BIOGRAFIEPUBLIKATIONEN
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PROJEKTE

 

 

·         Heinrich J. Pölzl. Von Bild zu Bild…Gehen als Weg, Künstlerhaus, Graz 2006
In der künstlerischen Formung und in der Verformung der alltäglichen Sicht in eine künstlerische verschafft sich Heinrich Pölzl (*1924) im Gehen seinen – oft verschlungenen Weg – durch die Kunst, überzeugt davon, dass dieser nur durch eine Vielfalt der Zeichensprache in immer neue Richtungen führt.

» Publikation (erscheint Ende 2006)

 

·         Kunst im öffentlichen Raum: Symposium, Uni Graz, Mai 2006, gemeinsam
mit: Institut für Kunstgeschichte und Akademie Graz
Abgesehen davon, dass sich ein Bewusstsein dafür ausgebildet hat, den öffentlichen Raum  nicht ausschließlich auf Plätze, Straßen oder Gebäude zu reduzieren – eine konsequente Folge der Entwicklung, wie sie uns die Kommunikationswissenschaft beschreibt, wie wir es aber vor allem täglich als Akteure in der mediatisierten Gesellschaft selbst erleben – sind  wir „draußen“, vorwiegend in der Stadt, von global standardisierten ästhetischen Mustern umgeben. Wenn nun die Kunst, ebenso oft propagiert wie analysiert, „das Andere“ ist, schweben unterschiedliche Definitionen dieses Anderen durch den Raum: Möge sie sich aus dem Raster der Stadtmöblierung, der Logos, der bildlichen und textlichen Werbebotschaften und Informationen dadurch ausklinken, dass sie an ihrem leicht erkennbaren Format einer Skulptur, einer Wand- oder Raumgestaltung festhält oder möge sie sich in den ästhetischen Dschungel hineinbegeben, indem sie sich darin einen eigensinnigen Weg bahnt?

ReferentInnen: Lars Berggren, Claudia Büttner, Werner Fenz, Walter Grasskamp, Judith Laister, Hedwig Saxenhuber, Gerfried Stocker, Ulf Wuggenig, Wolfgang Zinggl. Diskussionsrunde: Manfred Erjautz, Klub Zwei, Richard Kriesche, Hemma Schmutz.

 

·         Fedo Ertl. Citizens, Stadtmuseum, steirischer herbst, Graz 2005
Wenn einer als Künstler die Stadt, in der er lebt, zu seinem zentralen Untersuchungsfeld gemacht hat, dann ist es am Beispiel Graz Fedo Ertl (* 1952). Im Zentrum der Werkübersicht im Stadtmuseum steht eine spezifische Kontextualisierung. Darin zeigt sich das Interesse des Künstlers an konkreten kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Situationen, die paradigmatisch für eine Verantwortung der Kunst gegenüber der sie umgebenden Community stehen. Die Installationen und multimedialen Dokumentationen werden sich in regelmäßigen Abständen neu positionieren: Gemeinsam mit fünf Künstlerfreunden schließt die Präsentation wechselnde, speziell für den Anlass entwickelte Graz-Projekte mit ein. Diese holen Alltagssituationen in den Kunstort, von dem aus sie, in eine andere Sprachform transformiert, in den Stadtraum zurückwirken. Auf diese Weise haben unterschiedliche Citizens unmittelbar an einer von der Kunst ausgehenden neuen Realitätskonstruktion Anteil.

» Publikation (erscheint Ende 2006)

 

·         W.W.ANGER. subSYSTEME / Die Retrospektive, Minoritengalerien im
Priesterseminar, steirischer herbst, Graz 2005.
Seinen visionären Ideen und kritischen Sichtweisen zur Vernetzung und Virtualität, seinen Fragen, den Lebensraum betreffend und damit die Existenz inmitten der Uniformisierung der Gesellschaftsstrukturen, seiner Beobachtung des fragilen Verhältnisses von Öffentlichkeit und Privatheit stellt der früh verstorbene Grazer Künstler (1957-2004) meist aufwändige und raumbeherrschende Installation zur Seite, die von der Überzeugung geprägt sind, dass der menschliche Kosmos in seinen entscheidenden Dimensionen nur durch das genaue Erforschen von Subsystemen erfahrbar wird.

» Publikation

 

·         WALDORF. Stadtmuseum, Graz 2004
Jeder kennt Günter Waldorf (* 1924) – meist als "Mister Forum Stadtpark" und als lebendigen Datenträger anderer wesentlicher kulturpolitischer Weichenstellungen in der Steiermark; als Maler von „Baby Faces“ und Häusern in der Landschaft. Die Ausstellung Waldorf setzt sich jedoch mit einem 60-jährigen künstlerischen Schaffen auseinander und versucht, daher nach Kontinuität, nach Brüchen und nach wichtigen Inventionen vor dem Hintergrund des Zeitraumes und des Zeitrahmens Ausschau zu halten.
Denn es gibt neben dem bekannten auch noch den "anderen" Waldorf, den Maler der Landschaft von Dugi Otok, der imaginären Landschaften oder der expressiven und zugleich ruhenden Form. Genauso wie es den kritischen Weltbeobachter Waldorf gibt, den, der interreligiöse Zeichen konzipiert und ebenso als durchaus zeitrelevante signalhafte Marken vorstellt wie die „Flaggenparade“.

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·         OFFSITE_GRAZ. OEFFENTLICHE KUNST SEIT FUENFUNDVIERZIG, Website
auf dem Kulturserver der Stadt Graz, 2004

Die Bild- und Textdatenbank OFFSITE_GRAZ ist die erste Recherche und Dokumentation öffentlicher Kunst in Graz von den Anfängen der Nachkriegszeit (Kunst am Bau) bis hin zu gegenwärtigen Interventionen. Im Überblick enthalten sind nicht nur grundlegende Informationen und Bildmaterial zu dauerhaft in öffentlichen Räumen installierten Werken, sondern als internationale Premiere auch die Bandbreite temporärer Projekte in einer Stadt, die sich in den sechziger Jahren den Ruf einer Plattform für Avantgardekunst erworben hat.
In einem einführenden Text wird die Thematik von kunstkritischer Seite beleuchtet und die Entwicklung in Graz auch vor dem Hintergrund politischer Entscheidungen skizziert. An die 1500 Bildeinträge und 900 erfasste KünstlerInnen formen ein in sich mehrfach verknüpftes, in diesem Ausmaß bisher von keiner Stadt bekanntes Archiv, das zudem als work in progress ergänzt und auf der Textebene ausgebaut wird.
Das Projektteam unter der Leitung von Werner Fenz: Birgit Kulterer, Eva Martischnig (Konzeption / Texte) und Richard Dank (Design), Michael Haubenwallner (Programmierung).

 

·          Sight.Seeing. 4.Österreichische Triennale zur Fotografie, Graz 2003.
Bei SIGHT.SEEING ist die Stadt Ausstellungsort und Motiv gleichzeitig, die Fotografie Kunst in den Straßen und auf den Plätzen, an den Fassaden und in den Auslagen, im Entree von Gebäuden, in den Printmedien, auf Gebrauchsgegenständen wie Bierdeckel oder Papiersets und im interaktiven Medienraum. Auf die wertgesicherten Ausstellungsräume als Links zur Kunstevaluation wird bewusst verzichtet.

TeilnehmerInnen: Alain Bublex (F), Miles Coolidge (CDN), John Goto (GB), Helmut & Johanna Kandl (A), Ken Lum (CDN), Roman Ondak (SK), Martin Parr (GB), Marjetica Potrc (SL), Andrea van der Straeten (A), Andrea Zapp (D/GB), Edwin Zwakman (NL) u.a.

» Publikation / http://fototriennale.mur.at – Sightseeing 

 

·         Othmar Krenn. Lebensraster, Künstlerhaus, Graz 2001.
Die erste zusammenfassende Ausstellung über das Werk des 1998 verunglückten Künstlers (* 1952). Die Realisierung folgte dem Konzept, nicht nur die einzelnen Werkphasen chronologisch zu präsentieren, sondern die Idee der Welt als Ganzes zur Anschauung zu bringen. Unter diesem Gesichtspunkt wurde eine Reihe von filmisch dokumentierten Aktionen ebenso verfolgt wie die Herstellung tonnenschwerer Rastersteine und die Ausführung komplexer Raumgestaltungen.
» Publikation

 

·         Mario Decleva. Im Zwischensein, Stadtmuseum, Graz 2001.
Präsentation der Druckgrafik eines der wichtigsten Mitglieder des Grazer Forum Stadtpark mit dem Schwerpunkt der Untersuchung seines Beitrages zur spezifischen österreichischen Abstraktion, an der Decleva (1930 –1979) Zeit seines Lebens intensiv arbeitete.

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·         Elga Maly. Die Sinnlichkeit der Erinnerung, Stadtmuseum, Graz 2001.
Aus Anlass der Schenkung von 32 Ölbildern aus der Sammlung Günter und Ulrike Waldorf an das Stadtmuseum. Die scheinbar unauflöslichen Gegensätze abstrakter und Landschaftsbilder boten die Möglichkeit, am Beispiel von Elga Maly (1921 – 1989) die Fragen nach einem vielgestaltigen malerischen Prinzip und dessen Kontinuität im Werk und in der Zeit zu stellen.

» Publikation

 

·         Josef Pillhofer. In Form der Zeichnung, Kunsthaus, Mürzzuschlag 2000.
Die Korrespondenz eines umfangreichen zeichnerischen mit einem ebenso umfangreichen skulpturalen Werk stand im Zentrum der Ausstellungskonzeption. Ein selektiver Querschnitt von Blättern in den verschiedensten Techniken (Bleistift, Gouache, Kohle, Tusche, Collage etc.) reichte von den Kriegszeichnungen über die Pariser Figuren Anfang 1950, die Gebirgs- und Stadtlandschaften der 70er Jahre bis hin zu den jüngsten Arbeiten. In der Kunsthaus-Galerie waren im Sinne der angestrebten Korrespondenz Kleinplastiken von Pillhofer (* 1921) ausgestellt.

» Publikation

 

·         Kunst - Wissenschaft - Kommunikation, Steirische Landesausstellung,
Schloss Eggenberg, Stadtmuseum, Dom im Berg, Graz 2000
.
Wissenschaftliche Mitarbeit in den Sektoren Kunst und Ausstellungsgestaltung.

 

·         Publi©Domain. 3.Österreichische Triennale zur Fotografie, Eisernes Haus und
Stadtraum, Graz - Kunsthalle Tirol, Hall i.T.- Fotohof Salzburg – Forum
Stadtpark Graz – Galerija Studentskog Center, Zagreb, 1999.
Mit öffentlichen Bildern bzw. Bildern des Öffentlichen setzten sich 25 internationale KünstlerInnen auseinander. Sie produzierten auf Einladung Bilddaten, die in Graz als Plakate, Ausstellungsobjekte und Prints on Demand für das Publikum ausgedruckt wurden. Das Projekt zielte darauf ab, am Beispiel der Fotografie die aktive Gestaltungsrolle der Medien im Zusammenhang mit der Konstruktion von Öffentlichkeit zu untersuchen und die Kunstproduktion nicht auf den White Cube zu beschränken.

TeilnehmerInnen: Merry Alpern (USA), Lewis Baltz / Slavica Perković (USA / HR), Monica Bonvicini (I), Rosa Brueckl + Gregor Schmoll (A), Plamen Dejanov + Swetlana Heger (A), Tamara Horáková + Ewald Maurer (A), Andree Korpys + Markus Loeffler (D), Joker Robaard (NL), Martha Rosler (USA) Monica Studer + Christoph v d Berg (CH) u.a.

» Publikation / http://fototriennale.mur.at/archiv/1999/ 

 

·         2000-3. ArtSpace plus Interface, Künstlerhaus, Galerie im Priesterseminar,
Kaufhaus Kastner&Öhler, Öffentlicher Raum, Graz 1997
.
Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildete eine exemplarische Aufarbeitung und Darstellung des für die Kunst am Ende des 20.Jahrhunderts bestimmenden Verhältnisses von künstlerischen Interventionen und deren spezifischer Anordnung im Raum. Die dabei markierten Schnittstellen fokussierten das räumliche Gefüge nicht nur als ein physisches, sondern im Besonderen als ein gesellschaftsbezogen inhaltliches. In den vorgestellten künstlerischen Handlungsweisen zeigte sich als gemeinsames Merkmal das Interesse der KünstlerInnen an Orientierungen im Lebensraum.

TeilnehmerInnen: AES (RUS), Apsolutno (YU), Attila (NL), Alain Bublex (F), Formalhaut (D), Eric Hattan (CH), Markus Huemer (D), Protoplast (CH), Sodomka/Breindl/Math (A), subREAL (BG), Vadim Zakharov (RUS) u.a

» Publikation / Neue Galerie Graz

 

·         Lichtungen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik (Hg. Markus Jaroschka).
Beginn der Kuratorentätigkeit für den Kunstteil 1997.

Der Schwerpunkt dieses Projekts liegt einerseits, im Unterschied zu Katalogdokumentationen, auf der Präsentation künstlerischer Werke und Projekte im Medium Zeitschrift, andererseits auf der Vorstellung einer Werkgruppe, deren einzelne Teile sichtbar untereinander kommunizieren. Meist handelt es sich um jüngere steirische KünstlerInnen oder um solche, die geografisch im Netzwerk der Schwerpunktreihe transLOKAL – Literatur aus europäischen Städten zu hause sind.

» Publikation / www.lichtungen.at.

 

·         Radikale Bilder. 2.Österreichische Triennale zur Fotografie, Künstlerhaus und
Neue Galerie, Graz 1996
.
Im Zentrum der kuratorischen und künstlerischen Überlegungen stand die Frage, in welcher Form sich Fotografie radikalisieren muss und kann, um noch an der Konstruktion gegenwärtiger Wirklichkeiten und deren Interpretation mitzuwirken. Die Rolle der fotografischen Bildformen als ein mögliches Mediensystem der Vermittlung zwischen Umwelt, Gesellschaft und Subjekt geriet unter dieser Perspektive verstärkt ins Zentrum einer nicht nur spezifisch künstlerischen, sondern einer allgemeinen kulturellen Debatte.

TeilnehmerInnen: Art in Ruins (GB), Gilles Barbier (F), Richard Billingham (GB), Sabine Bitte / Helmut Weber (A), Anna & Bernhard Blume (D), Daniele Buetti (CH), Helen Chadwick (GB), Critical Art Ensemble (USA), G.R.A.M. (A), Gerald van der Kaap (NL), Jürgen Klauke (D), Tony Oursler (USA), Cindy Sherman (USA), Stephen Willats (GB) u.a.

» Publikation / Neue Galerie Graz

 

·         KunstHeimatKunst. steirischer herbst 1992-1994
In Cape Town / Grahamstown, St. Petersburg, Tokyo, Graz, 1994.
Abschlusspräsentation, Künstlerhaus, Graz 1994
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Das dreijährige Projekt wählte als Ausgangspunkt die Heimat als Kunstort. Damit wurde einerseits das Ziel verfolgt, die internationalen, in erster Linie auf die westliche Kunst zentrierten Blockbuster-Ausstellungen zu konterkarieren und diesen eine neue Struktur gegenüberzustellen, andererseits das Schlagwort vom globalen Dorf auf seine aktuelle Bedeutung und seine Wirksamkeit zu hinterfragen. Elf KünstlerInnen / Künstlerpaare wurden in das work in progress eingebunden. Sie sollten nicht an einer gemeinsamen Ausstellung arbeiten, sondern in jenen Räumen, die mit ihrem Lebensraum in unmittelbarer Verbindung stehen. Elf Beiträge – elf verschiedene Städte und Dörfer, Galerien und Plätze, private und öffentliche Räume in Europa, Afrika und Asien. Dort fanden die jeweiligen Projekte statt, wurden am Ort ihrer Entstehung rezipiert und in das Relais Graz als Projektzentrum eingespeist. Die Abschlussveranstaltung in Graz war weniger eine Dokumentation der Veranstaltungen, vielmehr eine Re-Produktion, eine Übersetzung der Geschehnisse als Transformation an einen anderen Ort.

TeilnehmerInnen: Eva Afuhs / Andrej Chlobystin (A/RUS), Biefer / Zgraggen (CH), Kurt Buchwald (D), Frank Castelyns (B), Horáková & Maurer (A), Matta Wagnest / Mio Shirai (A/JPN), IRWIN (SLO), Raimund Kummer (D), Ange Leccia (F), Sue Williamson/Willie Bester/Andrew Putter (RA), Vadim Zakharov (D/RUS).

» Publikation / Kunstforum International

 

·         Krieg. 1.Österreichische Triennale zur Fotografie, Neue Galerie, Graz 1993
Die Arbeit an der Ausstellung Krieg. wurde Anfang des Jahres 1993 begonnen. Die Entscheidung, eine Veranstaltung mit und um Fotografie in bezug zur nur wenige Stunden von Graz entfernt stattfindenden Katastrophe im ehemaligen Jugoslawien zu setzen, hat sich mit zwingender Selbstverständlichkeit ergeben: Der Realität und der Kunst gegenüber. Mit einem Thema wie Krieg. wurden die allgemeinen Bedingungen einer Kunst, die sich mit dem Realen einlässt, angesprochen. Für die Fotografie, jenes grundsätzlich abbildhafte Medium, bedeutete dies, das Sichtbare und Denkbare des Realen und seiner begreifbaren Fragmente zu formulieren.

TeilnehmerInnen: Dennis Adams (USA), Bader & Tanterl (D), John Baldessari (USA), Willie Doherty (IR), Seiichi Furuya (A/JPN), Herwig Kempinger (A), Astrid Klein (D), Elke Krystufek (A), Paper Tiger Television (USA), Pierre et Gilles (F), Martha Rosler (USA), Andrea van der Straeten (A), Nick Waplington (GB) u.a.

» Publikation / Neue Galerie Graz

 

·         KunstHeimatKunst, in Antwerpen, Ljubljana, 1993

 

·         KunstHeimatKunst, in Berlin, Jöss/Schlosspark Eybesfeld (Stmk), Patrimonio (Korsika), Baden bei Zürich, Potsdam, 1992

 

·         ArgusAuge. Fotografie im öffentlichen Raum, Königsplatz, München 1991
Mit Hilfe fotografischer oder auf Fotografie basierender Projekte sollte auf die beiden historischen Ebenen des klassizistischen Gesamtkunstwerks Königsplatz Bezug genommen werden: Auf die der Entstehungszeit und auf die des Aufmarschplatzes der Nationalsozialisten. Das Medium Fotografie stand erstmals vor der Aufgabe, innerhalb des öffentlichen Raums in Gestalt eines geschlossenen Architekturensembles zu agieren. Die Antikensammlungen, die Glyptothek, die Propyläen sowie der in seinen Ursprungszustand zurück versetzte Platz und sein städtebauliches Entree wurden von den KünstlerInnen auf der Ebene der site specifity mit einbezogen.

TeilnehmerInnen: Dennis Adams (USA), Silvie und Cherif Defraoui (CH), Hans Haacke (USA), Horakova & Maurer (A), Marie-Jo Lafontaine (B), Esther Parada (USA).

» Publikation / Kunstforum International

 

·         Bezugspunkte 38/88, steirischer herbst, Öffentlicher Raum Graz, 1988.
Das Motto des steirischen herbst lautete 1988 als Reaktion auf die 50.Wiederkehr des Anschlusses Österreichs an Deutschland Schuld und Unschuld der Kunst. In Übereinstimmung damit wurde das Kunstprojekt Bezugspunkte 38/88 entwickelt. Es sollte die KünstlerInnen herausfordern, sich mit Geschichte, Politik und Gesellschaft auseinander zusetzen und damit einen geistigen Raum wieder zu besetzen, der in einem permanenten – ebenso unreflektierten wie gesteuerten – Rückzugsgefecht der alltäglichen Gleichgültigkeit überlassen wurde. Das Projekt meinte die Geschichte als Auslösefaktor für die Gegenwart, keine systematische Aufarbeitung, sondern den Blick zurück mit dem Bewusstsein des Heute. Graz erhielt – in nationalsozialistischer Terminologie – den Ehrentitel Stadt der Volkserhebung verliehen. Als Auszeichnung dafür, dass hier früher und intensiver die Ideen der Bewegung Fuß fassen konnten. 16 Schaltstellen des Naziregimes – also nicht die logischen Festräume der Stadt - wurden als Orte der künstlerischen Intervention ausgewählt. Am Anfang stand die (historische, geistig-inhaltliche und räumliche) Situation – das Ergebnis der Auseinandersetzung mit ihr sollte das Kunstwerk sein. Nicht im Sinne einer spektakulären künstlerischen Stadtmöblierung, sondern einer unmittelbaren Konfrontation mit einer städtischen Öffentlichkeit, deren Geschichte und Gegenwart.

Teilnehmende KünstlerInnen: Dennis Adams (USA), Peter Baren (NL), Jacques Charlier (B), Walter Daems (B), Braco Dimitrijevic (F), Fedo Ertl (A), Bill Fontana (USA), Jochen Gerz (F), Hans Haacke (USA), Eric Hattan (CH), Werner Hofmeister (A), IRWIN (SLO), Peter Kogler / Romana Scheffknecht (A), Beate Passow (D), Norbert Radermacher (D), Heribert Sturm (D).

Werkstadt Graz und Kunstforum International

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