aus: Claudia Karolyi, Der kalte Blick. Jürgen Czaschkas Kupferstichfolge „Odysseus“ (Biblos 49,1, 2000) "Erst 1998 hat ein Künstler, der es mit Gottfried Benns Satz "Die Dinge müssen kalt geschmiedet werden‘ hält, einen philosophisch-analytischen Blick auf den homerischen Odysseus geworfen und mit seinem Stichel in aller Schärfe verhandelt ..." „Die 12 Stiche, die 1998 entstanden, begreift der Künstler nicht als Illustration der gesamten Odyssee. Er sei Kupferstecher und nicht Philologe, betont Czaschka, und schon der Titel des Zyklus, Odysseus, zeige, dass er nicht d i e Odyssee illustriere, sondern s e i n e ..." "Mit seinen kühlen, sperrigen Blättern, allesamt Reflexionen über die europäische Kultur- und Geistesgeschichte, betreibt Czaschka ein nichtverbales, aber dennoch schriftliches Philosophieren und scheut sich nicht, den weiten Blick des Illustrators auf das gesamte Werk zugunsten einer provokanten Fokussierung aufzugeben, um den vertrauten Blick des Betrachters zu irritieren ..." aus: Walter Henß, Kupferstich aktuell – Zum Ouevre Jürgen Czaschkas. (Graphische Kunst, Memmingen, Heft 39, 1992) "... Die in seinen Stichen eklatant wahrnehmbare, formstrenge Realität – sie sei empirisch fundiert aus Mythos, Natur, Literatur, Geschichte oder Zeitgeschehen – gelangt zur Darstellung jedenfalls vor allem, um den eigentlichen gedanklich meist weitgespannten Bildgehalt auf die Bahn zu bringen. Das Figurative, das real Abgebildete, ist wesentliches Ausdrucksmittel der Anteil- und Stellungnahme des Menschen und Künstlers Jürgen Czaschka zu Phänomenen und Problemen des Lebens schlechthin; möglicherweise sogar ontologisch gedacht im Sinne Benns als „Traum von Form“, als eigener Beitrag wider das Chaos ..." Lebenslauf 1943 geb. in Wien 1961 – 67 Studium der Geschichte und Germanistik an der Uni Wien 1967 Promotion 1967 – 72 verschiedene Berufe wie Journalist, Lektor und Buchhersteller, Werbegrafiker 1972 Übersiedelung in die Bundesrepublik Deutschland 1973 – 77 Bühnenbildner in Ulm, Paderborn und Pforzheim 1977 – 83 freischaffender Künstler in Berlin, im ersten Jahr Radierer, dann nur noch Kupferstecher 1984 – 99 in Steinen bei Lörrach, es entstehen die Mappen:·Gottfried Benn, 10 Statische Gedichte (Berlin 1987),·Don Giovanni (Berlin 1990), ·Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen (München 1993) 1992 – 93 Galerie „Il bulino“ mit der ersten Ausstellung „Kupferstich heute“ 1993 – 98 „Il bulino“ – Handschriften (handgeschreibene Bücher in Auflage mit Originalgraphik) 1999 Übersiedelung nach Fanano, Provinz Modena | |