärts, wobei ihm die (eher zufällige) Entdeckung des Amazonas einen eigentlich unverdienten wissen­schaftlichen Ruhm bescherte.

Durch Verwechslung des spanischen Namens mit der französischen Stadt Orleans entstand der deutsche Name Orleanstrauch.

Die sonstigen Namen des Gewürzes entstammen verschiedenen Sprachen Süd- und Mittelamerikas: urucul aus dem Tupi-Guarani in Amazonien (davon auch französisch rocou), annatto aus dem Karibischen und achiote aus dem Náhuatl in México. Der wissenschaftliche Gattungsname Bixa entstand aus einem anderen karibischen Namen der Pflanze, bija oder biché.

Das englische lipstick tree Lippenstift-Baum bezieht sich auf die Verwendung des Pflanzenfarbstoffes für kosmetische Zwecke.

Ausgewählte Links

A Pinch of Annatto (www.apinchof.com) The Epicentre: Annatto Pacific Islands Ecosystems at Risk: Annatto Recipe: Chamorro red rice (scentofgreenbananas.blogspot.com) Recipe: Cochinita Pibil (Pork Dish Maya Style) (dianaskitchen.com) Recipe: Traditional achiote recado (thesmokering.com) Receta: Pescado Pibil (tikinxic) (cocinadelmundo.com) Recipe: Mayan Chicken With Spicy Orange Paste (www.pepperfool.com) Recipe: Vietnamese Roasted Chicken (tcbs.com) Rain Tree: Annatto


Bixa orellana: Annattoblüten
Annattostrauch mit Blüten und Früchten

www.botany.hawaii.edu   © Gerald Carr

Bixa orellana: Sterile Annattopflanze
Sterile Annattopflanze
Annattosamen stammen aus Südamerika, und sie werden heute hauptsächlich als Gewürz und Färbemittel in Mittelamerika und dem Norden Südamerikas genutzt. In der Karibik werden die Samen dazu in tierischem oder pflanzlichem Fett gebraten und das Fett dann (nach dem Entfernen der Samen) weiter zur Zubereitung von Fleisch oder Gemüse verwendet; dadurch erreicht man eine goldgelbe bis goldbraune Farbe. In México verwenden Köche oft eine Paste (achiote) von Annattosamen mit Konservierungs­mitteln (Essigsäure), die sich in heißem Öl rückstandslos auflöst; sie ist einfach zu benutzen und kann auch Marinaden und Saucen zur Farb­verbesserung zugegeben werden. Auf ähnliche Art verwendet man Annatto auch in Südamerika, z.B. Perú und Bolivien.

Die ursprüngliche aztekische Trinkschokolade (siehe dazu auch Vanille) wurde manchen Quellen zufolge ebenfalls mit Annatto gefärbt; durch ihren hohen Fettgehalt erscheint das auch durchaus plausibel, zumal die rote Farbe an Blut erinnert und bei den Azteken daher besondere kultische Bedeutung hatte. Bis ins siebzehnte Jahrhundert war Annatto auch in Europa als Schokoladezusatz verbreitet; heute spielt dieses Gewürz nur noch zum Färben von Butter und Käse eine gewisse Rolle (siehe dazu auch Schabziegerklee).

In Südméxico (Yucatán) mariniert man oft Fleisch in einer Gewürzmischung namens recado, die ihre lebhaft orange Farbe reichlich zugegebenen Annattosamen verdankt. Man verwendet die Annattosamen dabei entweder gemahlen (oft nach Einweichen in heißem Wasser) oder in Form von Annattoöl. Recado besteht aus Annatto, getrocknetem Oregano, gemahlenen Gewürzen (schwarzem Pfeffer, Piment und Kreuzkümmel), Knoblauch und feurigen yucatekischen Chilies. Der charakteristische Geschmack kommt vom Saft der Bitterorange (auch als saure Orange bekannt), der eine typische saure Fruchtigkeit beisteuert.

Mit recado mariniertes Fleisch wird oft in Bananen­blätter gewickelt und gebacken, traditio­nellerweise in einer mit heißen Steinen ausgelegten Grube; aber man kann es auch in der Pfanne braten oder grillen. Diese Würzung eignet sich für Geflügel und Fisch, ist aber am beliebtesten für Schweine­fleisch, vor allem Spanferkel. Mit recado zubereitete Speisen heißen allgemein pibil.

Durch spanischen Einfluß kam Annatto auch nach Südostasien. Auf den Philippinen mahlt man die Samen zu einem Pulver und fügt dieses Suppen oder Eintöpfen hinzu, oder man legt Fleisch in annattogefärbte Marinaden ein. Der dabei erreichte Farbton ist dumpfer als der, den man nach karibischer Art mit Annattoöl erzielt.

Außer auf den Philippinen wird Annatto in den Küchen Südostasiens nur wenig verwendet. Vietnamesen setzen dem Ausbackteig für Fleisch oder Gemüse oft etwas Annattoöl zu, um eine appetitlichere Farbe zu erreichen oder vertiefen die Farbe ihrer mit Kokosmilch zubereiteten Curries (ca ri [cà ri], siehe Reisfeldpflanze) mit etwas Annattoöl. Letztlich gibt es eine vietnamesische Version der Peking-Ente (ga quay mat ong [gà quay mật ong], wird sowohl mit Huhn als auch mit Ente zubereitet), in der der Vogel mit Annattoöl bestrichen wird, um die Fleischoberfläche rotbraun zu färben; chinesische Köche erreichen einen ähnlichen Farbton durch Behandeln der Haut mit einer Malzlösung, die beim Backen karamelisiert. In China findet man Annatto nur gelegentlich in Marinaden für gegrilltes oder gebratenes Fleisch, um diesem eine leuchtendrote Kruste zu verleihen.

Bixa orellana: Unreife Annatto-Kapseln
Unreife Annattokapseln

Einige Bücher behaupten zwar, daß Annatto auch sein Eigen­aroma auf die Speisen überträgt, aber dem kann ich nicht zustimmen. Die Samen strömen zwar wirklich einen sehr schwachen, parfumartigen Duft aus, aber in der fertigen Speise habe ich diesen noch nie wahrgenommen.

Gelbliche oder orange Farbtöne lassen sich auch mit einigen anderen Pflanzen erreichen. Dem chemischen Färbeprinzip des Annattos verwandt ist der Farbstoff im Safran, und auch die Farbtöne können einander ziemlich gleichen; allerdings ist Safran mit seinem unbeschreiblichen Geruch viel mehr als nur ein Färbemittel. Keinen Geschmack dagegen weist der Färbersaflor auf, der daher zum Färben verwendet werden kann, wenn kein Aroma erwünscht ist; aber seine Färbekraft ist gering. Zuletzt gibt es noch Curcuma (auch Gelbwurz genannt), die einen starken, erdigen Geschmack aufweist und eine leuchtendgelbe Farbe verleiht.

Bixa orellana: Reife Annattofrüchte
Annatto, reife Früchte

pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de

Safran und Curcuma kann man übrigens auch zum Färben von Textilien ver­wenden; beide sind allerdings nicht lichtecht (und Safran ist auch viel zu teuer dazu, obwohl diese Verwendung sogar in der Bibel erwähnt wird; siehe dazu Granatapfel).

Auch Blätter können zum Färben verwendet werden, obwohl ihre grüne Farbe zumeist recht schwach ist (siehe Pandanusblätter und Beifuß für Beispiele aus Asien). In der Natur treten selten andere Blattfarben als Grün auf; allerdings sind von manchen Pflanzen (z.B. Basilikum, Chamäleonpflanze, Salbei) Kultivare mit roten oder anderweitig gefärbten Blättern bekannt. Eine purpurblättrige Perillaart dient in Japan zum Färben von eingelegtem Ingwer.

Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll gibt auch einigen Pflanzenölen eine typische Farbe, etwa dem Olivenöl oder dem Kürbiskernöl. Während ersteres meist nicht färbekräftig genug ist, kann man mit letzterem eine große Anzahl von zumeist kalten Speisen gleichzeitig aromatisieren und dunkelgrün bis olivgrün einfärben.

Andere Farben lassen sich mit Gewürzen nicht erzielen; einige Gemüse können diese Lücke aber füllen. Für Grün nimmt man traditionell Spinat (der besser färbt als die meisten anderen Blätter), für Violett Auberginen, für Rot Tomaten und für ein Orange eignen sich auch Karotten. Italienische Köche benutzen manchmal die Tinte des Tintenfisches, um Nudeln (pasta) oder Reisspeisen (risotto) ungewöhnlich dunkel, fast schwarz zu färben. Ein sehr exotisches Färbemittel ist die getrocknete Cochenille-Laus, die eine sehr anziehende, rosarote Farbe abgibt (sosehr auch der Gebrauch eines Insektes in der Küche abschrecken mag); als Ersatz bietet sich die rote Rübe an.

Am schwierigsten ist das Blau mit natürlichen Mitteln zu erreichen; findige Köche haben verschiedene Blüten (etwa Borretsch) ausprobiert, aber abgesehen von der nur saisonalen Verfügbarkeit weist keine davon eine zufriedenstellende Färbekraft auf. Die besten Resultate erzielt man mit der südostasiatischen Schmetterlingswicke (Clitoria ternatea, Fabaceae), deren blaue Blüten vor allem in Thailand zum Färben von Desserts verwendet wurden, ehe synthetische Lebensmittelfarben populär wurden.



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