
Ao. Univ. Prof. Dr. DI Christian Reinhard Vogl Institut für Ökologischen Landbau, Universität für Bodenkultur Wien Auditor für Qualitätsmanagmentsysteme, Biobauer Zur Person: Habilitation 12/2003 im Fach Ökologischer Landbau Arbeitsschwerpunkte: - Richtlinien, Gesetze, Zertifizierung und Akkreditierung im Ökologischen Landbau
- Bäuerliches Erfahrungswissen (Local knowledge) zu Pflanzen, Tierheilkunde, Boden, Bodenkultur & Wetter)
- Bäuerliche Hausgärten, Städtischer Ökologischer Landbau
- Traditioneller Landbau und indigene Nutzungstechniken in Lateinamerika
Motto: “Only scientists who are genuinely having fun, do good research” (Bernard 2002) Arbeitsstil: Dienstag-Donnerstag: Um 6 Uhr Früh 1 h lang Mails lesen und sofort beantworten; dann 12 h lang StudentInnen für „die BOKU und unsere Forschungsthemen begeistern“ und um 19 Uhr den Tag mit Dissertanten, Kollegen oder Geldgebern beim Abendessen ausklingen lassen; Montag und Freitag: absolute Ruhe fürs Lesen und Schreiben von Artikeln und Projektanträgen; Ziel: Aufbau einer starken Arbeitsgruppe engagierter WissenschaftlerInnen für die wiss. Untersuchung von bäuerlichem Erfahrungswissen (Wiener Schule der Ethnobiologie an der Universität für Bodenkultur). Wiss. Funktionen: Board Member der Society for Economic Botany, Mitglied der Int. Society for Ethnobiology, der Latin American Studies Association und des wiss. Kommitees des Ö. Inst. F. Lateinamerikaforschung. Wiss. Commitment: Explizite Förderung von jungen WissenschaftlerInnen in ihrer wiss. Karriere; Web: http://www.nas.boku.ac.at/christian-vogl.html ProjektmitarbeiterInnen* und/oder DissertantInnen° derzeit: Dr. Brigitte Vogl-Lukasser,* Mag. Anja Christanell*°, Mag. Hemma Burger-Scheidlin*°, DI Anna Hartl*, DI Luis Vildozo°, DI Konrad Berghuber°, Lic. Maria Miguel Ribeiro°*, DI Racheli Ninio°, Christian Bertsch°, Johanna Putscher° | „Die Rückkehr der Vielfalt: Warum unseren alten, regionalen Gemüsesorten und Tierrassen die Zukunft gehört“ Während Kochbücher den Büchermarkt überschwemmen, geben moderne Küchen meist Einblick in eine geschmackliche Verarmung. Statt den einstigen 5.000 heimischen Apfelsorten um 1900 lässt sich das aktuelle Angebot im Supermarkt an einer Hand abzählen. - Dennoch gibt es gesellschaftliche Zeichen, dass die alten, fast schon vergessenen Haustierrassen und Kulturpflanzen wieder eine Zukunft haben. Weniger als 30 Pflanzenarten übernehmen dreiviertel der Welternährung Nur noch 30 Pflanzenarten sorgen gegenwärtig für 75 % der Welternährung. Alleine im vergangenen Jahrhundert verschwanden weltweit an die 250.000 Pflanzensorten. Auch in der sogenannten Dritten Welt ist die Situation dramatisch: Noch vor einem Jahrhundert wurden in Indien etwa 30.000 lokale Reissorten angebaut – heute sind es nur noch 12 Sorten auf ¾ aller Anbauflächen. Mit der Industrialisierung verschwand weltweit die Kulturpflanzenvielfalt in einem atemberaubenden Tempo – so schätzt die FAO, dass im letzten Jahrhundert rund 75 % der Sorten unwiederbringlich verloren gingen. 40 Nutztierrassen sind in Österreich gefährdet Nicht nur viele Wildtiere stehen in Österreich auf der „Roten Liste“, sondern auch zahlreiche landwirtschaftliche Nutztiere. Allein in Österreich sind über 40 Nutztierrassen gefährdet und damit auch ihre wertvollen Eigenschaften wie Robustheit, Resistenz gegen diverse Krankheiten und ihre ausgezeichnete Produktqualität wie feinfasriges Fleisch und spezielle Fettsäuremuster. Spitzenköche sind längst auf den Geschmack gekommen Alte Gemüseraritäten oder Fleischspezialitäten von alten Haustierrassen bieten völlig neue Genüsse. Dabei bedeutet die Wiederentdeckung unserer alten, regionalen Züchtungen weit mehr als nur eine zusätzliche Bereicherung am Speiseplan: Sie sorgen einerseits für eine unverwechselbare regionale Identität und garantieren andererseits die lebensnotwendige Vielfalt unserer Pflanzen und Tiere für eine zukünftige Landwirtschaft. Wiederbeleben der kulturellen Vielfalt BIO AUSTRIA, Arche Noah, Arche Austria und Slow Food starten 2008 ein gemeinsames Projekt zur Belebung des „Vielfalter“-Marktes mit alten Kulturpflanzen und Tierrassen. Ziel ist der Aufbau eines neuen Marktes für „Vielfalter-Produkte“ und das Gewinnen zahlreicher Biobäuerinnen und Biobauern für eine neue Biodiversität am Acker und in den Ställen. |