Sprachausbau bezeichnet die Formen, in denen die gegebenen Strukturen eines Sprachsystems als Ressourcen für eine komplexere Sprachpraxis genutzt werden, insbesondere für die entsprechend artikulierte Schriftkultur. Damit werden die in der Forschung bisher unzureichend berücksichtigen Fragen der Konsequenzen gesellschaftlicher Anforderungen an eine Sprache in den Blick gerückt. Die beobachtbaren Sprachverhältnisse müssen als Lösungen in einem Spannungsfeld von tradierten Strukturressourcen und ihnen inkongruenten Strukturanforderungen analysiert werden; dazu dienen zumeist fremde Muster, die in mehrsprachigen Kontexten zugänglich werden. Die Harmonisierung dieser fremden Muster mit den tradieren Sprachbauvorgaben erweist sich dabei als wichtige Achse der Weiterentwicklung. Insofern steht diese Forschung im Bezugsfeld von Sprachtypologie (Sprachbauprinzipien) und Sprachkontaktforschung auf der einen Seite, sowie kulturanalytischen Forschungsansätzen auf der anderen.
Zum Konzept des Sprachausbaus, s. die Antrittsvorlesung (6.11.2007) von Maas zu seiner Honorarprofessur an der Universität Graz „Können Sprachen einfach sein?“ (in: Grazer Linguistische Studien 69 / 2008: 1 – 44)
Am Zentrum sollen vergleichende Untersuchungen und auch regionale Fallstudien unternommen werden, insbesondere auch in Form von Dissertationen. Das Zentrum soll die Arbeit an solchen Fragestellungen in der Geisteswissenschaftlichen Fakultät anstoßen und zugleich entsprechende Vorhaben strukturieren helfen. Über die eigene Forschungsarbeit hinaus soll das Zentrum dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen international verstreuten und auch disziplinär unterschiedlich ausgerichteten Forschungsaktivitäten in diesem Feld bündeln zu helfen. Die Kooperation mit einer Reihe solcher Forschungszentren, vor allem auch die Organisation von Tagungen zu solchen Fragen ist ein Ziel des Zentrums.
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