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Josef Hafellner's personal pages Teaching
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Terrestrische Großökosysteme -
Inhaltsübersicht Terrestrische
Großökosysteme Vorlesungsreihe für den
Bakkalaureat neu, vorgesehen für das 4. Semester Lehrinhalt: Die Klimazonen
der Erde und die zugehörigen wichtigen Großökosysteme Vorlesungsunterlagen,
Prüfungen, Vorlesungsunterlagen Mitschrift
Texte
der Pp-Folien auf :
http://www.uni-graz.at/~hafell/Ecosystems.htm Graphischen
Unterlagen: werden fallweise verteilt Illustrative
Fotos von Landschaften, Charakterarten, etc. nur in Vorlesung! Walter,
H. & Breckle, S. W. Vegetation und Klimazonen. Grundriss der globalen
Ökologie. 7. Aufl. ISBN 3-8252-0014-0 (UTB M14) ca. 30.- EUR Walter,
H. & Breckle, S. W. Ökologie der Erde. 4-bändig (UTB Große Reihe
bzw. Spektrum Akademischer Verlag in Elsevier) ISBN 3-8274-1540-3) ca.
160.- EUR Prüfungen schriftlich,
3 Termine pro Semester, jeweils zu Beginn, Mitte und Ende des Semesters Beurteilungsgrundlagen:
die schriftlichen Arbeiten Mit
sehr gutem Erfolg = mindestens 90% der erreichbaren Gesamtpunktezahl Mindestanforderungen
für positiven Abschluss = mindestens 50% der erreichbaren Gesamtpunktezahl Lehrbücher
zur Vorlesung Begriffsbestimmungen Vegetation:
Summe der Pflanzengemeinschaften Potentielle
Vegetation: V. unter Bedingungen des Großklimas Aktuelle
Vegetation: V. unter Bedingungen des Großklimas + Störungen (z.B. Nutzung
durch den Menschen) Unterschiede
erheblich, z.B. aktuelle Waldfläche nur ca. 50 % (= c. 1/3 der Landfläche)
der potentiellen (2/3 der Landfläche) Vegetationskunde
(zönologische Geobotanik) Ökosystem
– Biom – Biosphäre Geobiosphäre
– Hydrobiosphäre: beide verbunden über: Wassertransport
(samt der im Wasser gespeicherten Energie) Stofftransport Stoffverlust
der Geobiosphäre (Sedimente + diverse Ionen) Salzrücktransport
in die Geobiosphäre Weltwasserbilanz Beziehungen
zwischen Geo- und Hydrobiosphäre Der
globale Wasserkreislauf Weltwasserbilanz Gesamtwassermenge
auf der Erde 1,4
Mrd km3 Davon
sind: 97,4% Salzwasser 2% Eis 0,6%
Süßwasser flüssig (0,58 Grundwasser und 0,02% in Seen und Flüssen) 0,001%
Wasserdampf in der Atmosphäre
Wassermenge,
die jährlich im Umlauf ist ca.
500 000 km3 davon
18% auf dem Land Verdunstung
auf Meeresoberflächen 425
000 km3 > 1176 mm auf
die Meeresoberflächen fallen als Regen zurück 385
000 km3 von
den Meeren über die Landmassen verfrachtet
40 000 km3 > 110 mm zusätzlich
verdunsten von Landmassen 71 000 km3 > 480 mm
mittlerer
Jahresniederschlag auf dem Festland 111
000 km3 > 748 mm
(ausgewählte
Daten aus Baumgartner & Reichel 1975) Weltwasserbilanz
(2) Die Folgen der ungleichen Landverteilung Beide
Hemisphären mit unterschiedlich viel Landmasse (auf Nordhemisphäre ungefähr 2x so viel wie
auf Südhemisphäre) Folgen Auf
Nordhemisphäre deutlich höherer Abfluss von Süßwasser ins Meer (ca. 25 000 km3 – auf Südhemisphäre nur ca.
15 000 km3) Abfluss
des Überschusses in Richtung Südhemisphäre als marines Tiefenwasser Zum
Ausgleich Rücktransport von Wasserdampf über den Äquator hinweg unter
Mittransport von erheblichen Energiemengen (2520 x 106 kJ/a) in Form latenter
Wärme Konsequenzen Nordhemisphäre
deutlich wärmer als Südhemisphäre Asymmetrische
Lage der ITC (ca. 7° N in Frühling und Herbst) Die
globalen ökologischen Grundlagen für regionale Klimaunterschiede (1) Scheinbare
Sonnenwanderung zwischen den beiden Wendekreisen im Jahreslauf Einfallswinkel (und Farbe des Untergrundes) der
Sonnenstrahlen bestimmt, wieviel Energie reflektiert wird tägliche
Sonnenscheindauer verändert sich verursacht
saisonale Änderungen in der Oberflächentemperatur von Kontinentschollen und
Wasserkörper Erddrehung
(W-E!) verursacht Coriolis-Kräfte Jahreszeiten
und scheinbare Sonnenwanderung Sonnenscheindauer
und Energiebilanz Die
globalen ökologischen Grundlagen für regionale Klimaunterschiede (2) Regional
unterschiedliche Energiezufuhr und Erddrehung bewirken: Globale
Luftströmungen Unter
der Stratosphäre 3 große Zirkulationssysteme (Hadley-Z., Ferrel-Z., arktische
Z.) Teil
dieser Zirkulationssysteme sind konstante Windbänder auf beiden Hemisphären Passat-Winde
(NE, SE) Westwindbänder Globale
Meeresströmungen Primärer
Motor ist die sog. thermohaline Strömung Verursacht
durch Unterschiede in Wassertemperatur und Salzkonzentration Erzeugt
ein globales horizontal-vertikales Strömungsband Strömungen
des Oberflächenwassers +/-
horizontale Strömungskreise / pro Ozean, pro Hemisphäre, z.B.
Atlantik mit 2 Strömungskreisen: Golfstrom (w) und Kanarenstrom (k) sind Teil
des nordatlantischer Strömungskreises, Benguelastrom (k) und Brasilstrom (w)
sind Teil des südatlantischen S. Globale
Luftströmungen Globales
Verteilungsmuster der Wolkensysteme Globale
Meereströmungen Die
regionalen Auswirkungen der globalen Strömungen (1) Mit
Meeresströmungen von äquatornahen in polnahe Bereiche wird Wärme (Energie) in
äquatorferne Gebiete transportiert ermöglicht
z.B. Landwirtschaft in Gebieten hoher geographischer Breite für
Europa wichtig: Golfstrom als Teil des nordatlantischen Strömungskreises der
Nordatlantik ist die „Wetterküche“ für Europa, empfängt ganzjährig
Energiespende aus dem Golf von Mexiko das
Warmwasser begünstigt beim
Zusammentreffen mit polarer Kaltluft die Entwicklung von Zyklonen, die
in der Folge ostwärts ziehen (= Westwindband der Ferrel-Zirkulation) besonders
im Winterhalbjahr wirkt der relativ warme Nordatlantik und davon ausgehende
Fronten in Europa klimamildernd ähnliche
Verhältnisse in Ostasien und NW-Nordamerika (Japan bis Alaska) Die
regionalen Auswirkungen der globalen Strömungen (2) Mit
Meeresströmungen von Polnähe in Äquatornähe wird kaltes Wasser aus den
Polarmeeren in äquatornahe Gebiete transportiert das
kalte Wasser wirkt in Küstennähe in den Subtropen niederschlagshemmend verursacht
in Lagen niederer geographischer Breite die Ausbildung von Nebelwüsten im
küstennahen Hinterland (z.B. Namib, Atacama) Geologische
Vorgeschichte der Geobiosphäre Entstehung
der Kontinente – Plattentektonik (ursprünglich bezeichnet als
Kontinentalverschiebungs-theorie von Alfred Wegener 1915) Davor:
Kontinentschollen in Lage stabil („Permanenztheorie“) Plattentektonik Entwicklung
der Kontinente Die
Entstehung der rezenten Kontinentschollen Geologische
Vorgeschichte der Geobiosphäre (Forts.) Entstehung
der Kontinente – Plattentektonik Pangaea
– Laurasia und Gondwana – Tethys Pangaea
zerbricht ab Perm > Öffnung der Tethys, d.i. vor ca. 260-200 Mio a →
Eurasia + Gondwana Gondwana
zerbricht ab Jura, d.i. vor ca. 150 Mio a, in Kreidezeit schon komplett
zerbrochen Eurasia
zerbricht deutlich später, im Altteriär, d.i. vor ca. 60 Mio a rezente
Kontinente seit Jungtertiär, d.i. seit ca. 30 Mio a Besiedelung
des Festlandes ab dem Silur, d.i. vor ca. 430 Mio a Psilophytatae
= „Urfarnpflanzen“ (Cooksonia, Rhynia) > Ausbreitung und frühe Evolution
vieler Gruppen von Lebewesen bereits vor dem Zerbrechen der Urkontinente Auf
den Kontinentschollen dann +/– isolierte Entwicklung der Lebewesen Taxa
höherer Rangstufen definieren Florenreiche / Tierregionen / biogeographische
Reiche Psilophytatae Florenreiche
– als Folge der unterschiedlich langen, isolierten Entwicklung der
Kontinentschollen Holarktis Paläotropis Neotropis Capensis Australis Antarktis Holarktis Umgrenzung:
gesamte Extratropen der Nordhemisphäre Charakteristische
Taxa: Apiaceae, Betulaceae, Brassicaceae, Campanulaceae, Caryophyllaceae,
Primulaceae, Ranunculaceae, Rosaceae, Salicaceae, Saxifragaceae; Fagus,
Carex Taxa
der Holarktis (Beispiele) Paläotropis Umgrenzung:
Tropen der Alten Welt Charakteristische
Taxa: Annonaceae, Combretaceae, Dipterocarpaceae, Myristicaceae, Pandanaceae,
Sterculiaceae; Dracaena, Sansevieria Taxa
der Paläotropis (Beispiele) Neotropis Umgrenzung:
Tropen der Neuen Welt Charakteristische
Taxa: Bromeliaceae (Ausnahme: Pitcairnia feliciana – die
einzige Bromeliaceae Afrikas), Cactaceae (Ausnahme: Rhipsalis spec.
div. – die einzige Cactaceae-Gattung Afrikas), Tropaeolaceae; Agave, Yucca Taxa
der Neotropis (Beispiele) Rhipsalis – eine afrikanische Kaktusgattung Pantropisch
verbreitete Familien Einige
Familien äquatornah rund um den Erdball verbreitet Charakteristische Taxa: Araceae, Arecaceae,
Melastomataceae, Zingiberaceae Pantropisch
verbreitete Taxa (Beispiele) Pantropisch
verbreitete Taxa (Beispiele aus der Familie Melastomataceae) Capensis Umgrenzung:
Kapprovinz Charakteristische
Taxa: Bruniaceae, Proteaceae subfam. Proteoideae, Penaeaceae, Restionaceae
(ökologische Rolle ähnlich wie Cyperaceae); Pelargonium, Clivia,
Amaryllis, Freesia, Sparmannia, Zantedeschia Taxa
der Capensis (Beispiele) Australis Umgrenzung:
Australien Charakteristische
Taxa: Epacridaceae (ökologische Rolle ähnlich wie Ericaceae), Proteaceae
subfam. Banksioideae und Persoonioideae, Xanthorrhoeaceae; Myrtaceae
artenreich und mit einigen endemischen Genera (Eucalyptus, Melaleuca,
Callistemon) Taxa
der Australis (Beispiele) Antarktis Umgrenzung:
Antarktis und subantarktische Inseln, Südspitze von Südamerika und Neuseeland Charakteristische
Taxa: Azorella, Fuchsia, Nothofagus, Pringlea, Aristotelia,
Drimys, Gunnera Auf
antarkt. Festland nur zwei einheimische Blütenpflanzen: Deschampsia antarctica
(Poac.), Colobanthus quitensis (=C. crassifolius)
(Caryophyllac.) Taxa
der Antarktis (Beispiele) Ökologische
Gliederung der Geobiosphäre Prinzipien Faktoren,
die ein Ökosystem bestimmen, sind: abiotische
Faktoren: hauptsächlich Energiezufuhr, Klima, Verfügbarkeit von flüssigem
Wasser, Boden biotische
Faktoren, z.B. teilhabende Arten, Konkurrenz etc. Wetter
– Witterung – Klima Die
essentiellen Klimafaktoren für Landpflanzen (die Produzenten in der
Geobiosphäre) sind Temperatur, Niederschlag und Evapotranspiration Das
ökologische Klimadiagramm (nach Walter) eine
graphische Darstellung des Gesamtklimas beste
bekannte Möglichkeit, die ökologischen Verhältnisse in der Geobiosphäre einfach
zu beschreiben Das
öK ist also ein Hilfsmittel zur Charakterisierung der Lebensbedingungen an
einem bestimmten Ort Beispiel
eines Klimadiagramms Das
ökologische Klimadiagramm Was
wird eingetragen? Abszisse:
Monate beginnend mit Jänner bzw. Juli Ordinate:
Temperatur (1Tstr = 10 °C), Niederschlag (1Tstr = 20 mm) Merke:
Temperaturkurve ist die Ersatzkurve für die schwer zu ermittelnde
Evapotranspirationskurve Weitere
Details Ergebnis
ist ein Blockdiagramm = ö. K. sinnvolles
Achsenverhältnis 10 Monate ~ 100 mm Niederschlag Was
kann man herauslesen? Ökologisch besonders wichtig sind: Temperatur-
und Niederschlagsverlauf im Jahresgang Auftreten
von Kaltzeiten (Balken unter Abszisse bzw. Monatstemperaturmittel nahe oder
unter 0 °C) humide
(= mit Niederschlagsüberschuss) und aride (= mit Niederschlagsdefizit)
Perioden im Jahreslauf Klimadiagramm
- Erläuterungen Ökologische
Gliederung der Geobiosphäre (Forts.) Klimadiagrammtypen
I – IX 9
Grundtypen abstrahiert aus 1000en von Klimadiagrammen ergibt
global 9 Klimazonen (vgl. Schema und Landkarte) Walter
& Lieth erstellen einen Klimadiagramm-Weltatlas Grundprinzip:
Klima bedingt Boden, Boden und Klima bedingen Vegetation →
Geobiosphäre kann in 9 Ökozonen gegliedert werden Klimatypen
- Weltkarte Bodentypen
- Weltkarte Biomtypen
- Weltkarte Weitere
Begriffsbestimmungen Zonobiom:
Biome, die sich in einer Ökozone entwickeln Wir
unterscheiden 9 Zonobiome Zonoökotone:
sind die ökologischen Spannungsräume zwischen den Zonobiomen =
Übergangsgebiete mit steilen Klimagradienten Orobiome:
Biome der Gebirge Pedobiome:
sind Biome, die nicht über das zonale Klima sondern über spezielle
Bodenbedingungen bestimmt sind Biogeozön:
Basiseinheit eines Ökosystems B.
ist eine Pflanzen- und Tier- und Saprobengemeinschaft an einem Standort Synusie:
Teile eines Ökosystems ohne eigenen Stoffkreislauf, Konkurrenzgemeinschaften
innerhalb eines Ökosystems Orobiome Gebirge
mit speziellen Klimabedingungen Mit
vertikaler Klimagliederung Niederschläge
nehmen nach oben zu (Steigerungsregen), über der Wolkenschicht rasch ab Direkte
Sonnenstrahlung nimmt nach oben zu, die diffuse Strahlung ab > Sonn- und
Schattseiten mit markant unterschiedlichen Bedingungen im Tagesgang der
Temperatur bedingt
vertikale Vegetationsabfolge (= Höhenstufen) Grundschema
der Höhenstufen: planar – collin – montan – alpin – nival nummeriert
nach den Zonobiomen, aus denen sie sich erheben In
Gebirgen immer hohe Mutationsraten und lebhafte Artbildungsprozesse Pedobiome Pedobiome
sind Biome (Flächen in Ökozonen), auf denen die Vegetationsdecke (und damit
die Ökosysteme) in erster Linie nicht über das zonale Klima sondern über
azonale Bodenbedingungen bestimmt ist Benennung
nach dem wichtigsten edaphischen Faktor Wir
kennen Litho-, Hydro-, Helo-, Halo-, Peino-, Psammo- und Amphibiome Pedobiome
nehmen auf der Erde riesige Flächen ein! Manche
Ökozonen werden nicht von zonaler Vegetation (Zonobiome) sondern von
Pedobiomen dominiert (ZBII, ZBIII) Manche
Vegetationstypen sind immer Pedobiome (z.B. Mangroven, Moore,
Strandvegetation) Ökologische
Gliederung der Hydrobiosphäre Bedeutung
der Hydrobiosphäre -
Weltwasserbilanz -
Ökologische Auswirkungen der globalen Land- und Wassermassenverteilung -
hohe Produktivität und damit für Welternährung wichtig -
Meere sind der global wichtigster CO2-Fänger ( Puffer
gegen global warming!) Hydrobiomtypen -
Einteilung nach dem Ionengehalt (NaCl, NaCO3, CaCO3) -
Einteilung nach anderen Kriterien (z.B. Größe des Wasserkörpers,
Wasserbewegung) mit
Hydrobiosphäre beschäftigen sich eigene ökol. Wissenschaftszweige (z.B.
Marinbiologie, Limnologie) Weitere
Begriffsbestimmungen Vegetation
– Pflanzengesellschaften – Formationen Vegetation
ist die „Pflanzendecke" eines Gebietes In
Pflanzengesellschaften sind die Vegetationstypen über Charakterarten
definiert (Braun-Blanquet) In
Formationen sind von Pflanzen geprägte Landschaften über die
vorherrschende(n) Lebensform(en) definiert (Raunkiaer) Die
Raunkiaer´schen Lebensformen der Gefäßpflanzen Der
kurze Stoffkreislauf als Besonderheit terrestrischer Ökosysteme Prinzip:
→ Produzenten → Destruenten → Stoffkreislauf
über Mykorrhiza Mykorrhizapilze
mit Doppelfunktion zersetzen
Bestandesabfall versorgen
die Produzenten, mit denen sie in Symbiose leben, mit Nährstoffen Verschiedene
Mykorrhiza-Typen M.
von enormer Bedeutung in praktisch allen Landökosystemen (nicht nur in
Wäldern!) Mykorrhiza Der
kurze Stoffkreislauf als Besonderheit terrestrischer Ökosysteme Prinzip:
→ Produzenten → Destruenten → Stoffkreislauf
über Mykorrhiza Mykorrhizapilze
zersetzen Bestandesabfall und versorgen die Produzenten mit Nährstoffen Stoffkreislauf
über Feuer Feuer
als Ersatz für Destruenten Besonders
häufig in zeitweise trockenen Ökosystemen (z.B. Savannen des ZB II,
Hartlaubgehölze des ZB IV) Natürlichkeit
erkennbar am Vorhandensein von Pyrophyten Pyrhophyten
= an das Auftreten von Feuer angepasste Pflanzen, z. B.: Xanthorrhoea,
Eucalyptus, Banksia, Hakea; Protea Anpassungen
z. B: Lignituber, schlafende Knospen, Fruchtöffnung nach Feuereinwirkung Pyrophyten
(1) Buschfeuer Pyrophyten
(2) z.B. Eucalyptus Pyrophyten
(3) z.B. Banksia Pyrophyten
(4) z.B. Xanthorrhoea Pyrophyten
(4) z.B. Protea Beeinflussung
terrestrischer Ökosysteme durch Salz Alles
Salz, das wir auf dem Festland finden, stammt aus dem Meer (fossil in
Meeressediment / kristallin oder rezent) Hauptbestandteil
ist NaCl, leicht wasserlöslich Salzkreislauf Salz
wird durch Verwitterung ausgewaschen und über Flusssysteme abtransportiert An
Küsten wird Salz über Aerosole aufs Festland rückverfrachtet (108 t/a) und
die zerbrechenden Salzkrusten mit Winden weiter landeinwärts transportiert oder
Salzlager stammen aus erdgeschichtlichen Meerestransgressionen und späterem
Austrocknen der flachen Pfannen Beeinflussung
terrestrischer Ökosysteme durch Salz (2) Salze
für Pflanzen i.d.R. nur in geringer Konzentration notwendig Auswirkungen
hoher Salzkonzentration auf Gefäßpflanzen toxisch hohe
Konzentration in Boden behindert Wasseraufnahme in Pflanze Mögliche
Antworten von Gefäßpflanzen auf hoher Salzkonzentrationen Salztolerierende:
Arten, die höhere Salzkonzentationen aushalten Salzliebende
(Halophyten): Arten, die hohe Salzkonzentationen brauchen Salzbedarf
von Wirbeltieren wesentlich größer Ursache:
phylogenetische Vorfahren lebten in marinen Ökosystemen Blut
noch heute im osmotischen Wert dem Salzwasser ähnlich (vgl. „physiologische
Kochsalzlösung") Halophyten Weitere
ökologische Grundlagen Gesetz
der relativen Standortskonstanz und des Biotopwechsels (Walter & Walter
1953) Art
A besetzt unter klimatischen Bedingungen vx die ökologische Nische N Art
A wechselt unter klimatischen Bedingungen yz in Nische M, wo
Standortsbedingungen ähnlich wie in Nische N Damit
kann ein Biotopwechsel verbunden sein steht
u. U. in Verbindung mit extrazonaler Vegetation Ökotypen
versus Ökoklinen entlang von Gradienten Ökotypenreihen:
bei weit verbreiteten Arten, Reihen von Populationen mit genetisch fixierten
kleinen Unterschieden Ökoklinen:
graduelle Reihen von Populationen (oder Vegetationstypen) ohne scharfe
Grenzen Pinus
sylvestris: Beispiel einer Art mit zahlreichen Ökotypen Achillea millefolium: Beispiel einer Art mit ökoklinen
Populationen Zonobiom I Zonobiom
des äquatorialen, humiden Tageszeitenklimas mit immergrünem, tropischem
Regenwald Das
Klima im ZB I Tageszeitenklima:
Amplitude im Tagesgang größer als über das Jahr Temperatur kaum
Jahresgang (ca. 22-26°C) Tagesgang
(ca. 20-33°C) Niederschläge ganzjährig
hoch (>2000 mm) oft
als Regengüsse (Zenitalregen) Großteil
der Feuchte ist Evapotranspiration der Vegetation Mikroklima
im Bestandesinneren der Wälder deutlich anders als in freien Lagen Die
Verbreitung des ZB I Amazonas-Becken
und Teile Zentralamerikas Kongo-Becken,
küstennahes Westafrika, NE-Teil Madagaskars Südostasien
und Große Sundainseln Die
Böden des ZB I Böden
meist sehr alt (teilweise aus dem Tertiär) Hauptbestandteile
sind Sesquioxide (Al2O3, Fe2O3) Endprodukt
der Bodenbildung sind meist rotbraune Lehme (Ferralsole = ferralitische
Böden) Tropische
Ferralsole sauer
und extrem nährstoffarm Verwitterung
tiefgründig Meist
ohne deutliche Horizonte Floristische
Aspekte Floristische
Prägung der Regenwälder durch die Florenreiche, in denen sie liegen; einige
Familien jedoch artenreich in allen Regenwaldgebieten (z. B. Moraceae,
Meliaceae, Rubiaceae) Pflanzenfamilien
mit Regenwaldbäumen teilweise mit Sippenzentrum in nur einem der
Regenwaldgebiete In
Südamerika: z. B. Lecythidaceae In
Südostasien: z. B. Dipterocarpaceae Hohe
Biodiversität Im
Vergleich zu anderen Biomen enorme Diversität an Gehölzen (z.T. mit > 250
Baumarten pro ha) Auftreten
von Gehölzen in für uns ungewöhnlichen Familien (z. B. Violaceae, Rubiaceae) Rubiaceae
paläotropischer Regenwälder Lecythidaceae
neotropischer Regenwälder Dipterocarpaceae
paläotropischer Regenwälder Moraceae
tropischer Regenwälder Die
Vegetation im ZB I Vegetationskundliche
Aspekte Dominante
Lebensform ist der Baum > Baumschicht landschaftsprägend Weitere
Synusien Krautschicht Lianen Hemiepiphyten
und Würger (z.B. pantropisch aus Familie Moraceae, in Neotropis aus Familie
Clusiaceae) Epiphyten Epiphylle Die
Baumschicht im tropischen Regenwald Zahl
der Holzarten sehr hoch Baumformen:
der
typische Baum ist schlankstämmig mit kleiner, hoch ansitzender Krone viele
Gestalt- und Verzweigungstypen, teilweise mit Brett- oder Stelzwurzeln; meist
2-3 Kronenstrata, zusätzlich oft Emergenten Blattgestalten
vielfältig das
mittelgroße, derb-lederige, elliptische, immergrüne Blatt ist am häufigsten Schüttellaub Träufelspitzen Blühereignisse
für einzelne Arten oft synchronisiert Kauliflorie
– Kaulicarpie häufig, als Anpassung an große Bestäuber bzw. Fruchtfresser
(Fledermäuse, Säuger) Verjüngung
auf Lichtungen, Umstürzen von Bäumen als natürliche Störungen, für
Aufrechterhaltung der hohen Biodiversität essentiell Im
Kleinflugzeug über einem neotropischen Regenwald (Peru) Schichtung
eines Regenwaldes In
einem neotropischen Regenwald Ökophysiologische
Aspekte der Baumschicht In
den zentralen Tropen keine Jahreszeiten > Stämme im Querschnitt ohne
Jahresringe >
Alter der Bäume schwer zu schätzen, Durchschnittsalter vermutlich unter 200
Jahre In
den Vormittagsstunden oft niedrige relative Luftfeuchte > Das
typische Laubblatt eines Baumes des obersten Kronenstratums von mittlerer
Größe und ziemlich sklerophyll Konvergente
Blattgestalten in zahlreichen Familien Abweichende
Blattgestalten vor allem in unteren Kronenstrata Diversität
der Blattgestalten x Artenzahl (= Diversitätskoeffizient nach Vareschi) in
einem Waldplot gilt als Maß für Nischenreichtum / ökologischen Wert /
Ursprünglichkeit Baumschicht
(1): emergent trees Baumschicht
(2): Baumarchitektur Baumschicht
(3): Charakteristika des Laubes Baumschicht
(4): Blühereignisse Baumschicht
(5): Kauliflorie - Kaulicarpie Baumschicht
(6): Verjüngung Regenwaldtypen
des Tieflandes Tropischer
immergrüner Tieflandregenwald (Terra firme – Regenwald): auf permanent nicht
überfluteten Böden Sumpfwald Permanenter
Sumpfwald (igapo) Periodischer
Sumpfwald = Inundationswald (varzea) Heidewald
(in Sandgebieten, ein Pedobiom) Saisonregenwald
und tropischer halbimmergrüner Regenwald (in Tropenrandlagen, ZÖI/II) Bergregenwald
(lower montane rain forest): mit reichem Epiphytenbesatz Torfmoorwald:
in Lagunenlagen, selten (z.B. Neu Guinea) Terra
firme-Wald (Beispiele aus Bolivien und Guatemala) Terra
firme-Wald (Beispiele aus Borneo) Igapo
(Zentralamazonien) Varzea
(Zentralamazonien) Die
Krautschicht in einem tropischen Regenwald Lebensbedingungen Schwachlicht,
nur ca. 2% der Strahlung erreichen den Boden hohe
relative Luftfeuchtigkeit Kaum
Luftbewegung In
Strauch- und Krautschicht hauptsächlich Jungpflanzen der Baumschicht Anpassungen
bei Kräutern Buntblättrigkeit Guttation Krautschicht
in einem Regenwald Lianen
und Hemiepiphyten in einem tropischen Regenwald benützen
alle Bäume als Stützgerüst, um mit geringem Stoffeinsatz an mehr Licht zu
kommen Merkmale Biegsame
Sprosse, häufig anomales Dickenwachstum Leistungsfähige
Leitungssysteme Methoden
des Festhaltens Spreizklimmer
– Windepflanzen – Rankenpflanzen - Wurzelkletterer Ontogenie
eines Hemiepiphyten (z.B. Monstera) Ontogenie
eines „Würgers" als Sonderform eines Hemiepiphyten (z.B. Ficus, Clusia) Lianen
des Regenwaldes (1) Lianen
des Regenwaldes (2) Hemiepiphyten
des Regenwaldes Würger
des Regenwaldes Epiphyten
in einem tropischen Regenwald benützen
Bäume als Unterlage, ohne diese zu schädigen Artenreiche Organismengruppen: Farne, Orchidaceae,
Bromeliaceae, Peperomia Standortsbedingungen:
Lichtverhältnisse günstig, Wasser- und Nährstoffversorgung schwierig Morphologische
Anpassungen Wasserspeicherorgane,
Luftwurzeln, Saugschuppen, Trichterstellung von Blättern Physiologische
Anpassungen Viele
CAM-Pflanzen Epiphyten
des Regenwaldes Epiphylle
in einem tropischen Regenwald nutzen
die Oberflächen immergrüner Blätter als ökologische Nische Höchste
Diversität im Unterwuchs zahlreiche
Epiphylle unter den Lebermoosen, Algen und Flechten Merkmale Kleinformen
(Nanismus) rasche
Entwicklung von sexuellen Stadien oder asexuellen Diasporen Epiphylle
des Regenwaldes Die
Tierwelt in tropischen Regenwäldern Zoomasse
auffallend gering Keine
herdenbildenden Arten von Herbivoren Artenreich
sind Arthropoden, Amphibien, Reptilien, Vögel Hohe
räumliche und zeitliche Dispersität bei individuenarmen Gruppen Große
Vielfalt an Nischenstrukturen ermöglicht hohe Diversität Tiere
des Regenwaldes Ameisenpflanzen
und Ameisengärten Pflanzen
mit „Ameisenwohnungen" Ameisen
bauen Nester in Höhlungen der Wirtspflanzen (z.B. Cecropia, Tococa) Wirtspflanzen
werden von Ameisen gegen Fressfeine verteidigt Ameisengärten:
Pflanzen in Ameisennestern Ameisen
tragen Früchte und Samen bestimmter Arten in ihre Nester Nester
fungieren als Substratballen für neue Individuen dieser Gefäßpflanzen Ameisenpflanzen
- Ameisengärten Regenwaldproblematik Traditionelle
Nutzungsformen Wanderfeldbau
(shifting cultivation) in
Neotropis auch Kautschuk-Gewinnung (Hevea brasiliensis) Gründe
für die Abholzung der Regenwälder Brandrodung
zur Gewinnung von Weideflächen Holzgewinnung
für die Papierindustrie (Ostasien!) Gewinnung
von Edelhölzern Waldflächenverlust
in rezenter Zeit enorm Mit
fatalen Auswirkungen auf
das regionale Klima und ?Weltklima weil
ein Großteil der Niederschläge aus der Vegetationsdecke stammt auf
die Böden weil
der Großteil der Nährstoffe in der Vegetationsdecke gespeichert weil
ungeschützte Ferralsole durch Erosion und Denudation abgetragen werden Regenwaldproblematik
(1) Regenwaldproblematik
(2) Regenwaldproblematik
(3) Regenwaldproblematik
(4) Regenwaldproblematik
(5) Orobiom
I Höhenstufenabfolge
tropischer Gebirge: Höhenstufen
mit Waldvegetation zonaler
Wald des Tieflandes Bergregenwald ([sub- oder lower] montane rain
forest) Nebelwald (montane cloud forest – elfin forest –
selva nublada) Ericaceen-Buschzone (ericaceous woodland) Höhenstufen
ober der Baumgrenze (= Untergrenze der alpinen Stufe) Alpine
Stufe mit Paramo-Vegetation Nivalstufe Bergregenwald
(Beispiele aus Ecuador) Nebelwald
(Beispiele aus Puerto Rico) Ericaceen-Buschzone
(Beispiele aus Ecuador und Uganda) Paramo-Vegetation
(Beispiele aus Venezuela und Kenya) Orobiom
I (Fortsetzung) Das
Klima in der alpinen Stufe Tageszeitenklima
auch über der Waldgrenze über
ca. 4000 m Seehöhe permanent Frostwechseltage Böden
der Hochlagen ober
1500 m zunehmende Podsolierung und Ausbildung einer Humusschicht in
der alpinen Stufe Rohböden Orobiom
I (Fortsetzung) Die
Vegetation in der alpinen Stufe prägende
Lebensformen: Riesenrosettenstauden, Schopfbäume, teilweise mit
Wollkerzen-Blütenständen ansonsten
Lebensformen wie in anderen Gebirgen (z.B. Polsterpflanzen, Hemikryptophyten) Gebirge
des Orobioms I Südamerika:
nördl. Anden (Espeletia, Puya, Lupinus) Afrika:
Mt. Cameroon, Ruwenzori, Kilimanjaro, Mt. Kenya (Dendrosenecio, Lobelia) Ostasien:
Mt. Kinabalu (Borneo), Mt. Wilhelm u. a. (Neuguinea) (Anaphalis) Paramo-Vegetation:
Schopfbäume Paramo-Vegetation:
Schopfbäume mit Wollkerzen-Blütenständen Die
Polylepis-Wälder der Anden Die
Nivalstufe tropischer Gebirge (Chimporazo, Kilimanjaro)
Annex:
Zonoökoton I/II Mit
Entfernung vom Äquator: zunehmender Jahresgang im Temperaturverlauf Regenzeit
an Warmzeit gekoppelt Ökoklinen
in der Vegetation: tropischer immergrüner Regenwald (ZB I) – Saisonregenwald
(ZB I) – halbimmergrüner Wald (ZÖ I/II) – laubwerfender Wald (ZB II) Halbimmergrüner
Wald Bäume
des oberen Kronendaches: laubwerfend Bäume
des unteren Kronendaches: immergrün Halbimmergrüner
Wald (Beispiel: Bolivien)
Zonobiom II Zonobiom
der tropischen Sommerregengebiete mit laubwerfenden Wäldern Das
Klima im ZB II Temperaturverhältnisse leichter
Jahresgang erkennbar i.
d. R. frostfrei Niederschläge Wechsel
von humider und arider Periode humide
Zeit ist die Warmzeit Die
Verbreitung des ZB II Großteil
von Mittelamerika, Teile von Venezuela (Llanos), große Teile des
brasilianischen Schildes (Campos cerrados), große Teile von Uruguay und
Paraguay (Chaco-Gebiet) Afrika:
zwei breite Streifen N und S des Äquators Großteil
Indiens (mit Monsunklima) Nordaustralien Die
Böden des ZB II Zonale
Böden sind die Ausnahme Tiefgründige
Ferralsole ohne Hartschichten Azonale
Böden verbreitet Böden
mit Hartschichten Sesquioxide
fallen unter temporären Trockenzeitbedingungen in unterschiedlicher Bodentiefe
zu irreversiblen Hartschichten aus am
häufigsten als Ferricrete = hardpan (Hartschicht aus Eisenoxid) Massive
Auswirkungen auf Wasserhaushalt Staunässe
in Regenzeit - geringe Wasservorräte in Trockenzeit Wasserbilanz
hängt ab von der Tiefe, in der die Hartschicht liegt Bedeutung
azonaler Böden im ZB II erst in den 1980er Jahren erkannt Tinley
studiert 200 km langes Bodenprofil in Ostafrika T.
erkennt Zusammenhänge zwischen Bodentypen und Vegetationstypen Böden
des ZB II Böden
des ZB II – Auswirkungen auf den Wasserhaushalt (Beispiel: Llanos /
Venezuela) Floristische
Aspekte Floristische
Prägung durch die Florenreiche, in denen sich die Savannengebiete befinden,
z.B.: afrikanische
Savannen mit Acacia-Arten in der Baumschicht, Grasgattungen: Stipagrostis,
Aristida australische
Savannen mit Eucalyptus-Arten in der Baumschicht, Grasgattung: Heteropogon Oft
ähnliche Gestalttypen (z.B. Bäume mit Schirmkronen, horstbildende Gräser) Grasschicht
immer Poaceen-dominiert, andere grasartige Familien spielen kaum eine Rolle Die
Vegetation im ZB II Zonale
Vegetation: laubwerfende Wälder relativ
selten, weil zonale Böden selten Azonale
Vegetation: Savannen = Mischbestände aus Bäumen und Gräsern relativ
häufig, weil azonale Böden häufig im
ZB II ist die Savanne ein Pedobiom Merke
jedoch: im Zonoökoton II/III ist die Savanne der zonale Biomtyp! Zönologische
Aspekte der zonalen Vegetation im ZB II Der
zonale Vegetationstyp im ZB II ist der tropische, laubwerfende Wald Auslöser
für Laubwurf: Beginn der Trockenzeit, Vergilben der Blätter als Folge eines
Anstiegs der Zuckerkonzentration Auslöser
für Austrieb: erste Regengüsse der Regenzeit Bäume
mit relativ großen, dünnen Blättern z.B.
Miombo-Wälder in E-Afrika (Brachystegia spec.) Beispiel
für zonale Vegetation (ZB II): Miombo-Wälder Beispiel
für zonale Vegetation (ZB II): Miombo-Wälder Zönologische
Aspekte der azonalen Vegetation im ZB II Der
wichtigste azonale Vegetationstyp im ZB II ist die Savanne (seltener bei sehr
hoch liegender Hartschicht: Grasland) Savannen
werden von zwei dominanten Lebensformen geprägt: Phanerophyten:
Laubwerfende Bäume Hemikryptophyten:
Ausdauernde Gräser Gräser
bestimmen, wieviel Wasser für die Gehölze in der Trockenzeit übrig bleibt Zu
intensive Nutzung der Grasschicht lässt in Trockenzeit mehr Gehölze überleben
> fördert die Verbuschung! Die
Savanne als prägender Lebensraumtyp im ZB II Die
Ökologie der Savannen beruht auf Konkurrenz zwischen Gehölzen und Gräsern Grundlage
ist der sog. Gehölz – Gras – Antagonismus Unterschiede
im Wurzelsystem Wurzelsystem
Gehölz: locker, große Bodenvolumina durchwurzelnd Wurzelsystem
Gras: dicht, kleine Bodenvolumina durchwurzelnd Unterschiede im Wasserhaushalt Gehölze:
brauchen auch in Trockenzeit etwas Wasser, weil die Zweigachsen etwas
transpirieren Gräser:
brauchen in Trockenzeit kein Wasser; transpirieren in Regenzeit voll,
vertrocknen in Trockenzeit bis auf Wurzelstockzentren Die
Struktur einer Savanne Savanne
als prägender Lebensraumtyp im ZB II (2) Zusammenhänge
zeigt die Ökokline entlang des Niederschlagsgradienten von ZB III –
Zonoökoton II/III – Zonobiom II (Folie!) Savannentypen Klimatische
Savannen (ZÖ II/III) Edaphisch
bedingte Savannen S.
auf Böden mit Stauschichten (im Bereich von ZB II, auch fossil in ZBI!) S.
auf zur Regenzeit staunassen Böden (Palmsavannen) S.
auf extrem nährstoffarmen Böden (z.B. über Quarzitsanden) Durch
andere Ursachen bedingte Savannen Durch
Feuereinfluss entstandene S. Zoogene
S. durch
Degradation von Wald bei hoher Wilddichte Termitensavannen Anthropogene
S. Die
Llanos Lage:
unteres Orinoco-Becken (Venezuela, Kolumbien) Klima:
Regenmengen wären für tropischen laubwerfenden Wald ausreichend Böden:
mit Arecife Vegetation:
Savannen
mit immergrünen Gehölzen (z.B. Curatella americana) und Grasland Matas
auf Stellen mit tiefgründigem Boden Grasland
auf Stellen mit hochliegender Arecife Curatella americana-Savanne in
Venezuela Die Campos cerrados Lage:
Südbrasilien Klima:
Regenmengen wären für halbimmergrünen Wald ausreichend Böden:
extrem nährstoffarm (Peinobiom), ohne Stauschicht! Vegetation:
Savannen mit immergrünen (!) Gehölzen und Grasland Feuer
als Destruentenersatz in Savannen (Beispiel: Cerradao in Brasilien) Die
Vegetation des Chaco-Gebietes Lage:
flache Tafel im Grenzgebiet zwischen Uruguay, Paraguay und N-Argentinien Klima:
Überschwemmungen in Regenzeit Böden:
in Regenzeit staunaß Vegetation:
Parklandschaft oder Palmsavannen Palmsavanne
in Brasilien Orobiom
II - Anden Höhenstufen
mit Waldvegetation In
Montanstufe Abschwächung der Aridität: immergrüne Wälder und Nebelwälder (wie
OB I) Höhenstufen
ober der Baumgrenze Alpine
Stufe mit Puna-Vegetation Mit
markantem Jahresgang in Temperatur und Niederschlag Östliche(!)
Randkette relativ feucht: viele Polsterpflanzen (z.B. Plantago rigida) Nach
W zu immer trockener: mit Horstgräsern (Festuca orthophylla, Stipa ichu) Lebensraum
der Neuweltkamele Nivalstufe
Bergwald
des Orobiom II (z.B. Bolivien) Bergwald
des Orobiom II (z.B. Bolivien) Waldgrenze
des Orobiom II (z.B. Bolivien) Alpine
Stufe des Orobiom II – Puna (z.B. Chile) Alpine
Stufe des Orobiom II – Puna (z.B. Peru) Alpine
Stufe des Orobiom II – Puna (z.B. Bolivien) Alpine
Stufe des Orobiom II – Puna (z.B. Bolivien) Nivale Stufe des Orobiom II
(z.B.Peru) Die
afrikanischen Savannen Lage:
breite Streifen N und S des Äquators Klima:
meist typisch, in E-Afrika mit zwei Regenzeiten Böden:
mit unterschiedlich tief liegender Eisenoxidkruste als Stauschicht Vegetation:
Savannen (mit Acacia-Arten) oder Grasland (Stipagrostis, Aristida) Acacia
tortilis (Mimosaceae) Die
Tierwelt der Savannen Böden
im Umfeld der großen Vulkane relativ nährstoffreich Ermöglichen
enorme Zoomasse (höchste Zoomassen aller Landökosysteme ), vor allem durch
herdenbildende Pflanzenfresser (Konsumenten I) Großkatzen
und Hyänen als Konsumenten II Elefanten
(Konsumenten I) ohne natürliche Feinde mit
beachtlicher vegetationszerstörender Wirkung bei
zu hoher Individuenzahl > zoogenes Grasland Termiten
als wichtigste Destruentengruppe mit
großer Bedeutung für Holzabbau und Bodenbildung allenfalls
Entstehung von Termitensavannen Der
Einfluß der Tierwelt auf die Vegetation Nischenbildung
zwischen Pflanzenfressern: Grasfresser
– Laubfresser – Indifferente Nutzung
verschiedener Strata (auch innerhalb der Grasschicht!) Herdenzug
– Weideschritt als Grundlage für Aufrechterhaltung der Produktivität Vegetationszerstörung
durch Elefanten kann problematische Formen annehmen (Umsiedelung oder
kontrollierter Abschuss) Nahrungsketten
und zahlreiche ökologische Interferenzen zwischen Tier- und Pflanzenwelt Die
Tierwelt der Savannen (1): Pflanzenfresser Die
Tierwelt der Savannen (2): Pflanzenfresser Die
Tierwelt der Savannen (3): Fleischfresser Savannen
Vorderindiens Klima
mit starkem Monsuneinfluß Gebiete
mit hohen Bevölkerungsdichten Natürliche
Vegetation großflächig zerstört Himalaya:
ein multizonal-interzonales Orobiom (1) An
Südflanke eine Abfolge mit Waldstufen unter starkem Monsuneinfluss (OBII) Trockener
Dipterocarpaceenwald Koniferen-Eichenwald
bzw. immergrüner Laubwald Unterer
Nebelwald: mit Eichen und Lauraceen Oberer
Nebelwald: mit Tannen und Rhododendron (z.T. hochwüchsige Arten) Alpine
Matten mit Polsterpflanzen Himalaya
– trockener Dipterocarpaceenwald Himalaya
– Föhrenwald Himalaya
– unterer Nebelwald Himalaya
– Oberer Nebelwald Himalaya
– alpine Mattenstufe Himalaya
– alpine Mattenstufe Himalaya
– alpine Mattenstufe Himalaya
– alpine Mattenstufe Himalaya
– subnivale Stufe Savannen
Nordaustraliens Klima
mit starkem Monsuneinfluß Immergrüne
Eucalyptus-Arten als Gehölze Dominante
Grasart: Heteropogon contortus Känguruhs
als autochthones Großwild (Pflanzenfresser = Konsumenten I) eingeführt
und verwildert: Kamele, Kaninchen (Pflanzenfresser = Konsumenten I) Dingos
als Fleischfresser (Konsumenten II) Destruenten:
Termitenbauten häufig Savannen
Nordaustraliens Feuer
als Destruentenersatz in Savannen Australiens Mangroven
– ein Pedobiom im ZB I und ZB II Immergrüne
Wälder im Gezeitenbereich Beispiel
einer ausgedehnten Mangrove Bestandesstruktur
einer Mangrove Ökologische
Vorbedingungen zur Ausbildung von Mangroven Großklima
ZB I oder ZB II Flachküsten Keine
kalten Meeresströmungen Verbreitung
der Mangroven An
Flachküsten der Tropen und Subtropen An
Flussmündungen (im Mündungsdelta) auch etwas landeinwärts, sofern noch unter
Brackwassereinfluss Die
Verbreitung und Diversität von Mangroven Zonierung
von Mangroven Zonierung
im ZB I: landeinwärts allmählicher Übergang in Regenwald Zonierung
im ZB II: landeinwärts ein vegetationsloser Streifen, dahinter abrupt
Savannenvegetation Gründe
dafür sind: unterschiedliche Gradienten in der Salzkonzentration an
Küsten im ZB I landeinwärts Abnahme der Salzkonzentration an
Küsten im ZB II landeinwärts Zunahme der Salzkonzentration bis zum Rand der
bei Flut von Meerwasser bedeckten Zone Floristische
und morphologische Aspekte Wichtige
Mangroven: Avicenniaceae:
Avicennia Rhizophoraceae: Rhizophora, Bruguiera,
Ceriops u.a.
(Euphorbiaceae, etc.) Am
artenreichsten in Südostasien Morphologisch-anatomische
und ontogenetische Besonderheiten von Mangrovenbäumen Blätter
oft leicht sukkulent Wurzelsysteme
mit Durchlüftungsgewebe Pneumatophoren,
Kniewurzeln und Stelzwurzeln (Atemwurzeln) Viviparie,
Keimling auf Mutterpflanze jedenfalls noch salzfrei Wurzelsysteme
von Mangrovenbäumen Viviparie
bei Mangrovenbäumen Ökophysiologische
Aspekte Meerwasser
mit hohem osmotischen Druck, Mangroven müssen diesen überwinden durch
noch höhere Salzkonzentration im Vegetationskörper durch
aktive (Energie verbrauchende) Wasseraufnahme über Ultrafilter Salzhaushalt
das ökophysiologisch größte Problem für Mangrovenbäume Salt
excluders Salt
secretors Pneumatophoren
von Mangrovenbäumen im natürlichen Milieu im Tagesgang (z.B. Avicennia) Salz-Sekretion
auf Rhizophora-Blättern Biome
des Zonoökotons II/III Übergangsbereich
zwischen tropisch-subtropischem, humido-aridem und aridem Klima mit
klimatischen Savannen Ökologische
Bedingungen und Auswirkungen auf die Vegetationsdecke Niederschläge:
Abnahme in Menge und Regelmäßigkeit (Regenperiode wird immer kürzer) Auswirkungen
auf die Vegetation: abnehmende
Vegetationsdichte unter
den Gehölze: vermehrtes Auftreten von Stammsukkulenten unter
den Gräsern: teilweiser Ersatz von ausdauernden Gräsern durch einjährige Große
Zonoökoton II/III - Gebiete Südwestafrika
(inkl. Kalahari) Sahelzone Südwestmadagaskar Socotra
– Yemen – Somalia Nordostbrasilien
(Caatinga) u.
a. Kalahari Sahelzone
(z.B. Senegal) SW-Madagaskar (1) SW-Madagaskar (2) Socotra Caatinga in NE-Brasilien Über
die Grenzen der ökologischen Belastbarkeit des Zonoökotons II/III – am
Beispiel der Sahelzone Lage:
am Südrand der Sahara („Küste des Sandmeeres“) Überschneidungsgebiet
zwischen Stämmen ansässiger Ackerbauern und nomadischer Viehzüchter Überweidung
der therophytenreichen Grasnarbe bewirkt Verbuschung (!) der Weidegebiete Abhieb
der Buschbestände (z.B. als Brennmaterial) Zurück
bleibt „man made desert“ Verbuschung
durch Überweidung (Senegal) Zonobiom
III Zonobiom
der subtropischen ariden Gebiete mit Wüsten Das
Klima im ZB III Temperaturverhältnisse:
deutlicher Jahresgang, in der Regel frostfrei Niederschläge:
Jahresniederschläge 0 – ca. 250 mm Ergibt
ganzjährig aride Klimaverhältnisse In
Wüstenzonen fallen nur Regen, wenn feuchte Luftmassen aus Nachbarzonen
einströmen Mehrere
Subzonobiome je nach Verteilung der Niederschläge im Jahreslauf Die
Subzonobiome des ZB III SZB
mit Winterregen: z. B. Nordsahara SZB
mit Sommerregen: z. B. Südsahara, innere Namib SZB
mit Sommer- und Winterregen: z. B. Sonora SZB
praktisch ohne Regen aber mit nässenden Nebeln: z. B. äußere Namib, Atacama SZB
mit sporadischen, sehr unregelmäigen Regen: z. B. Australische Wüste SZB
ohne Regen: z. B. Zentralsahara Globale
Luftströmungen und ihre Bedeutung für die Lage der subtropischen Wüstengürtel Globale
Luftströmungssysteme Hadley-Zirkulation Ferrel-Zirkulation Polare
Zirkulation Hadley-Zirkulation
bestimmt Lage der Wüstengürtel Absinkende
Luftmassen mit wolkenauflösender Wirkung Klimagürtel
verlagern sich jahreszeitlich um 8-15° zum jeweiligen Sommerpol Lage
der ITC asymmetrisch (im Frühling und Herbst bei 6°N, im Jänner bei 0°, im
Juli bei 15°N) Hadley-Zirkulation Die
Verbreitung des ZB III Afrika:
Sahara, Namib, Karoo Asien:
Sinai, Arabische Wüste Nordamerika:
Sonora Südamerika:
Peruanisch-chilenische Wüste (Atacama) Australien:
das Innere des Kontinentes Beachte:
weitere Wüstengebiete im ZB VII („winterkalte Wüsten“) Die
Böden des ZB III Vorwiegend
Rohböden aus Verwitterungsprodukten
der Gesteine (Lithosole) >
In subtropischen Wüsten praktisch nur Pedobiome Kornsortierung
durch Wind oder sporadische Wassermassen Wasser
und Boden Gesetzmäßiger
Zusammenhang zwischen Niederschlagsmenge, Wassergehalt und Korngröße Feldkapazität
und Haftwasser korngrößenabhängig Kurve
der Feldkapazität ist keine Gerade, Haftwasserkurve ist eine Gerade, daher
unter subtropischen Bedingungen: Lehmböden
sind sehr günstig für Gefäßpflanzen, besonders Lehmfüllungen von Steinböden Tonböden
sind extrem ungünstig, oft auch mit hohen Salzkonzentrationen Ränder
von Dünenfeldern sind in Wüsten relativ günstige Standorte Verhalten
eines Tonbodens beim Austrocknen Die
Biogeozönkomplexe der subtropischen Wüsten In
allen subtropischen Wüsten der Erde identische Biogeozönkomplexe, Floren
unterschiedlich Steinwüste
(Hamada) Kieswüste
(Serir, Reg) Sandwüste
(Erg, Areg) Trockental (Wadi, Qued, Riviere, Wash, Arroyo) Tonwüste (Daya) Salzwüste (Schott, Sebkha) Oase Biogeozöntyp
der Steinwüste Biogeozöntyp
der Kieswüste Biogeozöntyp
der Sandwüste Biogeozöntyp
des Trockentales Biogeozöntyp
der Tonwüste (z.B. Racetrack Playa im Death Valley) Biogeozöntyp
der Salzwüste (z.B. Schott el Djerid) Biogeozöntyp
der Oase Wasserversorgung
von Wüstenpflanzen Trockenheit
verleitet zur Ansicht, dass alle Pflanzen der subtropischen Wüsten eine
physiologische Dürreresistenz besitzen Für
die meisten Ökosystemen gilt: Vegetationsdichte
beschrieben durch LAI (leaf area index)(= transpirierende Oberfläche [m2] :
Bodenoberfläche [m2]) Regenmenge
: Vegetationsdichte = +/- konstant linearer
Zusammenhang > Wasserversorgung in Bezug auf die Einheit der
transpirierenden Fläche in ariden und humiden Gebieten gleich (Ausnahme: in
perhumiden Klimaten kein linearer Zusamenhang!) >
je größer die Aridität desto
kleiner die Blätter desto
niedriger die Pflanzen größer
der Abstand zwischen den Pflanzen daraus
folgt: Wasserversorgung der einzelnen Wüstenpflanzen oft gar nicht so
schlecht Ökologische
Typen von Wüstenpflanzen (1) Ohne
Anpassungen Ephemere
(Therophyten) Ephemeroide
(Zwiebelpflanzen) [Pflanzen
der Oasen] Phreatophyten:
Wurzelsystem mit Grundwasserkontakt Poikilohydre
Pflanzen: austrocknungsresistente Pflanzen, während Trockenperiode im Zustand
latenten Lebens (Cyanobakterien, Flechten, wenige Gefäßpflanzen) Halophyten:
mit Salzresistenz manchmal
auch mit salzinduzierter Dickfleischigkeit brauchen
hohe osmotische Werte in Pflanzenorganen Ökologische
Typen von Wüstenpflanzen (2) Xerophyten:
mit morphologisch-physiologischen Anpassungen an das Wüstenklima Malakophylle
Xerophyten Mit
relativ großen Blättern Keine Einschränkung der Transpiration bei
Wasserstress > Blätter vertrocken Nur
in gemäßigten Wüsten, auch in ZB IV häufig Sklerophylle
Xerophyten Mit
immergrünen, derben, relativ kleinen Blättern, In
Wüsten meist auch Phreatophyten, auch in ZB IV häufig Stenohydre
Xerophyten Mit
kleinen saisonalen Blättern Einschränkung
der Transpiration bei Wasserstress durch Schluss der Spaltöffnungen >
Blätter vergilben („verhungern“) extreme
Wüstenpflanzen Ökologische
Typen von Wüstenpflanzen (3) Rutensträucher mit
kleinen Blättern, die andauernder Trockenheit abgeworfen werden Zweige
übernehmen erheblichen Anteil an Assimilation Sukkulente:
sind Sondertypen von Xerophyten mit
Wasserspeichergeweben in versch. Organen Stamm-,
Blatt-, Wurzelsukkulente besonders
erfolgreich der „Kaktus-Habitus“ Cactaceae,
Euphorbiaceae, Asclepiadaceae, ... ermöglicht
Volumsänderung ohne Oberflächenänderung oft
auch CAM-Pflanzen (zeitliche Trennung von CO2-Aufnahme und Zuckerbildung) zahlreich
in den den amerikanischen Wüsten und in der südafrikanischen Karoo Therophyten
in Wüsten Zwiebelpflanzen
in Wüsten Pflanzen
in Oasen Phreatophyten
in Wüsten Poikilohydre
Pflanzen in Wüsten Halophyten
in Wüsten Malakophylle
X. in Wüsten Sklerophylle
X. in Wüsten Stenohydre
X. in Wüsten Rutensträucher
in Wüsten Sukkulenten
in Wüsten (1) Sukkulenten
in Wüsten (2) Sahara
(1) Ausmaße:
ca. 9 Mio km2, größte Wüste der Erde mehrere
durch Schwellen getrennte Beckenlandschaften Klimatische
Besonderheiten Nordrand
mit Winterregen Südrand
mit Sommerregen Zentralsahara
mit sehr sporadischen Regen an den Berghängen Verhältnisse
im Pleistozän wie in ZB II (Felszeichnungen in den Gebirgen der Sahara!) Landschaften
der Sahara Landschaften
der Sahara Petroglyphen
aus Tibesti- und Tassili -Gebirge Sahara
(2) Quer
durch Sahara verläuft die Grenze zwischen den Florenreichen Holarktis und
Paläotropis > nördliche
Sahara geprägt durch holarktische Florenelemente: z.B. Astragalus, Plantago,
Salsola südliche
Sahara geprägt durch paläotropische Florenelemente: z.B. Acacia, Eragrostis,
Cleome relativ
artenarm, gut vertreten sind Chenopodiaceae, Brassicaceae, Zygophyllaceae Auf
Sand in den Wüstenrandgebieten große Grasfluren z.B. Stipa tenacissima, Lygos
retam In
Wadis regelmäßig auch Strauchgattungen, z.B. Ziziphus lotus, Tamarix-Arten Viele
Arten mit Salzresistenz: Halocnemum strobilaceum, Atriplex mollis,
Zygophyllum album Florenelemente
der Sahara Gräser
der Sahara Sträucher
der Sahara Salzpflanzen
der Sahara Sahara
(3): Orobiome der Sahara Im
NW in Randlage zu ZB IV mehrere parallele Kettengebirge (Atlas, Antiatlas,
Rif) In
der Zentralsahara 2 Gebirgsgruppen vulkanischen Ursprungs: Hoggar, Tibesti Höhenstufen:
Wüste
mit Acacia, Tamarix und Panicum (bis ca. 1700 m) Therophyten-Wüste
mit Nerium in Rinnen (ca. 2000 m) Aristida-Artemisia-Halbwüste
mit Olea an Reliktstandorten (ca. 2500 m) In
den Hochlagen also mehrere mediterrane Florenelemente, z. B. Olea laperinii,
Nerium oleander Gebirge
der Sahara: Hoggar Gebirge
der Sahara: Hoggar Gebirge
der Sahara: Hoggar Gebirge
der Sahara: Hoggar Namib
Ausmaße Ein
Küstenstreifen vom Oranje-River nordwärts bis nach Angola hinein Klimatische
Besonderheiten Äußere
Namib: regenlos, mit regelmäßigen Nebeln, die sich über dem kalten Meer bilden
und am Tag, wenn sich das Festland erwärmt, landeinwärts ziehen Innere
Namib: mit Sommerregen (Übergang zu ZÖII/III) Floristische
Besonderheiten: Mehrere
reliktäre Gefäßpflanzen: Welwitschia mirabilis (Gnetatae), Myrothamnus
flabellifolia (poikilohydr. Rosaceae) Auf
küstennahen Hügeln unter Nebeleinfluss: Kryptogamengesellschaften Namib:
Küstennebel Landschaften
der Namib Landschaften
der Namib Namib:
lichen fields (Teloschistes capensis) Namib:
Standorte mit Welwitschia mirabilis Namib:
Standorte mit Myrothamnus flabellifolia Karoo
Ausmaße:
südlich von Oranje-River (im Norden der Kapprovinz) Klimatische
Besonderheiten: mit zwei „Regenzeiten“ etwas
Sommerregen (Ausläufer von Fronten aus ZB II) etwas
Winterregen (Ausläufer von Fronten aus ZB IV) Floristische
Besonderheiten: Viele Sukkulente einige
Pflanzen mit Flaschenbaumhabitus, z. B. Pachypodium – (Apocanac.), Aloe) „Lebende
Steine“ der Gattung Lithops (Aizoac.) Karoo:
Arten mit Flaschenbaumhabitus „Lebende
Steine“ der Karoo (Lithops sp., Aizoaceae) Sonora Ausmaße:
Großteil Arizonas, NW von Mexico Klimatische
Besonderheiten: mit zwei „Regenzeiten“ Etwas
Winterregen (Ausläufer von Fronten aus ZB IV) etwas
Sommerregen (Ausläufer von Fronten aus ZB II) Küstennah
auch mit Nebeln Eine
gemäßigte Wüste mit ansehnlicher Vegetationsdecke Floristische
Besonderheiten Mehrere
Säulenkakteen: Carnegia, Pachycereus Viele
Kleinkakteen: Opuntia sect. Cylindropuntia Rutensträucher:
Fouquieria (Fouqueriac.), Cercidium (Fabac.) Andere:
Jatropha (Euphorbiac.), Larrea tridentata (Zygophyllac.), Encelia farinosa
(Asterac.) Landschaften
der Sonora Säulenkakteen
der Sonora Kakteen
der Sonora II Sträucher
der Sonora (1) Sträucher
der Sonora (2) Orobiome
der Sonora Mehrere
sich abrupt aus der Ebene erhebende Gebirge (z.B. San Francisco Peaks,
Chihuahua Mts, Catalina Mts) Höhenstufen Trockengebüsch
(desert scrub) Immergrüne
Strauchstufe (chapparal) Immergrüne
Eichenwaldstufe (encinal) Kiefernwaldstufe
Fichten-Tannenstufe Alpine
Stufe mit dominanten Polsterpflanzen Gebirge
der Sonora: z.B. Catalina Mts Höhenstufe:
desert scrub Höhenstufe:
chaparral Höhenstufe:
encinal Höhenstufe:
pine forest Höhenstufe:
spruce forest Höhenstufe:
tree limit and alpine zone Peruanisch-chilenische
Wüste (Atacama) Ausmaße:
Küstenstreifen von Nordchile bis Peru unter
Einfluß des kalten Humboldt-Stromes Klimatische
Besonderheiten: regenlos, mit regelmäßigen Nebeln (Garua) [ähnlich wie äußere
Namib] Floristische
und vegetationskundliche Besonderheiten Kakteenreiche
Nebeloasen Loma-Vegetation Landschaften
der Atacama Landschaften
der Atacama Landschaften
der Atacama: Loma Vegetation Landschaften
der Atacama: Kakteen-Loma Orobiom
III Anden-Westabhänge Höhenstufenabfolge
bis
300 m: vegetationslose Sandwüste bis
600 m: Loma-Formation bis
1400 m: Trockenstufe mit großen Säulenkakteen (z.B. Browningia) und
strauchiger Begleitflora bis
2400 m: Trockenstufe mit kleinen Kakteen und sukkulenten Sträuchern bis
3000 m: warme Sommerregenstufe mit Kakteen und sommergrünen Gehölzen bis
3800 m: kalte Sommerregenstufe mit immergrünen Sträuchern bis
4500 m: sommergrüne Gräserpuna Orobiom
III: Anden-Westabhänge Orobiom
III: Anden-Westabhänge Orobiom
III: Anden-Westabhänge Orobiom
III: Anden-Westabhänge Trockengebiete
Australiens Ausmaße:
Großteil Zentralaustraliens abflusslose
Tafel mit eintönigem Relief ausgelaugte
Böden (Phosphor-Armut!) Klimatische
Besonderheiten keine
klimatische Wüste, direktes Übergangsgebiet von ZÖ II/III in ZÖ III/IV sehr
unregelmäßige Regenereignisse zu jeder Jahreszeit 3
prägende Vegetationstypen Saltbush
(Atriplex vesicaria) und Bluebush (Maireana sedifolia = Kochia s.) : eine
Chenopodiaceen-Halbwüste Mulga:
offene Strauchbestände (Acacia aneura) Spinifex:
Bestände von Igelgräsern (Triodia, Plectrachne) Landschaften
der australischen Trockengebiete Landschaften
der australischen Trockengebiete Vegetationstypen
der australischen Trockengebiete: Bluebush (Maireana sedifolia) Vegetationstypen
der australischen Trockengebiete: Mulga Vegetationstypen
der australischen Trockengebiete: Spinifex Zonobiom
IV Mediterrane
Gebiete mit Winterregen und arider Sommerzeit, geprägt durch Hartlaubgehölze Das
Klima im ZB IV Temperaturverhältnisse:
deutlicher Jahresgang (Wintermittel 7 – 13°, Sommermittel bis über 25°C) im
Sommer im Bereich des subtropischen Hochdruckgürtels, im Winter im Bereich
der polnahen Störungszonen Niederschläge:
Niederschlagssummen ca. 500 – 1000 mm/a Wechsel
von humider und arider Periode humide
Zeit ist die kühle Jahreszeit junger
Klimatyp, entsteht im Pleistozän synchron mit polaren Eiskappen Die
Verbreitung des ZB IV kleinflächig,
an den Westseiten der Kontinente Europäisch-nordafrikanisches
Mediterrangebiet Nordamerika:
Kalifornien Südamerika:
Mittelchile Südafrika:
Kapprovinz Australien:
küstennahe Teile West- und Südaustraliens Die
Böden des ZB IV Zonaler
Boden: trockener, brauner Waldboden (= mediterrane, braune Walderde) Verbreiteter
azonaler Boden in Biomgruppe Europa/Nordafrika: Terra rossa Über
Kalkgestein B-Horizont
mit hoher Feldkapazität Ein
Paläosol aus dem Tertiär, entstanden in warmem Sommerregenklima In
den anderen Biomgruppen auch andere Bodentypen Die
Produzenten im ZB IV– prägende Lebensformen und Beispiele sklerophylle
Xerophyten (= Hartlaubgehölze): z.B. Ölbaum (Olea europaea), Steineiche
(Quercus ilex), Erdbeerbaum (Arbutus unedo) malakophylle
Sträucher und Halbsträucher: z.B. Zistrosen (Cistus albidus), Echter Salbei
(Salvia officinalis) Ephemere
(Therophyten): z.B. Barthafer (Avena barbata) und andere Gräser, viele
„Unkräuter“ Ephemeroide
(Knollen- und Zwiebelpflanzen): z.B. Afodil (Asphodelus aestivus), viele
Orchideen Floristische
Prägung durch die Florenreiche (4!) > große floristische
Unterschiede zwischen den Biomgruppen Mediterrane
Hartlaubgehölze Mediterrane
malakophylle Sträucher Mediterrane
Therophyten Mediterrane
Zwiebel- und Knollenpflanzen Europäisch-nordafrikanisches
Mediterrangebiet Zonale
Vegetation: Gesellschaften des Oleo-Ceratonion jedoch
nur schmale Streifen, da keine großen Tieflandebenen, deshalb lange nicht als
zonale Vegetation erkannt Wildvorkommen
von Olea europaea und Ceratonia
siliqua selten erkennbar
an Kulturen derselben bzw. anderen Zeigerpflanzen (z. B. Chamaerops humilis,
Euphorbia dendroides) Steineichenwald
(Quercetum ilicis) fälschlicherweise
lange für die zonale Vegetation gehalten ist
jedoch die Klimaxvegetation der mediterranen Hügelstufe (mesomediterrane St.)
= Höhenstufe der immergrünen Eichenwälder (Q. ilex, Q. suber) Zonale
mediterrane Gehölze Zeigerpflanzen
für thermomediterrane Stufe Mediterrane
immergrüne Eichenwälder Anthropogene
Einflüsse auf die mediterrane Vegetation Gebiet
um Mittelmeer ein lange genutzter Siedlungsraum Mediterrangebiet
ist Gebiet der antiken Hochkulturen Vorbedingungen
für ihre Entwicklung Zucht
von Getreide Wissen
um Wasserbevorratung Vegetationsentwicklung
in historischer Zeit (seit ca. 3000 Jahren) geprägt von großflächiger
Vegetationszerstörung z.B. Abholzung der Wälder für Siedlungs- und
Schiffbau, sowie Schaffung von Kultur- und Weideflächen Steineichenwald
hat charakteristische Degenerations- bzw. Regenerationsstadien Macchie:
geschlossene Strauchbestände Garrigue
(Phrygana): offene Triften Mediterrane
Kulturlandschaften (1) Mediterrane
Kulturlandschaften (2) Macchie Garrigue OB
IV – Vegetation mediterraner Gebirge Die
mediterranen Höhenstufen Thermomediterrane
S. (zonal, Zeigerpflanzen: Olea, Ceratonia, Chamerops humilis, Euphorbia
dendroides) Mesomediterrane
S. (immergrüne Eichenstufe) Supramediterrane
S. (sommergrüne Eichenstufe) Oromediterran
S. (Buchenstufe, auch mit mehreren Arten von Pinus, Abies, Cedrus) Alti-
oder kryomediterrane S. (Dornpolsterformation) Im
Mediterrangebiet ein klimatischer West-Ost-Gradient Ariditätsabschwächung
mit zunehmender Seehöhe im
Westen Hochlagen ganzjährig humid im
Osten bleibt die Sommerdürre bis in die Hochlagen erhalten Mesomediterrane Stufe Supramediterrane Stufe Oromediterrane Stufe Kryomediterrane
Stufe Orobiom
Kanarische Inseln Vulkanische
Inselgruppe im Ostatlantik auf geographischer Breite von Marokko Hauptinsel
Teneriffa mit hohem Schichtvulkan (Pico del Teide) Archipel
unter Einfluss des NE-Passats > Ausbildung einer Wolkenbank in ~800 m
Seehöhe dem
entsprechend die vertikale Zonierung der Vegetation Höhenstufen
unter den Wolken Höhenstufe
in den Wolken Höhenstufen
über den Wolken Orobiom
Kanarische Inseln: Höhenstufen Orobiom
Kanarische Inseln (2) Höhenstufen
unter den Wolken: Wüstenzone mit
Sahara-Elementen z.B. Zypophyllum fontanseii, Launaea arborescens Sukkulenten-Halbwüste
Arten
mit „Kaktus“-Habitus z.B. Kanarenwolfsmilch (Euphorbia canariensis) Arten
mit „Federbusch“-Habitus z.B. Oleanderblättrige Kleinie (Kleinia neriifolia),
Stumpfblättrige Wolfsmilch (Euphorbia obtusifolia) auf
Felsklippen natürliche Drachenbaum-Vorkommen (Dracaena draco) thermophiler
Buschwald mit
Wild-Ölbaum (Olea cerasiformis) und Wachholder aus der J. phoenicea-Gruppe Höhenstufe
in den Wolken: Lorbeerwald mit
Azoren-Lorbeer (Laurus azorica) und weiteren lauriphyllen (= Blätter mit
Lorbeergestalt) Gehölze ist
im Bereich des ZB IV eine tertiäre Reliktgesellschaft Höhenstufen
über den Wolken Kiefernwaldstufe mit
Kanarenkiefer (Pinus canariensis): eine 3-nadelige Kiefer, Verwandte im
Himalaya subalpine
Gebirgshalbwüste mit
Teide-Ginster (Spartocytisus supranubius) und Echium wildpretii alpine
Felsfluren mit
Teide-Veilchen (Viola cheiranthifolia) Teneriffa:
Wüstenzone Teneriffa:
Sukkulenten-Halbwüste Teneriffa:
Thermophiler Buschwald Teneriffa:
Lorbeerwald Teneriffa:
Lorbeerwald Teneriffa:
Kiefernwald Teneriffa:
Gebirgshalbwüste Teneriffa:
Gebirgshalbwüste Teneriffa:
alpine Steinschutfluren Californien
Im
Norden immergrüne, sklerophylle Eichenwälder
(z.B. Quercus dumosa) Im
Süden eine macchienähnliche Gebüschformation (Chaparral) Chaparral
ist zonal bei c. 500 mm Winterniederschlag artenreiche
Gattungen: Quercus, Arbutus, Arctostaphylos, Ceanothus mit
Lorbeerwald-Elementen als Warmzeitrelikten Brände
häufig, Adenostoma fasciculatum (Rosaceae) als brandresistente Leitart Quercus dumosa Chapparal Adenostoma fasciculatum (Rosaceae) Mittelchile Natürliche
Vegetation: eine Hartlaubvegetation mit
Habitus eines Steineichenwaldes aber
mit Peumus boldus (Monimiaceae), Lithraea caustica (Anacardiaceae) und
Quillaya saponaria (Rosaceae) großteils
zerstört, weil Mittelchile ein bevorzugter Kolonialraum spanischer
Auswanderer baumartig
nur noch an Reliktstandorten Rezente
Vegetation Regenerationsstadien
des Hartlaubwaldes als Gebüschformation (matorral) – entspricht der
europäischen Macchie Kulturland auf
beweideten Flächen Bestände von Acacia caven (espinal): savannenähnlich, aber
mit Ephemeren an Stelle ausdauernder Gräser – entspricht der europäischen
Garrigue Matorral
mit Peumus boldus Quillaja
saponaria (Rosaceae) Acacia
caven (Mimosaceae) Südafrika
(Kap-Provinz) Böden
Ausgangsmaterial
für Bodenbildung: Tafelberg-Sandstein auf
den sauren Sanden entwickeln sich Humus-Podsole Zonale
Vegetation: sklerophylle Silberbaum-Wälder Leucadendron
argenteum (Proteaceae) heute reliktär Aktuelle
Vegetation: 2 Typen buschförmige,
macchien-artige Hartlaubvegetation (Fynbos): großflächig,
mit mehreren Untertypen reich
an Proteaceae (mehrere Pyrrhophyten!), Ericaceae und Restionaceae Halboffene,
garrigue-artige Vegetation (Renosterveld) bei
weniger als 600 mm Jahresniederschlag; ertragreiche, feinkörnige Böden ursprünglich
Gräser zumindest kodominant > gutes Weideland heute
dominieren Sträucher mit kleinen, harten, grauen Blättern besonders
artenreich: Asteraceae (z.B. Elytropappus rhinocerotis) Leucadendron
argenteum forest Fynbos
Renosterveld
Australien Prägend
sind verschiedene Eucalyptus-Waldtypen typisch
der Eucalyptus marginata-Wald (= Jarrah) nach
SW zu Übergang zu ZÖ IV/V, dort Eucalyptus diversicolor-Wald (= Karri) in
trockeneren Gebieten Eucalyptus-Arten mit mehrstämmigen Wuchs (= Mallee) im
Unterwuchs der Eucalyptus-Wälder und auf Sandheiden viele strauchige Proteaceen
(z.B. Conospermum) und Epacridaceae (mit ökolog. Position unserer Ericaceae) Eucalyptus
marginata (Jarrah-forest) Eucalyptus
diversicolor (Karri-forest) Mallee-heath
Mallee (z.B.
E. gunnii) Conospermum-heath
(Western Australia) Zonobiom V ZB
mit warm- bis kühl-temperierten, humiden Klimaten, Gebiete der
kühl-gemäßigten Regenwälder Das
Klima im ZB V Ein
humider Klimatypus mit einer kühlen Jahreszeit (gelegentlich auch mit
Frösten) 2
Subzonobiome sZBV(w):
Niederschlagsmaximum im Winter Junger
Klimatyp, differenziert sich im Pleistozän zusammen mit mediterranen
Klimatypus sZBV(s):
Niederschlagsmaximum im Sommer entspricht
dem spättertiären Klima mit
Ökokline zu humidem, äquatorialem Klima Das
Klima im ZB V (Beispiele aus Nordamerika) Die
Böden des ZB V Zonale
Böden: Rot- und Gelberden mit
B-Horizont als Anreicherungshorizont
für Fe und Al mit
saurer Bodenreaktion Kieselsäure
ausgelaugt Die
Produzenten Baum
als prägende Lebensform > natürliche Vegetationsformationen sind Wälder teilweise
lauriphylle Wälder (bes. in SZBV(S)) Blätter
mit Lorbeerhabitus (immergrün, elliptisch, mittelgroß) Gattungen
der Lauraceae, Aquifoliaceae, Oleaceae, u. a. teilweise
koniferendominierte Wälder Auf
der Nordhemisphäre mit Arten der Pinaceae und Cupressaceae auf
der Südhemisphäre oft mit (co)dominanten Gondwana-Elementen: Araucariaceae
(Araucaria, Agathis), Podocarpaceae (Podocarpus, Dacrydium), auch
Cupressaceae auf
Südhalbkugel teilweise auch schon Südbuchenwälder (Nothofagus) Die
Verbreitung des sZBV(w) an
Westseiten der Kontinente ca. 40° N/S westliches
Nordamerika Küstennahe
Teile SW-Europas Nordanatolien
u. Kolchis Chile:
valdivianischer Regenwald südliches
Victoria und Tasmanien sZBV(w):
Westl. Nordamerika Küstengebiet
von Nordkalifornien bis British Columbia Geprägt
von wenig kälteresistenten Nadelwäldern (mit Arten der Gattungen Tsuga,
Thuja, Pseudotsuga, Abies, im Süden die reliktäre Sequoia sempervirens =
„redwood“) Laubhölzer
nur auf Lichtungen und im Unterbau Im
Unterwuchs auch die immergrüne Leitart Rhododendron macrophyllum Kühl-temperate
Regenwälder Nordamerikas Gehölze
kühl-temperater Regenwälder Nordamerikas Kühl-temperate
Regenwälder Nordamerikas Kühl-temperate
Regenwälder Nordamerika - Unterwuchs sZBV(w):
Küstennahe Teile SW-Europas Ursprünglich
ähnlich wie makaronesische Lorbeerwälder, diese aber in Pleistozän
ausgestorben Fossilfunde
mehrerer lauriphyller Gehölze in tertiären Braunkohleflözen Reliktarten
noch in SW-europäischen Schluchten, aber nicht mehr waldbildend (Prunus
laurocerasus, Rhododendron ponticum ssp. baeticum) Reliktäre
ZBV-Arten in Europa sZBV(w):
Nordanatolien u. Kolchis Immergrüne
Baumarten im Pleistozän verschwunden In
Baumschicht sommergrüne Laubhölzer, da Fröste relativ häufig (Fagus orientalis) Unterwuchs
immergrün (Prunus laurocerasus, Rhododendron ponticum ) In
Kolchis reliktäre Gehölze (Pterocarya pterocarpa [Juglandaceae], Zelkova
carpinifolia [Ulmaceae]) Fagus
orientalis Wald mit immergrünem Unterwuchs sZBV(w):
Chile: valdivianischer Regenwald (1) ein
artenreicher, tertiärer Reliktwald (Ausnahme innerhalb sZBV(w)!) mit
9 reliktären Koniferen aus Cupressaceae (z.B. Fitzroya cupressoides,
Austrocedrus chilensis), Podocarpaceae (z.B. Lepidothamnus (Dacrydium)
fonkii) und Araucariaceae (z.B. Araucaria araucana) unter
den Laubgehölzen neotropische
Elemente (z.B. Aextoxicon punctatum, Encryphia cordifolia) antarktische
Elemente (z.B. immergrüne Nothofagus dombeyi, sommergrüne Nothofagus obliqua) sZBV(w):
Chile: valdivianischer Regenwald (2) Gehölze
gruppieren sich zu 4 Waldtypen Südbuchenwälder:
im Norden, laubwerfend, aus Nothofagus alpina (rauli) und Nothofagus obliqua
(roble), Ökokline zu matorral (ZBIV) valdivianischer
lauriphyller Wald: immergrün, mit Aextoxicon punctatum (olivillo, tique,
tequ), Encryphia cordifolia, Laureliopsis philippeana, Weinmannia
trichosperma, Caldcluvia paniculata patagonischer
Andenwald: immergrün, am Anden W-Hang in mittleren Höhenlagen, mit Araucaria
araucana (pehuén) , Fitzroya cupressoides (alerce) , Austrocedrus chilensis nördlicher
patagonischer Wald: im S, immergrün, mit Nothofagus dombeyi, Podocarpus
nubigenus, Lepidothamnus (Dacrydium) fonkii (ein Strauch aus Podocarpaceae in
Mooren), Drymis winteri (Winteraeae) im
S Ökokline zu „Magellanischem subpolaren Wald“: dominiert von sommergrüner
Nothofagus pumilio (lenga, roble de Magallanes) Valdivianischer
Regenwald Valdivianischer
Regenwald: Fitzroya cupressoides Valdivianischer
Regenwald. Araucaria araucana Zonoökoton
V-IX(oc): Magellanischer subpolarer Regenwald sZBV(w):
Südl. Victoria und Tasmanien Prägende
Waldgesellschaft ein Eucalyptus-Wald (Eucalyptus regnans, Eucalyptus obliqua) In
unterer Baumschicht Nothofagus cunninghamii und Atherosperma moschatum
(Monimiaceae) Eucalyptus-Wald
ist ein Sukzessionsstadium nach Waldbrand! Die
Bäume der unteren Baumschicht sind die eigentlichen Klimaxarten Kühl-temperater Regenwald Victorias Die
Verbreitung des sZBV(s) an
Ostseiten der Kontinente ca. 30-35° N/S, bilden eine Ökokline zu ZBI Südöstl.
Nordamerika Südamerika:
Teile Brasiliens Südafrika:
östl. Kapprovinz Ostasien
(S-China, S-Korea, S-Japan) Australien:
Teile von New South Wales und S-Queensland Neuseeland sZBV(s):
Südöstl. Nordamerika eine
spezielle Situation weil die Coastal plains jung (spät von Meer entblößt) verbreitet
sommergrüne Eichenwälder mit immergrünen Elementen (Quercus virginiana,
Magnolia grandiflora, Liquidambar styraciflua, Carya tomentosa, Nyssa
sylvatica) auf
Sandböden Kiefernwälder (Pinus taeda, P. caribea, P. ellioitii, P. palustris) in
verschiedenen Waldtypen die Palmen Sabal palmetto (baumförmig) und Serenoa repens (mit
Kriechstämmen) im
Süden auf ganzjährig submersen Böden Sumpfzypressenwälder
(Taxodium distichum) Temperate
Regenwälder Nordamerikas Temperate
Regenwälder Nordamerikas Temperate
Regenwälder Nordamerikas sZBV(s):
Teile Brasiliens Auf
Hochflächen von Parana, Santa Catarina und Rio Grande do Sul Araucaria
angustifolia in oberer Baumschicht Unterwuchs
lauriphyll (z.B. Ilex paraquariensis) Wälder
großteils vernichtet Araucaria-Wälder
Südbrasiliens Araucaria-Wälder
Südbrasiliens sZBV(s):
Südafrika - östl. Kapprovinz E
der Stadt George niedere Küstengebirge mit sogenannten „afromontanen“ Wäldern in
der Artenzusammensetzung ein verarmter subtropischer Wald obere
Baumschicht oft mit Podocarpus-Arten (P. falcatus, P. latifolius) untere
Baumschicht artenreich, lauriphyll (Ocotea bullata, Olea laurifolia) Struktur
afromontaner Wälder sZBV(s):
Ostasien (S-China, S-Korea, S-Japan) mit
Anschluß an die Tropengebiete in Hinterindien immergrüne
Wälder mit Arten der Gattungen Castanopsis (Fagaceae) und Schima (Theaceae)
sowie anderen lauriphyllen Gehölzen Ostasiatische
Lorbeerwälder Struktur
ostasiatischer Lorbeerwälder Ostasiatische
Lorbeerwälder: charakt. Genera sZBV(s):
Australien - Teile von New South Wales und S-Queensland An
der Ostflanke der Great Dividing Range Gebiet
steht unter SE-Passat-Einfluss In Südqueensland lokal Auraucaria-Wälder (A.
bidwellii, A. cunninghamii) Übrige
Waldtypen geprägt von Eucalyptus-Arten Australische
Araucaria-Wälder Cool-temperate
rainforest in Australia sZBV(s):
Neuseeland geprägt
von Podocarpus- und Dacrydium-Arten, verzahnt mit Nothofagus-Wäldern auf
der Nordinsel ursprünglich auch Agathis australis-Wälder (Araucariaceae) OBV
in Neuseeland Waldtypen
des Tieflandes allmählich in Strauchstufe übergehend Tussock-Grassland
Alpine
Vegetation mit Krautfluren (herbfield) oder Hartpolsterbeständen (Raoulia
eximia, Phyllachne colensoi, Haastia pulvinaris) – „vegetable sheep“ Nothofagus-Wald
in Neuseeland Nothofagus-Wälder
in Neuseeland Agathis
australis (Araucariaceae) - Kauri OBV
in Neuseeland: Strauchstufe an der Waldgrenze OBV
in Neuseeland: Tussock-Grasland OBV
in Neuseeland: Hartpolsterfluren Zonobiom
VI ZB
der temperierten Klimate mit Winterkälte, Gebiete der sommergrünen Laubwälder Das
Klima im ZB VI ein
ganzjährig humider Klimatypus mit
einer kalten Jahreszeit (Fröste sind häufig, Eistage kommen vor) Das
Klima im ZB VI (Forts.) In
der Biomgruppe „Europa“ Klimagefälle nicht nur in N-S sondern auch in W-E
Richtung: 3 Subzonobiome werden unterschieden SZB
VI(oc): kühle Sommer, milde, fast frostfreie Winter = Klimacharakter
ozeanisch SZB
VI(eumi): Übergangsbereich SZB
VI(miru): heiße Sommer, strenge Winter = Klimacharakter kontinental Die
Verbreitung des ZB VI Gut
nur auf der Nordhalbkugel entwickelt West-,
Mittel- und Osteuropa: mit starker Florenverarmung im Pleistozän Östl.
Nordamerika Ostasien Die
Böden des ZB VI Böden
in Europa sehr jung, meist erst in der Eiszeit entstanden Zonaler
Boden: Brauner Waldboden Bodenhorizonte
nur schwach abgesetzt Primäre
Silikate zu sekundären Tonmineralien umgewandelt Humushorizont
ist ein Mull (entsteht durch Abbau des Falllaubes) Alle
Horizonte mit schwach saurer Reaktion Unter
ozeanischen Bedingungen bei niederen Sommertemperaturen: Ausbildung eines
Bleichhorizontes = Podsolierung (vgl. ZB VIII) Die
Produzenten Dominante
Lebensformen: In
der Baumschicht: sommergrüne laubwerfende Baumarten Im
Unterwuchs: viele Hemikryptophyten und Geophyten Laubwurf
im ZBVI als Anpassung an die Winterkälte jedoch:
Auslöser für Laubwurf ist meistens die abnehmende Tageslänge (auch im
Glashaus!) Voraussetzung
für die Entwicklung von sommergrünen laubwerfenden Wäldern: genügend lange
Sommerperiode von 4 Monaten (120 Tage mit Temperaturmittel > 10°C) Sommergrüne
Laubwälder Europas Die
Auswirkungen von Winterkälte auf Arten der nemoralen Zone Direkte
Frostschäden durch Gefrieren des Wassers in den Geweben Frosttrocknis
= Absterben von Geweben und Organen durch Austrocknen, wenn über Leitbahnen
kein Wasser nachgeliefert wird Pflanzen
adaptieren sich an die Jahreszeiten durch Abhärtung (z.B. Eindickung des
Plasmas) am Beginn der Kälteperiode und Enthärtung am Beginn der
Vegetationszeit Frosttrocknis Vegetation
im ZBVI: Biomgruppe „Europa“ SZB
VI(oc) rezent
verbreitet sind neben Kulturland Heide- und Moorgebiete (mit vielen
Ericaceae, ginsterartige Fabaceae) ursprüngliche Vegetation waren Eichenwälder
(Q. robur ): größtenteils vernichtet SZB
VI(eumi) zonal
heute praktisch nur anthropogene Vegetation Naturfern:
anthropogen waldfreie Vegetation: Äcker, Wiesen ebenfalls
naturfern: Koniferenforste im Tiefland Naturnah:
forstlich genutzte Mischwälder Rekonstruktion
der Wälder aus Pollenprofilen: vorherrschend war Rotbuche (Fagus sylvatica),
lokal in Tieflagen auch Stieleiche (Q. robur ) SZB
VI(miru) noch
natürliche Waldreste vorhanden: Hainbuchenwälder (Carpinus betulus), in
kontinentalen Teilen Stieleichenwälder mit Winterlinde (Tilia cordata) SZB
VI(oc): aktuelle Vegetation SZB
VI(oc): potentielle Vegetation SZB
VI(eumi): aktuelle Vegetation SZB
VI(eumi): aktuelle Vegetation SZB
VI(eumi): potentielle Vegetation SZB
VI(miru): aktuelle Vegetation Beispiel
eines OBVI: Alpen (Nordseite) Alpen
ein interzonales Orobiom (zw. IV bzw. V [das insubrische Alpenvorland] und
VI) ausgeprägte
ökologische und floristische Unterschiede zwischen Alpensüdfuß und -nordfuß Im
Alpenraum mehrere Klimagradienten (N-S, W-E, tief-hoch, Rand-Zentrum) >
mehrere Klimatypen Beispiel
eines OBVI: Alpen Nordseite (Forts.) Traditionelles
Höhenstufenschema in den Alpen entwickelt (planar – collin –montan –
(unter-/ober)-subalpin – alpin – nival) Die
entsprechende Abfolge der prägenden Vegetationsformationen ist:
Eichenmischwald (mit Buche) –
Buchenwald [inneralpin: Rotföhrenwald]– Buchen-Tannen-Fichtenwald /
[inneralpin: Fichtenwald] – Krummholz [inneralpin: Fichten-Lärchenwald bzw.
Lärchen-Zirbenwald] – alpine Matten und Rasen (Kältesteppen) –
Polsterpflanzen durch
anthropogene Nutzung teilweise Ersatz der vorherrschenden Baumarten und Entstehung
neuer Waldgesellschaften sowie Verschärfung der Grenzen zwischen
Vegetationstypen Über
die Waldgrenze in den Alpen Hochlagen
großflächig über der Waldgrenze An
Waldgrenze abrupter Zusammenbruch der Wuchs-kraft der Bäume (~dort, wo Vegetationszeit
unter 3 Monate sinkt) Waldgrenze
in den Randalpen bei ca. 1800–1900 m in den Innenalpen bei ca. 2200–2400m alpine
Stufe mit
kleinräumiger Standortsvielfalt wichtig
für die Vegetationsdecke nicht Lufttemperatur sondern Aperzeit und Bodentemperatur Aperzeit
abh. von Seehöhe, Relief, Windrichtung und Exposition an
klimat. Schneegrenze Aperzeit = 0, jedoch an Steilhängen
Schneerutschungen > auch in
Nivalstufe apere Stellen OBVI:
Alpen – colline Stufe OBVI:
Alpen (Randalpen) – montane Stufe OBVI:
Alpen (Zentralalpen)– montane Stufe OBVI:
Alpen (Randalpen) – subalpine Stufe OBVI:
Alpen (Zentralalpen)– subalpine Stufe OBVI:
Alpen – alpine Stufe (Kalkalpen) OBVI:
Alpen – alpine Stufe (Silikatalpen) OBVI:
Alpen – nivale Stufe Biomgruppe
Östl. Nordamerika Zonale
Vegetation großteils vernichtet, heute Kulturland Rekonstruktion
der Wälder aus Waldresten am Fuß der Appalachen Zahlreiche
Waldtypen in Abhängigkeit von den klimatischen Verhältnissen, z.B. Eichen-Tulpenbaum-Mischwälder
(mit Quercus spec. div., z.B. Q. rubra, Liriodendron tulipifera), im SW Buchen-Zuckerahorn-Wälder
(mit Fagus grandifolia, Acer saccharum), im NE Eichen-Hickory-Wälder
(mit Quercus sp., Carya sp.), im NW Sommergrüne
Laubwälder Nordamerikas Sommergrüne
Laubwälder Nordamerikas Sommergrüne
Laubwälder Nordamerikas Zuckerahorn
im Herbstaspekt – Indian Summer OBVI
– Appalachian Mts. In
den unteren Höhenstufen Reste autochthoner, artenreicher Laubwälder Hochlagen
der Appalachen mit Abies fraseri-Wäldern Keine
natürlich waldfreie Stufe Auf
den Kuppen da und dort anthropogene waldlose Flächen (balds) OBVI:
Appalachian Mts (Great Smoky Mts) OBVI:
Appalachian Mts Biomgruppe
Ostasien Zonale
Vegetation großteils vernichtet, heute Kulturland Laubmischwälder
(Fraxinus mandschurica, Juglans mandschurica) mit Pinus koraiensis und Abies
holophylla, Störungen begünstigen Laubwald Höchststaudenfluren in
Flussniederungen mit feucht-maritimem Klima sehr
hohe LAI (bis 21m2/m2 ) enorme
Produktivität, bis 38t Trockengewicht/ha, Jahr Höchststaudenfluren
auf Hokkaido Höchststaudenfluren
auf Sachalin OBVI-
Gebirge in Japan Tieflagen:
heute praktisch nur Kulturland Montanstufe:
mit Fagus crenata-Wäldern und Abies mariesii-Wäldern Untersubalpine
Stufe: auch Larix leptolepis-Wälder Subalpine
Stufe: Krummholz dominiert von Pinus pumila Alpine
Stufe: Matten und Kältesteppen mit zahlreichen holarktischen Gattungen (z.B.
Gentiana, Primula) Sommergrüne
Laubwälder in Japan OB
VI in Japan: submontane Laubwälder OB
VI in Japan: montane Nadelwälder OB
VI in Japan: hochmontane Nadelwälder OB
VI in Japan: subalpines Krummholz Zonobiom
VII ZB
mit saisonal ariden Klimaten und kaltem Winterhalbjahr, Gebiete der Steppen
sowie winterkalten Halbwüsten und Wüsten Das
Klima im ZB VII Temperatur:
mit kalter Jahreszeit, kontinentaler Klimacharakter Niederschläge:
geringe Jahresniederschlagsmengen, im Winterhalbjahr humid, im Sommerhalbjahr
arid Weltweit
4 Subzonobiome SZB
VII: semiaride Steppenzone SZB
VIIa: winterkalte aride Halbwüsten SZB
VII(rIII): winterkalte aride Wüsten mit Niederschlagsregime wie in ZBIII SZB
VII(tIX): kalte Hochplateauwüsten mit Temperaturregime wie in ZBIX Die
Verbreitung des ZB VII Steppen
Südosteuropas; Prairien Nordamerikas; Pampa in Argentinien (SZB VII) Winterkalt-aride
Halbwüsten in Gebiet der Kaspischen Niederung und Kazachstan, Anatolien bis
Afghanistan; Great Bassin und Colorado-Plateau; Patagonische Halbwüste (SZB
VIIa) Winterkalt-hocharide
Wüsten in Mittelasien (Karakum), Innerasien (Mongolei) und N-Amerika (Mohave)
(SZB VII(r III)) Ganzjährig
kalt-aride Hochplateauwüsten in Tibet und Pamir (SZB VII(t IX)) Die
Böden des ZB VII Im
südosteuropäischen Steppengebiet begründet Dokuchayev die klimatischen
Bodentypenlehre (Dokuchayev 1898) Ausgangsmaterial
ist ein kalkhaltiger Löss (aeolisches Sediment, während Pleistozän im
Periglazialraum abgelagert) in
Abhängigkeit von den Klimabedingungen graduelle Veränderung der
Bodenhorizonte (Mächtigkeit, Lage) im
Lauf der Zeit entwickelt sich eine Typenreihe zonaler Böden Grauer
Waldboden (Zonoökoton VI/VII - Waldsteppe) Schwarzerden
- Chernosem (SZBVII) Kastanien-(=Wüsten-)braunerden
- Kastanosem (SZBVIIa) in
ariden Gebieten durch Salzbeeinflussung zusätzliche Abwandlungen > Böden
mit Sodaverbrackung (Solonzierung = Vertikalverfrachtung der Huminsäuren
durch Salz): bei
absteigendem Bodenstrom: Solonetz – mit dunklem Horizont säuliger Struktur in
wechselnder Bodentiefe bei
aufsteigendem Bodenstrom: Solonchak – mit dunklem Oberboden Klima
– Boden - Vegetationsformation Die
Klimata und Böden der Kline SE-Europa – Zentralasien: generelle Merkmale Kline
NW-SE mit mehreren Klimagradienten (Temperatur, Regenmengen,
Evapotranspiration, Kontinentalität) Nach
SE zuerst Zunahme dann Abnahme der Mächtigkeit des schwarzen A-Horizontes
(Typenreihe der Schwarzerden) Im
SE anschließend allmählicher Übergang von Schwarzerden in Kastanienbraunerden
(=Wüstenb.) Nach
SE mit zunehmender Aridität Ansteigen des Aufbrausungshorizontes
(Niederschlagsmenge reicht nicht aus, um Ca auszuwaschen) Nach
SE mit weiter zunehmender Aridität Ansteigen des Gipshorizontes – teilweise
Umwandlung des Calciumcarbonates in Calciumsulfat (=Gips), steht oft in
Zusammenhang mit Sodaverbrackung Ähnliche
Kline in N-Amerika zw. W Appalachian Mts – E Rocky Mountains Bodenprofile
im ZB VII Die
Produzenten Dominanz
von Gräsern und Kräutern = ein baumloses Grasland = Steppe Unter
ZBVII-Bedingungen besonders scharfe Konkurrenz im Wurzelraum (vergl. ZBII),
Kräuter nehmen die Rolle der Gehölze ein Vegetationstypenreihe
entlang der Klimagradienten und Bodentypen: Waldsteppe (ZÖ VI/VIII) –
Wiesensteppen – Federgrassteppen (Stipa) – Wermut-Federgrassteppe (Artemisia,
Stipa)– Halbwüsten (mit Wermut-Arten und Chenopodiaceae) – [winterkalte]
Wüsten Steppen
mit markantem Aspektwechsel zu unterschiedlichen Zeiten der
Vegetationsperiode Mit
Ausbreitungstyp des Steppenrollers Frühsommer-Aspekt
einer Steppe Herbst-Aspekt
einer Steppe Der
Feld-Mannstreu - ein Steppenroller Eurasiens Die
Steppen – Kornkammern der Erde Die
Konsumenten Früher
Gebiete mit Großwildherden, heute fast vollständig ausgerottet Großwild
der Steppen und Halbwüsten Eurasiens: Wildpferd (Tarpan), Auerochse,
Wildesel, Saiga-Antilope, u.a. Großwild
der amerikanischen Prairien: Bison Mit
erheblichem Einfluss auf Vegetation auch: Nagetiere, Ziesel, Regenwürmer,
Ameisen Großwild
einer eurasischen Steppe: Saiga-Antilopen Das
Ziesel - ein Kleinsäuger der Steppe Biome
des sZBVII Steppen
Südosteuropas Baumlose
Grasländer, weil für Wald zu trocken Typenserie
NW-SE: Wiesensteppen (Bromus, Festuca) – Federgrassteppen (Stipa) –
Wermut-Federgrassteppen (Artemisia, Stipa) Prärien
Nordamerikas Von
E nach W Niveauanstieg und Niederschlagsabnahme Typenserie
E-W: tallgrassprairie (Langgrasprairie) (dominant sind Andropogon gerardii
(big bluestem), Schizachyrium scoparium (little bluestem), and Sorghastrum
nutans (Indiangrass)) – mixedgrass-prairie – shortgrassprairie
(Kurzgrasprairie od. Great Plains) (dominant sind Bouteloua gracilis (blue
grama) Buchloe dactyloides (Buffalograss)) Pampa
in Südamerika Schlecht
drainierte Tafellandschaft, rel. hohe Niederschläge, eine
Stipa-Botriochloa-Steppe mit Kräutern Beispiel
eines Wald-Steppen-Ökotons (Ukraine) Beispiel
einer osteuropäischen Federgrassteppe Beispiel
einer Federgrassteppe (S-Russland) Beispiel
einer nordamerikan. „tall grass prairie“ Beispiel
einer nordamerikan. „mixed grass prairie“ Beispiel
einer nordamerikan. „short grass prairie“ Bisons
– die Konsumenten nordamerikan. Prairien Beispiel
einer südamerikan. Pampa Biome
des sZBVIIa Halbwüsten
der Kaspischen Niederung Böden
salzbeinflußt: Wüstenbraunerden und Solonetzböden; mit Grasinseln und
Chenopodiaceen-Halbwüsten (Halocnemum) Halbwüsten
Kazachstans Mit
Wüstenbraun- und Wüstengrauerden und hochliegenden Ca- und Gipshorizonten;
Halbwüsten Great
Bassin und Colorado-Plateau Mit
Wüstenbraunerden; Wermut-Halbwüste = Sagebrush (Artemisia tridentata) bzw.
Blackbrush (Coleogyne ramosissima) Patagonische
Halbwüste Mit
Wüstenbraun- und Wüstengrauerden; Flachpolsterfluren wegen Starkwinden
(Borax, Adesmia, Azorella) Beispiel
einer Wermuthalbwüste (N-Kazachstan) Beispiel
einer Chenopodiaceen-Halbwüste (Kazachstan) Beispiel
einer winterkalten Chenopodiaceen-Halbwüste (Afghanistan) Beispiel
einer winterkalten Wüste (Kazachstan) Great Bassin
Desert: Sagebrush-community Great Bassin
Desert: Blackbrush-community Beispiel
einer Patagonischen Halbwüste (Argentinien) Flachpolster
der Patagonischen Halbwüste Biome
des sZBVII(rIII) Mittelasiatische
Wüsten (Südkazachstan) Mit
Biogenzönkomplexen: Ephemerenwüste auf Löß, Gipswüste auf Gestein, Sandwüste,
Halophytenwüste in Depressionen (Haloxylon) OB
VII(rIII): Tianshan: Halbwüste – Gebirgssteppe – Laubholzstufe mit Wildobst –
Nadelwaldstufe (Picea schrenkiana)– alpine Stufe Zentralasiatische
Wüsten (Gobi, Taklamakan) Mit
armer Flora, viele Halophyten (Nitraria) Mohave
Wüste Im
N Yoshuatree-Halbwüste (Yucca brevifolia), im S Kreosot-Bush (Larrea
tridentata) Death
Valley: große Salzpfanne, eiszeitl. See sZBVII(rIII)
in Mittelasien: Typ Halophytenwüste Orobiom
VII Tienshan – Gebirgssteppe Orobiom
VII Tienshan – Laubwaldstufe Orobiom
VII Tienshan – montane Stufe Orobiom
VII Tienshan – alpine Stufe sZBVII(rIII)
in Zentralasien: Gobi sZBVII(rIII)
in Zentralasien: Taklamakan sZBVII(rIII)
in N-Amerika: Yoshuatree-Halbwüste sZBVII(rIII)
in N-Amerika: Kreosotbush-community Biome
des sZBVII(tIX) Tibet
und Pamir Extrem
kaltaride Hochplateauwüste Zentralasiens, riesige Tafel, mittlere Seehöhe
4200 – 4800 m Temperatur
wie in ZBIX: mittl. Jahrestemp. –2 bis 0°C, mittl. Temp. wärmster Monat 6 –
10°C gemäß
Niederschlagscharakteristika eine innerasiatische Wüste Unterschiede
zu ZBIX: niederer Luftdruck, kein Polartag, häufig Starkwinde Typ.
Vegetation eine Stipa-Kältesteppe (S. purpurea) Hochgebirgskältesteppe
nahe Lhasa (Tibet) Beispiel
einer Hochgebirgskältesteppe (Tibet) Beispiel
einer Hochgebirgskältesteppe (Tibet) mit dominanter Stipa purpurea Waldreste
im Tsangpo-Tal (Tibet) Himalaya:
ein multizonal-interzonales Orobiom An
Nordflanke eine trockene Höhenstufenabfolge (OBVII) Subalpin:
gemäßigte Steppe Alpin:
Gebirgskältesteppe mit Kobresia pygmaea Hochalpine
Stufe: Matten und Polsterpflanzen Nivalstufe:
offene Vegetation mit einigen Himalaya-Elementen Die
Nordhänge des Himalaya (Tibet) Die
Nordhänge des Himalaya (Tibet) Beispiele
des Himalaya Florenelementes Zonobiom VIII ZB
der borealen Klimate, Gebiete der Nadelwälder Das
Klima im ZB VIII Ein
humider Klimatypus mit einer kalten Jahreszeit und kurzem Sommer 3
Klimasubtypen (J = Jahrestemperaturmittel, V = Vegetationszeit = Zahl der
Tage mit Temperaturmittel > 5°C) Südliche boreale Zone: J = 2-3°C, V = 160 - 170 Mittlere
b. Z.: J = ca. 0°C, V = ca. 120 Nördliche
b. Z.: J = ca. -2°C, V = 80 - 100 Die
Verbreitung des ZB VIII zirkumpolar
auf der Nordhalbkugel Nordeuropa
und Sibirien Große
Teile von Kanada und Alaska Die
Böden des ZB VIII Zonaler
Boden: Podsolboden Bodenhorizonte
deutlich abgesetzt Primäre
Silikate zu sekundären Tonmineralien umgewandelt Humushorizont
ist ein faseriger Rohhumus = Abbauprodukt von Nadelstreu, ein langsamer
Prozess! überlagert
von Nadelstreu (Förna)
(Waldbrandgefahr!) Mit
Bleicherdehorizont über einem Anreicherungshorizont (dieser durch Fe-hältige
Mineralien oft rostrot) Verbreitet
im ZBVIII auch azonale Böden (Moore) Podsolboden Permafrost Ist
permanent gefrorener Boden (bis 200 m dick) In
Gegenden mit Jahrestemperaturmittel < 0°C (= nördliche Teile von ZB VIII,
ZB IX, OB VI-IX) oberflächlich
eine jährlich auftauende Schicht (active layer): 20 – 100 cm Gefrorener
Untergrund mit massivem Einfluss auf den Wasserhaushalt Vernässung
in der wärmeren Jahreszeit Einengung
des Wurzelraumes Auswirkungen
auf die Vegetation auf
Permafrostböden an der arktischen Waldgrenze nur Flachwurzler (z.B. Picea) wenn
active layer dünn aber Klima noch für
Baumwachstum ausreichend > Bäume rücken auseinander Verbreitung
von Permafrost auf Nordhalbkugel Profil
durch Permafrost Die
Produzenten Zonale
Vegetationstypen sind Nadelwälder, oft mit monospezifischer Baumschicht Voraussetzung:
Zahl der Tage mit Temperaturmittel > 10°C = 30 (= Minimum für Wald) – 120
(= Minimum für Laubwald) unter
natürlichen Verhältnissen ein Gemisch unterschiedlicher Stammklassen mit
Individuen in der Jugend-, Wachstums-, Reife- und Zerfallsphase entsprechend
weite Amplitude im Holzvorrat/ha Charakterisierung
der Wälder meist über Arten des Unterwuchses Zentraltyp:
Etagenmoos-Fichtenwald (Piceetum hylocomiosum - ein Fichtenwald mit reichlich
Etagenmoos (Hylocomium splendens) in der Moosschicht) Die
ökologischen Reihen in den Koniferenwäldern An
Zentraltyp schließen ökologischen Reihen nach Klima- und Bodengradienten an
(inkl. Ökoklinen in ZBVI und ZBIX) bei
zunehmender Bodennässe: Ausgangspunkt:
Piceetum hylocomiosum über
feuchteren Böden: Haarmützenmoos-Fichtenwald (Piceetum polytrichosum) über
temporär nassen Böden: Torfmoos-Fichtenwald (Piceetum sphagnosum ) Reihe
endet bei Waldmoor und Moor bei
zunehmender geogr. Breite (nach Norden in Richtung arktischer Waldgrenze ): Ausgangspunkt:
Piceetum hylocomiosum nach
Norden zu: Rentierflechten-Fichtenwald (Piceetum cladoniosum) nördl.
der arkt. Waldgrenze: ZB IX – südliche Tundra bei
abnehmender geogr. Breite (nach Süden in Richtung Fallaubwälder des ZBVI ): Ausgangspunkt:
Piceetum hylocomiosum nach
Süden zu: Buschwindröschen-Fichtenwald (Piceetum nemorosum) südl.
der 120d>10°C-Grenze: temperate Falllaubwälder Biomgruppe
Eurosibirien ein
riesiges Waldgebiet mit starkem Kontinentalitätsgradienten nach E zu bei
geringer Kontinentalität: Dunkle Taiga = Wälder mit dominanter Picea obovata) bei
hoher Kontinentalität: Helle Taiga = Wälder mit dominanter Larix dahurica (im
Winter laubfrei!) Skandinavische
Föhrenwälder (Pinus sylvestris) sind ein lange währendes Sukzessionsstadium
nach Brand Dunkle
Taiga Struktur
der Dunklen Taiga Helle
Taiga Struktur
der Hellen Taiga Rotföhrenwälder
in Skandinavien Ökologische
Reihen in Fichtenwäldern: z.B. bei zunehmende Bodennässe: Piceetum sphagnosum
Moore
– ein im ZBVIII häufiges Pedobiom ein
Peino-Helobiom Moor
ist ein Vegetationstyp mit Torfbildung Voraussetzungen
zur Bildung von Mooren dauernd
humides Klima mit kühlen Sommern Vernässung
durch Niederschlagsüberschuss oder seitlichen Zufluss Vorhandensein
einer Decke torfbildender Moose (Sphagnum) Torfmoose
mit enormem Wasserspeichervermögen Torfmoose
auch verantwortlich für Ansäuerung des Moorwassers Ohne
Rhizoide, entziehen dem Regenwasser Nährstoffionen Geben
Protonen (H+) in Wasser ab Sphagnum
und sein Verrottungsprodukt: Torf Moortypen Deckenmoor:
unter ozeanischen Bedingungen im ZB VI Waldhochmoor:
im Übergangsbereich oz-kont Typisches
Hochmoor: gewölbt, Bulten und Schlenken Soligenes
Moor: mit seitlichem Zufluss Strangmoor
(Aapamoor): mit Rimpis (flarks) und Strängen (strings), Stränge im Winter mit
Eiskernen im
ZB VIII der wichtigste Moortyp riesige
Flächen in Westsibirien, Großteil der Welttorfreserven Pounikkosmoor:
auf Mineralböden unter Bodeneisbildung, unregelmäßige Stränge formen Netze Palsenmoor:
im ZÖ VIII/IX, Torfhügel mit Eiskern, mehrere Meter hoch, wie Pingo in ZB IX Deckenmoor Waldhochmoor Hochmoor Aapamoor Aapamoor Palsenmoor
Westsibirien
– das größte Moorgebiet der Erde zw.
Ural und Yenisey teilweise
mit Permafrostböden Vermoorung
begünstigt durch Eisstau im Frühling in den gegen das Eismeer entwässernden
Flüssen riesige
Strangmoore (Aapamoore) bei Gefälle <0,004% hier
der Großteil der Welt-Torfreserven jährlich
zusätzliche Vermoorung ca. 45000 ha! W-Sibirien
im Spätfrühling W-Sibirien
im Spätfrühling OB
VIII in Eurosibirien Einfache
Höhenstufenabfolge, i.d. R. Nadelwälder oberste Waldstufe Subalpines
Ökoton entweder
als Krüppelstufe der Koniferenwälder oder
wenn Bedingungen ozeanisch: Betula tortuosa bildet Waldgrenze Alpine
Stufe wenn
Bedingungen kontinental > mit Golezstufe auf Bergrücken wenn
Bedingungen ozeanisch > Fjell-Vegetation: Zwergstrauch-Heiden (mit Betula
nana, viele Ericaceae) und alpine Matten und lokale Vermoorungen Beispiel
eines OBVIII: Ural OBVIII:
Ural - Golezstufe OBVIII
in Skandinavien: Birkenstufe OBVIII
in Skandinavien: Fjell Biomgruppe
Nordamerika Zonale
Wälder im E mit dominanter Abies balsamea, auf schlechten Böden und nach
Waldbränden mit Picea mariana Zentrale
Wuchsbezirke mit dominanter Picea glauca An
Pazifik-Küste: Picea sitchensis-Wälder Im
Norden ausgedehnte cladoniosum-Formationen („lichen-taiga“), Waldgrenze durch
Picea mariana In
nassen Waldmooren Larix laricina und Thuja occidentalis Vorgehölze
auf Sukzessionsflächen: Populus tremuloides und P. balsamifera Picea
glauca-Abies balsamea-forest Picea
glauca-forest (Saskatchawan) Picea
mariana-forest (Yukon Territory) Picea sitchensis-forest
(Brit. Columbia) Lichen-taiga
(North West Territories) Arctic tree
line mit Picea mariana (Alaska) Populus-Sukzessionsstadium
(NWT) Zonobiom
IX ZB
der arktischen Klimate, Gebiete der arktischen Kältesteppen und polaren
Wüsten Das
Klima im ZB IX Ein
humider Klimatypus mit einem langen, kalten Winter (Polarnacht) und einem
sehr kurzen, kühlen Sommer (Polartag) Jedoch:
Messstationsklima gibt Bedingungen für Pflanzenwachstum nur ungenügend wider Für
Gefäßpflanzenwachstum notwendig: ca. 55 Tage mit Temperaturmittel >0°C Klimaunterschiede
zwischen Arktis und Antarktis und deren Ursachen Arktis Landverteilung:
Polarkreis bis 70°N geschlossener Landgürtel, von Pol bis 80°N nur Meer Klima:
an nördlichen Kontinenträndern kontinental-arktisch, über Nordpol
ozeanisch-arktisch Antarktis
Landverteilung:
Polarkreis bis 50°S nur Meer, von Pol bis 70°S Festland mit Hochgebirgen Klima:
in Subantarktis (mit mehreren Archipelen) extrem maritim, auf Antarktis
extrem kontinental Die
Verbreitung des ZB IX 2
Teilzonobiome mit konträrer Verteilung von Landmassen und Klimata Arktis:
Nordränder von Skandinavien, Russland inkl. Sibirien, Grönland, Nordkanada
und Alaska Antarktis:
mehrere subantarktische Archipele (Kerguelen Ils, South Shetland Ils, South
Orkney Ils), Antarktis Die
Böden des ZB IX Kaum
zonale Böden Wegen
der Permafrostschichten im Untergrund sind vernässte Böden sehr häufig Böden
wegen langsamem Abbau des Bestandesabfalls im allgemeinen
humusreich aber nährstoffarm (besonders Stickstoffarmut!) Frost
mit massiven Auswirkungen auf obere Bodenschichten, Bodenoberfläche und
Vegetationsdecke Frostwirkungen
auf obere Bodenschichten im ZBIX Kammeisbildung:
bei raschem Frieren der obersten Bodenschicht entstehen lange Eisnadeln, K.
führt zu Rasenabschälung (turf exfoliation) Kryoturbation:
Bodeneiskernbildung und „Mahlvorgänge“ im Bodenbrei, hauptsächlich ein
interner Prozess, führt zu Störung des Bodenprofils, schließlich,
Volumenvergrößerung der Eiskerne wegen
Dampfdruck in Richtung Eiskern > Auspressen des Bodenbreis durch die oberflächliche gefrorene
Bodenschicht (Fleckenbildung) Solifluktion
(Bodenfließen): in Gebieten mit vielen Frostwechseltagen, auf Hanglagen ab
3-5° Neigung, führt zu allmählichem Reliefausgleich Ausfrieren
von Steinen und Musterbildung durch Steinverschiebungen Polygonbildung
auf ebenen Flächen Steinströme
und Streifenböden an Hängen Bildung
von Eiskeilpolygonen auf Moorflächen Frostwirkungen
auf die oberste Bodenschicht: Kammeis Frostwirkungen
auf die oberste Bodenschicht: Kryoturbation Frostwirkungen
auf die oberste Bodenschicht: Solifluktion Frostwirkungen
auf die oberste Bodenschicht: Polygonboden Frostwirkungen
auf die oberste Bodenschicht: Steinstreifenboden Frostwirkungen
auf die oberste Bodenschicht: Eiskeilpolygon Edaphisch-mikroklimatische
Biotoptypen Feinerdereiche
Hänge: wenn zum Äquator exponiert der pflanzenartenreichste Biotoptyp Schutthalden
und Steinströme Plateauflächen
mit Polygonböden Bergrücken
mit Blockmeeren Hänge
mit Solifluktionserscheinungen Sumpfgebiete
mit Eiskeilpolygonen Fluss-
und Meeresufer Sonderstandorte Vogelfelsen Nunatakker
Sonderstandorte
im ZB IX Ökologie
von Tundrengebieten weil
Biosphäre der arktischen Zone eine hauchdünne Schicht > thermische
Bedingungen während des Polartages relativ gut, denn Temperatur in
Bodenoberfläche höher als aus Großklimadaten (Standardmessungen in 2 m Höhe!)
ersichtlich Geringe
Sommerwärme trotz Polartag, weil viel Energie für Abtauen des Schnees und
Auftauen des Bodens notwendig ist Dominante
Lebensform: viele Hemikryptophyten mit Wurzeln als Reservestoffspeicher
(darunter auch zahlreiche oft dominante Cyperaceae), daneben auch zahlreiche
Zwergsträucher > Vegetationsformationen sind Kältesteppen oder Kältewüsten
(Tundra) Blütenanlage
im Vorjahr sichert rechtzeitiges Blühen und Fruchten Windbestäubung
und Windausbreitung häufig Auffallend
viele weiß und gelb blühende Arten Beispiele
arktische Hemikryptophyten Vegetationstypen
der typischen (nördlichen) Tundra Moostundra:
geschlossene Moosdecken mit Sauergräsern und Zwergsträuchern Fleckentundra:
auf Flächen mit ausgeprägter Kryoturbation, ständig Neubesiedelung der
Flecken Vegetation
auf Polygonböden (über Kiesen und Schottern): Vegetationsdecke hauptsächlich
auf stabilen Polygonkanten Flechtentundra:
über anstehenden Gesteinen Moorflächen:
Polygonbildung durch Eiskeile Moostundra
(Russland) Fleckentundra
(NorthWestTerritories) Polygontundra
(Svalbard) Flechtentundra
(Svalbard) Teil-ZBIX
Arktis Südgrenze
= 10°C-Juliisotherme 3
Subzonobiome Südliche
Tundra: bis Juliisotherme 6°C, mit Klein- und Zwergstrauchvegetation, hoher
Anteil an borealen Arten, einst bewaldet Nördliche
(=typische) Tundra, bis Juliisotherme 2°C, mehrere Standortstypen,
Holzpflanzen nur als Spaliersträucher Arktische
Wüste: nördlich der 2°C-Juliisotherme, nur noch Vegetationsfragmente Südl.
Tundra (Strauchtundra) – S-Grönland Nördl.
Tundra (Typische Tundra) - Alaska Arktische
Wüste (N-Kanada) Arktische
Wüste (E-Grönland) Konsumenten
der Arktis Ren
(Caribou): herdenbildend, mit saisonalem Herdenzug, hauptsächliche
Winternahrung sind Flechtenmatten der nördl. borealen Zone (Cladoniosum-Typen
borealer Wälder) herdenbildend
auch Moschusochse, in Europa ausgerottet Lemminge:
individuenreich, mit 3-jährigen Populations-schwankungen, ohne Winterschlaf,
Hauptnahrung sind Cyperaceen Kalte
polare Gewässer plankton- und fischreich Koloniebildende
Seevögel: Ernährung aus dem Meer, auch wichtig wegen Düngung küstennaher
Landökosysteme mit Phosphaten und Nitraten! Eisbär:
an Spitze der Nahrungskette, sehr junge Tierart, Hauptnahrungsquelle sind
Robben Konsumenten
der Arktis Teil-ZBIX
Antarktis 3
Subzonobiome Subantarktisches
SZBIX Maritim
antarktisches SZBIX Kontinental
antarktisches SZBIX Subantarktisches
SZBIX Klima:
kühl, extrem ozeanisch Jahresmitteltemp. >0°C(!), daher ohne
Permafrost permanente
Starkwinde Vegetation:
Windwüsten und Windsteppen mit Tussock-Gräsern und Polsterpflanzen In
windgeschützten Buchten vereinzelt auch noch Strauchbestände Subantarktische
Inseln (Kerguelen) Subantarktische
Inseln (Kerguelen) Subantarktische
Inseln – die Nistplätze von Albatros-Arten Maritim
antarktisches SZBIX: Klima:
Jahresmitteltemp. <0°C, Monatsmittel wärmster Monat ≤ 2°C Vollflächig
Permafrostböden Vegetation:
auf eisfreien Flächen Moos- und Flechtentundra, vereinzelte Gefäßpflanzen Auf
dem antarktischen Festland nur 2 Gefäßpflanzenarten heimisch: Colobanthus
quitensis, Deschampsia antarctica Küstennahes
antarktisches Festland Küstennahes
antarktisches Festland Pflanzen
des küstennahen antarktisches Festlandes Kontinental
antarktisches SZBIX: Klima:
Nordgrenze ist 0°C-Isotherme des wärmsten Monats größtenteils
unter Festlandeis Vegetationsfragmente
nur in Form von Kryptogamengesellschaften auf eisfreien „Inseln“: Nunatakker
Dry
Valleys: in Transantarctic Range „hinter“ der Ross Sea, mehrere 1000 km2 eisfrei, mit trocknenden Fallwinden Küstenfernes
antarktisches Festland Küstenferne
antarktische Nunatakker Dry Valleys Taylor Valley Taylor Valley Pflanzenleben
im Taylor Valley Pflanzenleben
im Taylor Valley Konsumenten
der Antarktis Pflanzenfresser
unwichtig Kalte
polare Gewässer plankton-, fisch- und crustaceenreich (Krill: mariner Krebs,
Schlüsselart der antarkt. Nahrungsketten!) Koloniebildende
flugunfähige Vögel: mehrere Pinguinarten, z.B. Adelie-Pinguin:
am individuenreichsten, ca. 2 Mio Brutpaare Kaiser-Pinguin:
größte Pinguinart, brüten im Südwinter weit ab von der Küste Weddell-Robbe:
individuenreichste Robbenart Orca:
größte Art der Delphinidae, an Spitze der Nahrungskette, Hauptnahrungsquelle
sind Robben Konsumenten
der Antarktis Tiere
des küstennahen antarktisches Festlandes: Pinguine Tiere
des küstennahen antarktisches Festlandes: Pinguine Tiere
des küstennahen antarktisches Festlandes Die
Spitze der Nahrungskette in der Antarktis Zusammenfassung Zonale
Klimate und Vegetationsformationen der Erde (1) Auslöser
für die Bildung von Klimazonen scheinbare
Sonnenwanderung im Jahreslauf Verteilung
der Kontinentschollen und Meere davon
abhängige Luft- und Meeresströmungen Verteilung
von Zyklonen und Antizyklonen Verantwortlich
für die unterschiedlichen Niederschlagssummen und Jahresmitteltemperaturen, bedingen
neben dem allfälligen Auftreten von ariden Jahreszeiten bestimmte
Vegetationsformationen Niederschlags-
und Temperaturamplituden der wichtigsten Formationstypen in
Äquatornähe viel größere Niederschlagsamplitude bei
ähnlichen Werten von Klimafaktor A entscheidet der Wert von Klimafaktor B,
welcher Formationstyp sich einstellt Zonale
Klimate und Vegetationsformationen der Erde (2) in
Äquatornähe keine Jahreszeiten durch Temperatur-unterschiede, mit
Zenitalregen > I tropische
Regenwälder von
Äquator weg > Ausbildung von temperaturbedingten Jahreszeiten in
den zentralen Bereichen der Kontinentschollen, Auftreten einer ariden Zeit
und einer Regenzeit = Warmzeit > II
tropische Falllaubwälder und Savannen an
den Ostseiten der Kontinente Absinken der Jahrestemperaturmittel und
gleichzeitig ganzjährig humid > V
(mit Niederschlagsmaximum im Sommer) Lorbeerwälder weiter
von Äquator weg > Verschwinden einer humiden Zeit (ganzjährig aride
Verhätnisse) > III subtropische
Wüsten weiter
von Äquator weg > Auftreten von humiden Jahreszeiten im Winter > IV Hartlaubgebiete am
W-Rand der Kontinentschollen im Kontakt zu IV ganzjährig humid und ohne
Kaltzeit > V (mit
Niederschlagsmaximum im Winter) kühl-gemäßigte
Regenwälder weiter
von Äquator weg > Auftreten von kurzen Kaltzeiten wenn
ganzjährig humid > VI temperate
Falllaubwälder wenn
Warmzeit arid > VII gemäßigte
Steppen und winterkalte Wüsten weiter
von Äquator weg > Auftreten einer langen Kaltzeit und ohne aride
Jahreszeit > VIII boreale
Nadelwälder weiter
von Äquator weg > Warmzeit zu kurz für Holzgewächse > Konsumenten
der Antarktis Waldklimate
(ohne Pedobiome und anthropogene Einflüsse): I, (II), IV, V, VI, VIII (= ca.
2/3 des Festlandes von Natur aus waldbedeckt davon
ca. die Hälfte anthropogen zerstört > ca. 1/3 des Festlandes aktuell
waldbedeckt natürlich
(klimatisch) waldfrei: III, VII, IX (= ca. 1/3 des Festlandes)
(last modified:20.06.2011)
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