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Francesco Petrarca. 1304-1374. Vater des Humanismus

Ausstellung vom 20.7. bis 16.9.2004.
Gestaltet von Werner Hohl (UB Graz)

Ausstellungskatalog Petrarca

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Petrarca heute?

Petrarca war ein intellektueller Vielschreiber im 14. Jahrhundert, also im Mittelalter ... Was er schrieb, waren aber keine Abhandlungen zu Theologie und Recht. Sondern italienische Gedichte, die Manche noch heute lesen - von den meisten deutschen Übersetzungen ist eher abzuraten - und in Latein ein paar Bücher und jede Menge Briefe - von denen ist nur das wenigste übersetzt, und deshalb liest sie auch fast Keiner.
Sicher ist, dass diese Gedichte so genial und neu, dass diese Briefe und Bücher so neu und interessant waren, dass sie von Hand zu Hand gingen und Viele veranlassten, anders als bisher zu denken und zu schreiben. Und dadurch, hat man später festgestellt, sei der Humanismus entstanden und die Renaissance begründet worden, welche das Mittelalter beendet haben.

Was wollte Petrarca?

Der Humanismus beschäftigt sich mit Sprache und Literatur der Antike ... Bei den Denkern und Dichtern der Antike fand Petrarca den Menschen im Zentrum des Denkens stehen und zum Ziel allen Forschens und Bildens gesetzt. Das faszinierte ihn. Und weil er eben dies in Schrifttum und Wissenschaft seiner Zeit nicht fand, schrieb er selbst. Weil er überzeugt war, dass es nichts Interessanteres und Wichtigeres gebe als den Menschen.
Wären wir ohne ihn also heute noch im Mittelalter? Wohl nicht, aber die Neuzeit hätte vielleicht völlig anders ausgesehen ohne ihn. Die neueste Zeit hat ihn längst wieder verloren. Ob wir heute etwas gewinnen, wenn wir ihn wiederfinden, kann nur die Beschäftigung mit ihm erweisen. Nicht anders als die Beschäftigung mit Platon, Horaz, Thomas von Aquin, Goethe oder Kant.

Was will diese Ausstellung?

An Petrarcas Geburtstag vor 700 Jahren, am 20. Juli 1304, erinnern ... Den Anlass nützen, um auf einige Gedanken hinzuweisen, die Petrarca sich machte über den Menschen, und die von ihm aus weiter gegangen sind. Einige Themen aus den Schriften der Humanisten hervorzuheben, die zeigen, dass Humanismus mehr ist als tote Sprachen. Dass dieser Humanismus vielleicht Einiges zu bieten hat. Einigen, die heute - zwischen Wissenschaft und Industrie, Pluralismus und Fundamentalismus, Freizeit und Konsum, Masse und Vereinsamung - den Platz des Menschen suchen.

Francesco Petrarca