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Druckschriften

Der Bestand an Drucken bildet den umfangreichsten Teil der Abteilung für Sondersammlungen und gliedert sich folgendermaßen:  

  • 16. Jahrhundert: 13.000 Bände  
  • 17. Jahrhundert: 14.400 Bände  
  • 18. Jahrhundert: 38.200 Bände  
  • 1800-1850: 39.000 Bände  
  • 1850-1900: ca. 200.000 Bände  

Diese Druckschriftenbestände sind derzeit nur durch einen Formalkatalog in Zettelform vollständig erschlossen (Mikrofiche-Ausgabe 1984). Die Rekatalogisierung der Buchbestände des 16. Jahrhunderts im Bibliothekskatalog läuft.  

Für die Grazer Drucke von 1585-1806 der Offizin Widmannstetter existiert ein Nachweis der in der Universitätsbibliothek Graz vorhandenen Exemplare in der Bibliographia Widmanstadiana von Theodor Graff, Graz 1993. Für die von den anderen Grazer Verlagen produzierten Drucke 1781-1850 im Besitz der Universitätsbibliothek Graz besteht ein gedruckter Sonderkatalog von Irmgard Trummler.

Schwerpunkte

Besondere Schwerpunkte bei den Drucken des 16. und 17. Jahrhunderts bilden die zahlreichen Erstausgaben protestantische Autoren. Da das Herzogtum Steiermark als erste Provinz des deutschen Reiches durchgängig (mit Ausnahme des Hofes) den protestantischen Glauben annahm, und viele steirische Adelige an den protestantischen Universitäten studierten, flossen reiche Buchbestände in das Land.

An der Grazer protestantischen Stiftsschule wirkten bekannte Persönlichkeiten wie David Chytraeus und Johannes Kepler. Mit der Ankunft der vom Erzherzog Karl ins Land gerufenen Jesuiten, der Begründung der Bibliothek des Jesuitenkollegs, das 1585 zur Universität wurde, kam nun wieder von katholischer Seite weiteres Buchmaterial in die Steiermark.

1596 wurden die steirischen Protestanten vertrieben; bei den spektakulären Bücherverbrennungen wurden aber anscheinend nur Dubletten verbrannt. So wurden durch die Jesuiten alle wichtigen protestantischen Publikation, zumeist in der Erstausgabe, bewahrt - bei den Bibelübersetzungen Luthers blieben eine große Zahl verschiedener Ausgaben erhalten - offenbar scheute man sich, Bibeln zu verbrennen.  

Der Lehrbetrieb der Jesuitenuniversität fand bald einen neuen Schwerpunkt: Mathematik und Astronomie. Der Jesuit Paul Guldin (in Graz tätig 1618-1643), der mit Kepler nach dessen Weggang einen intensiven Briefwechsel unterhielt, baute eine umfangreiche mathematische Bibliothek auf, von der noch an die 300 Titel nachweisbar sind. Darunter befinden sich die Erstausgaben der Logarithmentafeln von Napier und Bürgi, ein Großteil des Oeuvres Galileis und Keplers. Diese mathematische Bibliothek wurde von den Jesuiten nach dem Tode Guldins weiter gepflegt und als eigener Bestand Bibliotheca Mathematica aufgestellt. Ergänzt werden diese Bestände durch die mathematischen Bücher der Sammlungen Hollstein/Herberstein.  

Ein Verzeichnis der mathematischen Bestände von Ernst Seidl weist 752 Titel nach: davon entfallen 13 auf das 15. Jh., 228 auf das 16. Jh., 257 auf das 17. Jh. und 254 Titel auf das 18. Jh.

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