DigitalisierungLeitung: Karl Lenger / MitarbeiterInnen
Das Digitalisierungszentrum an der Universitätsbibliothek Graz nahm seine Arbeit 1997 unter der technischen Leitung von Karl Lenger auf und hat sich bis heute umfangreiches Know-how auf diesem Gebiet erarbeitet und gilt nun als europäisches Kompetenzzentrum der Qualitätsdigitalisierung für kostbares und empfindliches Bibliotheksgut. Die primäre Aufgabe des Digitalisierungs Zentrums ist die Aufnahme der unikalen Bestände der UBG. Daneben erfüllen wir Einzelaufträge von Privatpersonen und übernehmen Arbeitsprojekte von namhaften Sammlungen wie der UB Heidelberg, Stadtarchiv Regensburg, des Phonogrammarchivs Wien, oder der Bayerischen Staatsbibliothek in München uva. Wir fungieren auch als Berater beim Aufbau von Digitalisierungseinrichtungen. Die Vision des Grazer Konzepts ist die hybride Bibliothek, in der alle Handschriften und Unikate im Netz frei zugänglich sein werden. Die Digitalisierung liefert nicht nur das digitale Rohmaterial, sondern ist auch für die Implementierung der Bildfiles, für das Screendesign und die mediengerechte Aufbereitung zuständig. Darüber hinaus produziert die Digitalisierung auch kommerzielle Objekte: elaborierte CDROMs, Faksimiles und Nachdrucke, Kunstdrucke und Spiele. Objektschonender Kameratisch für die Digitalisierung empfindlichen Buchguts Um alle konservatorischen Auflagen zu erfüllen, wurde an der Universitätsbibliothek Graz für die Digitalisierung vom Leiter der Restaurierung, Manfred Mayer, ein spezieller, in seiner Art einzigartiger Reprotisch entwickelt. Inzwischen findet dieser “Grazer Kameratisch“ in namhaften europäischen und amerikanischen Institutionen Anwendung. Die wertvollen Kodizes müssen zur Aufnahme nur ca. 90-120° weit geöffnet werden.
Massendigitalisierung von gebundenen Objekten Neben der hochwertigen Qualitäts-Digitalisierung mit einer Auflösung bis zu 25 Megapixel gibt es in Graz auch die Massendigitalisierung neuerer Literatur. Es ist zudem auch gelungen, eine brauchbare Fraktur-Schrifterkennung (Fraktur OCR) in ein recherchierbares Adobe Acrobat PDF Text-Dokument zu implementieren. Mit einem Scan-Roboter der Firma Treventus werden etwa 1000 Seiten pro Stunde digitalisiert. Der Roboter arbeitet konservatorisch besonders schonend – über ein Vakuumgebläse wird die Buchseite doppelseitig aufgenommen, anschließend werden die Seiten mittels Luftdruck automatisch umgeblättert. Aufbewahrung der Handschriften Die Aufbewahrung der Handschriften in der Universitätsbibliothek Graz erfolgt unter strengsten konservatorischen und sicherheitstechnischen Vorgaben (Lagerung im alarmgesicherten Tresorräumen mit klimatechnischer Ausrüstung, d. h. mit 50% Luftfeuchte bei maximal ca. 17°C). Während der Bearbeitung im Aufnahmeraum (klimatisiert mit 20°C) werden permanente Klimaaufzeichnungen bzw. Kontrollen durchgeführt. Das Handling der Objekte erfolgt grundsätzlich nur durch konservatorisch geschultes Personal. Produktionslinien der Grazer Digitalisierung:
Jede Handschrift, jede Inkunabel und jeder Druck bis 1930 aus unserem Bestand kann als Farb-CDROM oder Ausdruck erworben werden (mehr Info). |


