Zitierrichtlinien
für
schriftliche Arbeiten im Bereich der Systematischen Musikwissenschaft
an der Uni Graz
Zuletzt revidiert: 5.3.2012
Für schriftliche Arbeiten im
Bereich der Systematischen Musikwissenschaft an der Uni Graz brauchen Sie nur folgende Zitierrichtlinien lesen. Die Richtlinien des Instituts für Musikwissenschaft sind nicht dafür nötig, dennoch enthalten sie nützliche zusätzliche Anregungen, die Studierende kennen sollten.
Auch wichtig ist der Leitfaden für Bachelor- und Masterarbeiten,
der im März 2012 von der Curriculakommission Musikologie
formuliert wurde. Interessant sind darüber hinaus die
entsprechenden Richtlinien der KUG.
Bei allen sollen Richtlinien, Leitfaden
und Empfehlungen gilt die Regel: Präsentation ist wichtig, aber
Inhalt
ist wichtiger! Passt der Inhalt Ihrer Arbeit nicht, kann sie nicht
durch schöne Präsentation (Zitierweise, Formattierung von
Überschriften usw.) gerettet werden.
Warum lernt man Zitierregeln?
Wenn Sie schon von Beginn
an richtig zitieren,
lernen Sie schneller die Regeln. Die Aufgabe, richtig zu
zitieren, wird immer leichter. Sie erleichtern
auch die
Lektüre für
LeserInnen, die das entsprechende Format kennen. Zitieren Sie
falsch, werden Sie oder eine
andere Person
früher oder später die Arbeit korrigieren
müssen. Also
besser gleich richtig zitieren!
Folgende Zitierrichtlinien
entsprechen weitgehend dem APA
manual bzw. den
Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für
Psychologie (1997). Ändern sich diese Regeln, ändern
sich die
Zitierrichtlinien für
schriftliche Arbeiten im
Bereich der Systematischen Musikwissenschaft automatisch mit.
Sie
erhalten schnell einen
Überblick über APA-Format, indem Sie die Beispiele
unten
anschauen oder im APA-Manual das Sample
one-experiment paper und die Checklist
for manuscript submission lesen. Im Internet
finden Sie auch viele Zusammenfassungen
der APA-Richtlinien (auch englischsprachig) wenn Sie
"APA style"
suchen.
Format der
Literaturliste
Das Wichtigste am APA-Format ist das
Format der
Literaturliste. Ein paar
Beispiele:
Monograph (Buch, dessen Kapitel alle
von dem/der gleichen Autor/innen verfasst wurden):
Dorschel, A.
(2008). Vom
Preis des
Fortschritts. Gewinn und
Verlust in der Musikgeschichte.
Vienna: Universal Edition.
Herausgegebenes
Buch (mit Kapitel, die von unterschiedlichen Autor/innen verfasst
wurden):
Parncutt, R.,
& McPherson, G. E. (Eds., 2002). The
science and
psychology of music performance: Creative strategies for teaching and
learning. New
York: Oxford University Press.
Artikel in einer
Zeitschrift (erscheint regelmäßig mit neuen
Beiträgen):
Reicher, M. E. (2000).
What is it to compose a musical work?
Grazer
Philosophische Studien, 58/59,
203-221.
Kapitel in einem Buch (erscheint
einmal - oder wiederholt in neuen Ausgaben mit ähnlichem
Inhalt):
Dahlhaus, C. (1997). Musikwissenschaft und Systematische
Musikwissenschaft. In C. Dahlhaus & H. de la Motte-Haber
(Eds.), Systematische
Musikwissenschaft (pp.
25-48). Laaber, Germany:
Laaber-Verlag.
Dissertation:
Goebl, W. (2003). The
role of timing
and intensity in the production and perception of melody
in expressive piano performance. Unpublished doctoral
dissertation, University of
Graz, Austria.
Contribution to conference
proceedings:
Prem, D., & Parncutt, R. (2008). Corporality in the timbre
vocabulary
of professional female jazz vocalists. In
M. Marin, M. Knoche, & R. Parncutt (Eds.), Proceedings
of the First International Conference of Students of Systematic
Musicology (abstract: pp.
70-71; article: CD). Graz, Austria: Department of Musicology,
University of Graz.
Die wichtigsten Prinzipien:
- In einem Eintrag in der Literaturliste
werden alle AutorInnen angegeben. Im Text schreibt man bei drei oder
mehr AutorInnen nur den ersten Namen und
"et al". Die Reihenfolge der AutorInnen ist wichtig,
z.B.
der/die erste Autor/in trägt in der Regel die Verantwortung
für den Inhalt.
- Die Titel von Zeitschriften werden
großgeschrieben, die Titel von Büchern und Artikeln
nicht. Die Abkürzung "Ed."
(großgeschrieben)
bedeutet "editor/s";
"ed." (kleingeschrieben) bedeutet
"edition". Nach einem
Doppelpunkt wird
großgeschrieben (z.B. "Nonsense: A lot of fun").
- Die Titel von
Zeitschriften und
Büchern werden kursiv
gesetzt, die Titel von Artikeln nicht.
- Keine Anführungszeichen verwenden
- es
sei denn, der Titel selbst enthält
Anführungszeichen.
- Alles, was in der
Literaturliste steht, wird auch im Text zitiert (eine
Liste weiterführender Literatur ist bei APA nicht
vorgesehen).
- In
der Literaturliste wird nichts abgekürzt! Schreiben Sie nicht
etwa
"Phys Med
Rehab Clin N Am", sondern suchen Sie den ausformulierten Namen der
Zeitschrift im Internet.
- Im-Text-Format: Es gibt es
zwei Möglichkeiten, eine Quelle im Text zu zitieren, entweder
z.B. "Parncutt and McPherson (2002)" oder "(Parncutt
& McPherson,
2002)". Bei drei oder mehr AutorInnen schreibt man im Text "et al.". Schreiben
Sie
nicht z.B. "im Jahr 2002" im Text. Fußnoten
sollen nicht zum Zitieren verwendet
werden; Sie können aber gern innerhalb einer Fußnote
auf
eine Quelle hinweisen, die ebenfalls in der Literaturliste stehen
muss.
- Alles,
was im Text zitiert wird, steht auch in der Literaturliste. Wenn Sie im
Text "Smith (1997)" schreiben, muss ein entsprechender
Eintrag in der Literaturliste stehen. Der/die Leser/in wird auch davon
ausgehen, dass Sie diese Quelle oder zumindest das Abstract im Original
gelesen haben.
Unabhängig von APA wären
folgende allgemeine
Prinzipien zu nennen:
- Ein Textteil (mit inhaltsbezogener
Überschrift) besteht in der Regel aus mindestens drei
Absätzen. Ein Absatz besteht in der Regel aus
mindestens drei Sätzen.
- Literatur wird immer so zitiert,
wie von den
wissenschaftlichen Richtlinien vorgeschrieben. Schreiben Sie
nicht
etwa "In ihrem im Jahr 2001 publizierten Artikel 'Die Bäume
von
Burgenland' schrieb Anna. H. Baumgartner...", sondern etwa "Nach
Baumgartner (2001)..." oder "...(Baumgartner, 2001)".
Abweichungen vom APA-Format
Für
schriftliche Arbeiten im Rahmen der Systematischen Musikwissenschaft an
der Uni Graz
werden folgende Abweichungen
von APA-Format empfohlen:
| |
bei
uns |
nach
APA |
| Zeilenabstand |
1,5 |
2 |
| Kontakinfos
auf
erste Seite |
Matrikelnummer,
Telefonnr. |
-
|
| Running
head
(gekürzter Arbeitstitel auf jeder Seite) |
nicht
nötig |
nötig |
| Absätze |
Zwischenraum
(ohne Einzug) |
ohne
Zwischenraum (mit Einzug) |
| Fußnoten |
am
Seitenende
oder am
Ende des
Dokuments |
am
Ende des
Dokuments |
Häufige
Formattierungs- und Präsentationsfehler
Sie
können die häufigsten
Formattierungs- und Präsentationsfehler in PS-
und SE-Arbeiten vermeiden, wenn
Sie auf folgende Punkte achten:
- Schrift
- Im
Gegensatz zu
ppt-Dateien für Referate wird bei schriftlichen Arbeiten alles
schwarzweiß gesetzt - auch die Abbildungen.
- Fetter
Text wird
nur für Überschriften verwendet. Um Wörter
im Text
hervorzuheben wird nur kursiver Text verwendet. Nicht unterschreiben.
- Schreibstil:
Vermeiden Sie Folgendes:
- Ausrufezeichen
(!)
und Steigerungen (z.B. das Wort "sehr")
- alltägliche
Floskeln ("So
einfach ist das"), Aussagen die in gesprochener Sprache normal
wären
aber nicht buchstäblich der Wahrheit entsprechen (z.B. das
Wort "natürlich"), Redensarten ("mit
dem Zaunpfahl winken"), Gemeinplatz
("Nicht
für die Schule, für das Leben lernen wir"), Aphorismen
("Nothing
great was ever achieved without enthusiasm") -
es sei denn, Sie
zitieren auch die Quelle (hier, Ralph Waldo Emerson + Publikationsdatum
der Schrift, in der die Aussage vorkommt + die Seitennummer + Eintrag
in Literaturliste).
- Klischees
und Stereotype, die als
irreführend, einschränkend oder diskriminierend
aufgefasst werden
können ("das schwache Geschlecht", "das schwarze Kontinent").
- Gliederung
- Alle
Absätze werden mit Leerzeilen
voneinander getrennt. Keine Teilabsätze innerhalb
eines
Absatzes verwenden (d.h. keine Returntaste innerhalb des Absatzes).
- Hauptüberschriften
sind fett und zentriert (1. hierarchische Ebene), dazu kommen evtl.
Teilüberschriften, die fett und linksbündig sind (2.
Ebene).
Darunter ist eine 3. Ebene möglich: Die ersten paar
Wörte
eines Absatzes werden fett gesetzt (nur diese Art von
Überschrift
endet mit einem Punkt). Überschriften bzw. Textteile
werden
nicht nummeriert.
- Beginnt
eine
Gruppenarbeit mit einem
Abstract, wird das Abstract gemeinsam von allen AutorInnen formuliert.
- Titel
- In
einer
empirischen Arbeit werden die üblichen Überschriften
verwendet: Einleitung,
Methode, Ergebnisse, Schlussfolgerungen, Literatur
(fett und zentriert). Im Methodenteil
werden auch die üblichen Teilüberschriften verwendet:
TeilnehmerInnen
(oder ProbandInnen), Versuchsplan,
Prozedere
usw. (fett und linksbündig).
- Der
Titel eines
zitierten Artikels oder Buches wird nicht im Text angegeben, sondern
nur Autor/in und Datum. Seltene Ausnahme: man will die Formulierung des
Titels direkt ansprechen.
- Verweise
- Bei wörtlichen
Zitaten werden immer auch die Seitenzahlen angegeben, z.B.: (Jones, 1999, S. 4-6).
- Eine
Klammer
wird als Teil eines Satzes betrachtet und der Punkt am Ende des Satzes
wird immer nach der letzten Klammer gesetzt, z.B. ...like
this (Musterfrau, 2006). -
und nicht so: ...not
like this. (Musterfrau, 2006)
- wörtliche
Zitate
- Kurze
Zitate
werden in Anführungszeichen in normaler Schrift gesetzt (nicht
kursiv). Längere Zitate (ein paar Zeilen) erscheinen in
normaler
Schrift (nicht
kursiv) in einem getrennten Absatz (eingerückt und ohne
Anführungszeichen).
- Quellenangaben
- Alle
wesentlichen Quellen, die Sie verwendet
haben, müssen angeben werden - sonst handelt es sich um ein
Plagiat. Bitte im Internet nachlesen, wie Plagiat in
wissenschaftlichen Arbeiten definiert und mit Internetsuchmaschinen
gesucht wird. Auch die Satzung der Uni Graz nachlesen. Fassen
Sie z.B. eine Passage aus einem Buch
zusammen, muss das Buch als Quelle angegeben werden.
- Für
jede zitierte Quelle
müssen Sie zumindest ein Abstract im Original gelesen haben -
am besten den ganzen Text - und die Quelle in der Literaturliste
anführen. Sollten Sie ausnahmsweise eine Quelle zitieren
wollen,
die sie gar nicht gesehen haben, sondern
aus der Literaturliste eines zitierten Buchs oder
Artikels kopiert haben (z.B. im Haupttext: (Jones, 1990; zitiert nach
Smith, 1997)), müssen sowohl die Quelle, die Sie gesehen
haben,
als auch der kopierte Zitat in der Literaturliste stehen.
- Abbildungen
und Tabellen
- Alle
Abbildungen und Tabellen werden nummeriert, z.B. Tab.
1, Abb. 3.
- Direkt
unterhalb
von allen Abbildungen und Tabellen steht ein Caption (eine Legende)
bestehend aus (i) dem Titel (z.B. Tab.
4),
(ii) einer kurzen Information über den Inhalt
(Ergänzung zum
Titel) und (iii) allfälligen Informationen zur Formattierung
(z.B.
runde Punkte bedeuten x, rechteckige bedeuten y). Diskutiert und
interpretiert wird nicht im Caption, sondern im Text.
- Im
Text wird auf
alle Abbildungen und Tabellen hingewiesen, z.B. (siehe
Abb. 1).
- Beide
Achsen
eines Graphen werden mit (i) Maß, z.B. "Länge"; (ii)
Einheit, z.B. "(m)"; und (iii) einzelnen Werten, z.B. "10 20 30"
versehen. Nur
bei
Ratingskalen gibt es keine Maßeinheit; in diesem Fall
schreiben
Sie im Methodenteil, wie die Ratingskala den ProbandInnen
erklärt
wurde und wie die Endpunkte wörtlich bezeichnet
wurden.
Graphen
werden
nicht bunt oder quasi-dreidimensional, sondern einfach, klar und
schwarzweiß formattiert.
Literatur
American
Psychological Association
(2002). Publication
Manual of the American Psychological
Association (5th ed.).
Washington, DC: American Psychological
Association (in unserer Bibliothek: 23 A 512).
Deutsche
Gesellschaft für
Psychologie (1997). Richtlinien
zur Manuskriptgestaltung.
Göttingen: Hogrefe-Verlag.
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Richard
Parncutt, Centre for
Systematic Musicology,
Faculty
of Humanities, University
of Graz