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Antike Seefahrt

Ausstellung vom 15.11. bis 10.12.1999.

Gestaltet von Barbara Schloffer, Modelle: Mag.Dr. Klaus Tausend (Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde).

Ausstellungskatalog

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Die Ausstellung beschreibt anhand von rekonstruierten Schiffen die wichtigsten Stationen der Geschichte der Seefahrt der Griechen und Römer. Ausgehend von einem Modell eines minoischen Schiffes, dessen Vorbild eine Schiffsdarstellung aus dem 16. Jh. v. Chr. ist, wird mit Texten, Abbildungen und weiteren Modellen ein Bogen bis in die Spätantike gespannt. Besonderen Raum nimmt dabei die griechische Triere, das Schiff der Perserkriege und der athenischen Seeherrschaft ein. Der zur Ausstellung erscheinende Katalog gibt zusätzlich Auskunft über Schiffbau und Seereisen in der Antike, sowie über Handel und Kriegsführung zur See.

Minoische Schiffe sind Rundschiffe mit gleich hohem Vorder- und Hintersteven, deren Heck deutlich höher scheint als der Bug, der allerdings mit einer Stange, die mit allerlei Blumen- und Tierdekor verziert war, "verlängert" wurde.

An der Außenhaut des Hecks ist eine Konstruktion wiedergegeben, die aus einem den Kiel verlngernden Brett und dessen Stütze am Steven besteht. Die Deutungsmöglichkeiten für dieses Konstrukt sind vielfältig. Es diente entweder zur Stabilisierung des Schiffes in rauher See, als Rammsporn oder als "Bordtoilette". Da der Steven als Hintersteven erkannt werden konnte, scheidet eine Deutung als Rammsporn aus.

Das älteste bekannte phönikische Schiff ist ein ca. 1200 v. Chr. am Kap Gelidonya gesunkenes, das Waren aus Zypern an Bord hatte. Der im 7. Jh. v. Chr. am weitesten verbreitete Schiffstyp war der Fünfzigruderer. Um jedoch die fünfzig Ruderer unterzubringen, brauchte man ein Schiff von etwa 30 Metern Länge, also auch einen entsprechend langen Kiel.

Die Handelsschiffe der Phöniker waren ausnahmslos Segelschiffe. Die Bireme des 7. Jh. v. Chr. hat mit den Handelsschiffen wenig gemein. Der Vordersteven luft in einen Rammsporn aus, der Hintersteven ist eingezogen.

Die Triere (zur Zeit der Perserkriege) war ein im Gefecht gerudertes Kriegsschiff, das über größere Distanzen auch gesegelt werden konnte. Im Falle eines Kampfes konnte das Segel entweder im Bug des Schiffes verstaut oder an Land zurückgelassen werden.

Der Bau der Trieren wurde vom Staat finanziert, für die Instandhaltung kamen wohlhabende Bürger auf. Diese "Extrasteuer" für die Reichen Athens bezeichnete man als Liturgien. Unter den Liturgien war eine der finanziell aufwendigsten sicher die des Trierarchen. Ein Trierarch musste nicht nur ein Schiff reparieren lassen, sondern auch für die Mannschaft aufkommen. Als Besatzung befanden sich auf den Trieren abgesehen vom Trierarchen noch die Ruderer, zehn Epibaten, vier Bogenschützen und die Hyperesia, bestehend aus Steuermann, Keleustes, Pentekontarchos, Auletes, Schiffszimmerer und Bugoffizier. Der Bugoffizier ist der Assistent des Steuermannes. Der Keleustes gab Anweisungen des Steuermannes an die Seeleute weiter und den Schlagrhythmus der Ruder vor. Eine ähnliche Aufgabe dürfte der Aulet gehabt haben. Insgesamt waren etwa 200 Personen an Bord.

Zu Beginn des 1. Punischen Krieges im Jahre 264 v. Chr. besaßen die Römer keine Flotte. Um die erprobten Landsoldaten auch in Seegefechten einsetzen zu knnen, entwickelten die Römer eine spezielle Technik. Eine mehr als sieben Meter lange Enterbrücke, die fest mit dem Schiff verbunden und drehbar war, sodass man sie zu beiden Seiten des Schiffes einsetzten konnte, wurde über Rollen aufgezogen.

Ein Eisensporn am vorderen Ende, der sich nach dem Fallenlassen der Enterbrücke auf das Deck des feindlichen Schiffes durch dieses bohren sollte, gab der Konstruktion ihren Namen: corvus (Rabe). Dieser Dorn sollte sich im Deck des feindlichen Schiffes festhaken und Truppen ermglichen, an Bord des feindlichen Schiffes zu gehen .

Der Grund für die recht kurze Lebensdauer dieser Erfindung drfte ihr nachteiliger Effekt auf die Seetauglichkeit der Schiffe gewesen sein. Die schwere Enterbrcke machte die Schiffe topplastig, was bei stürmischem Wetter fatal war.

Römische Corbita. Die Handelsschiffe der Antike waren Segelschiffe, die- wenn überhaupt - nur für das Manvrieren im Hafen mit Rudern ausgestattet waren. Die Beschränkung auf Segel als Fortbewegungsmittel hatte einerseits den Vorteil, dass durch das Einsparen der Ruderbänke wichtiger Platz zur Lagerung von Waren gewonnen werden konnte und andererseits eine sehr kleine Mannschaft ausreichte, um das Schiff auf See zu bewegen.

Die Handelsschiffahrt nahm bei den Römern einen großen Stellenwert ein. Die Schiffe hatten- wie Funde von Wracks zeigen- eine Tragfähigkeit zwischen 60 und 300 Tonnen. Aus der Zeit zwischen 200 v. Chr. und 300 n. Chr. wurden über vierzig römische Handelsschiffe gefunden .