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Pandurenritt - Von der kaiserlichen Kavallerie zu den Panduren des Friedens

Ausstellung vom 8.7. bis 22.8.2003.

Diese Ausstellung ist eine Kooperation zwischen der Universitätsbibliothek Graz,
der Forschungsstelle für Krisen- und Katastrophenmanagement (Uni Graz),
der Offiziersgesellschaft Steiermark,
der Gesellschaft der Freunde der Kavallerie und
dem Kommando Internationale Einsätze.

Video von der Eröffnung (wmv)

Ausstellungskatalog

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Die Gesellschaft der Freunde der Kavallerie betreibt Schreibtisch- und Feldforschung: sie zeigt Rüstung und Adjustierung von Pferd und Reiter auf, von der Napoleonik über 1860/66 bis einschließlich Jahrhundertwende, und befaßt sich unter anderem mit der k.u.k. Kavallerie-Ausbildung und den Exerzier-Reglements (Mitte und Ende 19. Jh).

Anläßlich der aktuellen Kavallerie-Ausstellung in der Bibliothek der Karl-Franzens-Universität sei ein kurzer geschichtlicher Abriß gegeben, der die Exponate der Gesellschaft vor diesem Hintergrund zusammenfaßt:

1860 wurde in Stockerau ein Trani-Ulanen-Regiment aufgestellt, als Erprobungsregiment ganz im Sinne einer heutigen „Heeresreform light“ und als Vorreiter für die Adjustierung der ganzen späteren Kavallerie ab 1868.
Trani-Ulanen: ein nicht einmal 10-jähriges Intermezzo in der Geschichte der Kavallerie, so pittoresk und exotisch mit den lammfellverbrämten roten Quadratl’n am Kopf, der hohen seitlich angebrachten Raubvogel- oder Truthahnfeder (je nach Offizier oder Mannschaft), den Nackentüchern (nur in der Südarmee), den hellblauen Hosen und der über der dunkelblaue Bluse umgehängten ebenfalls hellblauen Ulanka, sowie – bei den Gemeinen – der Lanze und der Lorenzpistole. Die Pferde gezäumt mit einem Halfter, in das eine Knebeltrense mit kurzer Kette eingehängt wurde, und der S-Kandare, mit gekreuzten Lederbändern auf der Stirn, die Sättel Holzgestelle, zum Teil ohne Sitzleder, mit übergeworfenem Schaffell.

Mit 1867/68, dem Zeitpunkt der großen Heeresreform nach Königgrätz, wurde das Hellblau der Hosen und Waffenröcke der Trani-Ulanen maßgeblich für die Waffenröcke aller drei Waffengattungen der Kavallerie: Husaren, davor mehrfärbig, Dragoner, davor weiß, Ulanen, davor grün. Die Hosen jedoch wurden nicht hellblau, sondern waren ab 1868 krapprot (nach der Ermordung von Kaiser Maximilian in Mexico war viel roter Stoff übrig …). Die Offiziere trugen eine silberne Patronen-Kartusche am Rücken, die am roten Leder-Bandelier mit goldener Borte, unter der Spange an der linken Schulter verlaufend, befestigt war.
Gleichzeitig wurde auch bei den Kopfbedeckungen vieles anders: bei den Ulanen wich die federgeschmückte Tatarka (auch Konföderatka) der bekannteren Tschapka mit dem Roßhaarbusch, die Dragoner trugen in Abwandlung des Kürassierhelmes den Dragonerhelm mit dem Kamm à la Minerve, die Husaren statt der pelzverbrämten Kutsma nun den Tschako mit Lederschirm, dem Vitéz-Kötés (Posamentrieschmuck) und vorne angebrachtem Roßhaarbusch.
Ebenso wurden für alle drei Gattungen gleichermaßen Pelze, d.h. lammfellgefütterte Winterröcke eingeführt: Pelzulanka für die Ulanen, Pelzrock für die Dragoner, Pelzattila für die Husaren. Der Mantel hingegen diente nicht dem Wärmeschutz des Reiters, sondern wurde bei Schlechtwetter als Regenschutz verwendet.
Die Bewaffnung sah für Offiziere Säbel mit goldenem Portépée, für die Mannschaft Säbel mit ledernem Faustriemen vor, für die Offiziere zudem einen Revolver System Kropatschek bzw Rast & Gasser.
Und schlußendlich wurde auch die Pferderüstung vereinheitlicht: Bocksättel mit längs geripptem Sitzleder und mit Metall eingefaßter Kappa, als Sattelunterlage diente den Offizieren ein schwarzer, den Mannschaften ein weißer Woilach, Vorderzeug, S-Kandare mit Unterlegtrense. Marsch- und feldmäßig sah die Standardausrüstung dann wie folgt aus: zusätzlich Marschhalfter mit Anbinderiemen, Hufeisentasche links hinten, Packtaschen beidseitig vorne, Hafersack hinten, zur Scheibe gefalteter Leinentränkeimer über der rechten Packtasche, Anbindepflock.

Die Gesellschaft hofft, mit diesem kurzen Geleit für die Ausstellung sowie den gezeigten Exponaten dem Besucher Wissenswertes zu bieten, und freut sich über das entgegengebrachte Interesse.

Der guten Ordnung halber sei erwähnt, daß der Großteil der Exponate der Gesellschaft ergänzt wird durch Leihgaben befreundeter Sammler. Sofern es sich bei den Exponaten nicht um Originale handelt, wurden sie den jeweiligen Vorschriften gemäß vom Material und Schnitt her so authentisch wie möglich nachgebildet.

Die Gesellschaft veröffentlicht ein bis zweimal im Jahr ihre Zeitschrift „Der Kavallerist“, die neben den geschichtlichen Schwerpunkten und Auszügen aus Vorschriften sowie fachlicher und schöngeistiger Literatur ebenfalls die Chronik der Ausrückungen und Veranstaltungen der Gesellschaft enthält. „Der Kavallerist“ liegt auch in der Buchhandlung „Stöhr“ in der Lerchenfelder Str. 78-80, 1080 Wien auf.

Rodakowski

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